{"id":205103,"date":"2025-06-20T11:55:12","date_gmt":"2025-06-20T11:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/205103\/"},"modified":"2025-06-20T11:55:12","modified_gmt":"2025-06-20T11:55:12","slug":"dresden-neue-ausstellung-im-hygiene-museum-fragt-nach-bedeutung-der-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/205103\/","title":{"rendered":"Dresden: Neue Ausstellung im Hygiene-Museum fragt nach Bedeutung der Freiheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<a name=\"Freiheit\">Freiheit<\/a> \u2013 ein gro\u00dfes Wort. Der Wunsch danach besch\u00e4ftigt die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Wo also beginnt man diese Geschichte? Im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden hat man sich auf zwei Erz\u00e4hlstr\u00e4nge konzentriert: Einmal sind es Symbole der Freiheit, beginnend mit einer Radierung von 1789, auf der die Erkl\u00e4rung der Menschen- und B\u00fcrgerrechte zu lesen ist. Die ist immerhin ein zentrales Dokument der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/dresden-radebeul\/dresdner-sommertheater-marie-antoinette-kultur-news-100.html\" title=\"Dresdner Sommertheater 2024 zeigt &quot;Marie Antoinette \u2013 Revolutionen sind nicht nett&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Franz\u00f6sischen Revolution.<\/a>\n<\/p>\n<p>Von der Franz\u00f6sischen Revolution zur Friedlichen Revolution<\/p>\n<p class=\"text\">\nParallel dazu taucht man ein in ein Archiv der Freiheitsbewegungen der CSSR, der Volksrepublik Polen und der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/deutsche-einheit\/mauerfall\/opposition-parteien-neues-forum-demokratischer-aufbruch-100.html\" title=\"B\u00fcrgerrechtsbewegungen und Oppositionsparteien in der DDR\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DDR<\/a> in den 1970er- und 1980er-Jahren. Dieser Fokus lag f\u00fcr Museumsdirektorin Iris Edenheiser auf der Hand. Von Dresden aus ergebe es Sinn, in den Osten zu schauen. Au\u00dferdem sei man der Ansicht, &#8222;dass gerade diese Befreiungsbewegung heute auch noch sehr stark nachhallt und aktuell auch wieder <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/politik\/afd-friedliche-revolution-ddr-100.html\" title=\"Wie die AfD versucht, die DDR-Geschichte politisch zu instrumentalisieren\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sehr stark vereinnahmt wird<\/a> und ihre Botschaft verdreht wird&#8220;.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDamit l\u00e4dt die Sonderausstellung &#8222;Freiheit \u2013 eine unvollendete Geschichte&#8220; ein, sich daran zu erinnern, was f\u00fcr eine fundamentale Errungenschaft politische Freiheit ist und welchen Weg die Freiheitsbewegten daf\u00fcr gegangen sind. Als Handwerkzeug bezeichnen es Kuratorin Viktoria Krason und ihr Kollege Philipp B\u00fcrger und setzen an den Anfang das Kapitel &#8222;Gedanken&#8220;.\n<\/p>\n<p><a name=\"Vaclav\">Vaclav<\/a> Havel und die Opposition in der DDR<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn dieser Station konzentriere man sich auf <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/zeitgeschichte-gegenwart\/politik-gesellschaft\/vaclav-havel-cssr-gefaengnis-praesident-100.html\" title=\"1989: Vaclav Havel - aus der Zelle auf den &quot;Thron&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vaclav Havel<\/a> und andere Intellektuelle in der CSSR in der Phase nach der Niederschlagung des Prager Fr\u00fchlings 1968. Diese Phase habe damit begonnen, &#8222;dass es gelang, in dieser Gruppe von Dissidentinnen und Dissidenten auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen&#8220;, erkl\u00e4rt Krason. \u00dcber Musik und Literatur, also die Kultur, sei es gelungen, Menschen miteinander zu verbinden, auch wenn &#8222;die unterschiedlicher politischer Ansicht waren \u00fcber die Konzentration auf die Wahrung der Menschenrechte.&#8220; In die Geschichte eingegangen ist diese B\u00fcrgerbewegung als Charta 77.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie f\u00fcnf anderen Ausstellungskapitel erz\u00e4hlen anhand von zahlreichen Dokumenten, Interviews und Fotografien aus den drei L\u00e4ndern von &#8222;Gemeinschaft&#8220;, &#8222;Flucht&#8220;, &#8222;Aktion&#8220;, &#8222;Verhandlungen&#8220; und &#8222;Wohlstand&#8220;. Inszeniert sind sie auf einer Seite des Raumes als \u00fcberdimensionale Drehkreuze, die durch ihre Papp-Optik an Archive erinnern.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuf der anderen Seite sind die Symbole der Freiheit aufgereiht und korrespondieren inhaltlich mit <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/zeitgeschichte-gegenwart\/politik-gesellschaft\/polen-ddr-solidarnosc-interview-stephan-bickhardt-100.html\" title=\"Solidarno\u015b\u0107 in Polen: Vorbild f\u00fcr die B\u00fcrgerrechtler in der DDR\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Solidarnosc-Bewegung<\/a>, DDR-Opposition und der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/politik-gesellschaft\/charta-siebenundsiebzig-tschechoslowakei-100.html\" title=\"B\u00fcrgerinitiative in Tschechien: Die Charta 77 \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Charta 77<\/a>. Einen gro\u00dfen Raum nehmen dabei k\u00fcnstlerische Positionen ein. So sind zum Beispiel Wolfgang Mattheuer, <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/chemnitz\/chemnitz-stollberg\/hoheneck-gefaengnis-gedenkstaette-frauen-kulturhauptstadt-100.html\" title=\"Frauengef\u00e4ngnis Hoheneck: Zeitzeuginnen erz\u00e4hlen ihre Geschichte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gabriele St\u00f6tzer<\/a> und Josef \u010capek vertreten.\n<\/p>\n<p>Zusammenarbeit mit Institutionen in Wroclaw und Gdansk<\/p>\n<p class=\"text\">\nIwona Bigos vom Nationalmuseum in Wroclaw steht vor einer Arbeit des polnischen K\u00fcnstlers Krzysztof Bednarski. Er hat mehrere Karl-Marx-K\u00f6pfe zu einer S\u00e4ule gestapelt. In den Hinterk\u00f6pfen befinden sich L\u00f6cher mit kleinen Sitzstangen \u2013 sie werden so zu Vogelh\u00e4uschen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas Museum in Wroclaw geh\u00f6rt zusammen mit dem Europ\u00e4ischen Solidarnosc-Zentrum in Gdansk und der Nationalgalerie Prag zu den Kooperationspartnern bei dieser Ausstellung. Iwona Bigos sagt, sie finde sehr gut, dass die Ausstellung zeige, was &#8222;nach der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/demo-friedliche-revolution-jubilaeum-100.html\" title=\"Vor 35 Jahren: Erste Montagsdemo in Leipzig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wende<\/a> mit dem Freiheitsgedanken geschehen ist, in welche Richtung sich das entwickelt hat&#8220;, dass die Menschen mittlerweile immer mehr nur an sich d\u00e4chten und dass Freiheit auch mit Konsum zusammenh\u00e4nge.\n<\/p>\n<p><a name=\"Keine\">Keine <\/a>Freiheit ohne Solidarit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Ausstellung werfe die Fragen auf, so Bigos, &#8222;was wir mit dieser Freiheit getan haben&#8220; und wie wir weiter damit verfahren sollten. Passend dazu thematisiert der Epilog auch das Thema Solidarit\u00e4t. Denn ohne die gibt es keine Freiheit. Das wussten zumindest die Befreiungsbewegungen in der DDR, in Polen und der CSSR.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nInsofern hofft Kuratorin Viktoria Krason, mit der Ausstellung Besucherinnen und Besucher auch zu inspirieren: &#8222;Gerade wenn man sich diese Geschichten anschaut aus einer Unterdr\u00fcckung heraus, wie viel gewagt und geschafft wurde in dieser Zeit, finde ich, kann man daraus sehr viel ziehen.&#8220; Vor allem ein Gedanke fasziniere sie, n\u00e4mlich &#8222;dass Freiheit eigentlich etwas ist, das mit einem Menschen allein nicht getan ist, sondern dass sie aus der Interaktion heraus funktioniert. Das ist etwas, was uns in Zukunft sehr viel bringen kann.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Freiheit \u2013 ein gro\u00dfes Wort. Der Wunsch danach besch\u00e4ftigt die Menschheit schon seit Jahrtausenden. 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