{"id":200212,"date":"2025-06-18T14:29:12","date_gmt":"2025-06-18T14:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/200212\/"},"modified":"2025-06-18T14:29:12","modified_gmt":"2025-06-18T14:29:12","slug":"blue-murder-blue-murder-review-metal-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/200212\/","title":{"rendered":"Blue Murder &#8211; Blue Murder Review \u2022 metal.de"},"content":{"rendered":"<p>Der britische Gitarrist John Sykes starb im Dezember 2024 im Alter von nur 65 Jahren nach einer Krebserkrankung. In dieser Reihe erinnerten wir zu seinen Ehren an seine erste Profistation, die TYGERS OF PAN TANG und deren Studioalbum <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/reviews\/tygers-of-pan-tang-spellbound-565797\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eSpellbound\u201c<\/a> aus dem Jahr 1980. An anderer Stelle nahmen wir uns den Hardrock-Blockbuster <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/specials\/whitesnake-1987-30th-anniversary-edition-295242\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201e1987\u201c<\/a> von WHITESNAKE vor, bei dem Sykes ebenso an der Gitarre brillierte. Nun gehen wir in der Zeitachse zwei Jahre weiter und widmen uns seiner eigener Band BLUE MURDER und deren selbstbetiteltem Deb\u00fct.<\/p>\n<p>Nach seinem Rausschmiss bei <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/bands\/whitesnake-106357\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">WHITESNAKE<\/a> war f\u00fcr Gitarrero John Sykes klar, dass es in anderer Konstellation f\u00fcr ihn weitergehen sollte. Aber pronto: So schnell seine Finger \u00fcblicherweise \u00fcber das Griffbrett huschten, so schnell war in ihm der Plan gereift, selbst eine Band zusammenzustellen. Mit Geffen hatte sofort WHITESNAKEs alte Plattenfirma Interesse an seinem neuen Projekt bekundet; mit BLUE MURDER wurde alsbald ein Bandname gefunden, als Bass-Artist Tony Franklin dazustie\u00df und den Namen vorschlug.<\/p>\n<p>Rausschmiss und Pl\u00e4ne<\/p>\n<p>Nicht ganz so angetan war man hingegen von den Sangesk\u00fcnsten von Ray Gillen (vormals BLACK SABBATH). Der wurde von Tony Martin (ebenfalls BLACK SABBATH) ersetzt, der allerdings kurz vor den Aufnahmen in Kanada wieder absprang (von der Band, nicht dem Flugzeug). Somit flog ein Rumpftrio nach Vancouver, um die komponierten Songs in den Little Mountain Sound Studios aufzunehmen. Neben Sykes und Franklin war noch Carmine Appice mit dabei, der zwanzig Jahre zuvor bei den zugedr\u00f6hnten Psychedelic Rockern VANILLA FUDGE <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NCwzCQcjC0M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">f\u00fcr den angemessenen Rhythmus sorgte<\/a> und beim Vorspielen mit seinem harten Punch \u00fcberzeugte.<\/p>\n<p>Was allerdings wie ein Makel aussieht, sollte sich als eigentlich richtige Entscheidung entpuppen: Wozu einen S\u00e4nger engagieren, wenn man die Songs auch selbst einsingen kann? Diesbez\u00fcglich war John Sykes ein Mann vieler Talente und die Dreierbesetzung mit Sykes als Frontmann in Doppelfunktion Gitarre und Gesang mehr als ausreichend.<\/p>\n<p>Flug nach Kanada<\/p>\n<p>Am Ende nahmen Sykes, Franklin und Appice unter den wachsamen Augen von Bob Rock (der sollte sp\u00e4ter METALLICA mit innovativer Studiotechnik zum richtigen Sound verhelfen) die komponierten Songs auf, von denen neun auf dem selbstbetitelten Album landen sollten. Die Studiozeit war \u00fcppig bemessen, und so kam \u201eBlue Murder\u201c erst ein gutes Jahr nach Beginn der Aufnahmen am 24. April 1989 in die L\u00e4den. Immerhin rechtzeitig, um noch die Popularit\u00e4t von Hardrock und Hair Metal abzugreifen und ohne die Konkurrenz zum n\u00e4chsten gro\u00dfen Ding, Grunge.<\/p>\n<p>Trotzdem wurde \u201eBlue Murder\u201c ein mittlerer Flop.<\/p>\n<p>Woran es lag? An den Songs an sich jedenfalls nicht: \u201eValley Of The King\u201c ist eine epische G\u00f6ttergabe, die krachendes Drumming mit enervierend hohem Gesang, fluffige L\u00e4ufe auf dem bundlosen Bass und der Gitarre, einpr\u00e4gsame Hooks und unerwartete Wendungen verbindet. Wer dort LED ZEPPELIN heraush\u00f6ren m\u00f6chte: warum nicht. Wer die Verbindung zu Tony Martins BLACK SABBATH ziehen m\u00f6chte: bitte. Innerhalb der Tracklist verbunden ist der Song sicherlich mit \u201ePtolemy\u201c, wenngleich bei jenem Song weniger der Refrain hervorsticht, sondern eher die eingesetzten Pinch Harmonics.<\/p>\n<\/p>\n<p>\u201eBlue Murder\u201c wird ein Flop<\/p>\n<p>Auf der Habenseite steht auch die akustische Biskuitrolle \u201eJelly Roll\u201c, die von einer von Sykes\u2018 vergangenen Beziehungen handelt. Angeblich ging die Komposition des Songs flott von der Hand, und ebenso schnell wurde die Entscheidung getroffen, den Song als Single zu ver\u00f6ffentlichen. Als solche h\u00e4tte auch \u201eSex Child\u201c eine gute Figur abgegeben, bei dem Riffing, Backgroundch\u00f6re und Refrain sitzen. Eindeutig einer der besten Songs auf der Scheibe. Das gilt auch f\u00fcr den leicht mysteri\u00f6sen Titeltrack \u201eBlue Murder\u201c, der inhaltlich als Polizeigeschichte durchgeht. Noch mehr Einfl\u00fcsse: \u201eBilly\u201c weckt Erinnerungen an Sykes\u2018 alte Band THIN LIZZY, wenngleich die eingesetzten Synthesizer topaktuell daherkommen.<\/p>\n<p>Fehlt noch eine Ballade, die mit \u201eOut Of Love\u201c glatt auf WHITESNAKEs Album \u201e1987\u201c h\u00e4tte stehen k\u00f6nnen, vielleicht nicht ganz mit demselben Hitpotential, aber trotzdem sehr gef\u00fchlvoll. Dagegen runden der Opener \u201eRiot\u201c und der Rausschmei\u00dfer \u201eBlack-Hearted Woman\u201c das Album vergleichsweise wild und ungez\u00fcgelt ab. Vor allem Sykes darf auf dem Griffbrett gl\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Das klingt ja alles rosig \u2013 wo ist also der Grund, weswegen das Album wie Blei in den L\u00e4den liegen blieb? Das Video zu \u201eValley Of The King\u201c entpuppte sich als Fehler: Es war teuer (angeblich hat die Produktion 150.000 USD gekostet), der Song war zu lang, der Erfolg m\u00e4\u00dfig. Als die Plattenfirma mit dem ungleich flotteren \u201eJelly Roll\u201c anklopfte, hatte MTV keine Lust mehr, dieses Video in die Rotation zu schicken. Das alles f\u00fchrte zu entt\u00e4uschenden Verkaufszahlen, die sich in den Chartsplatzierungen widerspiegeln: Platz #45 im UK, in den USA lediglich Platz #69.<\/p>\n<p>Entt\u00e4uschung und leuchtende Augen<\/p>\n<p>Innerhalb der Band und bei der Plattenfirma gab man sich zerknirscht. Verschiedene Gr\u00fcnde wurden angef\u00fchrt, warum es nicht recht klappen sollte: Das Management, die Singles, die Plattenfirma. Aber auch Sykes\u2018 Frontmann-Qualit\u00e4ten wurden ins Feld gef\u00fchrt. Allerdings ist das etwas, das auf Platte nicht zu h\u00f6ren ist: Da ist nicht nur die instrumentale Darbietung top, sondern auch der Gesang.<\/p>\n<p>Jedenfalls versuchte der blondgelockte Gitarrero nochmal einen neuen Versuch \u2013 mit reichlich zeitlichem Abstand und neuer Band (und neuem S\u00e4nger). \u201eNothin\u2018 But Trouble\u201c, so der Titel des zweiten und finalen Albums von 1993, sollte jedoch kaum noch etwas rei\u00dfen. Somit bleibt das selbstbetitelte Album das Magnum Opus von BLUE MURDER, bei dem Fans noch heute leuchtende Augen bekommen, selbst wenn es die gesteckten Ziele nicht erreichen sollte \u2013 an der Qualit\u00e4t hat es jedenfalls nicht gelegen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/07261e33dfa74886ba0e479104ec8de5.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"\/><\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der britische Gitarrist John Sykes starb im Dezember 2024 im Alter von nur 65 Jahren nach einer Krebserkrankung.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":200213,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-200212","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114704847156949008","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=200212"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200212\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/200213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=200212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=200212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=200212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}