{"id":209060,"date":"2025-06-22T00:20:19","date_gmt":"2025-06-22T00:20:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209060\/"},"modified":"2025-06-22T00:20:19","modified_gmt":"2025-06-22T00:20:19","slug":"strafprozess-in-hannover-ein-staatsanwalt-unter-maulwurf-verdacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209060\/","title":{"rendered":"Strafprozess in Hannover: Ein Staatsanwalt unter Maulwurf-Verdacht"},"content":{"rendered":"<p>Am Landgericht Hannover l\u00e4uft einer der spannendsten Prozesse des Jahres. Staatsanwalt Yashar G. wird vorgeworfen, seine eigenen Ermittlungsergebnisse an eine Drogenbande verkauft zu haben. Doch er beteuert seine Unschuld.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">An manchen Tagen erinnert ein Strafprozess, in dem es eigentlich um die Feststellung von Schuld und S\u00fchne geht, an ein Verwandtschaftstreffen. Am vergangenen Dienstag etwa kam die ganze Familie des Angeklagten im Saal 1335 des Landgerichts Hannover zusammen; sie sollten als Zeugen aussagen. Seine Frau, eine Rechtsanw\u00e4ltin, tauchte auf, aus dem Hintergrund drang das Schreien des gemeinsamen Sohnes in den Raum. Danach erschien sein Schwager. Und im Saal sa\u00dfen wie an jedem Tag einige Besucher, die Yashar G. zuzwinkerten.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re sicher interessant gewesen, wenn die beiden Familienmitglieder erz\u00e4hlt h\u00e4tten, was f\u00fcr ein Mensch der Angeklagte ist und ob sie wussten, was ihm die Staatsanwaltschaft Hannover vorwirft: Den Verrat von Ermittlungsergebnissen an die Drogenbande, gegen die er selbst vorging \u2013 und das f\u00fcr 65.000 Euro.<\/p>\n<p>Doch die Angeh\u00f6rigen von Yashar G. zogen es vor, zu schweigen. Sowohl seine Frau als auch der Schwager machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, das die Strafprozessordnung Verwandten einr\u00e4umt.<\/p>\n<p>Seit April verhandelt die 20. Gro\u00dfe Strafkammer des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255547254\/Revisionen-Warum-Gerichtsurteile-aufgehoben-werden-muessen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255547254\/Revisionen-Warum-Gerichtsurteile-aufgehoben-werden-muessen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landgerichts<\/a> \u00fcber die Vorw\u00fcrfe der 332-seitigen Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Osnabr\u00fcck. Oberstaatsanwalt Nils Leimbrock wirft seinem Kollegen G., der zurzeit beurlaubt ist, Bestechlichkeit und den Verrat von Dienstgeheimnissen vor. Dass ein Strafverfolger gemeinsame Sache mit Kokain-Dealern macht, galt in Deutschland lange Zeit als unvorstellbar. <\/p>\n<p>Dass ausgerechnet der in der Beh\u00f6rde beliebte, geachtete und viel gelobte Yashar G. die Seiten gewechselt haben und zum Verr\u00e4ter geworden sein soll, konnten sich seine Kollegen und Vorgesetzten \u00fcber Jahre nicht vorstellen. Yashar G. bestreitet denn auch s\u00e4mtliche Vorw\u00fcrfe, er sei nach wie vor \u201emit Leib und Seele Staatsanwalt\u201c.<\/p>\n<p>Fall hat eine lange Vorgeschichte<\/p>\n<p>Der Zeitpunkt, an dem der Staatsanwalt Yashar G. vom Strafverfolger zum Straft\u00e4ter geworden sein soll, l\u00e4sst sich genau bestimmen. Es soll der 19. Juni 2020 gewesen sein, als sich der damals 34-j\u00e4hrige Ermittler aus Hannover in der Kampfsportschule \u201eKing\u2019s Gym\u201c mit Hasan B. traf, um ihm Details aus dem Ermittlungsverfahren mit dem Aktenzeichen 6031 Js 22979\/21 zu verraten.<\/p>\n<p>Zu den Beschuldigten in dem Fall geh\u00f6rte sein Gespr\u00e4chspartner, einst f\u00fchrendes Mitglied der hannoverschen Drogenbande, die zu den gr\u00f6\u00dften <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255015582\/Drogenkriminalitaet-Das-wahre-Ausmass-der-Kokain-Schwemme-in-Deutschland-und-die-explodierende-Kriminalitaet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255015582\/Drogenkriminalitaet-Das-wahre-Ausmass-der-Kokain-Schwemme-in-Deutschland-und-die-explodierende-Kriminalitaet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kokain<\/a>-Dealern im Land geh\u00f6rte. Die Gruppe um Hasan B. und ihren mutma\u00dflichen Chef Konstantinos S. soll \u00fcber den Hamburger Hafen insgesamt 23 Tonnen des wei\u00dfen Pulvers aus S\u00fcdamerika importiert haben. Der Stra\u00dfenverkaufswert: etwa 1,7 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Yashar G. soll seinem Gegen\u00fcber alles erz\u00e4hlt haben. Er teilte mit, dass Konstantinos S. \u00fcberwacht werde, auch mit dem Einsatz technischer Mittel. Er offenbarte, dass die Polizei Hasan B. und Konstantinos S. in Verbindung gebracht habe und dass sie gegen Stephan H. ermitteln w\u00fcrde, der in der Gruppe ebenfalls eine Rolle spielte.<\/p>\n<p>Konstantinos S. konnte mit diesen Informationen seine Organisation umbauen und anpassen. Und der Koks-H\u00e4ndler zeigte sich dankbar: Er lie\u00df dem Staatsanwalt 5000 Euro zukommen, auf welchem Wege, ist noch unklar. Es war der Anfang einer langj\u00e4hrigen \u201eGesch\u00e4ftsbeziehung\u201c zwischen einem mutma\u00dflich korrupten Staatsanwalt und einer Drogenbande, die dem Ermittler innerhalb von einem Jahr bei 14 Begegnungen insgesamt 65.000 Euro gezahlt haben soll.<\/p>\n<p>Dabei wirkte Hasan B. als Nachrichtenmittler, der Fragen von Konstantinos S. erhielt und an Yashar G. weitergab. Manchmal wirkte auch der Besitzer der Kampfsportschule, mit dem Yashar G. befreundet war, als Mittelsmann.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft Osnabr\u00fcck hat f\u00fcr die Anklage Tausende Chats ausgewertet, Festplatten durchsucht und Handys analysiert. Staatsanwalt Leimbrock zeichnet die einzelnen Zahlungen, die Kommunikation dazu und deren Hintergr\u00fcnde nach und entwirft mit den Beschreibungen von Yashar G. auch ein Portr\u00e4t des Beschuldigten.<\/p>\n<p>Der Deutsch-Iraner galt auf der einen Seite als hilfsbereiter Muster-Beamter, der sehr engagiert ermittelte und im Haus beliebt war. Doch es gab auch eine andere Seite. Vor Gericht sagte am Dienstag ein weiterer Staatsanwalt als Zeuge aus, der Kontakt zum Anwalt Raban Funk hatte. Dieser wiederum vertrat im Verfahren, in dem Yashar G. Ermittlungsergebnisse verkauft haben soll, einen Mit-T\u00e4ter namens Jonas H. Der Mandant gab seinem Verteidiger Raban schon vor dem Prozess den Hinweis, dass die K\u00f6pfe der Bande fliehen konnten, weil es einen Maulwurf gegeben habe: Yashar G.<\/p>\n<p>Mit dieser Information allein konnte Funk allerdings wenig anfangen, denn in fast allen Drogen-Verfahren behaupten Beschuldigte, dass sie Informanten bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft hatten \u2013 und das trifft fast nie zu. Es geht den Dealern in den Augen der Beh\u00f6rden darum, Sand ins Getriebe zu streuen, erfahrene Ermittler aus den Verfahren zu dr\u00e4ngen und den Gang der Dinge zu verz\u00f6gern. Derartigen Vorw\u00fcrfen begegnen die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256234422\/whatsapp-fuer-kriminelle-beweismittel-wie-auf-einem-praesentierteller.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256234422\/whatsapp-fuer-kriminelle-beweismittel-wie-auf-einem-praesentierteller.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ermittler <\/a>mit Misstrauen. Aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe der abgeschirmten Ermittlungen und der strikten Geheimhaltung scheint sich ein starkes \u201eWir\u201c-Gef\u00fchl aufzubauen, das sich nicht leicht aufweichen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft Hannover k\u00e4mpfte damals mit gleich zwei Sonderkommissionen gegen die Bande um Konstantinos S. Die Ermittler hatten die Nummer eins vor Augen. Und die verfolgte Yashar G., mit Antr\u00e4gen auf Durchsuchungen, Telefon\u00fcberwachungen, Observationen und schlie\u00dflich auf Untersuchungshaft.<\/p>\n<p>Der erste Hinweis kam von einem Beschuldigten<\/p>\n<p>Raban Funk wandte sich 2022 an den ihm bekannten Staatsanwalt Frank L., der ins nieders\u00e4chsische Justizministerium abgeordnet war. Er fragte ihn, was er mit den Angaben seines Mandanten machen solle \u2013 gab aber auch selbst schon Hinweise, dass Yashar G. \u201egerne in Hannoveraner Bars\u201c unterwegs sei und \u201eviel trinken\u201c w\u00fcrde. Der Anwalt will das als Zeuge an diesem Tag vor Gericht nicht best\u00e4tigen. Er beruft sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht, das ihm als Berufsgeheimnistr\u00e4ger zusteht. Daf\u00fcr berichtet Frank L. im Saal ausf\u00fchrlich, was Funk ihm damals erz\u00e4hlt hatte.<\/p>\n<p>Doch der Besuch einer Bar d\u00fcrfte f\u00fcr sich genommen noch kein Problem darstellen. Interessanter verlief der Weg von Yashar G. in die nieders\u00e4chsische Ermittlungsbeh\u00f6rde. Geboren wurde er 1985 in der iranischen Stadt Tabriz. Sein Abitur legte er an einem hannoverschen Gymnasium ab (Note 3,3), studierte anschlie\u00dfend Rechtswissenschaften und bestand beide juristischen Staatspr\u00fcfungen mit einem \u201evoll befriedigend\u201c. Mit diesen guten Zensuren hatte er nicht nur die Voraussetzungen f\u00fcr eine Karriere im Staatsdienst erf\u00fcllt, sondern h\u00e4tte sich auch f\u00fcr eine Laufbahn in einer renommierten Kanzlei entscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch Yashar G. wollte Staatsanwalt werden. Ein erster Versuch aber scheiterte: Seine Bewerbung beim nieders\u00e4chsischen Justizdienst wurde Ende 2013 oder Anfang 2014 zur\u00fcckgewiesen, man lud ihn nicht einmal zum Einstellungsgespr\u00e4ch ein. In der Anklage steht dazu nichts; der Staatsanwalt tr\u00e4gt nur vor, dass im Bundeszentralregister keine Eintragungen vorhanden seien.<\/p>\n<p>Nach WELT AM SONNTAG-Informationen soll der Hintergrund f\u00fcr die Ablehnung ein Ermittlungsverfahren gegen Yashar G. gewesen sein, dass einige Jahre zuvor gegen eine Geldauflage eingestellt worden war. Danach sei der Mann in eine Schl\u00e4gerei in der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/trends\/plus255811180\/Diskutieren-Auf-keinen-Fall-Nach-diesen-Kriterien-entscheiden-Tuersteher.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/trends\/plus255811180\/Diskutieren-Auf-keinen-Fall-Nach-diesen-Kriterien-entscheiden-Tuersteher.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T\u00fcrsteherszene<\/a> im Steintorviertel der nieders\u00e4chsischen Landeshauptstadt verwickelt gewesen, dem einschl\u00e4gigen Rotlichtviertel, das lange unter der Regie der Rockergruppe \u201eHell\u2019s Angels\u201c stand.<\/p>\n<p>Als es in Niedersachsen nicht klappte, probierte es Yashar G. in Berlin \u2013 und wurde eingestellt. Am 24. M\u00e4rz 2014 fing er als Staatsanwalt an. Am 1. Mai 2019 wiederum lie\u00df er sich nach Hannover abordnen und trat seinen Dienst als Dezernent bei der dortigen Staatsanwaltschaft an. Ob die Berliner von der Einstellungsverf\u00fcgung wussten \u2013 oder wissen konnten \u2013, ob Yashar G. dies offengelegt hatte und warum er trotz dieses Makels am Ende doch nach Hannover gelangen konnte, ist unklar.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst schien er in Bedr\u00e4ngnis zu kommen. Am 13. Juni 2022 legte ein Kollege eine Ermittlungsakte gegen den beschuldigten Kollegen an (Aktenzeichen 4252 Js 129750\/23). Am 22. November 2022 durchsuchten Ermittler schlie\u00dflich die Privatwohnung von Yashar G. in Langenhagen. Mit dabei: Katrin Ballnus, damals Beh\u00f6rdenleiterin und Chefin des Verd\u00e4chtigen. Heute ist sie Generalstaatsanw\u00e4ltin in Celle. Die Fahnder nahmen zwar Handys und Festplatten mit, kamen in der Sache aber nicht voran: Sie stellten beide Verfahren im Dezember 2023 wieder ein; der Verdacht hatte sich nicht erh\u00e4rten lassen.<\/p>\n<p>Ein LKA-Beamter kam ihm auf die Schliche<\/p>\n<p>Dabei fanden sie auf 17 USB-Sticks Akten oder Aktenbestandteile sowie auf dem Handy einzelne Passagen aus Akten, die Yashar G. fotografiert hatte \u2013 aus Sicht der Staatsanwalt ein absolut un\u00fcbliches Vorgehen. Doch die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass Yashar G. daraus kein strafrechtlicher Vorwurf zu machen sei. Sie stellten das Verfahren ein. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte.<\/p>\n<p>Im Landeskriminalamt aber gab es einen Beamten, der sich mit dem Ermittlungsergebnis nicht zufriedengeben wollte. In den Chats der Gangster tauchte immer wieder der Name \u201eCop\u201c auf. K\u00f6nnte es nicht sein, dass die Dealer den Staatsanwalt meinten? Kommissar Achim Trinkhaus (Name ge\u00e4ndert) w\u00fchlte sich Tag f\u00fcr Tag durch die Chatdaten der M\u00e4nner, die gigabyteweise vorlagen und fl\u00f6hte eine Sky ECC-Unterhaltung nach der anderen auf der Suche nach Indizien, die daf\u00fcr sprachen, dass Yashar G. der \u201eCop\u201c sei. Das ergibt sich aus der Anklageschrift.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich listete er insgesamt neun Hinweise f\u00fcr die These auf. Der erste: In den Chats sei die Rede von einem \u201eiranischen Staatsanwalt\u201c gewesen, der in Hannover sitzen w\u00fcrde. Warum Trinkhaus\u2019 Kollegen allein diesen Satz nicht schon Monate zuvor als zwingendes Indiz werteten, ist unklar. Denn Yashar G. war der einzige Ermittler mit iranischem Hintergrund bei der Staatsanwaltschaft.<\/p>\n<p>Am 19. Juni 2024 nahm die Beh\u00f6rde das Ermittlungsverfahren gegen ihn wieder auf und verhaftete den Mann schlie\u00dflich am 29. Oktober 2024. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und schwieg bis zum Prozessbeginn. Erst vor Gericht lie\u00df er sich im Mai umfassend zu den Vorw\u00fcrfen ein. Darin nannte er die Namen mehrerer LKA-Beamter, die angeblich verd\u00e4chtig seien, und beteuerte erneut seine Unschuld.<\/p>\n<p>Was die beiden schweigenden Angeh\u00f6rigen angeht, ist es kein Geheimnis, wonach die Richterin Jana Bader wohl gefragt h\u00e4tte. Seine Frau h\u00e4tte dem Ergebnis der Finanzermittlungen zufolge 1600 Euro auf das gemeinsame Konto eingezahlt; das Geld k\u00f6nnte aus einer verdeckten Zahlung stammen.<\/p>\n<p>Und der Schwager? Er soll Yashar G. gebeten haben, im Polizeicomputer nachzusehen, ob etwas gegen bestimmte Personen vorliege. Das geht aus der Anklage hervor. Am 23. November 2022 antwortete der \u201eStaatsanwalt mit Leib und Seele\u201c auf eine entsprechende Anfrage, dass er heute nicht nachsehen k\u00f6nnte, da ein Fehler im System sei. Aber er \u201echecke das die Tage, auf jeden Fall\u201c.<\/p>\n<p>Yashar G. tr\u00e4gt am Dienstag ein wei\u00dfes Hemd und eine Jeans. Justizwachtmeister nehmen dem Beamten-Kollegen die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256245466\/los-angeles-rabiater-vorfall-us-senator-aus-pressekonferenz-gezerrt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256245466\/los-angeles-rabiater-vorfall-us-senator-aus-pressekonferenz-gezerrt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handschellen<\/a> ab, bevor er sich hinsetzt. Er wirkt kontrolliert, schreibt mit, blickt den Verfahrensbeteiligten in die Augen. Yashar G. wei\u00df, dass er im Falle einer Verurteilung alles verlieren w\u00fcrde und jahrelang ins Gef\u00e4ngnis m\u00fcsste. Einmal faltet er seine H\u00e4nde dr\u00fcckt sie so stark aneinander, dass das Wei\u00dfe am Kn\u00f6chel zu sehen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Landgericht Hannover l\u00e4uft einer der spannendsten Prozesse des Jahres. 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