{"id":208899,"date":"2025-06-21T22:47:11","date_gmt":"2025-06-21T22:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/208899\/"},"modified":"2025-06-21T22:47:11","modified_gmt":"2025-06-21T22:47:11","slug":"iranpolitik-ohne-europaeer-geht-alles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/208899\/","title":{"rendered":"Iranpolitik: Ohne Europ\u00e4er geht alles!"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\"><a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/donald-trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> verachtet Europa. Das ist nervig, aber doch zu ertragen. Schmerzhaft wird es allerdings, wenn Trump ins Herz europ\u00e4ischer Unzul\u00e4nglichkeiten zielt und dabei einen Volltreffer landet. Das ist ihm jetzt wieder einmal gelungen: &#8222;Iran will nicht mit Europa sprechen. Sie wollen mit uns sprechen. Europa kann nicht helfen!&#8220; Mit diesen Worten kommentierte er das <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2025-06\/israel-iran-krieg-eu-aussenminister-atomprogramm-nachrichtenpodcast\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treffen der europ\u00e4ischen Au\u00dfenminister mit ihrem iranischen Amtskollegen in Genf<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Gewiss, Abbas Araghtschi hatte drei Stunden mit dem Deutschen <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/johann-wadephul\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Johann Wadephul<\/a>, dem Briten David Lammy und dem Franzosen Jean-No\u00ebl Barrot \u00fcber m\u00f6gliche Auswege aus dem Krieg beraten. Nach dem Treffen sprach Wadephul von &#8222;guten Gespr\u00e4chen&#8220;, konnte aber keine konkreten Ergebnisse vorlegen. Das war auch nicht zu erwarten.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Trotzdem ist es nat\u00fcrlich wichtig, mit dem <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/iran\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Iran<\/a> im Gespr\u00e4ch zu bleiben, gerade jetzt, da Bomben fallen. Und ja, es muss alles versucht werden, den <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/israel\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krieg zwischen Israel und dem Iran<\/a> m\u00f6glichst schnell zu beenden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aber leider hat Trump recht. Die Europ\u00e4er haben im Nahen Osten keinerlei Gewicht. Sie werden als geopolitischer Zwerg wahrgenommen, als eine Art Schweiz mit 500 Millionen Einwohnern.\n<\/p>\n<p>        Einer der wenigen Erfolge europ\u00e4ischer Diplomatie        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die F\u00fchrung der Islamischen Republik Iran will und muss mit den <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/usa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> sprechen. Wie n\u00e4mlich dieser Krieg weitergehen, welches Ergebnis er haben wird \u2013 das h\u00e4ngt ganz wesentlich von den Entscheidungen Trumps ab. Ohne die USA wird selbst die so \u00fcberlegene israelische Armee den Krieg nicht dauerhaft weiterf\u00fchren k\u00f6nnen. Ohne die USA kann Israel nicht das tun, was es sich nach eigenen Worten zum Ziel gesetzt hat, n\u00e4mlich das iranische Atomprogramm mit Gewalt zu beenden. Nur die USA haben die bunkerbrechenden Bomben, die die tief im Berg vergrabenen Atomanlagen zerst\u00f6ren k\u00f6nnen. Ohne die USA geht also so gut wie nichts, ohne Europa geht aber alles. Das ist eine bittere Erkenntnis.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags den US-Sonderletter &#8222;Was jetzt, America?&#8220; sowie das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dabei galt die Iranpolitik lange Zeit als einer der wenigen Erfolge europ\u00e4ischer Diplomatie. Im Oktober 2003 reisten die Au\u00dfenminister Deutschlands, Frankreichs und Gro\u00dfbritanniens nach Teheran, um die Mullahs von ihrem <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/atomprogramm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Atomprogramm<\/a> abzubringen. Damals hatten die USA gerade den irakischen Diktator Saddam Hussein mit Gewalt gest\u00fcrzt. Die Regierung des Pr\u00e4sidenten George W. Bush nahm sich in ma\u00dfloser Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung die Neuordnung des Nahen Ostens vor. Bagdad war schnell gefallen, warum nicht auch Teheran? Warum nicht auch die Mullahs st\u00fcrzen? Ein weiterer Krieg lag in der Luft. Das iranische Regime reagierte. Vor dieser Drohkulisse lie\u00df es sich auf Verhandlungen ein \u2013 unter Vermittlung der Europ\u00e4er.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">2003 wurden die Grundlagen f\u00fcr das 2015 geschlossene JCPOA-Abkommen gelegt (Joint Comprehensive Plan of Action). Darin verpflichteten sich die Iraner dazu, ihr Atomprogramm von der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien kontrollieren zu lassen. Im Gegenzug sollten schrittweise die Sanktionen aufgehoben werden. Das JCPOA wurde zwischen der Islamischen Republik Iran und der P5+1-Gruppe geschlossen (China, Frankreich, Russland, Vereinigtes K\u00f6nigreich, USA sowie Deutschland).\u00a0Dieses Abkommen gilt vielen als die bisher beste Gelegenheit, den Iran von einer atomaren Bewaffnung abzuhalten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">2016 aber zog <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/donald-trump\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> ins Wei\u00dfe Haus ein. Er stieg 2018 aus dem Abkommen mit dem Iran aus. Die Europ\u00e4er versuchten zu retten, was zu retten war, aber ohne die USA brachten sie nicht gen\u00fcgend Gewicht mit, um das iranische Regime auf Kurs zu halten.\n<\/p>\n<p>        &#8222;Die Europ\u00e4er k\u00f6nnen nicht helfen!&#8220;        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Trump wurde von den Europ\u00e4ern wegen seines Austrittes aus dem JCPOA heftig kritisiert. Allerdings wurde dabei geflissentlich \u00fcbersehen, dass das iranische Regime im Schatten des Abkommens sein Raketenprogramm weiterentwickelte und seinen Einfluss in der Region weiter ausbaute, indem es seine Klienten wie Hamas und die Hisbollah bis an die Z\u00e4hne bewaffnete. Die Europ\u00e4er ignorierten das weitgehend. Ein nicht nuklearer Iran war eben nicht gleichzusetzen mit einem nicht aggressiven Iran.\u00a0\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Jetzt versuchen sich die Europ\u00e4er wieder ins Spiel zu bringen. Wenn sie \u00fcberhaupt eine Rolle\u00a0spielen k\u00f6nnen, dann wird es eine Mininebenrolle sei. Das liegt nicht allein an Donald Trump, der den Europ\u00e4ern grunds\u00e4tzlich mit Verachtung begegnet. Das liegt in erster Linie an den Europ\u00e4ern selbst.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein aktuelles Beispiel verdeutlicht das: Der iranische Au\u00dfenminister Abbas Araghtschi hat zwar die Bereitschaft zu weiteren Gespr\u00e4chen signalisiert, aber er hat Verhandlungen ausgeschlossen. Von den Europ\u00e4ern verlangte er, die &#8222;israelische Aggression&#8220; zu verurteilten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dazu sind die Europ\u00e4er aber weder willens noch in der Lage. Schon gar nicht die Deutschen, deren Kanzler k\u00fcrzlich sagte, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-06\/friedrich-merz-drecksarbeit-iran-israel-nahost-krieg\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Israelis machten &#8222;Drecksarbeit f\u00fcr uns&#8220;<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch wenn er es selbst nicht sagt, Abbas Araghtschi d\u00fcrfte deswegen denken, was Trump ausspricht: &#8222;Die Europ\u00e4er k\u00f6nnen nicht helfen!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Donald Trump verachtet Europa. Das ist nervig, aber doch zu ertragen. 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