{"id":208115,"date":"2025-06-21T15:27:19","date_gmt":"2025-06-21T15:27:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/208115\/"},"modified":"2025-06-21T15:27:19","modified_gmt":"2025-06-21T15:27:19","slug":"angst-am-golf-wie-der-israel-iran-krieg-die-golfstaaten-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/208115\/","title":{"rendered":"Angst am Golf: Wie der Israel-Iran-Krieg die Golfstaaten bedroht"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 21.06.2025 16:10 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Zwischen dem iranischen Atomreaktor Buschehr und Kuwait liegen nur 300 Kilometer. Dort verteilt man schon Notfallinformationen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung &#8211; f\u00fcr den Fall eines Austritts radioaktiver Strahlung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/anna-osius-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Anna Osius\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/osius-ts-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Bitte lesen Sie und bewahren Sie diese Richtlinien f\u00fcr den Notfall auf.&#8220; So beginnt ein mehrseitiges Papier aus dem kleinen Golfstaat Kuwait, das in sozialen Netzwerken kursiert und die B\u00fcrger auf das schlimmste Szenario vorbereiten will: einen atomaren Zwischenfall im Iran aufgrund der aktuellen Eskalation. Denn der iranische Atomreaktor Buschehr liegt Luftlinie nur rund 300 Kilometer von Kuwait entfernt &#8211; in rund einer Stunde w\u00e4re je nach Wind die nukleare Wolke am Golf. Alarmstufe Rot.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nYoussry Abu Shady, Inspektor der internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde IAEA, sch\u00e4tzt die Lage so ein: &#8222;Sollte es zu einem Angriff auf diesen Reaktor kommen, w\u00e4re das \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlich. Dieser Reaktor enth\u00e4lt hoch radioaktiven Kernbrennstoff, was eine Bedrohung darstellen w\u00fcrde, vergleichbar mit der von Tschernobyl, Fukushima und anderen&#8220;, sagte Shady. &#8222;Die Folgen w\u00fcrden nicht nur den Iran betreffen, sondern die gesamte Region, insbesondere die Golfstaaten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAm Golf herrscht Angst und Besorgnis. Sorge vor wirtschaftlichen Einbu\u00dfen, beispielsweise durch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/israel-iran-krieg-meerenge-hormus-100.html\" title=\"Hintergrund: Ist die Stra\u00dfe von Hormus ein Druckmittel des Iran?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine iranische Blockade der Stra\u00dfe von Hormus<\/a> oder Attacken auf \u00d6lfelder und Angst, in den Konflikt hineingezogen zu werden. Denn die L\u00e4nder am Golf sitzen buchst\u00e4blich zwischen den St\u00fchlen. &#8222;Die Beziehungen zu Israel und Iran sind kompliziert&#8220;, sagt Fabian Hinz vom International Institute for Strategic Studies. &#8222;Einerseits haben sich die Staaten bem\u00fcht, ihre Beziehungen zu Israel zu verbessern, andererseits haben sie ihr Verh\u00e4ltnis zum Iran verbessert und da wirkliche Fortschritte gemacht.&#8220;<\/p>\n<p>    Auch Saudi-Arabien auf Ann\u00e4herungskurs zum Iran<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNicht nur Oman und Katar pflegen gute Beziehungen zum iranischen Nachbarn &#8211; selbst der langj\u00e4hrige regionale Rivale Teherans, Saudi-Arabien, hat sein Verh\u00e4ltnis zum Iran seit zwei Jahren deutlich verbessert. Kronprinz Mohammed bin Salman sagte vor einigen Monaten:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Alles, wonach wir streben, sind gute Beziehungen zum Iran. Unser Problem mit dem Iran besteht in Irans negativem Kurs, sei es sein Atomprogramm oder die Unterst\u00fctzung bewaffneter Milizen oder aber auch sein Raketenprogramm &#8211; all das macht uns Sorgen. Wir arbeiten mit unseren Partnern in der Region und in der Welt daran, L\u00f6sungen f\u00fcr diese Probleme zu finden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiplomatische L\u00f6sungen seien milit\u00e4rischen vorzuziehen, betonte er mehrfach. Am Golf will man keinen offenen Krieg. Doch wenn die Lage weiter eskaliert, k\u00f6nnte genau das eintreten: Die USA haben zahlreiche Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte im Nahen Osten &#8211; wenn der Iran den Konflikt ausweitet, drohen Angriffe auf US-Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte im Irak oder am Golf.<\/p>\n<p>    &#8222;Die Golfstaaten sind sehr besorgt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Golfstaaten sind sehr besorgt&#8220;, sagt Mustafa Kamel Sayyed von der Universit\u00e4t Kairo. &#8222;Alle haben mittlerweile gute Beziehungen zum Iran. Und im aktuellen Konflikt stehen sie trotz der N\u00e4he zu den USA eigentlich mehr auf Seite des Iran, weil ihnen missf\u00e4llt, wie Israel auftritt und weil sie nicht wollen, dass ein Land die ganze Region dominiert. Auch in der Bev\u00f6lkerung herrscht Solidarit\u00e4t mit dem iranischen Volk.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAlle Golf-Staaten verurteilten Israels Angriff auf den Iran aufs Sch\u00e4rfste &#8211; selbst der alte Erzrivale Teherans, Saudi-Arabien, sprach vom &#8222;iranischen Bruderstaat&#8220; und der Kronprinz telefonierte mit dem iranischen Pr\u00e4sidenten. Gleichzeitig will man auf der Arabischen Halbinsel die guten Beziehungen zu den USA nicht gef\u00e4hrden. Erst im Mai war US-Pr\u00e4sident Trump <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/trump-reise-golfstaaten-ergebnisse-100.html\" title=\"Was von Trumps Reise in die Golfstaaten bleibt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf seiner ersten offiziellen Auslandsreise<\/a> am Golf und schloss milliardenschwere R\u00fcstungsgesch\u00e4fte ab. Dort warb Trump auch daf\u00fcr, dass weitere Staaten den sogenannten Abraham Accords beitreten, also ihre Beziehung mit Israel normalisieren. Aber das scheint angesichts des brutalen Vorgehens Israels in Gaza und der ungekl\u00e4rten Pal\u00e4stinenserfrage derzeit undenkbar.<\/p>\n<p>    Golfstaaten bieten sich als Vermittler an<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0&#8222;Es gibt f\u00fcr die Golfstaaten zwei M\u00f6glichkeiten, Frieden mit Israel zu schlie\u00dfen&#8220;, sagte Mahjoob Zweiri von der Katar Universit\u00e4t vor einigen Monaten bei Al Jazeera. &#8222;Eine ohne Bedingungen und eine mit. Und Saudi-Arabien sagt jetzt sehr klar: Nur wenn es eine L\u00f6sung f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser und Frieden in Gaza gibt, kann es auch Frieden mit Israel geben. So sprechen mehrere Golfstaaten mit einer Stimme: Es gibt keinen Frieden mit Israel, bis Israel nicht etwas daf\u00fcr bezahlt.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAktuell bieten sich die Golfstaaten als Vermittler an &#8211; nicht umsonst reiste auch der deutsche Au\u00dfenminister Johann Wadephul k\u00fcrzlich spontan nach Saudi-Arabien, Katar und Oman. Vor allem der Oman ist als Vermittlerstaat pr\u00e4destiniert: Das Sultanat hat gute Kontakte zum Iran und war bereits erfolgreicher Unterh\u00e4ndler beim ersten iranischen Atomabkommen vor zehn Jahren. Die j\u00fcngste Runde der Atomgespr\u00e4che <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/atomgespraeche-usa-iran-100.html\" title=\"Iran und USA verhandeln weiter \u00fcber Atomprogramm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wurde durch Israels Vorgehen torpediert<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd nicht nur in Kuwait betet sicherlich so mancher, dass der Krieg und seine Folgen am Golf vor\u00fcberziehen. Oder, wie es in den letzten S\u00e4tzen des m\u00f6glichen nuklearen Notfallplans hei\u00dft: &#8222;Die Befolgung dieser Richtlinien hilft Ihnen &#8211; so Gott will\u00a0&#8211; sich und ihre Familie zu sch\u00fctzen. M\u00f6ge Gott Kuwait und sein Volk vor allen Sch\u00e4den bewahren!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 21.06.2025 16:10 Uhr Zwischen dem iranischen Atomreaktor Buschehr und Kuwait liegen nur 300 Kilometer. 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