{"id":201375,"date":"2025-06-19T01:10:12","date_gmt":"2025-06-19T01:10:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/201375\/"},"modified":"2025-06-19T01:10:12","modified_gmt":"2025-06-19T01:10:12","slug":"in-dieses-kleine-dorf-kehrt-der-beruehmte-schimmel-hengst-herodot-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/201375\/","title":{"rendered":"In dieses kleine Dorf kehrt der ber\u00fchmte Schimmel-Hengst &#8222;Herodot&#8220; zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Eigentlich hat Ulrich Schulte-W\u00fclwer vorher noch nie von <a data-li-document-ref=\"2608794\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/mecklenburgische-schweiz\/daenischer-investor-will-ferienhaeuser-in-ivenack-bauen-2608794\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ivenack<\/a> geh\u00f6rt. Erst ein Gem\u00e4lde f\u00fchrte den Flensburger an den Ort der ber\u00fchmten tausendj\u00e4hrigen Eichen. Der Kunsthistoriker ist gerade dabei, den Nachlass eines Hamburger Unternehmers und seiner Frau zu erfassen und k\u00fcmmert sich um diesen in der \u201eJ\u00fcrgen und Maria Elisabeth Rasmus Stiftung\u201c. Die beiden Hamburger waren leidenschaftliche Sammler.<\/p>\n<p>Im Vordergrund steht Apfelschimmel mit Stute und Fohlen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00dcber 350 Gem\u00e4lde und 700 Gl\u00e4ser des Barock bis Jugendstil waren unter anderem in den Besitz der Stiftung geflossen. Aufgetaucht ist dabei auch ein Bild, das ein grandioses Panorama zeigt. Im Vordergrund steht ein Apfelschimmel mit einer Stute und Fohlen auf der Weide, im Hintergrund eine Schlossanlage. \u201eIch hatte das erst beim Herzog von Augustenburg in Schleswig-Holstein verortet\u201c, sagt der 80-J\u00e4hrige. Doch als er genauer hinsah, habe er festgestellt, dass die Datierung von 1830 auf dem Gem\u00e4lde nicht hinhaute.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Da er wusste, dass die Familie Rasmus auch eine Beziehung zu Mecklenburg-Vorpommern hatte, forschte er dort weiter. \u201eIch habe mir alle Schl\u00f6sser hier angeguckt\u201c, erkl\u00e4rt er. An der Kirche erkannte er schlie\u00dflich Ivenack. Die <a data-li-document-ref=\"2239513\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/mecklenburgische-schweiz\/schloss-ensemble-ivenack-soll-wieder-eine-perle-werden-2239513\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlossanlage mit Kirche sowie Orangerie, Teehaus, Marstall<\/a>, Verwalterhaus und Schmiede war zu erkennen &#8211; gemalt von der Klockower Seite, mit Blick \u00fcber den See und der Liebes-Insel. Doch war das nicht alles, was den Kunstprofessor so faszinierte.<\/p>\n<p>Um dieses Pferd ranken viele Legenden<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bei dem Schimmel im Vordergrund des Gem\u00e4ldes handelt es sich um den seinerzeit ber\u00fchmtesten Deckhengst \u201eHerodot\u201c, der 1793\u00a0 im Gest\u00fct von Ivenack des Grafen von Plessen geboren wurde. Um dieses Pferd ranken sich viele Legenden, wie die, dass Napoleon den Hengst f\u00fcr die franz\u00f6sische Armee holen lie\u00df und ihn vor Moskau und auch in Paris geritten haben soll. Zuvor soll der Stallmeister das Pferd in einer hohlen Eiche versteckt haben. Nach dem Sturz Napoleons kam \u201eHerodot\u201c halbseitig erblindet zur\u00fcck nach Ivenack.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/a5376eca-7bc9-4fa3-88a4-8a24d5f09d1c.jpeg\" loading=\"lazy\" alt=\"Das Gem\u00e4lde von 1830 zeigt den ber\u00fchmten Apfelschimmel &quot;Herodot&quot;  mit Stute und Fohlen vor der Kulisse Ivenacks. Ein Blick von Klockow aus. Gemalt von Albrecht Adam.\"\/><img decoding=\"async\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Das Gem\u00e4lde von 1830 zeigt den ber\u00fchmten Apfelschimmel &#8222;Herodot&#8220;  mit Stute und Fohlen vor der Kulisse Ivenacks. Ein Blick von Klockow aus. Gemalt von Albrecht Adam. (Foto: Kirsten Gehrke)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ulrich Schulte-W\u00fclwer glaubt, dass das Gem\u00e4lde einst im Schloss Ivenack gehangen hat und Auftraggeber Graf Plessen war. Er denke, dass es zu DDR-Zeiten in den westdeutschen Handel gekommen sei, wo der Sammler es bei einer Kunstauktion erworben hat. \u201eGeschaffen wurde das Gem\u00e4lde von Albrecht Adam aus M\u00fcnchen, dem damals ber\u00fchmtesten und gesuchtesten Schlachten- und Pferdemaler seiner Zeit\u201c, so Schulte-W\u00fclwer. Kein K\u00fcnstler sei berufener gewesen als er, der dem aufseiten Napoleons k\u00e4mpfenden bayerischen Heer bis nach Russland gefolgt war und Napoleons Einzug in Moskau aus n\u00e4chster N\u00e4he beobachtet habe.<\/p>\n<p>K\u00fcnstler erhielt Auftr\u00e4ge vom Hochadel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die w\u00e4hrend der Feldz\u00fcge und Schlachten entstandenen Zeichnungen und Studien habe er auf gro\u00dfformatigen Gem\u00e4lden verarbeitet. F\u00fcr Graf von Plessen und andere befreundete Z\u00fcchter aus benachbarten Gest\u00fcten sei dies Grund genug gewesen, Albrecht Adam 1827 einzuladen. \u201eMan war stolz auf den ber\u00fchmten K\u00fcnstler, der gewohnt war, seine Auftr\u00e4ge vom bayerischen K\u00f6nig Ludwig I. und dem Hochadel zu erhalten.\u201c In Adams Erinnerungen an die Reise nach Mecklenburg hei\u00dfe es, dass er dort Gelegenheit gefunden habe, seine Pferdekenntnis zu erweitern.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Zahl der Bestellungen f\u00fcr Pferdeportr\u00e4ts und Pferdegruppen sei so gro\u00df und lukrativ gewesen, dass er im Sommer 1828 nach Mecklenburg zur\u00fcckkehrte. \u201eIn Bad Doberan wohnte Adam einem Pferderennen bei, in denen die Nachkommen ,Herodots&#8216; serienweise Siege errangen\u201c, erkl\u00e4rte Schulte-W\u00fclwer. \u201eAllein dies war Grund genug, den Hengst f\u00fcr die Nachwelt auf einem Gem\u00e4lde festzuhalten.\u201c Als der mit Auftr\u00e4gen \u00fcberh\u00e4ufte Maler das Bild 1830 vollendete, sei \u201eHerodot\u201c kurz zuvor verstorben. \u201eMan hatte ihn unter einer der pr\u00e4chtigen Eichen, wie wir sie im Mittelpunkt des Bildes erkennen, begraben.\u201c<\/p>\n<p>Bild kommt in den Eingangsbereich des Marstalls<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Gem\u00e4lde findet jetzt seinen Platz im sanierten Marstall &#8211; an jenem Ort, wo \u201eHerodot\u201c in einer Pferdebox geboren wurde. Ulrich Schulte-W\u00fclwer \u00fcbergab Mitte Juni das Kunstwerk an B\u00fcrgermeister Roy L\u00fcth als Dauer-Leihgabe der Stiftung. Doch wird im Eingangsbereich nur eine Kopie zu sehen sein. Das Original im Wert von 25 000 Euro soll im alarmgesicherten B\u00fcro des B\u00fcrgermeisters aufgeh\u00e4ngt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich hat Ulrich Schulte-W\u00fclwer vorher noch nie von Ivenack geh\u00f6rt. 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