{"id":20489,"date":"2025-04-10T09:20:08","date_gmt":"2025-04-10T09:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/20489\/"},"modified":"2025-04-10T09:20:08","modified_gmt":"2025-04-10T09:20:08","slug":"welche-folgen-hat-die-trockenheit-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/20489\/","title":{"rendered":"Welche Folgen hat die Trockenheit in Deutschland?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 10.04.2025 06:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Wochenlang hat es in vielen Regionen Deutschlands kaum geregnet. Die Natur leidet &#8211; und auch f\u00fcr Landwirtschaft und Schifffahrt hat die Trockenheit Folgen. Der Deutsche St\u00e4dtetag mahnt, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchon der M\u00e4rz war einer der trockensten in Deutschland seit Aufzeichnungsbeginn &#8211; und die ersten Apriltage brachten ebenfalls keinen Regen. In den kommenden Tagen falle Regen &#8222;allenfalls in hom\u00f6opathischen Mengen&#8220;, sagt Marcel Schmid vom Deutschen Wetterdienst (DWD).\u00a0<\/p>\n<p>    Droht jetzt ein besonders schlimmer D\u00fcrre-Sommer?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bodenfeuchte lag nach DWD-Daten im M\u00e4rz in den oberen Schichten besonders im Norden gebietsweise bis zu 20 Prozent unter den langj\u00e4hrigen Minimalwerten &#8211; auch weil schon der Winter und insbesondere der Februar zu trocken war. DWD-Experte Andreas Br\u00f6mser spricht zwar von einer &#8222;ungew\u00f6hnlich niedrigen Bodenfeuchte f\u00fcr diese Jahreszeit&#8220;, h\u00e4lt die Lage aber nicht f\u00fcr dramatisch. In der Tiefe seien die B\u00f6den durch das niederschlagsreiche Vorjahr noch gut mit Wasser ges\u00e4ttigt. Einige niederschlagsreiche Wochen k\u00f6nnten die aktuelle Trockenperiode wieder ausgleichen. &#8222;Daher m\u00fcssen wir im Moment nicht davon ausgehen, dass wir eine ausgepr\u00e4gte D\u00fcrre im Sommer erleben werden&#8220;, betont Br\u00f6mser. Auch die Grundwasserspeicher seien noch gut gef\u00fcllt.\u00a0<\/p>\n<p>    Ist das der Klimawandel?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich gibt es anhaltende D\u00fcrren im Zuge des Klimawandels in Deutschland nicht nur im Sommer h\u00e4ufiger, sondern auch als Fr\u00fchjahrstrockenheit. &#8222;Infolge des Klimawandels besteht mit steigenden Temperaturen und damit steigender Verdunstung ein Trend zu zunehmender Fr\u00fchjahrstrockenheit&#8220;, erkl\u00e4rt Br\u00f6mser. &#8222;Die mittlere Entwicklung der Natur verfr\u00fcht sich durch die h\u00f6heren Temperaturen, womit die Pflanzen auch fr\u00fcher im Jahr dem Boden Wasser entziehen&#8220;, sagt der DWD-Meteorologe. &#8222;Damit nimmt die H\u00e4ufigkeit von Trockenstress bei den Pflanzen zu.&#8220;<\/p>\n<p>    Was bedeutet die Trockenperiode f\u00fcr die Landwirtschaft?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir schauen mit gewisser Sorge auf die aktuelle Wettersituation&#8220;, sagt Bauernpr\u00e4sident Joachim Rukwied. &#8222;Die Bedingungen f\u00fcr die Fr\u00fchjahrsbestellung waren weitestgehend gut, jetzt warten wir dringend auf Niederschl\u00e4ge.&#8220; Rukwied erl\u00e4utert: &#8222;Generell ist jedoch ein trockeneres Fr\u00fchjahr mit einem feuchten Fr\u00fchsommer vorteilhafter als umgekehrt.&#8220; Ackerpflanzen br\u00e4uchten in der Wachstumsphase, aber vor allem sp\u00e4ter in der Phase der Kornausbildung im Fr\u00fchsommer ausreichend Wasser. Aus der aktuellen Situation lie\u00dfen sich noch keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Ernte ziehen, sagt der Bauernpr\u00e4sident.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Bis zur Erntezeit k\u00f6nnen noch zahlreiche Witterungsereignisse eintreten, die die Ertr\u00e4ge sowohl positiv als auch negativ beeinflussen k\u00f6nnen. Die Gefahr einer Verknappung von Lebensmitteln aufgrund von Trockenheit sehen wir derzeit noch nicht.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBesorgter zeigt sich der Sprecher der Landwirtschaftskammer im nieders\u00e4chsischen Oldenburg, Wolfgang Ehrecke: &#8222;Wenn es nicht bald und ergiebig regnet, sind regional durchaus erhebliche Ertragsverluste m\u00f6glich.&#8220; Feuchte in der oberen Bodenschicht ist vor allem f\u00fcr flach wurzelnde oder neu keimende Pflanzen wichtig &#8211; in der Natur ebenso wie in der Landwirtschaft, wo in den vergangenen Wochen zum Beispiel Sommergetreide und Zuckerr\u00fcben ges\u00e4t wurden.<\/p>\n<p>    Welche Folgen hat die Trockenheit f\u00fcr Tiere?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVielen Tieren macht eine Fr\u00fchjahrsd\u00fcrre schwer &#8211; und vor allem nachhaltig &#8211; zu schaffen. Mangelnder Niederschlag im Fr\u00fchjahr ist insbesondere f\u00fcr Insekten ein Problem, wie Markus Pfenninger von der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t in Mainz erkl\u00e4rt. Stark betroffen seien auch davon abh\u00e4ngige Arten wie viele Singv\u00f6gel mit ihren Bruten. &#8222;Je weniger Individuen in den ersten Generationen des Jahres \u00fcberleben, desto kleiner bleibt die Gesamtpopulation \u00fcbers Jahr gesehen &#8211; einfach weil es die Individuen nicht gibt, die sich fortpflanzen k\u00f6nnten, selbst wenn sich die Bedingungen sp\u00e4ter im Jahr wieder verbessern.&#8220;<\/p>\n<p>    Wie geht es dem Wald?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Waldbrandgefahr ist laut DWD bereits fr\u00fch im Jahr deutlich gestiegen. Das rheinland-pf\u00e4lzische Klimaschutzministerium warnt, die derzeitige Trockenheit sei ein &#8222;reales Waldschutzproblem&#8220;. Die Wahrscheinlichkeit von Sekund\u00e4rsch\u00e4den der B\u00e4ume durch Insekten nehme zu, weil sich geschw\u00e4chte B\u00e4ume weniger gut wehren k\u00f6nnten. &#8222;Es haben relativ viele Borkenk\u00e4fer den Winter \u00fcberlebt&#8220;, hei\u00dft es vom Ministerium.<\/p>\n<p>    Wie steht es um die Gew\u00e4sser?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wissen\/klima\/niedrigwasser-bodensee-100.html\" title=\"Bodensee-Pegel fast auf historischem Tiefstand \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wasserstand ist zum Beispiel am Bodensee aktuell sehr niedrig<\/a>. Weil es auch in den kommenden Tagen nicht regnen soll, k\u00f6nnte er noch weiter sinken. Am Untersee, dem westlichen Teil, ist bereits ein Hafen ausgetrocknet, mehrere weitere k\u00f6nnen nicht angefahren werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUrsache f\u00fcr den niedrigen Wasserstand sind geringe Regenf\u00e4lle und wenig Schmelzwasser aus den Alpen. Das liegt daran, dass auf den Bergen im Einzugsgebiet des Rheins, der in den Bodensee flie\u00dft, weniger Schnee liegt als im langj\u00e4hrigen Mittel.\u00a0Auf dem Rhein k\u00f6nnen gr\u00f6\u00dfere Schiffe angesichts der ungew\u00f6hnlich tiefen Pegelst\u00e4nde nur mit deutlich weniger Ladung fahren &#8211; mit Folgen f\u00fcr die Wirtschaft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Bei einer langanhaltenden D\u00fcrre kann es regional zu Herausforderungen kommen, beispielsweise wenn Trinkwasser aus Fl\u00fcssen oder Seen gewonnen wird und diese deutlich weniger Wasser f\u00fchren&#8220;, sagte der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen St\u00e4dtetages, Helmut Dedy, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. &#8222;Aktuell gibt es aber keinen Grund zur Sorge. Die Trinkwasserversorgung f\u00fcr die Menschen ist sicher.&#8220; Dennoch: &#8222;Auch f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gilt: Wir m\u00fcssen sparsam mit der wertvollen Ressource Wasser umgehen.&#8220;<\/p>\n<p>    Was sagt die Bundesumweltministerin?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die aktuelle D\u00fcrre ist besorgniserregend&#8220;, sagte die gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Gr\u00fcne). &#8222;Land- und Forstwirtschaft, aber auch wir alle sp\u00fcren die Folgen der Klimakrise deutlich.&#8220; Um Umwelt, Wohlstand und Sicherheit zu sch\u00fctzen, m\u00fcsse das Wasser besser in der Landschaft gehalten werden. &#8222;Wir m\u00fcssen die \u00d6kosysteme wiederherstellen und brauchen ein besseres Wassermanagement&#8220;, sagte Lemke. &#8222;Gesunde Fl\u00fcsse, Auen, Moore, B\u00f6den und W\u00e4lder speichern Kohlenstoff und Wasser und machen unser Land so widerstandsf\u00e4higer gegen die Klimakrise.&#8220;<\/p>\n<p>    Sind Solaranlagenbesitzer und G\u00e4rtner Gewinner der Trockenzeit?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin L\u00e4cheln d\u00fcrfte der M\u00e4rz vielen Photovoltaikanlagenbesitzern ins Gesicht gezaubert haben. 199 Stunden Sonne habe er im Mittel gebracht, hie\u00df es vom DWD. &#8222;So viele Sonnenstunden sind statistisch normalerweise nur in den Sommermonaten zu erwarten.&#8220; Der Referenzwert liege bei 111 Stunden (Periode 1961 bis 1990). &#8222;Es ist allgemein zu erkennen, dass in den letzten zwei Jahrzehnten der M\u00e4rz fl\u00e4chendeckend immer sonniger wurde.&#8220; Zudem gibt es eine gute Nachricht f\u00fcr Hobbyg\u00e4rtner: Durch die anhaltende Trockenheit scheint sich die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wissen\/nacktschnecken-100.html\" title=\"Warum gerade so viele Nacktschnecken unterwegs sind\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spanische Wegschnecke<\/a> dieses Jahr weniger zu verbreiten. Sie ist unter anderem daf\u00fcr bekannt, m\u00fchsam angezogene Pfl\u00e4nzchen \u00fcber Nacht bis auf den Stumpf wegzufressen.<\/p>\n<p>    Und anderswo in Europa?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDa w\u00fcnscht man sich mancherorts wohl mehr trockene Tage. Dem EU-Klimawandeldienst <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wissen\/klima\/copernicus-maerz-hoechstwert-klimawandel-100.html\" title=\"EU-Klimadienst: W\u00e4rmster M\u00e4rz in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Copernicus zufolge war der M\u00e4rz in weiten Teilen S\u00fcdeuropas \u00fcberdurchschnittlich feucht<\/a>, insbesondere auf der Iberischen Halbinsel, die von einer Reihe von St\u00fcrmen und gro\u00dffl\u00e4chigen \u00dcberschwemmungen heimgesucht wurde. Weitere Regionen mit \u00fcberdurchschnittlicher Feuchtigkeit waren Norwegen, Teile Islands sowie der Nordwesten Russlands. Im Norden Griechenlands sackten die Temperaturen k\u00fcrzlich um teils 20 Grad in den Minusbereich. Vielerorts fiel Schnee, auch in der Hafenstadt Thessaloniki. Streufahrzeuge r\u00fcckten aus und Sch\u00fcler blieben zu Hause.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Quelle: dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 10.04.2025 06:20 Uhr Wochenlang hat es in vielen Regionen Deutschlands kaum geregnet. 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