{"id":205317,"date":"2025-06-20T13:56:11","date_gmt":"2025-06-20T13:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/205317\/"},"modified":"2025-06-20T13:56:11","modified_gmt":"2025-06-20T13:56:11","slug":"ki-update-deep-dive-videogeneratoren-zwischen-hype-und-holpriger-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/205317\/","title":{"rendered":"KI-Update Deep-Dive: Videogeneratoren zwischen Hype und holpriger Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              KI-Update Deep-Dive: Videogeneratoren zwischen Hype und holpriger Realit\u00e4t <\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>        <strong>Kurze Clips statt Hollywood-Filme<\/strong><\/p>\n<p>KI-Videogeneratoren werden oft als das n\u00e4chste gro\u00dfe Ding in der Medienproduktion gefeiert, ein Werkzeug, das auf Knopfdruck beeindruckende Filmszenen erschaffen kann. Doch wie gut ist die Technologie wirklich, wenn man sie jenseits der polierten Demo-Videos betrachtet? <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/tests\/Fuenf-KI-Videogeneratoren-im-Test-Firefly-Kling-AI-Luma-AI-Runway-ML-und-Sora-10321419.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Andr\u00e9 Kramer, Experte von der c&#8217;t, hat f\u00fcnf aktuelle Modelle \u2013 Sora von OpenAI, Firefly von Adobe, Kling AI, Luma AI und Runway ML \u2013 auf den Pr\u00fcfstand gestellt.<\/a> Sein Fazit: Die Realit\u00e4t sieht noch deutlich anders aus als der Hype. Die Vorstellung von langen, perfekten Videos, die einfach so entstehen, entspricht nicht dem aktuellen Stand.<\/p>\n<p>      <a class=\"akwa-inline-img__link\" href=\"https:\/\/heise.de\/-9719449\" rel=\"external nofollow noopener\" target=\"_blank\" title=\"[Link auf https:\/\/heise.de\/-9719449]\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO\" height=\"200\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 200 \/ 200; object-fit: cover;\" width=\"200\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Wer auf Hollywood-reife Blockbuster per Texteingabe hofft, wird entt\u00e4uscht. Die von Kramer getesteten Modelle erzeugen derzeit lediglich kurze Clips. &#8222;Also die Videogeneratoren, die es auf dem Markt gibt und die ich getestet habe, erzeugen f\u00fcnf Sekunden lange Videoclips&#8220;, erkl\u00e4rt Kramer. Einige schaffen zehn Sekunden, doch das sei oft nur eine Verl\u00e4ngerung des Bestehenden. Die Ursache liegt in der Funktionsweise der Modelle, die \u00e4hnlich wie Bildgeneratoren arbeiten, aber das gesamte Video als Einheit betrachten. Ein weiterer wichtiger Punkt: &#8222;Es wird \u00fcberhaupt kein Audio mit erzeugt. Also es sind wirklich Stummfilme.&#8220; <\/p>\n<p>Die Animation von Standbildern zu Videos bringt zudem eigene Herausforderungen mit sich. W\u00e4hrend ein Bild nur stimmig aussehen muss, erfordert ein Video Kontinuit\u00e4t \u2013 eine gro\u00dfe H\u00fcrde f\u00fcr die KI. Kramer nennt Beispiele: &#8222;Wenn ein Kind einen Burger isst, dann muss ein St\u00fcck abgebissen sein.&#8220; Oder bei einem Hubschrauber, der ein Geb\u00e4ude umfliegt, darf sich das Geb\u00e4ude nicht verformen. Probleme mit Geometrie und Physik sind h\u00e4ufig. Auch die &#8222;Kinderkrankheiten&#8220; der Bildgeneratoren, wie die Darstellung von H\u00e4nden oder die korrekte Anzahl von Fingern, finden sich in den Videos wieder. Kramer berichtet von einer Hochzeitsszene, in der Finger und H\u00e4nde, &#8222;einfach all over the place sind&#8220;. Selbst bei Action-Szenen k\u00f6nnen kuriose Ergebnisse entstehen: &#8222;In drei F\u00e4llen hatte ich einen Kampfjet mit Hubschrauberfl\u00fcgeln.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4t und Eigenheiten der Modelle<\/strong><\/p>\n<p>Im Test zeigten sich deutliche Qualit\u00e4tsunterschiede zwischen den f\u00fcnf Kandidaten. &#8222;Kling AI und OpenAIs Sora haben bei weitem die besten Resultate abgeliefert&#8220;, fasst Kramer zusammen. Adobe Firefly, Luma und das \u00e4ltere Runway-Modell im Test fielen &#8222;sehr weit dahinter zur\u00fcck&#8220; \u2013 wobei von Runway inzwischen bereits ein neueres Modell verf\u00fcgbar ist, das im Test noch nicht ber\u00fccksichtigt werden konnte. Interessant sei die Herangehensweise von Runway, deren Clips oft sehr ruhig und fast in Zeitlupe wirkten. Diese &#8222;kluge Selbstbeschr\u00e4nkung&#8220; f\u00fchre zwar zu weniger Dynamik, aber auch zu weniger Fehlern und mache die Ergebnisse durchaus kommerziell nutzbar, etwa f\u00fcr \u00e4sthetische Aufnahmen von Rauch oder Wasser.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t des Ergebnisses h\u00e4ngt dar\u00fcber hinaus stark vom Prompt ab. Kramers Ratschlag: &#8222;Nicht zu kompliziert denken.&#8220; Je komplexer die gew\u00fcnschte Szene, desto gr\u00f6\u00dfer die Wahrscheinlichkeit, dass die KI scheitert oder unerwartete Elemente vermischt. Text in Bildern ist ebenfalls schwierig. Am besten funktionieren Klischees und wiederkehrende Motive, insbesondere solche mit angloamerikanischem Hintergrund. Szenen wie ein Motel in der W\u00fcste gelingen eher als spezifisch europ\u00e4ische oder skandinavische \u00c4sthetiken. Dies zeige, dass die Modelle &#8222;bekanntes Reproduzieren&#8220; und in ihrer Kreativit\u00e4t noch begrenzt sind.<\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"KI-Update\" height=\"1080\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1920 \/ 1080; object-fit: cover;\" width=\"1920\"\/><\/p>\n<p class=\"a-inline-textbox__synopsis\">\n          Wie intelligent ist K\u00fcnstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI f\u00fcr unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im &#8222;KI-Update&#8220; von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werkt\u00e4glich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.\n        <\/p>\n<p><strong>Praktischer Einsatz und ethische Fragen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den professionellen Einsatz in der Filmproduktion sind die Generatoren laut Kramer derzeit nur bedingt geeignet. F\u00fcr komplexe Szenen oder gar &#8222;Reshoots&#8220; nach Testvorf\u00fchrungen seien sie noch nicht pr\u00e4zise genug. M\u00f6gliche Nischen seien etwa die Animation eines Geb\u00e4udefotos, wenn keine echte Aufnahme verf\u00fcgbar ist, oder Workarounds bei Zeitdruck. Kramer sieht die aktuelle Qualit\u00e4t oft noch als &#8222;unfreiwillig komisch&#8220;. <\/p>\n<p>Die einfache Bedienung wirft zudem ethische Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf Deepfakes. Die getesteten kommerziellen Dienste versuchen dem entgegenzuwirken. &#8222;Diese Modelle [&#8230;] kommen in der Regel entweder aus den USA oder wie Kling AI aus China und da ist systembedingt der Einsatz f\u00fcr pornografische Zwecke ausgeschlossen&#8220;, erkl\u00e4rt Kramer. Auch die Generierung von Material mit Prominenten oder Politikern werde meist blockiert. Ein weiteres sensibles Thema ist das Trainingsmaterial und das Recht am Bild. Adobe setze auf eigene, lizenzierte Inhalte aus seinem Stock-Dienst, was die generierbaren Motive einschr\u00e4nke, aber rechtliche Sicherheit biete. Andere Dienste nutzten das gesamte Internet, was zwar mehr Vielfalt erm\u00f6gliche, aber auch zu Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen f\u00fchre. Das generierte Material selbst sei in der Regel urheberrechtsfrei, da die &#8222;kreative Sch\u00f6pfungsh\u00f6he&#8220; durch einen Prompt nicht erreicht werde.<\/p>\n<p>Insgesamt zeigen die getesteten KI-Videogeneratoren eine faszinierende, aber noch unreife Technologie. Die Entwicklung schreitet rasant voran, neue, leistungsf\u00e4hige Modelle erscheinen in schneller Abfolge, oft ganz \u00fcberraschend. Neben der reinen Generierung von Clips sieht Kramer Potenzial in pragmatischeren Anwendungen wie der automatischen Video\u00fcbersetzung mit Lippensynchronisation oder der Animation von Charakteren per Video-Input. Es bleibt abzuwarten, welche Fortschritte die n\u00e4chste Generation bringen wird.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:isabel.gruenewald@heise.de\" title=\"Isabel Gr\u00fcnewald\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">igr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"KI-Update Deep-Dive: Videogeneratoren zwischen Hype und holpriger Realit\u00e4t Kurze Clips statt Hollywood-Filme KI-Videogeneratoren werden oft als das n\u00e4chste&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":205318,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[29,12939,30,12934,66823,66824,1256,190,189,194,191,193,192],"class_list":{"0":"post-205317","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-deutschland","9":"tag-generative-ai","10":"tag-germany","11":"tag-journal","12":"tag-ki-update","13":"tag-ki-videogenerator","14":"tag-kuenstliche-intelligenz","15":"tag-science","16":"tag-science-technology","17":"tag-technik","18":"tag-technology","19":"tag-wissenschaft","20":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114716041830968311","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/205317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=205317"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/205317\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/205318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=205317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=205317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=205317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}