{"id":207971,"date":"2025-06-21T14:08:11","date_gmt":"2025-06-21T14:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/207971\/"},"modified":"2025-06-21T14:08:11","modified_gmt":"2025-06-21T14:08:11","slug":"buerokratie-kosten-personal-wie-viel-arbeit-der-arbeitsschutz-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/207971\/","title":{"rendered":"B\u00fcrokratie, Kosten, Personal: Wie viel Arbeit der Arbeitsschutz macht"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 21.06.2025 14:44 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Arbeitsschutzma\u00dfnahmen sind in Deutschland bis ins kleinste Detail geregelt. Doch besonders kleine Unternehmen klagen \u00fcber einen Dschungel an B\u00fcrokratie und \u00fcber hohe Kosten. Was l\u00e4sst sich optimieren?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Katharina Spreier, WDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHandverletzungen seien bei ihnen im Handwerksbetrieb die h\u00e4ufigste Form der Verletzungen, erz\u00e4hlt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Annegret Vogelsang-Foley. H\u00e4ufig ist dabei relativ. In ihrer Firma Vogelsang Klimatechnik, die Klimaanlagen vertreibt und installiert, kommt auf 25 Besch\u00e4ftigte im Schnitt ein Unfall pro Jahr. Dank genauestens umgesetzten und kontrollierten Arbeitsschutzma\u00dfnahmen sind es nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das f\u00e4ngt damit an, dass wir nat\u00fcrlich f\u00fcr die pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung unserer Mitarbeiter Sorge tragen. Wir pr\u00fcfen die Leitern, es wird regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft, ob die Autos in Ordnung sind, ob alle einen F\u00fchrerschein haben und so weiter und sofort&#8220;, z\u00e4hlt sie auf. Die Liste ist lang. Seit 25 Jahren ist Vogelsang-Foley Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Bochumer Familienbetriebs &#8211; und seitdem sei die B\u00fcrokratie rund um den Arbeitsschutz immer mehr geworden, sagt sie.<\/p>\n<p>    10.000 Vorschriften zum Arbeitsschutz<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nErst neulich habe einer ihrer Mitarbeiter an einer dreit\u00e4gigen Schulung teilgenommen &#8211; plus f\u00fcnf Tage nachtr\u00e4gliche Arbeit, um alle m\u00f6glichen Gefahrenszenarios durchzudenken und zu dokumentieren. Ihre Sch\u00e4tzung: Die Gefahrenbeurteilung, Sicherheitsunterweisungen und vor allem aber die Dokumentation der zahlreichen Sicherheitsma\u00dfnahmen besch\u00e4ftige eine Vollzeitkraft etwa einen Monat pro Jahr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEiniges davon k\u00f6nne theoretisch eine K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) \u00fcbernehmen, das haben sie bereits getestet. Aber f\u00fcr Unternehmen ist wichtig, dass alles f\u00fcr den Fall der F\u00e4lle rechtssicher ist. Diese Garantie kann eine KI bisher nicht geben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde (BDA) spricht von einem &#8222;Vorschriften-Dschungel&#8220; f\u00fcr Unternehmen in Deutschland. Sie m\u00fcssten etwa 10.000 Einzelanforderungen im Arbeitsschutz beachten, hei\u00dft es basierend auf BDA-Sch\u00e4tzungen in einem Positionspapier. Hunderttausende Sicherheitsbeauftragte in den Betrieben w\u00fcrden diese Vorschriften \u00fcberpr\u00fcfen. Das belaste besonders kleine Unternehmen &#8211; wie das von Annegret Vogelsang. Auch weil etwa Schulungen bei externen Bildungstr\u00e4gern laut BDA rund 650 Euro pro Tag und Person kosten.<\/p>\n<p>    Viele Regeln betreffen nur einzelne Unternehmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAnke Kahl forscht am Lehrstuhl f\u00fcr Arbeitssicherheit an der Uni Wuppertal und leitet den Ausschuss f\u00fcr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ASGA). Dieser soll seit 2021 das Arbeitsschutz-Regelwerk f\u00fcr das Ministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales vereinfachen. Sie sagt: Es gebe zwar viele Regeln, aber die wenigsten davon w\u00fcrden die breite Masse der Unternehmen betreffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd besonders die zun\u00e4chst kleinkariert erscheinenden Vorschriften w\u00fcrden oft Branchen mit einem hohen Gef\u00e4hrdungspotenzial betreffen &#8211; man k\u00f6nne also nicht einfach den Rotstift ansetzen. &#8222;Wir m\u00fcssen reduzieren, aber da m\u00fcssen wir genau hinschauen. Es geht nicht nach einer Zahl, sondern wir m\u00fcssen uns die Inhalte anschauen und m\u00fcssen schauen: Wie viel werden die genutzt? Braucht es die noch?&#8220;<\/p>\n<p>    Nicht nur Unf\u00e4lle entscheidend<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchaut man sich die Entwicklung der Arbeitsunf\u00e4lle in Deutschland an, zeigt sich ein positiver Trend: Unf\u00e4lle bei der Arbeit werden weniger. 2024 waren es laut der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung rund 750.000. Das sind 21 Unf\u00e4lle pro 1.000 Besch\u00e4ftigte und immerhin ein Drittel weniger als noch vor zwanzig Jahren. Das liegt unter dem EU-Durchschnitt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben einem strengen Arbeitsschutz d\u00fcrfte das aber auch am Strukturwandel liegen: potenziell gef\u00e4hrliche Handwerks- und Industrieberufe werden weniger, Dienstleistungen und Schreibtischjobs hingegen mehr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotzdem sei das laut Anke Kahl nicht der einzige Ma\u00dfstab, der in der Arbeitsschutz-Debatte z\u00e4hlen sollte: &#8222;Wichtig ist vor allem auch: Wie viele Besch\u00e4ftigte erkranken arbeitsbedingt? Wenn zum Beispiel jemand ein Leben lang auf der Baustelle arbeitet und durch die Sonne Hautkrebs bekommt, dann z\u00e4hlt das nicht als Arbeitsunfall. Arbeitsschutz sollte aber auch so etwas ber\u00fccksichtigen.&#8220;<\/p>\n<p>    Mehr digitale Schulungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSie verstehe aber auch die Frustration der Unternehmer. In Zukunft sollen Schulungen und Unterweisungen, wenn m\u00f6glich, h\u00e4ufiger digital erledigt werden k\u00f6nnen. Und auch K\u00fcnstliche Intelligenz soll zum Einsatz kommen, etwa um genaue Sicherheitspl\u00e4ne f\u00fcr jedes Unternehmen zu erstellen. Unternehmerin Vogelsang-Foley f\u00e4nde das w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Koalitionsvertrag von Union und SPD plant noch f\u00fcr 2025 erste Ma\u00dfnahmen, um die B\u00fcrokratie f\u00fcr Unternehmen abzubauen und spricht auch die von Unternehmern beklagten Dokumentationspflichten an. Die Regierung wolle stattdessen eher auf Sanktionen bei Verst\u00f6\u00dfen setzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 21.06.2025 14:44 Uhr Arbeitsschutzma\u00dfnahmen sind in Deutschland bis ins kleinste Detail geregelt. 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