{"id":202522,"date":"2025-06-19T11:49:12","date_gmt":"2025-06-19T11:49:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/202522\/"},"modified":"2025-06-19T11:49:12","modified_gmt":"2025-06-19T11:49:12","slug":"ehemalige-botschaft-als-geheimes-terrornest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/202522\/","title":{"rendered":"Ehemalige Botschaft als geheimes Terrornest"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-sans font-medium\">Berlin. Einst ein Terrornetz, heute ein verfallenes Geb\u00e4ude. Die ehemalige Irakische Botschaft weckt mit ihrem d\u00fcsteren Charme Neugier.<\/p>\n<ul>\n<li>Die ehemalige Irakische Botschaft ist seit 1991 ein \u201eLost Place\u201c<\/li>\n<li>Was sich hinter diesen W\u00e4nden abspielte, sorgt heute immer noch f\u00fcr Aufsehen<\/li>\n<li>Die wichtigsten Infos rund um die ehemaligen Irakische Botschaft an der Tschaikowskistra\u00dfe<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einst diplomatischer St\u00fctzpunkt, heute verlassene Legende: Die ehemalige <strong>Irakische Botschaft<\/strong> im Pankower Ortsteil Niedersch\u00f6nhausen ist vieles zugleich \u2013 ein mutma\u00dfliches Terrornetz, ein Betonunget\u00fcm im DDR-Stil und ein d\u00fcsterer Magnet f\u00fcr Fans von Lost Places. Seit 1991 steht das Geb\u00e4ude an der Tschaikowskistra\u00dfe leer \u2013 und zieht mit seiner verfallenen \u00c4sthetik viele Abenteuerlustige und Hobbyfotografen an. Hier erfahren Sie alles \u00fcber die Geschichte des <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/lost-places-in-berlin\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1675630774\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#8222;Lost Place&#8220; in Berlin.<\/a><\/p>\n<p>  Die Fakten zur ehemaligen Irakischen Botschaft in Berlin-Pankow\u00a0 im \u00dcberblick: <\/p>\n<ul>\n<li><strong>Adresse:<\/strong> Tschaikowskistra\u00dfe\u00a051, 13156 Berlin-Niedersch\u00f6nhausen (Pankow)<\/li>\n<li><strong>Geschichte: <\/strong>Er\u00f6ffnung<strong> <\/strong>1974; Schlie\u00dfung<strong> <\/strong>im Jahr 1991<\/li>\n<li><strong>Status:<\/strong> Aktueller Lost Place. Das Geb\u00e4ude ist verfallen und unzureichend gesichert, sodass es immer wieder zu Graffitisch\u00e4den kommt.<\/li>\n<li><strong>F\u00fchrungen:<\/strong> Keine. Das Betreten des Gel\u00e4ndes ist verboten.<\/li>\n<li><strong>Zukunft: <\/strong>Keine aktuellen Pl\u00e4ne<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der ehemaligen Botschaft Iraks in der DDR:<\/p>\n<p>   Alte Irakische Botschaft in Berlin-Pankow: Geschichte, Architektur, Verfall  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/403196266_1684378545_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full aspect-[16\/9] \" alt=\"Beton-Zombie mit Klinkerschmuck: Die alte Irakische Botschaft an der  Tschaikowskistra\u00dfe 51 in Pankow (Archivbild). \" title=\"Beton-Zombie mit Klinkerschmuck: Die alte Irakische Botschaft an der  Tschaikowskistra\u00dfe 51 in Pankow (Archivbild). \" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Beton-Zombie mit Klinkerschmuck: Die alte Irakische Botschaft an der  Tschaikowskistra\u00dfe 51 in Pankow (Archivbild).<br \/>\n      \u00a9 picture alliance\/ZB\/Jens Kalaene | Unbekannt\n    <\/p>\n<p>Der Bau wurde 1974 an der Tschaikowskistra\u00dfe am \u00f6stlichen Zipfel des Volksparks Sch\u00f6nholzer Heide er\u00f6ffnet und geh\u00f6rte zu einer ganzen Reihe von Botschaftsbauten des damals rasch wachsenden <strong>Diplomatenviertels<\/strong>. In direkter Nachbarschaft befanden sich die Botschaften Frankreichs, Italiens, Polens und Australiens. Die Beziehung zwischen der DDR und dem Irak hatte zur damaligen Zeit etwas Singul\u00e4res: Der Irak war der erste nicht-sozialistische Staat, der die DDR v\u00f6lkerrechtlich anerkannte.<\/p>\n<p>Weniger besonders gestaltete sich hingegen die <strong>Architektur<\/strong> der Botschaft: Sie erfolgte nach typisierter Plattenbau-Fertigung und Vorlagen des Architekten Horst Bauer, der etwa auch f\u00fcr den Bau des ber\u00fchmten Caf\u00e9s Moskau an der Karl-Marx-Allee verantwortlich war.<\/p>\n<p>Nach <strong>Mauerfall <\/strong>und zweitem Golfkrieg verlie\u00dfen irakische Diplomaten 1991 die Bundesrepublik. Seitdem steht das Geb\u00e4ude leer und ist dem Verfall preisgegeben. Denn: Irakische Diplomaten nutzen seit 2010 eine Villa an der Pacelliallee in Dahlem als Botschaftsgeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>  Pankow: Ehemalige Botschaft des Iraks als Terror- und Agentennest?  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/403200318_1684380231_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full aspect-[16\/9] \" alt=\"Ein arabisches Schriftst\u00fcck in einem verrosteten Papierschredder in der ehemaligen Irakischen Botschaft.\" title=\"Ein arabisches Schriftst\u00fcck in einem verrosteten Papierschredder in der ehemaligen Irakischen Botschaft.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Ein arabisches Schriftst\u00fcck in einem verrosteten Papierschredder in der ehemaligen Irakischen Botschaft.<br \/>\n      \u00a9 picture alliance\/zb\/Matthias T\u00f6dt | Unbekannt\n    <\/p>\n<p>Was macht die ehemalige Irakische Botschaft an der Tschaikowskistra\u00dfe auch heute noch so faszinierend? Sicherlich auch, dass hinter den wuchtigen Beton-Platten m\u00f6glicherweise <strong>Terrorpl\u00e4ne<\/strong> ausgeheckt und Anschl\u00e4ge vorbereitet wurden. Denn die DDR gew\u00e4hrte arabischen K\u00e4mpfern des damaligen irakischen Diktators Saddam Hussein Unterschlupf, hei\u00dft es in diversen historischen Berichten. So meldete der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/alte-brueder-a-0036d498-0002-0001-0000-000013488179?context=issue\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#8222;Spiegel&#8220;<\/a> 1991, die Botschaft habe bis zur Wende als &#8222;Drehscheibe f\u00fcr Saddams Terrorbrigaden&#8220; gegolten. Mehr noch: Nach Geheimdienstinformationen waren in der ehemaligen Irakischen Botschaft massenhaft Waffen und Sprengstoff eingelagert, so das Magazin.<\/p>\n<p>Die Iraker h\u00e4tten demnach \u00fcber ihre Botschaft unbehelligt von der Stasi einen <strong>Sprengstoffkoffer<\/strong> in den Westen schleusen k\u00f6nnen, hei\u00dft es in dem Bericht weiter. Mit der Bombe sollten Teilnehmer einer oppositionellen irakisch-kurdischen Studentenversammlung get\u00f6tet werden. Der Plan scheiterte, die T\u00e4ter stellten sich vor der Detonation der Polizei.<\/p>\n<p>  Die ehemalige Irakische Botschaft heute: ein schauriger &#8222;Lost Place&#8220; \u2013 und streng verboten  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/403203779_1684381708_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full aspect-[16\/9] \" alt=\"Ein zerrisenes Bild des ehemaligen irakischen Diktators Saddam Hussein liegt am 20.5.2003 auf umgeworfenen M\u00f6belst\u00fccken in der ehemaligen irakischen Botschaft.\" title=\"Ein zerrisenes Bild des ehemaligen irakischen Diktators Saddam Hussein liegt am 20.5.2003 auf umgeworfenen M\u00f6belst\u00fccken in der ehemaligen irakischen Botschaft.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Ein zerrisenes Bild des ehemaligen irakischen Diktators Saddam Hussein liegt am 20.5.2003 auf umgeworfenen M\u00f6belst\u00fccken in der ehemaligen irakischen Botschaft.<br \/>\n      \u00a9 picture-alliance\/dpa\/Miguel Villagran | Unbekannt\n    <\/p>\n<p>Seit 32 Jahren steht das Beton-Unget\u00fcm nun leer. Bilder bei Instagram zeigen indes, dass Hobby-Fotografen das Botschaftsgeb\u00e4ude auch aktuell als Kulisse f\u00fcr ihre Fotos nutzen. Dabei lassen sie sich nicht abschrecken von unmissverst\u00e4ndlichen Hinweisen auf Schildern, die im Garten der <strong>Botschaft <\/strong>platziert sind: &#8222;Privatgrundst\u00fcck. Betreten verboten! Das Geb\u00e4ude ist Eigentum der Botschaft der Republik Irak in Berlin und genie\u00dft diplomatische Immunit\u00e4t. Die betretende Person haftet rechtlich f\u00fcr den unbefugten Zutritt. Eltern haften f\u00fcr ihre Kinder!&#8220;<\/p>\n<p>Was sich also im Inneren des Geb\u00e4udes befindet, l\u00e4sst sich nur \u00fcber historische Fotos oder aktuelle Instagram-Bilder erschlie\u00dfen. Eine umfangreiche <strong>Foto-Reportage<\/strong> aus dem Jahre 2015 (siehe Bildergalerie oben) zeigt etwa etliche arabisch-sprachige Akten und Propaganda-Material mit dem Konterfei von Saddam Hussein. Die ehemaligen B\u00fcros sind verw\u00fcstet und mit Graffiti \u00fcberzogen. Liebhaber vorsintflutlicher B\u00fcro-Ger\u00e4te kommen beim Anblick von Schreibmaschinen oder Schreddern ins Schw\u00e4rmen. Vermeintlich neuere Aufnahmen zeigen: Daran hat sich bis heute kaum etwas ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Wer einen \u2013 zugegeben stark inszenierten \u2013 Eindruck vom Zustand der Botschaft erhalten m\u00f6chte: Im Jahr 2009 wurde ein <strong>Musikvideo<\/strong> in dem Geb\u00e4ude produziert. Das Video finden Sie hier:<\/p>\n<p>Empfohlener externer Inhalt<\/p>\n<p>\n        An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Youtube, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er erg\u00e4nzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und<br \/>\n        wieder ausgeblendet werden.\n      <\/p>\n<\/p>\n<p>          Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es k\u00f6nnen dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste<br \/>\n          \u00fcbermittelt werden. Mehr dazu in unserer<\/p>\n<p>        <a class=\"underline\" href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/datenschutz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><\/p>\n<p>\n      Mehr anzeigen\n    <\/p>\n<p>   Zuk\u00fcnftige Nutzung der ehemaligen Irakischen Botschaft in Pankow offen  <\/p>\n<p>Was aus dem<strong> &#8222;Lost Place&#8220;<\/strong> wird, ist aktuell offen. Morgenpost-Anfragen an die Irakische Botschaft in Dahlem blieben unbeantwortet. Sobald aktuelle Informationen \u00fcber m\u00f6gliche Pl\u00e4ne vorliegen, erfolgt an dieser Stelle eine Aktualisierung des Artikels.<\/p>\n<p>   Mein Pankow-Newsletter<\/p>\n<p class=\"text-body2 mt-2\">Bestellen Sie hier den w\u00f6chentlichen Newsletter zu Pankow, Prenzlauer Berg und Wei\u00dfensee.<\/p>\n<p class=\"text-caption text-copy-secondary\">\n          Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n          <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/service\/newsletter-adconsent\" class=\"text-overline text-copy-accent-negative dark:underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n          zu.\n        <\/p>\n<p>Eigent\u00fcmerin des Grundst\u00fccks ist die Bundesrepublik Deutschland und die zust\u00e4ndige Bundesanstalt f\u00fcr Immobilienaufgaben (BImA). Die Republik Irak hat ein unbefristetes <strong>Nutzungsrecht<\/strong>, das auch aktuell weiter gilt, wie die BImA auf Morgenpost-Anfrage mitteilte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin. Einst ein Terrornetz, heute ein verfallenes Geb\u00e4ude. 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