{"id":20503,"date":"2025-04-10T09:27:09","date_gmt":"2025-04-10T09:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/20503\/"},"modified":"2025-04-10T09:27:09","modified_gmt":"2025-04-10T09:27:09","slug":"verbraucher-in-deutschland-boykottieren-us-produkte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/20503\/","title":{"rendered":"Verbraucher in Deutschland boykottieren US-Produkte"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sinalco statt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/coca-cola\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coca-Cola<\/a>, Adidas statt Nike und Threema statt Whatsapp: In <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> greifen immer mehr Menschen bewusst zu europ\u00e4ischen Produkten statt zu gro\u00dfen US-Marken. Was auf den ersten Blick nach pers\u00f6nlichen Vorlieben aussieht, ist eigentlich als klares Zeichen gegen die wirtschaftspolitische Linie der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/usa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> gedacht. Dahinter verbirgt sich die Protestbewegung \u201eBuy European\u201c.<\/p>\n<p>Was steckt hinter der Bewegung \u201eBuy European\u201c?      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hintergrund ist der sich zuspitzende Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten, gekennzeichnet durch neue Z\u00f6lle und wirtschaftlichen Protektionismus. Die Bewegung \u201eBuy European\u201c setzt genau hier an: Sie appelliert an die Konsumenten, durch allt\u00e4gliche Kaufentscheidungen ein politisches Zeichen zu setzen. Der Verzicht auf amerikanische Marken \u2013 sei es bei Getr\u00e4nken, Kleidung oder Technik \u2013 soll ein deutliches Nein zur aktuellen US-Zollpolitik und ein Ja zur Unterst\u00fctzung europ\u00e4ischer Produkte und Dienstleistungen sein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Angefangen hat alles Ende Februar mit dem Aufruf \u201eLet&#8217;s make Europe stronger by buying European!\u201c (\u201eMachen wir <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/europa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> st\u00e4rker, indem wir europ\u00e4isch kaufen!\u201c) des finnischen Social-Media- und Desinformationsexperten Pekka Kallioniemi auf der Plattform X. Seinem Post hat der Finne eine Liste mit europ\u00e4ischen Alternativen zu US-amerikanischen Produkten beigef\u00fcgt. Mehr als 5600 Mal wurde der Beitrag seitdem geteilt.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Alternativen zu US-Produkten      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenige Tage zuvor war auf der Plattform Reddit bereits die Gruppe \u201eBuyFromEU\u201c gegr\u00fcndet worden, wo Nutzer sich ebenfalls dar\u00fcber austauschen, wie sie durch ihr Kaufverhalten gegen die US-Politik vorgehen und europ\u00e4ische Unternehmen st\u00e4rken k\u00f6nnen. Inzwischen z\u00e4hlt die Gruppe mehr als 215.000 Mitglieder. Auch das aus einer Diskussion auf Reddit hervorgegangene Online-Verzeichnis <a href=\"http:\/\/goeuropean.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eGo European\u201c<\/a> hilft Verbrauchern dabei, europ\u00e4ische Produkte zu erkennen. \u201eEurop\u00e4isch zu sein wird schnell zu einem Alleinstellungsmerkmal f\u00fcr Marken, und wir sind hier, um die Verbraucher bei ihrer Entdeckung zu unterst\u00fctzen\u201c, hei\u00dft es etwa auf der Website. Laut eigenen Angaben seien dort mittlerweile mehr als 2000 europ\u00e4ische Produkte und Dienstleistungen gelistet. Die Seite verzeichne t\u00e4glich mehr als 20.000 Aufrufe. Betreut wird der spendenfinanzierte Online-Katalog von rund 60 Freiwilligen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch der Protest findet l\u00e4ngst nicht mehr nur im Digitalen statt. Inzwischen hat er seinen Weg auch direkt dahin gefunden, wo eingekauft wird: So haben Anh\u00e4nger der \u201eBuy European\u201c-Bewegung etwa damit begonnen, US-Produkte in Superm\u00e4rkten umzudrehen oder diese auf den Kopf zu stellen. Das Ziel dahinter: Die europ\u00e4ischen Alternativen sichtbarer machen.<\/p>\n<p>Welchen Effekt kann die Bewegung haben?      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00e4hrend die Bewegung im Netz und in Superm\u00e4rkten also an Fahrt aufnimmt, stellt sich die Frage, wie wirksam ein solcher Konsumprotest tats\u00e4chlich sein kann: \u201eNat\u00fcrlich haben Konsumenten eine gewisse Macht\u201c, sagt Samina Sultan, \u00d6konomin f\u00fcr europ\u00e4ische Wirtschaftspolitik und Au\u00dfenhandel beim Institut der deutschen Wirtschaft. \u201eEs ist in unserer global vernetzten Welt aber sehr schwierig, ein Land durch einen Konsumentenboykott zu treffen.\u201c Denn Liefer- und Produktionsketten beschr\u00e4nken sich nur selten auf ein bestimmtes Land. F\u00fcr fertige Waren werden diverse Vorprodukte ben\u00f6tigt, die aus vielen verschiedenen L\u00e4ndern kommen k\u00f6nnen, mitunter sogar aus Deutschland.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch auf der Unternehmensebene sei es mitunter schwierig, abzusch\u00e4tzen, wen der Boykott letztlich trifft. Ein Beispiel: \u201eMcDonalds steht f\u00fcr die USA wie kein anderes Fast-Food-Unternehmen. Es handelt sich jedoch um ein Franchise-Unternehmen. Das hei\u00dft, neben dem Mutterkonzern, trifft der Boykott auch den deutschen Franchise-Nehmer und damit die deutsche Wirtschaft\u201c, erkl\u00e4rt die \u00d6konomin. Wenn die Initiative jedoch an Fahrt aufnehme, bald noch deutlich mehr Menschen dem Trend folgen w\u00fcrden und das Ganze gezielt koordiniert werden w\u00fcrde, zum Beispiel durch Handelskonzerne oder die Verbraucherzentralen, k\u00f6nne durchaus ein gr\u00f6\u00dferer Effekt f\u00fcr die US-Wirtschaft entstehen. \u201eIn der Situation, in der wir uns jetzt gerade befinden, ist jedoch politisches Handeln gefragt, um das zu kontern, was in puncto Zollpolitik aus den USA auf uns zukommt\u201c, sagt Sultan.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Verbraucherzentrale NRW teilt diese Einsch\u00e4tzung, wie ein Sprecher unserer Redaktion mitteilt: \u201eMan kann seinen Unmut im Sinne von politischem Konsum durchaus \u00e4u\u00dfern. Ob die Bewegung aber wirklich gro\u00df genug wird, dass die USA das zu sp\u00fcren bekommen, kann man noch nicht sagen.\u201c Ein erster Schritt auf politischer Ebene k\u00f6nne die Verbesserung von Herkunftsbezeichnungen auf Produkten sein. Diese seien vor allem bei verarbeiteten Produkten in der Regel sehr unvollst\u00e4ndig. \u201eDas w\u00fcrde es Konsumenten sehr viel leichter machen, zu erkennen, ob ein Produkt wirklich aus den USA oder nicht in Teilen doch aus Europa stammt\u201c, so der Sprecher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sinalco statt Coca-Cola, Adidas statt Nike und Threema statt Whatsapp: In Deutschland greifen immer mehr Menschen bewusst zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20504,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[12773,331,332,12771,12774,548,663,158,3934,3935,13,12775,12769,14,15,12772,12776,12,12768,12770,672],"class_list":{"0":"post-20503","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-adidas","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-coca","12":"tag-cola","13":"tag-eu","14":"tag-europa","15":"tag-europaeische-union","16":"tag-europe","17":"tag-european-union","18":"tag-headlines","19":"tag-marken","20":"tag-mroos","21":"tag-nachrichten","22":"tag-news","23":"tag-nike","24":"tag-produkten","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-sinalco","27":"tag-threema","28":"tag-whatsapp"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114312960110687737","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20503","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20503"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20503\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20503"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20503"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20503"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}