{"id":203576,"date":"2025-06-19T21:39:14","date_gmt":"2025-06-19T21:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/203576\/"},"modified":"2025-06-19T21:39:14","modified_gmt":"2025-06-19T21:39:14","slug":"iraner-suchen-im-norden-des-iran-schutz-vor-israelischen-angriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/203576\/","title":{"rendered":"Iraner suchen im Norden des Iran Schutz vor israelischen Angriffen"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>Reportage<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.06.2025 20:50 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Verzweifelt versuchen viele Iraner, vor den israelischen Angriffen zu fliehen. Nur wenige reisen in die T\u00fcrkei, viele bleiben im Iran und suchen im Norden des Landes Schutz. Dort werden offenbar die Unterk\u00fcnfte knapp.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Pia Masurczak, ARD-Studio Istanbul\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nImmer wieder kommen kleine Gruppen am Grenztor in G\u00fcrbulak in der T\u00fcrkei an: Frauen, M\u00e4nner und Kinder aller Altersstufen. Auf den ersten Blick k\u00f6nnten sie Touristen sein. Viele haben einen Koffer dabei, dazu einen Rucksack. Sie wirken etwas verloren. Auf der t\u00fcrkischen Seite warten Fahrer von Minibussen. Sie fragen die Ankommenden, wohin sie wollen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEiner der Fahrer spricht ein bisschen Farsi. Er kann \u00fcbersetzen. &#8222;Wir bringen Reisende aus dem Iran von hier aus nach Istanbul, Ankara, Izmir, Trabzon und Rize&#8220;, erz\u00e4hlt er. &#8222;Wenn wir die Leute hier fragen, warum sie so zahlreich in die T\u00fcrkei kommen, sagen sie uns, dass zu Hause Krieg herrscht, dass sie ihre Flugtickets nicht einl\u00f6sen konnten.&#8220; Es gebe keine Fl\u00fcge mehr und deshalb reisen sie per Bus in die T\u00fcrkei.<\/p>\n<p>    Raketeneinschlag beim Besuch von Verwandten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch in ruhigeren Zeiten \u00fcberqueren Iraner hier die Grenze &#8211; als Urlauber. Doch jetzt f\u00fchlt es sich anders an. Ein \u00e4lterer Mann hat einen Platz in einem wei\u00dfen Bus ergattert, zusammen mit seiner Frau. Er lebt in den USA und hat im Iran Verwandte besucht. Bis in der N\u00e4he eine Rakete einschlug.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr erz\u00e4hlt, dass vor zwei Tagen ein Geb\u00e4ude in der N\u00e4he angegriffen worden sei. Das ganze Haus habe gebebt. &#8222;Es war eine ziemlich schlimme Situation&#8220;, erz\u00e4hlt er. &#8222;Die ganze Familie war in Panik.&#8220; Die Lage sei angespannt.<\/p>\n<p>    &#8222;Der Iran ist unsere Heimat&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine andere Frau hat sich aus T\u00e4bris, im Norden des Iran, auf den Weg gemacht. Dort sei es im Moment ruhig, sagt sie. Doch man wisse nie, wie sich die Situation noch entwickle. &#8222;Wir haben bislang &#8211; Gott sei Dank &#8211; keine Opfer zu beklagen&#8220;, sagt sie. Andernorts sei das anders.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSie wolle dennoch bald zur\u00fcckgehen. Sie sei in erster Linie f\u00fcr eine Veranstaltung in die T\u00fcrkei gereist. &#8222;Der Iran ist unsere Heimat&#8220;, betont sie. Ihren Namen m\u00f6chte sie nicht nennen. Nur wenige wollen an diesem Grenz\u00fcbergang mit Journalisten sprechen. Zu gro\u00df d\u00fcrfte die Sorge bei vielen sein, dass sie oder ihre Familien ins Visier der iranischen Sicherheitskr\u00e4fte geraten.<\/p>\n<p>    Viele fliehen in die Provinzen im Nord-Iran<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBislang haben sich wenige auf den Weg in die T\u00fcrkei gemacht. Die Menschen fliehen vor allem aus der Hauptstadt Teheran. Die meisten fahren ans nahegelegene Kaspische Meer. Die eher l\u00e4ndliche Gegend im Norden des Iran ist eine beliebte Urlaubsregion. Doch langsam werden die Unterk\u00fcnfte knapp, auch wenn der Gouverneur der iranischen Provinz Mazandaran noch erkl\u00e4rt hatte, man k\u00f6nne dort im Notfall zehn Millionen Menschen aufnehmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVor den B\u00e4ckereien gibt es lange Schlangen, berichten die Menschen. Die 55-j\u00e4hrige Mandana ist in der iranischen Provinz Gilan untergekommen. Dort k\u00f6nnten allm\u00e4hlich die Lebensmittel knapp werden.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Ich habe mich immer f\u00fcr eine sozial verantwortliche Person gehalten, aber jetzt f\u00fchle ich mich innerlich zerrissen: Soll ich einen Gro\u00dfeinkauf machen und Vorr\u00e4te f\u00fcr meine Familie besorgen? Oder lieber nur wenig einkaufen, um nicht zu m\u00f6glichen Lebensmittelengp\u00e4ssen beizutragen?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Internet ist kaum noch nutzbar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Teheran sind einige der Gesch\u00e4fte und M\u00e4rkte geschlossen, die Preise sind gestiegen. Anderswo geht das Leben fast normal weiter. Engp\u00e4sse gebe es dort nicht, berichten Iraner und auch nur wenige Menschen w\u00fcrden ihr Zuhause verlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie es vor Ort genau aussieht, ist unklar. Immer weniger Nachrichten von Iranerinnen und Iranern schaffen es aus dem Land heraus. Die iranische F\u00fchrung hat das Internet erst stark gedrosselt, mittlerweile ist es quasi komplett abgeschaltet. Alle Webseiten und Apps, die au\u00dferhalb des Landes gehostet werden, sind unzug\u00e4nglich &#8211; auch die f\u00fcr viele so wichtigen Messengerdienste. Die eigene Flucht, eine Unterkunft organisieren oder Verwandte kontaktieren &#8211; all das wird immer schwieriger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reportage Stand: 19.06.2025 20:50 Uhr Verzweifelt versuchen viele Iraner, vor den israelischen Angriffen zu fliehen. 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