{"id":201394,"date":"2025-06-19T01:20:18","date_gmt":"2025-06-19T01:20:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/201394\/"},"modified":"2025-06-19T01:20:18","modified_gmt":"2025-06-19T01:20:18","slug":"warum-china-in-afrikanische-eisenbahnen-investiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/201394\/","title":{"rendered":"Warum China in afrikanische Eisenbahnen investiert"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Auf Besucher ist der Wachmann nicht vorbereitet. Ohne Genehmigung kein Zugang, sagt der Sambier, der wie aus dem Nichts hinter dem hohen Zugangstor zum Gedenkpark der Tanzania-Zambia-Railway Authority (Tazara) im sambischen Chongwe auftaucht. Die Genehmigung stelle nur die chinesische Botschaft oder die Vertretung eines chine\u00adsischen Staatskonzerns aus, f\u00fcgt er hinzu und verschwindet so schnell, wie er gekommen ist.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Bahnstrecken in Afrika waren einst die Dom\u00e4ne der Kolonialm\u00e4chte, vor allem der Briten. Cecil John Rhodes, der Mann, dessen Statuen s\u00fcdafrikanische Studenten vor einigen Jahren st\u00fcrzten, hatte den Traum einer \u201eCape to Cairo\u201c-Bahnverbindung, von der S\u00fcdspitze bis zum Norden des Kontinents. Heute sind <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Eisenbahn\" data-rtr-id=\"8a1adeede3bac61531564b39549ae61821befd75\" data-rtr-score=\"24.03050005629306\" data-rtr-etype=\"keyword\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/eisenbahn\" title=\"Eisenbahn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eisenbahnen<\/a> ein R\u00fcckgrat chinesischer Investitionen in Afrika. Sie verbinden stra\u00adte\u00adgisch wichtige Gebiete, aber sind auch teuer. In Peking ist das Geld inzwischen knapp, und zugleich stecken afrikanische L\u00e4nder wie Sambia in der Schuldenkrise. Weil es aber um wichtige Rohstoffe und die Konkurrenz mit dem Westen geht, bleibt China im Gesch\u00e4ft. Das zeigt sich auch an der Tazara.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Die Verbindung, an deren Bau der Gedenkpark erinnert, gibt es heute noch. Es ist eine 1860 Kilometer lange Bahnstrecke von Kapiri Mposhi mitten im kupferreichen Sambia bis Daressalam in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Tansania\" data-rtr-id=\"057c519f2b54e625e0ca4a64f7e6ecc6e8a7a0fd\" data-rtr-score=\"17.703955256059327\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/tansania\" title=\"Tansania\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tan\u00adsania<\/a> am Indischen Ozean. Mit dem ersten Spatenstich 1970 wollten die gerade unabh\u00e4ngig gewordenen afrikanischen Staaten und China ein Zeichen setzen. Die Strecke, die auch \u201eFreedom Railway\u201c genannt wurde, sollte Freiheit und Un\u00adabh\u00e4ngigkeit von den Kolonialm\u00e4chten symbolisieren. Tats\u00e4chlich ging es darum, Sambia unabh\u00e4ngig zu machen von seinen Nachbarl\u00e4ndern Rhodesien \u2013 das heutige Simbabwe \u2013 und S\u00fcdafrika, die zu jener Zeit noch von wei\u00dfen Minderheitsregierungen gef\u00fchrt wurden. Sie hatten in den Sechzigerjahren immer wieder den Transport sambischer Rohstoffe durch ih\u00adre Territorien zu s\u00fcdafrikanischen H\u00e4fen sabotiert.<\/p>\n<p>Scharen chinesischer Arbeiter<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">In Chongwe erkennt man in der Ferne hinter dem Zugangstor zur Gedenkst\u00e4tte einen schwarzen Obelisken. Auf dem Po\u00addest steht in chinesischen Schriftzeichen und auf Englisch: \u201eEiserner Wille\u201c. China, das in der Zeit unter Mao Zedong selbst noch ein Entwicklungsland war, gew\u00e4hrte \u00fcber Jahre hinweg zinsfreie Kredite und Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Bahnstrecke. Scharen chinesischer Arbeiter wurden auf den Kontinent geschafft, um gemeinsam mit Afrikanern das gigantische Vorhaben zu verwirklichen. Viele kamen dabei ums Leben. Ihnen ist der Gedenkpark gewidmet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Tazara-Gedenkst\u00e4tte in Chongwe\" height=\"2250\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/tazara-gedenkstaette-in.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Tazara-Gedenkst\u00e4tte in ChongweClaudia Br\u00f6ll<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob China das Interesse an der Tazara verloren h\u00e4tte. Aus chinesischen Schulb\u00fcchern ist die historisch bedeutende Bahnstrecke bereits verschwunden. Und im chinesischen Eisenbahnmuseum in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Peking\" data-rtr-id=\"d18d14f3531ac0f8861f23d9e73481f92b1c7edc\" data-rtr-score=\"20.833042932812937\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/peking\" title=\"Peking\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Peking<\/a> haben sie den ihr gewidmeten Ausstellungsort mittlerweile abgeschafft, wie eine Mitarbeiterin erz\u00e4hlt. Die Tazara selbst ist in die Jahre gekommen. Es gibt zu wenig funktionierende Z\u00fcge und Lokomotiven, die In\u00adfrastruktur br\u00f6ckelt. Minenkonzerne, die in Kongo oder Sambia die Rohstoffe abbauen, transportieren diese lieber \u00fcber die Stra\u00dfen zu H\u00e4fen in Durban, Richards Bay oder Walvis Bay als \u00fcber die Schiene nach Daressalam. Als \u00f6ffentliches Unternehmen hat die Tazara Schulden im dreistelligen Millionenbereich angeh\u00e4uft.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Aufgeben wollen Sambia und Tansania die Eisenbahn \u2013 ein wichtiges Transportmittel f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung \u2013 nicht. Seit Jahren verhandeln beide Regierungen mit chinesischen Investoren \u00fcber die \u00dcbernahme der Schulden und eine Erneuerung der Bahnstrecke, wobei der Versuch einer Privatisierung 2016 am Widerstand des mittlerweile verstorbenen tan\u00adsanischen Pr\u00e4sidenten John Magufuli scheiterte. Seine Nachfolgerin Samia Suluhu Hassan scheint in dieser Hinsicht aufgeschlossener zu sein. Auch ihr sambischer Amtskollege Hakainde Hichilema treibt die Suche nach einer L\u00f6sung f\u00fcr die Tazara voran, nicht zuletzt wegen <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Sambia\" data-rtr-id=\"809e61b899424172f8fff60c3fc3e5f8ce1c56b2\" data-rtr-score=\"61.333813111910395\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/reise\/thema\/sambia\" title=\"Sambia\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sambias<\/a> hoher Staatsverschuldung.<\/p>\n<p>Eine \u201eneue \u00c4ra\u201c f\u00fcr die Tazara<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Auf dem \u201eForum f\u00fcr China-Afrika-Kooperation\u201c im September vergangenen Jahres in Peking war es dann so weit. Sambia, Tansania und China unterzeichneten eine Absichtserkl\u00e4rung f\u00fcr den weiteren Be\u00adtrieb, einschlie\u00dflich einer \u201edringend be\u00adn\u00f6tigten Erneuerung der Infrastruktur und der Z\u00fcge\u201c. Sechs Monate sp\u00e4ter folgte die Bekanntgabe einer Investition der China Civil Engineering Construction Corporation (CCECC) in einer H\u00f6he von 1,4 Milliarden Dollar f\u00fcr Gleise, 32 Lokomotiven, mehr als 700 Waggons und die \u00fcbrige Infrastruktur. Der chinesische Staatskonzern erh\u00e4lt eine Konzession f\u00fcr drei\u00dfig Jahre, um sich um die Erneuerung, Instandhaltung und den Betrieb zu k\u00fcmmern. Von einer Partnerschaft mit der Privatwirtschaft und einer \u201eneuen \u00c4ra\u201c f\u00fcr die Tazara war die Rede.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"Sonntagszeitung\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/1749937693_597_latest.jpg\"\/><\/p>\n<p>Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/meine-ausgaben\/fas\/\" class=\"Button\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n         <\/a><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Tim Zajontz, Forscher an der Universit\u00e4t Freiburg, verfolgt aus der Ferne jede Etappe der Verhandlungen. Aus seiner Sicht best\u00e4tigen sie das fortbestehende Interesse <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"China\" data-rtr-id=\"705657837f72060fe7cf7bde07d0a9c00e344da1\" data-rtr-score=\"360.62292654028437\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/china\" title=\"China\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chinas<\/a> an Afrika und seinen Bahnstrecken. Allerdings seien die Zeiten von Infrastrukturprojekten als Entwicklungshilfe vorbei, ebenso die Zeiten, in denen China nach dem Gie\u00dfkannenprinzip Kredite f\u00fcr Gro\u00dfprojekte wie Stadien, Stra\u00dfen oder Eisenbahnstrecken vergab. Chinas neue Devise lautet eher \u201eklein und sch\u00f6n\u201c oder \u201egr\u00fcn und smart\u201c. Letzteres ist oft auf Werbeplakaten in afrikanischen Flugh\u00e4fen zu lesen, die den Bau neuer Siedlungen anpreisen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Ein chinesischer Kollege an der Cornell-Universit\u00e4t in New York sieht es \u00e4hnlich wie Zajontz. \u201eDie Banken in China m\u00fcssen sich um ihre B\u00fccher k\u00fcmmern und haben mittlerweile erkannt, dass auch f\u00fcr politisch vergebene Kredite in Afrika ihnen niemand aus der Patsche mit den Schulden hilft\u201c, sagt Huang Yufan, der zu chinesischen Entwicklungskrediten forscht. China ist mittlerweile der gr\u00f6\u00dfte bilaterale Gl\u00e4ubiger in Entwicklungsl\u00e4ndern. Mit zahlungsunf\u00e4higen Staaten wie Sambia mussten lange Verhandlungen zur Umschuldung gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Die Banken stecken in einem Dilemma<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Huang sagt, er h\u00f6re in Gespr\u00e4chen mit chinesischen Beteiligten, dass sie angesichts der Verschuldung eigentlich keine Projekte mehr in L\u00e4ndern wie Kenia oder Sambia durchf\u00fchren wollen. \u201eGleichzeitig aber dominiert die Politik, und chinesische Banken geh\u00f6ren dem Staat \u2013 wenn die oberste F\u00fchrung es wirklich will, kann sie Banken dr\u00e4ngen, Kredite zu zahlen.\u201c Die Banken steckten in einem Dilemma, sagt Huang: \u201eWenn man Pr\u00e4sident der Chinesischen Entwicklungsbank oder der staatlichen Export-Import-Bank ist, steht man unter Druck, man ist Parteimitglied, man will gute Ergebnisse f\u00fcr die \u201aNeue Seidenstra\u00dfe\u2018 liefern. Aber sie m\u00fcssen sich auch um ihre B\u00fccher k\u00fcmmern.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Das Dilemma zeigt sich aktuell in Kenia. Von 2014 an vergab China g\u00fcnstige Kredite f\u00fcr den Bau einer Eisenbahn\u00adstrecke von der Hafenstadt Mombasa \u00fcber die Hauptstadt Nairobi ins benachbarte Uganda. Ziel war die Anbindung an die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Kongo\" data-rtr-id=\"09bcc10761c1d8a768d7215c5b95f0e013f765d9\" data-rtr-score=\"11.155910231391134\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/kongo\" title=\"Kongo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokratische Republik Kongo<\/a>: Kupfer, Kobalt und Seltene Erden aus den dortigen Minen sollten mit dem Zug zum Hafen von Mombasa gebracht und von dort aus nach China verschifft werden. Kenias damaliger Pr\u00e4sident Uhuru Kenyatta wollte das Projekt unbedingt zu seiner Wiederwahl 2017 fertig haben, doch bisher endet die Strecke im Nirgendwo westlich von Nairobi. Im April erst war Kenias heutiger Pr\u00e4sident William Ruto in Peking, um f\u00fcr den Weiterbau der Bahn bis nach Uganda zu werben. Kostenpunkt: viereinhalb Milliarden Dollar. Das w\u00fcrde Kenias Staatsverschuldung weiter in die H\u00f6he treiben. Und China, das in einem Wirtschaftsabschwung steckt, hat inzwischen eigentlich andere Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" height=\"2962\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/karte-bahnstrecken-afrika.jpg\" width=\"2378\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Aber es geht eben auch um Geopolitik. Anders als sein Vorg\u00e4nger trat Pr\u00e4sident Ruto bis zuletzt als enger Verb\u00fcndeter der USA auf. Die Unsicherheit, die Donald Trump auch \u00fcber Afrika bringt, zwingt Ruto nun aber dazu, sich alle Optionen zu erhalten \u2013 weshalb er sich den Chinesen gegen\u00fcber in j\u00fcngster Zeit wieder offen gibt. Diese Gelegenheit scheint Peking sich nicht entgehen lassen zu wollen. Es gibt Berichte, dass China den Ausbau der bislang unrentablen Strecke unterst\u00fctzen will. Die Rede ist von neuen Krediten, einer Beteiligung der kenianischen Regierung und Investitionen chinesischer Un\u00adternehmen.<\/p>\n<p>China ist in Afrika wohlgelitten<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Ob die direkte Verbindung von den Minen Kongos zu den H\u00e4fen Chinas je entstehen wird, halten Fachleute angesichts der exorbitanten Kosten f\u00fcr fraglich. Zumindest auf afrikanischer Seite ist das Interesse an solchen Bahnprojekten aber ungebrochen. Die aus Kolonialzeiten stammenden Strecken dienten nur dazu, Rohstoffe von den Minen zu den H\u00e4fen f\u00fcr den Export zu transportieren, sagt Cobus van Staden, China-Afrika-Experte an der Universit\u00e4t Stellenbosch. \u201eJetzt dringen afrikanische Regierungen auch auf Streckennetze, um die eigene wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Im Gegensatz zur Wahrnehmung in westlichen Staaten sei China in Afrika weiterhin wohlgelitten, zumal sonst kaum Geber zu finden seien, \u201edie darauf brennen, Eisenbahnstrecken kreuz und quer durch den Kontinent zu bauen\u201c, sagt van Staden. Multilaterale Organisationen wie die Weltbank seien von der Finanzierung gro\u00dfer Infrastrukturvorhaben zu Pro\u00adjekten etwa im Gesundheits- oder Bildungsbereich umgeschwenkt. Das sei n\u00f6tig, komme der breiten Bev\u00f6lkerung zugute, doch die Projekte seien h\u00e4ufig komplex, mit vielen Bedingungen versehen, und Erfolge zeigten sich vor allem langfristig.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Afrikanische Staatslenker haben indes oft andere Interessen: weithin sichtbare moderne Bauten, die Fortschritt und Selbstbewusstsein symbolisieren und m\u00f6glichst innerhalb einer Amtszeit aus dem Boden gestampft werden \u2013 so wie Pr\u00e4sident Kenyatta die Eisenbahn zur Wahl in Kenia vorzeigen wollte. Die schnelle Verwirklichung von Projekten ist aus Sicht von Cobus van Staden ein wichtiger Grund, weshalb China auch von demokratisch gew\u00e4hlten Regierungen umworben wird.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Reibungslos laufen die Projekte freilich in vielen F\u00e4llen nicht. Das gilt auch f\u00fcr die Eisenbahnverbindung von \u00c4thiopien nach Djibouti, jenem strategisch g\u00fcnstig am Roten Meer gelegenen Staat, wo China einen Hafen betreibt und knapp tausend Soldaten stationiert hat. Der chinesische Generalunternehmer hatte auf der vollst\u00e4ndigen Elektrifizierung der Linie bestanden. Als die Strecke fertig war, stellte man allerdings fest, dass der Strom nicht ausreichte und es h\u00e4ufig Blackouts gab. Dass die chinesische Export-Import-Bank dem Deal zugestimmt hatte, liegt laut Huang Yufan von der Cornell-Universit\u00e4t auch daran: Die Banken h\u00e4tten vor Ort kaum eigene Experten f\u00fcr Sorgfaltspr\u00fcfungen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Zur Finanzierung der Kredite f\u00fcr solche Projekte konnte China lange Zeit auf seine Devisenreserven zur\u00fcckgreifen, die es durch sein exportorientiertes Wirtschaftsmodell anh\u00e4ufte. Staatsunternehmen aus dem Bausektor wiederum finden in Afrika eine Gelegenheit, \u00dcberkapazit\u00e4ten zu verbauen, weil in China selbst wegen der Immobilienkrise nicht mehr so viel gebaut wird. Bei der \u00c4thiopien-Djibouti-Bahn kam hinzu: Da sie von der obersten F\u00fchrung in Peking zu einem Flaggschiff der Seidenstra\u00dfen-Initiative erkoren wurde, konnten die Auftragnehmer davon ausgehen, dass so ein Projekt nicht scheitert, ganz gleich wie eintr\u00e4glich es ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Chinesische Zugbegleiterinnnen vor der Jungfernfahrt auf der Linie Addis Abeba-Djibouti\" height=\"2000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/chinesische-zugbegleiterinnnen.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Chinesische Zugbegleiterinnnen vor der Jungfernfahrt auf der Linie Addis Abeba-Djiboutipicture alliance \/ Photoshot<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Heute ist die Lage eine andere. \u201eChina blickt st\u00e4rker als in der Vergangenheit auf die \u00f6konomische Tragf\u00e4higkeit eines Projekts\u201c, sagt Zajontz von der Universit\u00e4t Freiburg. Zur Modernisierung der Tazara in Sambia und Tansania beispielsweise w\u00fcrden chinesische Bergbaukonzerne, die von der Bahnstrecke profitieren, Kapital beisteuern. Das soll einen zus\u00e4tzlichen An\u00adreiz liefern, den Rohstofftransport von der Stra\u00dfe auf die Schiene zu verlagern.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Doch China hat Konkurrenz. Der geplante \u201eLobito-Korridor\u201c zeigt, dass auch der Westen gro\u00dfes Interesse an <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Afrika\" data-rtr-id=\"575dc4aff2bbf326c9a2f3b9dc4649c4c892aca6\" data-rtr-score=\"36.33171870643992\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/afrika\" title=\"Afrika\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afrikas<\/a> Rohstoffen und Bahnstrecken hat. Was die Chinesen vom Osten Afrikas her aufbauen, versuchen die USA und Europa von Westen her. 1700 Kilometer soll der nach dem angolanischen Hafen Lobito benannte Korridor lang sein. Er erstreckt sich von dort bis Sambia und \u00fcber eine Abzweigung bis Kongo. Die Milliarden\u00adinvestitionen sollen nicht nur in die Bahnstrecken flie\u00dfen, sondern auch in Projekte entlang des Korridors, die der lokalen Wirtschaft zugute kommen, in erneuerbare Energien und nachhaltige Landwirtschaft zum Beispiel.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e9f390a5=\"\" data-v-d588441d=\"\">Noch ist unklar, ob die Trump-Regierung das noch unter Joe Biden auf den Weg gebrachte Projekt in der bisher geplanten Form unterst\u00fctzt. Doch es scheint unwahrscheinlich, dass Trump tatenlos China den Vortritt l\u00e4sst. Wie auch China im Zweifel eher neues Geld verspricht, als in diesem Wettlauf der Gro\u00dfm\u00e4chte zur\u00fcckzufallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf Besucher ist der Wachmann nicht vorbereitet. 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