{"id":201991,"date":"2025-06-19T06:59:17","date_gmt":"2025-06-19T06:59:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/201991\/"},"modified":"2025-06-19T06:59:17","modified_gmt":"2025-06-19T06:59:17","slug":"kirchenrechtlerin-prof-dr-reinhild-ahlers-geht-in-den-ruhestand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/201991\/","title":{"rendered":"Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Reinhild Ahlers geht in den Ruhestand"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Prof. Dr. Reinhild Ahlers\" alt=\"Prof. Dr. Reinhild Ahlers\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/csm_2025-06-17-ahlers-Teaser_565075768a.jpg\" width=\"300\" height=\"173\"\/><\/p>\n<p>Nach fast 36 Dienstjahren im Bisch\u00f6flichen Generalvikariat \u2013 der Verwaltung des Bistums M\u00fcnster \u2013 davon die meisten als Leiterin der Abteilung Kirchenrecht, geht Reinhild Ahlers zum 1. Juli in den Ruhestand.<\/p>\n<p>\u00a9 Bisch\u00f6fliche Pressestelle\/Anke Lucht<\/p>\n<p>Zu diesem kam die geb\u00fcrtige Meppenerin nach dem Theologiestudium in Eichst\u00e4tt und Innsbruck. Im Anschluss hatte sie eine Stelle als Pastoralreferentin in ihrem Heimatbistum Osnabr\u00fcck in Aussicht, war aber zuvor \u201eaus nostalgischen Gr\u00fcnden\u201c noch einmal zu einer Vorlesung bei einem Kirchenrechtler in Eichst\u00e4tt zu Gast. Dieser bot ihr eine Stelle als seine Assistentin an und \u00e4u\u00dferte die Erwartung, dass sie promovieren werde.\u00a0<\/p>\n<p>Genau das tat Reinhild Ahlers und blieb beim Kirchenrecht:\u00a0\u201eDabei ging es mir nicht nur um die Paragrafen, sondern vor allem um die Frage, wozu man sie braucht.\u201c Ma\u00dfgeblich daf\u00fcr sei eine Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils \u00fcber die Kirche als geistliche Gr\u00f6\u00dfe, die eine konkrete Ausdrucksform ben\u00f6tigt. \u201eDaf\u00fcr braucht man rechtliche Regelungen, ohne die eine Gemeinschaft nicht auskommt, was aber nicht hei\u00dft, dass man Regelungen nicht hinterfragen kann\u201c, sagt die 66-J\u00e4hrige.\u00a0<\/p>\n<p>Nach ihrer Promotion wechselte sie im Dezember 1989 in die Abteilung Kirchenrecht des Bistums M\u00fcnster. Ab 1992 absolvierte sie berufsbegleitend den zweij\u00e4hrigen Studiengang \u201eLizenziat im kanonischen Recht\u201c. 1993 \u00fcbernahm die M\u00fcnsteranerin die Abteilungsleitung. 1996 folgte die Ernennung zur Professorin an der Philosophisch-Theologischen Hochschule M\u00fcnster (PTH M\u00fcnster), wo sie \u2013 ebenso wie an der Universit\u00e4t M\u00fcnster \u2013 einen Lehrauftrag innehatte. Seither hat sie viele Entwicklungen miterlebt, begleitet und umgesetzt. \u201eAm umfangreichsten war die \u00dcberarbeitung des Strafrechts\u201c, erinnert sie sich an eine der Konsequenzen aus den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche.\u00a0<\/p>\n<p>Ebenso habe sich der Personenkreis der Kirchenrechtlerinnen und -rechtler in den deutschen Bist\u00fcmern gewandelt: \u201eAls ich anfing, waren das fast ausschlie\u00dflich Priester. Heute sind diese die Ausnahme.\u201c Auch seien die heutigen Fachleute im Schnitt j\u00fcnger.\u00a0<\/p>\n<p>In Ahlers\u2018 ersten Jahren in M\u00fcnster musste sich jedoch nicht nur mancher Priester an die weibliche Abteilungsleitung gew\u00f6hnen. \u201eEinmal bat ein Anrufer, mit einem der Herren sprechen zu d\u00fcrfen. Da musste ich ihm sagen, dass es in unserer Abteilung keine Herren gab\u201c, sagt sie l\u00e4chelnd und erg\u00e4nzt: \u201eDas war aber in aller Regel kein Problem, sondern ein Gew\u00f6hnungsprozess.\u201c Heute noch arbeiten in der Abteilung nur Frauen \u2013 mit Erfolg. \u201eIch denke, dass wir den Ruf haben, zuverl\u00e4ssig tragf\u00e4hige Ausk\u00fcnfte zu geben\u201c, sagt die scheidende Abteilungsleiterin.<\/p>\n<p>Auch pers\u00f6nlich habe sie ihr Arbeitsumfeld durchweg positiv erlebt. \u201eIch bin vom ersten Tag an gut aufgenommen worden\u201c, erinnert sie sich. Gleichzeitig habe man sie schon in der ersten Woche mit einem Fall aus dem f\u00fcr sie v\u00f6llig neuen Ordensrecht betraut. Das habe nach intensivem Einlesen aber gut geklappt.\u00a0<\/p>\n<p>In Erinnerung bleibt Ahlers der Fall eines Priesters, der laisiert \u2013 also von den Rechten und Pflichten eines Klerikers entbunden \u2013 worden war, sp\u00e4ter aber doch wieder als Priester wirken wollte. Mit der erfolgreichen kirchenrechtlichen Begleitung dieses Prozesses habe ihre Abteilung eine Vorreiterrolle eingenommen, bis dahin habe es kaum vergleichbare F\u00e4lle gegeben.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcber ihre Kernaufgaben hinaus engagierte sich Reinhild Ahlers im Programm \u201eKirche im Mentoring \u2013 Frauen steigen auf\u201c als Mentorin. \u201eEs ist gut, dass viele Themen in der Kirche besprechbarer geworden sind\u201c, findet sie nicht nur im Hinblick auf die Rolle der Frau, \u201edazu hat Papst Franziskus wesentlich beigetragen.\u201c So \u00e4u\u00dferten sich etwa zum Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften heute ganz selbstverst\u00e4ndlich Bisch\u00f6fe, das sei fr\u00fcher undenkbar gewesen. Auch deshalb habe ihr Fachgebiet trotz aller Ver\u00e4nderungen Zukunft: \u201eDas Kirchenrecht kann und muss dazu beitragen, Seelsorge im Wandel gut zu organisieren und zu strukturieren.\u201c<\/p>\n<p>Auch ihr pers\u00f6nlicher Blick richtet sich auf die Zukunft. Ahlers m\u00f6chte entspannt in die neue Lebensphase starten. \u201eIch kann mir viele ehrenamtliche Aufgaben vorstellen, aber ich m\u00f6chte auch die Welt erkunden\u201c, sagt sie, \u201evor allem werde ich genie\u00dfen, nicht mehr dauernd auf die Uhr gucken zu m\u00fcssen.\u201c Der Kirche w\u00fcnscht sie \u201edass sie mit weniger werdenden Gl\u00e4ubigen lebt, was Kirche ausmacht: Glauben und die Gestaltung menschlichen Zusammenlebens. Vielleicht bietet eine kleiner werdende Kirche die Chance, dass die, die sich einbringen, welche sind, die das wirklich wollen.\u201c So, wie sie selbst sich eingebracht hat.\u00a0<\/p>\n<p>Anke Lucht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach fast 36 Dienstjahren im Bisch\u00f6flichen Generalvikariat \u2013 der Verwaltung des Bistums M\u00fcnster \u2013 davon die meisten als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":201992,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,30,8970,18186,1209],"class_list":{"0":"post-201991","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-muenster","12":"tag-news-detail","13":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114708739823652962","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/201991","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=201991"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/201991\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/201992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=201991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=201991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=201991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}