{"id":207327,"date":"2025-06-21T08:13:11","date_gmt":"2025-06-21T08:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/207327\/"},"modified":"2025-06-21T08:13:11","modified_gmt":"2025-06-21T08:13:11","slug":"bachfest-leipzig-original-versus-parodie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/207327\/","title":{"rendered":"Bachfest Leipzig: \u201eOriginal versus Parodie\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/opernmagazin.de\/bachfest-leipzig-original-versus-parodie-pergolesis-stabat-mater-und-bachs-bearbeitung\/bachfest-2025-12\/\" rel=\"attachment wp-att-30724 noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30724\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/BF-25_Nr.135_16-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"  \/><\/a>Bachfest Leipzig 2025\/I Barocchisti, Diego Fasolis\/Foto: Bach-Archiv Leipzig\/Gert Mothes<\/p>\n<p class=\"ydpf8f8b3d6western\"><strong>Das\u00a0Bachfest Leipzig\u00a0hatte\u00a0am 19. Juni 2025 in der\u00a0Evangelisch-Reformierten Kirche\u00a0die ber\u00fchmte Vertonung des\u00a0Stabat mater\u00a0von Giovanni Battista Pergolesi und die deutschsprachige Bearbeitung von Johann Sebastian Bach,\u00a0Tilge, H\u00f6chster, meine S\u00fcnden, BWV 1083, zu bieten. Erstklassige Solistinnen und Orchester\u00a0I Barocchisti\u00a0mit historischen Instrumenten unter der Leitung von\u00a0Diego Fasolis\u00a0sorgten f\u00fcr optimale musikalische Qualit\u00e4t und Genuss.<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"ydpf8f8b3d6western\">Pergolesi hat die\u00a0Stabat Mater-Sequenz f\u00fcr Sopran- und Altsolisten, Violine I und II, Viola und Basso continuo gegen Ende seines Lebens im Jahr 1736 vertont, wahrscheinlich im Auftrag einer neapolitanischen adligen Laienbruderschaft, der Cavalieri della Vergine dei Dolori di San Luigi al Palazzo, zum Gebrauch in der Liturgie der Karwoche. Das Werk ist in zw\u00f6lf S\u00e4tze (f\u00fcnf Arien und sieben Duette) gegliedert, die jeweils nach dem Incipit des Textes benannt sind.<\/p>\n<p class=\"ydpf8f8b3d6western\">Im Anfangsteil dieser Auff\u00fchrung (\u201eStabat mater dolorosa\u201c) setzten die einf\u00fchlsamen Stimmen der Mezzosopranistin\u00a0<b>Lucia Cirillo<\/b>\u00a0und der Sopranistin\u00a0<b>Michela Antenucci<\/b>\u00a0mit atemberaubender Reinheit ein. Sowohl hier als auch anderswo wurden die Appoggiaturen gedehnt, um harmonische Spannungen zu erzeugen. \u201eO quam tristis\u201c\u00a0kam intensiv zum Ausdruck,\u00a0und\u00a0die Leiden im \u201eQuae moerebat\u201c\u00a0wurde\u00a0lebhaft projiziert. Cirillo und Antenucci verschmolzen miteinander und\u00a0trugen\u00a0jede der bildlichen Nuancen von Pergolesi\u00a0vor. In der Arie \u201eQuae moerebat et dole bat\u201c gl\u00e4nzte Cirillo, w\u00e4hrend Antenucci die Arie \u201eVidit suum dulcem natum\u201c ergreifend vortrug und sich zuversichtlich zu den hohen T\u00f6nen erhob.<\/p>\n<p class=\"ydpf8f8b3d6western\">Der Tod Pergolesis im Alter von 26 Jahren f\u00fchrte zu einem verst\u00e4rkten Interesse an seinen Kompositionen in der zweiten H\u00e4lfte des 18. Das\u00a0Stabat mater\u00a0wurde zu einem der am h\u00e4ufigsten gedruckten Werke des Jahrhunderts. Ein Ergebnis der Popularit\u00e4t des Werks ist, dass viele Komponisten es adaptierten, darunter Johann Sebastian Bach, der Pergolesis Komposition zwischen 1745 und 1748 in der Kantate\u00a0Tilge, H\u00f6chster, meine S\u00fcnden, BWV 1083 zu einer metrisch angepassten Adaption von Psalm 51 parodierte. Bach formte und vereinfachte die Gesangslinien, um sie den Worten des Psalms anzupassen, f\u00fcgte eine unabh\u00e4ngige Bratschenlinie hinzu, die die Textur bereicherte, und erreichte einen optimistischen Schluss, indem er die Reihenfolge einiger S\u00e4tze \u00e4nderte und die L\u00e4nge des abschlie\u00dfenden \u201eAmen\u201c verdoppelte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/opernmagazin.de\/bachfest-leipzig-original-versus-parodie-pergolesis-stabat-mater-und-bachs-bearbeitung\/bachfest-2025-11\/\" rel=\"attachment wp-att-30723 noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-30723\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/BF-25_Nr.135_10-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"  \/><\/a>Bachfest Leipzig 2025\/I Barocchisti, Diego Fasolis\/Foto: Bach-Archiv Leipzig\/Gert Mothes<\/p>\n<p class=\"ydpf8f8b3d6western\">Die Sopran- und Altstimmen waren ausgewogen und haben den religi\u00f6sen Charakter des Textes deutlich betont, waren zart und konnten auch \u00fcberaus schwungvoll sein. I Barocchisti bot eine farbenreiche Orchesterbegleitung zu Fasolis lebhaften Tempi, die leichte, klare Texturen erzeugten. Die Altistin\u00a0<b>Margot Oitzinger<\/b>\u00a0verf\u00fcgte \u00fcber eine beeindruckende Technik und einen ansprechenden Ton. Die Sopranistin\u00a0<b>Lydia Teuscher<\/b>\u00a0zeichnete sich durch einen klaren Ton und Koloraturen aus. Ihre Auff\u00fchrung bewies, wie geschickt Bach den deutschen Text auf die von Pergolesi f\u00fcr das Lateinische konzipierten Vokallinien aufsetzte.<\/p>\n<p class=\"ydpf8f8b3d6western\">W\u00e4hrend des\u00a0Stabat mater\u00a0wurden die zwei Solistinnen hinter dem Orchester und erh\u00f6ht auf dem Altar platziert. So konnten sie ihre Stimmen in der kleinen Kirche optimal erklingen lassen. In der Bach-Kantate waren die beiden anderen Solistinnen vor dem Orchester platziert. Ironischerweise waren sie dadurch, dass sie etwas n\u00e4her am Publikum standen, weniger deutlich zu h\u00f6ren, vor allem von meinem Platz an der rechten Seite des Altars in der vorderen Reihe. Teuscher, die auf der linken Seite des Altars stand, war nicht immer so pr\u00e4sent, wie sie es gewesen w\u00e4re, wenn die Solistinnen auf dem Pult hinter dem Orchester gestanden h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"ydpf8f8b3d6western\">Es war ein h\u00f6chst gelungenes Konzert mit zwei Varianten eines musikalischen Werks: das frische Original und die sorgf\u00e4ltigen Anpassungen durch einen reifen Meister. W\u00e4hrend Pergolesis Komposition h\u00e4ufig aufgef\u00fchrt und aufgenommen wird, was ihren Rang als eines der popul\u00e4rsten sp\u00e4tbarocken Vokalwerke belegt, ist Bachs Bearbeitung weniger bekannt. F\u00fcr Liebhabende der Barockmusik und auch f\u00fcr diejenigen, die sich mit dieser Musikepoche weniger auskennen, war dieses Programm eine seltene Gelegenheit, diese Musikwerke nacheinander zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Rezension von Dr. Daniel Floyd \/ Red. DAS OPERNMAGAZIN<\/strong><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bachfestleipzig.de\/de\/bachfest\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bachfest Leipzig 2025<\/a><\/li>\n<li>Titelfoto: Bachfest Leipzig 2025\/I Barocchisti, Diego Fasolis\/Foto: Bach-Archiv Leipzig\/Gert Mothes<\/li>\n<\/ul>\n<p>\n\t\u00c4hnliche Beitr\u00e4ge<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bachfest Leipzig 2025\/I Barocchisti, Diego Fasolis\/Foto: Bach-Archiv Leipzig\/Gert Mothes Das\u00a0Bachfest Leipzig\u00a0hatte\u00a0am 19. 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