{"id":199198,"date":"2025-06-18T05:16:14","date_gmt":"2025-06-18T05:16:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/199198\/"},"modified":"2025-06-18T05:16:14","modified_gmt":"2025-06-18T05:16:14","slug":"cookie-einwilligung-deutsche-datenschuetzer-wegen-untaetigkeit-verklagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/199198\/","title":{"rendered":"Cookie-Einwilligung: Deutsche Datensch\u00fctzer wegen &#8222;Unt\u00e4tigkeit&#8220; verklagt"},"content":{"rendered":"<p>Die Pay-or-Consent-Angebote (auch &#8222;Pur&#8220;-Abo) von Verlagen im Internet sind erneut ein Fall f\u00fcr deutsche Gerichte. Im Namen eines ungenannten Beschwerdef\u00fchrers hat die \u00f6sterreichische Datenschutzorganisation Noyb die Datenschutzbeh\u00f6rden von Hessen und Nordrhein-Westfalen verklagt, weil die bisher nicht auf zwei vorangegangene Beschwerden reagiert haben.<\/p>\n<p>Schon im August 2021 hatte Noyb Beschwerden gegen &#8222;Pay or OK&#8220;-Banner auf verschiedenen deutschen Nachrichtenportalen eingelegt, darunter auch heise.de. In zwei F\u00e4llen \u2013 faz.net und t-online.de \u2013 haben die zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rden von Hessen und Nordrhein-Westfalen (NRW) dazu noch immer nicht entschieden.<\/p>\n<p>Die betroffenen Banner stellten Nutzer vor die Wahl, den Verlagsangeboten entweder die Verarbeitung und Weitergabe von pers\u00f6nlichen Daten zu Werbezwecken zu erlauben oder ein kostenpflichtiges Abo abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Datenschutz-Grundverordnung (<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/DSGVO\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">DSGVO<\/a>) besage ausdr\u00fccklich, dass eine Einwilligung freiwillig erteilt werden m\u00fcsse, <a href=\"https:\/\/noyb.eu\/de\/years-inactivity-pay-or-ok-cases-noyb-sues-german-dpas\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">begr\u00fcndet Noyb den Gang vor Gericht<\/a>. Doch 99 Prozent der Nutzer, die sich mit Pay-or-OK-Bannern konfrontiert s\u00e4hen, <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/pdf\/2309.11625\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">stimmten der damit verkn\u00fcpften gezielten Werbung zu<\/a>. Dabei wollten nur drei bis zehn Prozent der Online-User tats\u00e4chlich getrackt werden. In einem Verfahren gegen die Facebook- und Instagram-Mutter Meta habe daher mittlerweile sogar die EU-Kommission diesen Ansatz f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die Beschwerde bei der NRW-Datenschutzbeh\u00f6rde sei \u00fcber ein Jahr verschollen gewesen, moniert Noyb. Die hessische Aufsicht wiederum verwies demnach auf die Komplexit\u00e4t des Falls und die laufende Ausarbeitung neuer Richtlinien dazu.<\/p>\n<p>Schrems: &#8222;Privatsph\u00e4re darf keinen Preis haben&#8220;<\/p>\n<p>Die Datenschutzkonferenz von Bund und L\u00e4ndern <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Datenschutzkonferenz-erklaert-Pur-Abo-Modelle-grundsaetzlich-fuer-zulaessig-8261891.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rte &#8222;Pur-Abo-Ans\u00e4tze&#8220; 2023 grunds\u00e4tzlich f\u00fcr zul\u00e4ssig<\/a>. Demnach m\u00fcssen f\u00fcr Tracking aber alle Anforderungen an eine informierte, wirksame Zustimmung nach der DSGVO erf\u00fcllt sein. Der Europ\u00e4ische Datenschutzausschuss (EDSA) hat <a href=\"https:\/\/www.edpb.europa.eu\/system\/files\/2024-04\/edpb_opinion_202408_consentorpay_en.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">dazu bereits Leitlinien aufgestellt<\/a>. Das Gremium sieht Pay-or-Consent kritisch und br\u00fctet \u00fcber einen dritten Weg, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Pay-or-OK-Verleger-warnen-vor-Frontalangriff-auf-Geschaeftsmodell-der-Presse-10048105.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gegen den Verlegerverb\u00e4nde Sturm laufen<\/a>.<\/p>\n<p>Jonas Breyer, Anwalt des Beschwerdef\u00fchrers, bezeichnete die Verz\u00f6gerung als &#8222;\u00e4u\u00dferst bedauerlich&#8220;. Leider sei das kein Einzelfall. Der Jurist fragt sich, &#8222;was die Beh\u00f6rden mit dem Geld der Steuerzahlenden eigentlich tun&#8220;. Noyb <a href=\"https:\/\/noyb.eu\/de\/pay-or-ok-der-spiegel-noyb-sues-hamburg-dpa\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">verklagte auch schon die Hamburgische Datenschutzbeh\u00f6rde<\/a>, weil sie das Pay-or-OK-Modell vom Spiegel nicht beanstandete. Viele relevante Tatsachen seien in dem Fall nie untersucht worden.<\/p>\n<p>Transparenzhinweis: heise online bietet selbst ein <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/pur\/abo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pur-Abo an<\/a>. Nach Beanstandung wurde das Consent-Banner in R\u00fccksprache mit der Landesbeauftragten f\u00fcr den Datenschutz Niedersachsen \u00fcberarbeitet. <\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:dahe@heise.de\" title=\"Daniel Herbig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dahe<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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