{"id":204059,"date":"2025-06-20T02:17:12","date_gmt":"2025-06-20T02:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/204059\/"},"modified":"2025-06-20T02:17:12","modified_gmt":"2025-06-20T02:17:12","slug":"maybrit-illner-bei-der-iran-frage-ist-die-eu-fuer-armin-laschet-ein-voelliger-ausfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/204059\/","title":{"rendered":"\u201eMaybrit Illner\u201c: Bei der Iran-Frage ist die EU f\u00fcr Armin Laschet ein \u201ev\u00f6lliger Ausfall\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie es im Nahost-Krieg weitergehen k\u00f6nnte, diskutieren die G\u00e4ste bei \u201eMaybrit Illner\u201c. Nachdem Donald Trump eine zweiw\u00f6chige Bedenkzeit angek\u00fcndigt hat, sieht Armin Laschet den US-Pr\u00e4sidenten in einem Dilemma. Doch auch die EU h\u00e4tte laut dem CDU-Politiker viel konsequenter sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Greifen die Vereinigten Staaten aktiv in den Krieg zwischen Israel und dem Iran ein? W\u00e4hrend Benjamin Netanjahu diese Woche offen die \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256278288\/israels-praesident-gelegenheit-eine-bedrohung-zu-beseitigen-die-seit-jahrzehnten-ueber-der-welt-schwebt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256278288\/israels-praesident-gelegenheit-eine-bedrohung-zu-beseitigen-die-seit-jahrzehnten-ueber-der-welt-schwebt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beseitigung der Achse des Terrors<\/a>\u201c als Ziel ausrief, lie\u00df der US-Pr\u00e4sident verlauten, \u201enicht gerade in der Stimmung\u201c f\u00fcr Verhandlungen zu sein. \u201eNiemand wei\u00df genau, was ich tun werde\u201c, erkl\u00e4rte Donald Trump lapidar. Unter dem Titel \u201eTrump, Iran und die Bombe \u2013 Eskalation in Nahost\u201c, befragte Maybrit Illner dazu den CDU-Politiker Armin Laschet, die Historiker Moshe Zimmermann und Michael Wolffsohn sowie die Journalisten Kristin Helberg, Shahrzad Eden Osterer und Elmar Theve\u00dfen.<\/p>\n<p>Donald Trump sei damit angetreten, den US-amerikanischen Interventionismus zu beenden, erl\u00e4uterte Elmar Theve\u00dfen. Folgerichtig wolle dessen Regierung einen Regimewechsel verhindern, da sie sonst einen Plan ben\u00f6tige, wie sie auf einen m\u00f6glichen iranischen B\u00fcrgerkrieg reagieren w\u00fcrde. Der fr\u00fchere US-Au\u00dfenminister Colin Powell habe dazu die Losung \u201eIf you break it, you own it\u201c gepr\u00e4gt. Zugleich wisse der US-Pr\u00e4sident aber auch, dass sich Netanjahu f\u00fcr einen Regime-Change starkmache. Ein eigenes, begrenztes, milit\u00e4risches <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/podcasts\/inside-usa\/article256277984\/alle-augen-auf-trump-zoegert-er-oder-schlaegt-er-zu.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/podcasts\/inside-usa\/article256277984\/alle-augen-auf-trump-zoegert-er-oder-schlaegt-er-zu.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eingreifen der USA<\/a> sei somit die einzige M\u00f6glichkeit, die Initiative in die Hand zu bekommen.<\/p>\n<p>Trumps angek\u00fcndigte Bedenkzeit von zwei Wochen bezeichnete Theve\u00dfen als vielfach genutzte \u201eChiffre\u201c, die dazu diene, Zeit zu gewinnen. Zwar sei ein demokratischer Iran \u201ef\u00fcr alle Welt viel besser\u201c, doch die Frage bestehe, welchen Preis diese bereit sei, zu zahlen. Die Islamische Republik sei etwa in der Lage, die Stra\u00dfe von Hormus zu sperren und damit \u00d6llieferungen zu stoppen, Terroranschl\u00e4ge zu ver\u00fcben, chemische oder biologische Waffen gegen Israel einzusetzen sowie den Cyberkrieg zu intensivieren. Im besten Fall strecken alle iranischen Kr\u00e4fte die Waffen. \u201eAber das glaubt hier in Washington eigentlich keiner.\u201c<\/p>\n<p>Skeptisch blickte auch Armin Laschet in Richtung der Vereinigtem Staaten. Trump stecke in einem Dilemma und niemand wisse, wie er dort herauskommen k\u00f6nne. \u201eSeine ganze Pr\u00e4sidentschaft besteht aus der Idee, m\u00f6glichst alle Kriege beenden\u201c, erkl\u00e4rte der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses, \u201eund Amerikaner \u00fcberall raus, wo Krieg ist.\u201c Dementsprechend schrecke er davor zur\u00fcck, einen Krieg aktiv zu starten, und r\u00e4ume sich selbst die \u201erelativ lange\u201c Wartezeit von zwei Wochen ein. Und da auch China und Russland kein Interesse an einer Kriegsbeteiligung der USA hegen, wirkten aktuell \u201ealle\u201c auf den Iran ein, nachzugeben.<\/p>\n<p>Shahrzad Eden Osterer, geb\u00fcrtige Iranerin und verheiratet mit einem geb\u00fcrtigen Israeli, gew\u00e4hrte pers\u00f6nlich gepr\u00e4gte Innenperspektiven. \u201eEs hat mich sehr viel \u00dcberwindung gekostet, heute hier zu sitzen\u201c, gestand die BR-Journalistin. Ihren Eltern sei gelungen, trotz langer Staus und Benzinmangels aus Teheran zu fliehen, doch vielen der 20 Millionen Menschen aus dem Gro\u00dfraum der Hauptstadt fehle die M\u00f6glichkeit dazu. Der israelische Teil der Familie habe im Gegensatz zu den Iranern Zugang zu Bunkern. Gegen ballistische Raketen bieten diese jedoch auch keine Sicherheitsgarantie. \u201eDiese doppelte Belastung ist wirklich unaushaltbar.\u201c<\/p>\n<p>Als \u201esehr problematisch\u201c bezeichnete Osterer die Einsch\u00e4tzung von Friedrich Merz, wonach Israel \u201ef\u00fcr uns alle\u201c die \u201eDrecksarbeit\u201c erledige. Vielmehr k\u00e4mpften die Iraner selbst seit Jahrzehnten. Bereits kurz nach der Islamischen Revolution 1979 habe es die ersten Proteste gegeben. Sp\u00e4ter folgten die Studentenproteste (1999), die Gr\u00fcne Bewegung (2009) bis zu den Demonstrationen unter dem Slogan \u201eFrau, Leben, Freiheit\u201c (2022). Bei den Letztgenannten habe es \u201eklare Forderungen\u201c gegeben wie Sanktionen gegen die politische Elite. \u201eNichts davon hat stattgefunden\u201c, kritisierte die Journalistin. \u201eDie Menschen wurden verraten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDa h\u00e4tte man konsequenter sein m\u00fcssen\u201c, stimmte ihr Laschet zu. Insbesondere die Europ\u00e4ische Union sei in der Iran-Frage ein \u201ev\u00f6lliger Ausfall\u201c gewesen. Die Merz\u2019sche Wortwahl nahm der CDU-Politiker indes in Schutz. Er rede \u201eklarer\u201c, bediene sich einer anderen Sprache als sein Vorg\u00e4nger Olaf Scholz. F\u00fcr ihn selbst laute die Grundfrage, ob zum Beispiel der Bundeskanzler oder der Au\u00dfenminister Israel zum Pr\u00e4ventivschlag geraten h\u00e4tte. \u201eWahrscheinlich\u201c h\u00e4tten sie davon abgeraten. V\u00f6lkerrechtlich gebe es \u201eunterschiedliche Interpretationen\u201c des Angriffs, wobei es die \u201e\u00fcberwiegende Mehrzahl\u201c f\u00fcr eine Grenz\u00fcberschreitung halte.<\/p>\n<p>Michael Wolffsohn relativierte die v\u00f6lkerrechtliche Betrachtung. Es handele sich dabei um eine \u201erein akademische Frage\u201c, die erst in 20 Jahren in Seminaren behandelt werden sollte. Netanjahu habe schon aus \u201eF\u00fcrsorgepflicht\u201c handeln m\u00fcssen. Entscheidend war f\u00fcr ihn, dass sich der Iran seit den Raketenschl\u00e4gen im April 2024 \u201efaktisch\u201c im Krieg mit Israel befinde. Und doch appellierte auch der Historiker dazu, den iranischen Widerstand gegen das eigene Regime nicht zu untersch\u00e4tzen. \u201eIm Iran besteht eine B\u00fcrgerschicht, die tats\u00e4chlich Wissen und Willen hat, einen funktionierenden demokratischen Staat aufzubauen.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/dominik-lippe\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/dominik-lippe\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Dominik Lippe<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die abendlichen Polit-Talkshows. Der studierte Biologe ist Absolvent der Axel Springer Academy of Journalism &amp; Technology.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie es im Nahost-Krieg weitergehen k\u00f6nnte, diskutieren die G\u00e4ste bei \u201eMaybrit Illner\u201c. 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