{"id":200820,"date":"2025-06-18T19:56:11","date_gmt":"2025-06-18T19:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/200820\/"},"modified":"2025-06-18T19:56:11","modified_gmt":"2025-06-18T19:56:11","slug":"blackout-gefahr-in-ostdeutschland-stromnetze-unter-druck-wie-noch-nie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/200820\/","title":{"rendered":"Blackout-Gefahr in Ostdeutschland? Stromnetze unter Druck wie noch nie"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die spanische Regierung\u00a0hat ihre Untersuchung zu den Ursachen des <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/massiver-stromausfall-in-spanien-portugal-und-in-teilen-frankreichs-li.2320196\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">verheerenden Stromausfalls vom 28. April<\/a> abgeschlossen.\u00a0Grund f\u00fcr den stundenlangen Blackout in Spanien und Portugal sei \u201eeine zu hohe Spannung im Netz\u201c gewesen, sagte Sara Aagesen, Ministerin f\u00fcr den \u00f6kologischen Wandel, am Dienstag in Madrid.<\/p>\n<p>Zum einen habe der Netzbetreiber nicht gen\u00fcgend Anlagen eingeplant, die \u00dcberspannungen im Netz besser abfedern k\u00f6nnen als die meisten Solar- oder Windkraftwerke. Doch auch die neun konventionellen Kraftwerke, die in Betrieb waren, h\u00e4tten \u201eallesamt\u201c nur unzureichend funktioniert.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch hierzulande sind die Stromnetze oft \u00fcberlastet, weil sie die installierte Power aus Wind und Sonne noch nicht aufnehmen k\u00f6nnen \u2013 vor allem in Ostdeutschland. Die Berliner Zeitung hatte zuletzt berichtet, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/batterie-tsunami-experten-warnen-vor-russland-effekt-beim-deutschen-stromnetz-li.2331260\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dass die Netze am gl\u00fchen sind<\/a>. Ist hier ein Blackout also wahrscheinlicher als im Rest von Deutschland?<\/p>\n<p>Deutsches Stromnetz eines der sichersten auf der Welt<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Unterbrechungen seien in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> in der Regel nur von sehr kurzer Dauer, sagt\u00a0die Sprecherin des Versorgers Sachsen Energie, Nora Weinhold, der Berliner Zeitung auf Anfrage. \u201eDas deutsche Stromversorgungssystem z\u00e4hlt zu den sichersten und zuverl\u00e4ssigsten weltweit.\u201c Au\u00dferdem sei es im Vergleich zu <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/spanien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spanien<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/portugal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Portugal<\/a> \u201eenger vermascht\u201c\u00a0und es gebe hohe Leitungskapazit\u00e4ten in die angrenzenden Nachbarl\u00e4ndern, die das System gegenseitig st\u00fctzen w\u00fcrden. \u201eAll das reduziert die Wahrscheinlichkeit enorm, dass das gesamte \u00dcbertragungsnetz oder gro\u00dfe Teile davon wie bei einem Blackout zusammenbrechen.\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch der Versorger Mitnetz Strom, dessen Netze sich \u00fcber Teile der Bundesl\u00e4nder <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/sachsen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sachsen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/sachsen-anhalt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sachsen-Anhalt<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/brandenburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brandenburg<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/thueringen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Th\u00fcringen<\/a> erstrecken, teilt auf Anfrage mit, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass es in Deutschland \u201ezu diesem Extremszenario\u201c kommen k\u00f6nnte. In Spanien und Portugal handelte es sich um einen lang anhaltenden \u00fcberregionalen Stromausfall, bei dem eine schnelle Wiederversorgung \u00fcber angrenzende Stromnetze nicht mehr m\u00f6glich war. Das nennt man: \u201eBlackout\u201c. Kurze Ausf\u00e4lle werden lediglich Stromausf\u00e4lle genannt. Dennoch hat Deutschland ein Stromnetzproblem.<\/p>\n<p>Sachsen Energie warnt vor \u201ezunehmender Einspeisung von Solarstrom\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Sachsen Energie-Vorstandsvorsitzender Frank Brinkmann sagte kurz nach dem Blackout in Spanien und Portugal: \u201eWir beobachten, dass die zunehmende Einspeisung von Solarstrom die Netze in bestimmten Regionen besonders stark belastet.\u201c Die Investitionen in den Netzausbau, den man konsequent vorantreibe, seien zwingend notwendig \u2013 aber selbst diese w\u00fcrden das zunehmende Problem ungebremster Einspeisung weiterer Photovoltaikanlagen nicht l\u00f6sen. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ostdeutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ostdeutschland<\/a> ist f\u00fchrend beim Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere in den Bereichen Windkraft und Solarenergie.<\/p>\n<p><img alt=\"In Madrid war nach dem fl\u00e4chendeckenden Blackout ein regelrechtes Verkehrschaos ausgebrochen.\" loading=\"lazy\" width=\"6000\" height=\"4000\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/a3094594-044e-441d-afed-aa6ffed5f947.jpeg\"\/><\/p>\n<p>In Madrid war nach dem fl\u00e4chendeckenden Blackout ein regelrechtes Verkehrschaos ausgebrochen.David Cruz Sanz\/IMAGO<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Allerdings hinkt der Ausbau der Stromnetze hinterher. Der Netzentwicklungsplan 2023 sieht vor, bis 2045 rund 4.800 Kilometer neue Leitungen zu bauen und etwa 2.500 Kilometer bestehende Verbindungen zu verst\u00e4rken. Doch einige bedeutende Projekte wurden mehrfach verschoben und sollen nun erst sp\u00e4ter in Betrieb gehen. Und obwohl die EEG-starken Bundesl\u00e4nder einen Gro\u00dfteil des erzeugten Stroms exportieren, tragen die dortigen Verbraucher \u00fcberproportional hohe Netzentgelte. Dies liegt an der d\u00fcnneren Besiedlung und den damit verbundenen h\u00f6heren Kosten pro Kunde f\u00fcr die Netzbetreiber.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eDer weitere Ausbau der erneuerbaren Energien muss mit dem Ausbau der Netze synchronisiert werden\u201c, sagt ein Sprecher von Mitnetz Strom auf Anfrage. Zudem brauche es Anreize f\u00fcr netzdienliche Anschl\u00fcsse industrieller Verbraucher in Ostdeutschland, auch f\u00fcr Batteriespeicher sowie netzdienliche Anschl\u00fcsse von Einspeisern. Des Weiteren m\u00fcssten Planungs- und Genehmigungsverfahren f\u00fcr den Netzausbau weiter beschleunigt und digitalisiert werden.<\/p>\n<p>Netzausbau wird f\u00fcr Ostdeutschland teuer<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der Netzausbau in Ostdeutschland wird teuer. Allein Mitnetz Strom will bis 2030 rund drei Milliarden Euro daf\u00fcr investieren. Sachsen Energie plant bis 2027 mit dem Netzbetreiber Sachsen Netze Investitionen von rund 730 Millionen Euro in den Ausbau des osts\u00e4chsischen Stromnetzes. Die Bundesnetzagentur prognostiziert f\u00fcr den Verteilernetzausbau in ganz Deutschland bis 2032 Kosten von rund 42 Milliarden Euro. <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.dvgw.de\/der-dvgw\/aktuelles\/presse\/presseinformationen\/dvgw-presseinformation-vom-08042024-transformation-netzausbau-vergleich\">Eine andere Studie<\/a> kommt zu noch viel h\u00f6heren Zahlen: F\u00fcr Deutschland w\u00fcrden demnach \u00fcber alle Netze und Bundesl\u00e4nder hinweg rund 730 Milliarden Euro anfallen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/buergergeld-rentner-heizungen-wirtschaftsministerin-reiche-verspricht-eine-wende-li.2325405\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Realit\u00e4tscheck der Energiewende<\/a> von Wirtschaftsministerin <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/katherina-reiche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katherina Reiche<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/cdu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CDU<\/a>) scheint bislang vor allem zugunsten der west- und s\u00fcddeutschen Gro\u00dfindustrie zu verlaufen. Ostdeutschland wird offenbar bei den insgesamt 40 von Reiche <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/doppelmoral-cdu-baut-habecks-gaskraftwerke-ploetzlich-sind-gruene-dagegen-li.2325058\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">geplanten Gaskraftwerken<\/a> abgeh\u00e4ngt. Mit einem sogenannten S\u00fcd-Bonus, einer Bevorzugung bei der Ausschreibung, will Reiche die Kraftwerke vor allem dahin bauen, wo viel Industrie sitzt, n\u00e4mlich in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/baden-wuerttemberg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/bayern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bayern<\/a>. Und die Kraftwerke br\u00e4uchte Ostdeutschland dringend, damit nicht das passiert, was in Spanien und Portugal passiert ist. Hier waren n\u00e4mlich nicht gen\u00fcgend Kraftwerke am Netz.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns gern! <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/mailto:briefe@berliner-zeitung.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">briefe@berliner-zeitung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die spanische Regierung\u00a0hat ihre Untersuchung zu den Ursachen des verheerenden Stromausfalls vom 28. 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