{"id":206966,"date":"2025-06-21T04:50:09","date_gmt":"2025-06-21T04:50:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/206966\/"},"modified":"2025-06-21T04:50:09","modified_gmt":"2025-06-21T04:50:09","slug":"luftige-arbeit-in-viersen-ringe-fuer-die-jungstoerche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/206966\/","title":{"rendered":"Luftige Arbeit in Viersen: Ringe f\u00fcr die Jungst\u00f6rche"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es ist ein ungew\u00f6hnlicher Anblick. Langsam bewegt sich der Hubsteiger des Baubetriebshofs des Kreises Viersen auf das Storchennest hinter der Wiese an der Cl\u00f6rather M\u00fchle zu. Dort angekommen f\u00e4hrt Wolfgang Hintzen die vier St\u00fctzen des Fahrzeuges aus. Damit ist alles vorbereitet und Michael J\u00f6bges kann mit seiner Arbeit beginnen, f\u00fcr die er eigens aus Recklinghausen in den Kreis Viersen gereist ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Rentner beringt im Ehrenamt und auf eigene Kosten Wei\u00dfst\u00f6rche. \u201eSeit 1992 habe ich in ganz NRW \u00fcber 3000 Wei\u00dfst\u00f6rche beringt. Ich habe schon mit acht Jahren meinen ersten Steinkauzkasten aufgehangen. V\u00f6gel sind von Kindesbeinen an meine Welt\u201c, berichtet J\u00f6bges w\u00e4hrend er zu Hintzen in den schmalen Korb steigt.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Gep\u00e4ck hat er mehrere Ringe in Form von kleinen zweigeteilten schwarzen Kunststoffr\u00f6hrchen und eine Decke. \u201eDie Decke brauche ich, wenn einer der Jungst\u00f6rche einen Notflug versuchen sollte. Ich legte die Decke \u00fcber die V\u00f6gel, das beruhigt sie\u201c, erkl\u00e4rt J\u00f6bges. Langsam f\u00e4hrt Hintzen den Korb in die H\u00f6he. 22 Meter w\u00e4ren m\u00f6glich, aber so hoch hinaus geht es f\u00fcr das Storchennest nicht. Zehn Meter reichen in diesem Fall aus. Vorsichtig schiebt sich der Korb mit den beiden M\u00e4nner an das Nest heran. J\u00f6bges signalisiert kurz an die unten am Steiger Stehenden, dass es sich, wie vermutet, um drei Jungst\u00f6rche handelt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Petra Muth, Leiterin der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde, ihr Kollege Albert Erkens sowie Reinhard Br\u00e4utigam, der ehemaliger Leiter der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde und Ansgar Reichmann, der ebenfalls in Rente gegangene Leiter der Biologischen Station Krickenbecker Seen regsitrieren es zufrieden. Zwei der Jungst\u00f6rche gehen direkt in Deckung, der dritte setzt indes zu einem Notflug an, den J\u00f6bges aber mit der Decke verhindert. Die drei Jungv\u00f6gel stellen sich allesamt tot und J\u00f6bges kann mit dem Beringen beginnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seine Erfahrung in diesem Bereich spiegelt sich auf der ganzen Linie wieder. Mit ruhigen und gezielten Bewegungen bringt er nacheinander an jedem linken oberen Bein der St\u00f6rche den Ring an. Es gilt lediglich die beiden Ringh\u00e4lften zusammen zu knipsen. Ein leises Klickger\u00e4usch verr\u00e4t das korrekte Einschnappen der H\u00e4lften. Eine Zange oder \u00e4hnliches braucht er nicht. \u201eDas geht alles per Hand\u201c, bemerkt der Fachmann l\u00e4chelnd. Er betont, wie wichtig es ist, mit den Wildtieren vern\u00fcnftig umzugehen und St\u00f6rungen zu reduzieren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Deshalb nimmt J\u00f6bges auch direkt ein St\u00fcck Kunststoffseil mit, das im Nest liegt. \u201eDer Plastikm\u00fcll, den ich in den Nestern finde, ist weniger geworden. Aber Bindegarn, wie jetzt auch hier, taucht oft auf. Letztlich musste ich einen Jungvogel freischneiden, der sich im Nest darin verwickelt hatte. Er h\u00e4tte gar nicht fliegen k\u00f6nnen\u201c, berichtet er. Au\u00dfer dem gefundenen Fremdk\u00f6rper pr\u00e4sentiert sich der Horst an der Cl\u00f6rather M\u00fchle sauber. Auch das Wasser kann gut ablaufen. Es dauert nur wenige Minuten, dann tragen alle drei St\u00f6rche Ringe mit der Kennung DEW, dem die Nummern 3V685, 3V686 und 3V687 folgen. Kurz noch Aufnahmen gemacht und es geht genauso langsam in die Tiefe, wie es hochging.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">150 Ringe sind es insgesamt, die J\u00f6bges in diesem Jahr anbringt. \u201eIch habe eigens f\u00fcr NRW eine Erlaubnis zum Beringen und kooperiere entsprechend mit den Biostationen, Naturschutzbeh\u00f6rden und Ehrenamtlern\u201c, sagt der Fachmann. Das Zeitfenster f\u00fcr das Beringen liegt bei drei Wochen. Die Jungv\u00f6gel sind sechs bis neun Wochen alt, wenn sie ihre Ringe erhalten. Die Beine der jungen Auenv\u00f6geln seien schnell ausgewachsen und so k\u00f6nnten die Ringe in diesem Alter perfekt angebracht werden, erkl\u00e4rt J\u00f6bges.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zw\u00f6lf belegte Storchennester gibt es in diesem Jahr im Kreis Viersen. \u201eAlle hatten Jungv\u00f6gel, aber bei drei Paaren sind sie gestorben. Das ist dem Wetter mit extrem trockenen Phasen und auf der anderen Seite dem Starkregen geschuldet. Insgesamt sind es 17 Jungv\u00f6gel\u201c, sagt Reichmann, der ehrenamtlich mit im Storcheneinsatz ist. Von Cl\u00f6rath aus geht es zur Beringung weiter nach Neersen, wo ein Storchenpaar auf dem alten Kamin einer G\u00e4rtnerei gebr\u00fctet hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist ein ungew\u00f6hnlicher Anblick. 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