{"id":200648,"date":"2025-06-18T18:21:15","date_gmt":"2025-06-18T18:21:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/200648\/"},"modified":"2025-06-18T18:21:15","modified_gmt":"2025-06-18T18:21:15","slug":"berlin-mutter-und-sohn-totgerast-fahrer-84-erinnert-sich-an-nichts-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/200648\/","title":{"rendered":"Berlin: Mutter und Sohn totgerast! Fahrer (84) erinnert sich an nichts | Regional"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013\u00a0<b>Der Horror-Unfall vor der \u201eMall of Berlin\u201c (Berlin-Mitte) vom M\u00e4rz 2024 hat bundesweit f\u00fcr Entsetzen gesorgt: Eine Mutter (41) und ihr kleiner Sohn (4) wurden damals auf dem Radweg von einem Ford Mondeo erfasst und t\u00f6dlich verletzt.<\/b><\/p>\n<p>Der Todesfahrer Peter R. (84) aus Charlottenburg steht jetzt vor dem Amtsgericht. Vorwurf: fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung und K\u00f6rperverletzung sowie gef\u00e4hrlicher Eingriff in den Stra\u00dfenverkehr.<\/p>\n<p>9 Uhr, Saal 500: Viele Medienvertreter und Zuschauer. Vorn auf der Anklagebank, rechts neben seinem Verteidiger: der Rentner in Poloshirt und grauem Sakko. Sein Blick geht starr geradeaus ins Nichts.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Peter R. im Gerichtssaal\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/d7b29b5825b5b6505a5d7998b4a17a79,543f21d1\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Der Angeklagte Peter R. im Gerichtssaal<\/p>\n<p>Foto: Olaf Wagner<\/p>\n<p>\u201eAm 9. M\u00e4rz 2024 gegen 10.02 Uhr befuhr er mit dem Pkw Ford Mondeo die Leipziger Stra\u00dfe bis zum Ende der Busspur mit ca. 70 bis 90 km\/h, obwohl hier eine Geschwindigkeitsbeschr\u00e4nkung auf 30 km\/h vorlag\u201c, beginnt der Staatsanwalt die Anklageverlesung. <\/p>\n<p>Peter R. soll bei Rot \u00fcber eine Kreuzung gefahren sein, dann weiter auf dem Radweg, an den im Stau stehenden Autos vorbei. Mit Tempo 89 kam es dann zum Crash.<\/p>\n<p>Unfallopfer 30 Meter durch die Luft geschleudert<\/p>\n<p>Touristin Emeline C. aus Belgien und ihr in einem Buggy sitzendes S\u00f6hnchen Guy, die schon fast \u00fcber die Stra\u00dfe waren, hatten keine Chance. <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-aktuell\/schwerer-unfall-in-berlin-auto-kracht-in-frau-mit-kinderwagen-87455362.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sie wurden 30 Meter durch die Luft geschleudert, starben wenig sp\u00e4ter im Krankenhaus<\/a>. Grausam: Ihr Lebensgef\u00e4hrte musste alles mit ansehen. Wie auch die Schwester der Toten. Beide waren vorausgegangen, hatten den sicheren Fu\u00dfweg schon erreicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Der v\u00f6llig zerst\u00f6rte Buggy am Unfallort\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/3c88c07fd0f0132992b1c07ffc7ebccf,f62b10fa\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Der v\u00f6llig zerst\u00f6rte Buggy am Unfallort an der Leipziger Stra\u00dfe in Berlin.<\/p>\n<p>Foto: spreepicture<\/p>\n<p>Der Angeklagte krachte noch gegen einen anderen im Stau stehenden Skoda, dann gegen einen Pfeiler am Stra\u00dfenrand.<\/p>\n<p>\u201eK\u00f6nnen Sie mich verstehen?\u201c, fragt Richterin Franziska Bauersfeld. Der schwerh\u00f6rige Angeklagte nickt. Seine Aussage zur Person: Rentner, verwitwet. Fr\u00fcher Fernfahrer. F\u00fchrerschein seit 1962.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"1178\" alt=\"Der Todesfahrer mit seinem Anwalt im Gerichtssaal\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/3aa0b445a08e6956dca4f17d4f799271,6151cbde\"   class=\"portrait\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Der Todesfahrer mit seinem Anwalt im Gerichtssaal<\/p>\n<p>Foto: Olaf Wagner<\/p>\n<p>Raser-Rentner erinnert sich in Prozess an nichts<\/p>\n<p>Und zum furchtbaren Geschehen: \u201eIch kann dazu nichts sagen.\u201c Daf\u00fcr l\u00e4sst er seinen Anwalt sprechen: Es tue ihm unendlich leid, dass es zu <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-aktuell\/unfall-in-berlin-rentner-83-fuhr-zu-schnell-an-stau-vorbei-zwei-tote-87461880.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dem Unfall mit den schrecklichen Folgen kam<\/a>. Er sei am Morgen auf dem Weg zum Grab seiner Frau in der Kolonnenstra\u00dfe gewesen, als das Unfassbare geschah. Erinnern k\u00f6nne er sich daran nicht.<\/p>\n<p><b>Im Gegensatz zu den Hinterbliebenen der Opfer: Ehemann Gregory D. (42) und Laurie C. (42), die Nebenkl\u00e4ger. \u201eEs geht ihnen schlecht\u201c, sagt ihr Anwalt. \u201eSie f\u00fchlen sich nicht in der Lage, zum Prozess zu kommen.\u201c<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Ein Rettungswagen an der Unfallstelle nahe der Mall of Berlin\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/733e5a5f1c81c288400ea8caa4d487a4,ef758c1f\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Ein Rettungswagen an der Unfallstelle nahe der Mall of Berlin<\/p>\n<p>Foto: spreepicture<\/p>\n<p>Gregory D. k\u00f6nne bis heute nicht als Feuerwehrmann arbeiten. Nicht mal in der einstigen gemeinsamen Wohnung leben: \u201eEine Familie wurde zerst\u00f6rt.\u201c Eine Familie, die sich auf ihren ersten Wochenendtrip nach Berlin gefreut hatte.<\/p>\n<p>Auch Unfallzeuge Erdal U. (48, Schlosser) k\u00e4mpft bis heute mit qu\u00e4lenden Gedanken. Er k\u00fcndigte den Job beim ADAC, weil er Unfallsituationen nicht mehr ertragen k\u00f6nne: \u201eIch lie\u00df damals die Frau mit dem Kind vor mir die Stra\u00dfe \u00fcberqueren, als dieses Auto pl\u00f6tzlich angeschossen kam.\u201c Dann quietschten die Reifen, Tr\u00fcmmerteile flogen. Er sei sofort nach vorn gerannt, habe in den Ford gegriffen, den Motor ausgemacht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Viele Zeugen standen unter dem Eindruck des Geschehens\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/32967f73889d137ffbe7e71313b167b7,58b2ce1f\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Viele Zeugen standen unter dem Eindruck des Geschehens<\/p>\n<p>Foto: spreepicture<\/p>\n<p>Nach dem Unfall hob er seinen kaputten Spiegel auf<\/p>\n<p><b>Und der Fahrer? \u201eEr stieg aus, besah sich erst mal sein Auto.\u201c Ein anderer Zeuge: \u201eEr hob seinen kaputten Spiegel auf. Kein Blick auf das, was er Schlimmes angerichtet hatte. F\u00fcr mich ein unnormales Verhalten.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Skoda-Fahrer Peter K. (64, Tierarzt und Nebenkl\u00e4ger) erlitt beim Zusammensto\u00df u. a. einen Bandscheibenvorfall. Litt danach an einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung. Sein Auto: ein Totalschaden (13.086 Euro). Er sei heute \u00e4ngstlicher, wenn er fahre. Auch andere Augenzeugen mussten in psychologische Behandlung.<\/p>\n<p><b>Der Unfallgutachter: Der Ford hatte keine technischen M\u00e4ngel. Der Angeklagte h\u00e4tte bei rechtzeitigem Bremsen den Unfall vermeiden k\u00f6nnen. Bei 30 km\/h. Aber auch noch bei an die 90 km\/h.<\/b><\/p>\n<p>Lesen Sie auchTotraser drohen h\u00f6chstens vier Jahre Haft<\/p>\n<p>Im Falle einer Verurteilung drohen Peter R. eine Geldstrafe bis maximal vier Jahre Haft (H\u00f6chststrafe am Amtsgericht). Allerdings pr\u00fcft ein medizinischer Gutachter im Prozess auch, inwieweit er \u00fcberhaupt schuldf\u00e4hig ist. Seinen F\u00fchrerschein hat er danach abgegeben.<\/p>\n<p><b>Prozess-Fortsetzung: Mittwoch, 25. Juni. Der Strafrahmen reicht eigentlich bis zu 5 Jahren Haft. Allerdings wird der Fall am Amtsgericht verhandelt, und das kann maximal bis zu 4 Jahren gehen. Das scheint bei einem bisher Unbestraften unwahrscheinlich.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013\u00a0Der Horror-Unfall vor der \u201eMall of Berlin\u201c (Berlin-Mitte) vom M\u00e4rz 2024 hat bundesweit f\u00fcr Entsetzen gesorgt: Eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":200649,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,121,1269,2624,7781,3260],"class_list":{"0":"post-200648","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-polizei","12":"tag-prozess","13":"tag-unfaelle","14":"tag-unfalltod","15":"tag-verkehrsunfall"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114705759383966569","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=200648"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200648\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/200649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=200648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=200648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=200648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}