{"id":209183,"date":"2025-06-22T01:32:09","date_gmt":"2025-06-22T01:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209183\/"},"modified":"2025-06-22T01:32:09","modified_gmt":"2025-06-22T01:32:09","slug":"strategische-drehscheibe-afrika-meloni-und-von-der-leyen-stellen-23-milliarden-investitionen-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209183\/","title":{"rendered":"Strategische Drehscheibe Afrika: Meloni und von der Leyen stellen 2,3 Milliarden-Investitionen vor"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-grey-6-180x22.svg\" width=\"180\" height=\"22\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/>WERBUNG<\/p>\n<p>Rom ruft Afrika, und Europa antwortet. Diesen Freitag hat in der Villa Doria Pamphilj im Herzen Roms ein Gipfel stattgefunden, der nicht nur diplomatisch, sondern auch strategisch von gro\u00dfer Bedeutung ist. Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni und die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, Ursula von der Leyen, f\u00fchren gemeinsam den Vorsitz des &#8222;Mattei-Plans f\u00fcr Afrika und das Global Gateway&#8220;. Das Gipfeltreffen soll die Beziehungen zwischen Afrika und Europa neu gestalten. Italien will dabei die F\u00fchrungsrolle \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Ziele des Mattei-Plans und die des Global Gateway sollen besser aufeinander abgestimmt werden, um so eine Zusammenarbeit zu verwirklichen, die weniger auf Wohlt\u00e4tigkeit und mehr auf gegenseitige Entwicklung ausgerichtet ist. Die Schl\u00fcsselsektoren Energie, Logistik, Digitaltechnik und Agroindustrie stehen dabei im Fokus.<\/p>\n<p>Der Mattei-Plan &#8211; eine der obersten Priorit\u00e4ten von Melonis Regierung &#8211; trifft somit offiziell auf das Global Gateway, das 300 Milliarden Euro schwere Maxiprogramm der EU, das als Antwort auf Chinas Neue Seidenstra\u00dfe ins Leben gerufen wurde. Durch die neugeschaffenen Synergien der beiden Projekte soll nicht nur eine L\u00fccke in der afrikanischen Infrastruktur geschlossen werden, Europa will dadurch auch <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/tag\/eu-afrika\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>seine strategische Rolle<\/strong><\/a> auf dem afrikanischen Kontinent neu definieren.<\/p>\n<p>Afrikanische Staats- und Regierungschefs treffen auf internationale Organisationen<\/p>\n<p>Die Veranstaltung brachte die Spitze der Afrikanischen Union und die Staats- und Regierungschefs von Angola, Sambia, der Demokratischen Republik Kongo und Tansania sowie Vertreter der wichtigsten multilateralen Finanzinstitutionen (des Internationalen W\u00e4hrungsfonds, der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Africa Finance Corporation) zusammen.<\/p>\n<p>Das Zusammentreffen politischer und finanzieller Institutionen soll betonen, dass Visionen und Pl\u00e4ne nun in konkrete Verpflichtungen umgewandelt werden. Das erkl\u00e4rte Ziel des Gipfels: &#8222;von Worten zu Vertr\u00e4gen&#8220;. Bereits im M\u00e4rz waren bei einem \u00e4hnlichen Gipfel im M\u00e4rz, bei dem bereits \u00fcber 400 \u00f6ffentliche und private Akteure in Rom zusammenkamen.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt der angestrebten Vereinbarungen liegt auf gemeinsamen Investitionen und sektoralen Plattformen, die mittel- und langfristig greifbare Ergebnisse erzielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8222;Unsere Absicht ist es, heute konkrete Antworten auf Priorit\u00e4ten zu geben (&#8230;). Es handelt sich nicht um Initiativen, die von oben verordnet wurden, sondern um konkrete Projekte, die aus dem Dialog und dem Wunsch entstanden sind, gemeinsam mit unseren afrikanischen Partnern eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen&#8220;, sagte Giorgia Meloni bei der Er\u00f6ffnung des Gipfels.<\/p>\n<p>Der Lobito-Korridor, das infrastrukturelle Herzst\u00fcck des Gipfels<\/p>\n<p>Zu den Vorzeigeprojekten geh\u00f6rt der Lobito-Korridor, eine 830 Kilometer lange Eisenbahnlinie, die Angola und Sambia \u00fcber die Demokratische Republik Kongo verbinden soll. In Zukunft soll sie sogar bis zum tansanischen Hafen Dar es Salaam reichen.<\/p>\n<p>Diese kontinentale Logistikachse soll  den Transport strategischer Mineralien erleichtern und die Agrar- und Lebensmittelketten und die Energiestr\u00f6me innerhalb Afrikas unterst\u00fctzen. Der Lobito-Korridor wurde bereits auf der j\u00fcngsten G7-Tagung unter italienischer Pr\u00e4sidentschaft vorgestellt. <\/p>\n<p>Dieser Ansatz steht im Einklang mit der strategischen Vision des Mattei-Plans: keine Mitnahmeeffekte mehr, sondern gleichberechtigte Partnerschaften auf der Grundlage von Infrastruktur- und Industrieinvestitionen, die gemeinsam mit den afrikanischen L\u00e4ndern konzipiert werden.<\/p>\n<p>Digitalisierung, Lebensmittel und Lieferketten<\/p>\n<p>Auch die Digitalisierung ist Thema auf dem Gipfel. Dabei geht es insbesondere um die St\u00e4rkung der Blue-Raman-Verbindung &#8211; ein ehrgeiziges Unterwasser-Datennetzprojekt, das Indien, den Nahen Osten und Europa miteinander verbindet und auf den afrikanischen Kontinent ausgedehnt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollen die Wertsch\u00f6pfungsketten in der Agrar- und Ern\u00e4hrungswirtschaft gest\u00e4rkt werden, wobei der Schwerpunkt auf lokalen afrikanischen Produkten und ihrer Integration in die globalen M\u00e4rkte liegt. Erkl\u00e4rtes Ziel ist es, die Selbstversorgung der Partnerl\u00e4nder mit Nahrungsmitteln zu f\u00f6rdern und Exportm\u00f6glichkeiten f\u00fcr lokale Spitzenleistungen zu schaffen &#8211; dank europ\u00e4ischem Know-how und europ\u00e4ischer Technologie.<\/p>\n<p>Ein Gipfel zur &#8222;Europ\u00e4isierung&#8220; des Mattei-Plans<\/p>\n<p>Das Gipfeltreffen am Freitag ist der bisher entscheidendste Schritt zur &#8222;Europ\u00e4isierung&#8220; und &#8222;Internationalisierung&#8220; des Mattei-Plans. Dies wurde von Meloni selbst am 19. Mai deutlich gemacht. Die italienische Regierung beabsichtigt n\u00e4mlich, den Plan in einem multilateralen Rahmen zu verankern, in dem die Europ\u00e4ische Union ein struktureller Partner und nicht nur ein Geldgeber ist.<\/p>\n<p>Unter den Anwesenden in Rom befanden sich wichtige Vertreter der italienischen und europ\u00e4ischen Wirtschaft und Industrie: Adolfo Urso, Minister f\u00fcr Unternehmen und Made in Italy; Gelsomina Vigliotti, Vizepr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Investitionsbank; Dario Scannapieco, Vorstandsvorsitzender der Cassa Depositi e Prestiti; Alessandra Ricci von Sace (italienische Versicherungs- und Finanzgruppe, die direkt vom Wirtschafts- und Finanzministerium kontrolliert wird und auf die Unterst\u00fctzung von Unternehmen und des nationalen Wirtschaftsgef\u00fcges spezialisiert ist); Enrico Maria Bagnasco von Sparkle (globaler Betreiber der Tim-Gruppe) und Brad Smith, Pr\u00e4sident von Microsoft.<\/p>\n<p>Keine Hilfe, sondern gemeinsame Entwicklung<\/p>\n<p>Mit dem Gipfeltreffen in Rom versuchen Italien und die Europ\u00e4ische Union, Afrika eine andere Sichtweise als in der Vergangenheit zu vermitteln: keine einseitige Hilfe mehr, sondern strukturierte Allianzen auf der Grundlage von Ko-Investitionen, Kompetenztransfer und gemeinsamer Entwicklung.<\/p>\n<p>Der Mattei-Plan, der auf diese Weise auf europ\u00e4ischer Ebene neu interpretiert wird, ist nicht nur eine Projektplattform, sondern ein politischer Versuch, die Nord-S\u00fcd-Beziehungen neu zu definieren, dem Mittelmeerraum seine geopolitische Bedeutung zur\u00fcckzugeben und ein Kooperationsmodell aufzubauen, das \u00fcber die Migrationskrise hinausgeht.<\/p>\n<p>F\u00fcr Rom ist sie ein wichtiger Test. F\u00fcr Br\u00fcssel ist es eine Best\u00e4tigung, dass Afrika wieder in den Mittelpunkt der globalen Strategie der Union ger\u00fcckt ist. F\u00fcr den afrikanischen Kontinent ist es eine Gelegenheit, endlich eine f\u00fchrende Rolle in den europ\u00e4ischen Entscheidungen einzunehmen.<\/p>\n<p>Italiens strategische Interessen in Afrika<\/p>\n<p>F\u00fcr Italien ist Afrika ein Gebiet von vorrangigem wirtschaftlichen und geopolitischen Interesse, insbesondere in Schl\u00fcsselbereichen wie Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft und Leichtindustrie.<\/p>\n<p>Im Energiebereich hat Italien seine Pr\u00e4senz in L\u00e4ndern wie Algerien, Libyen, \u00c4gypten und Mosambik deutlich verst\u00e4rkt. So will es seine Versorgungsquellen diversifizieren und die Abh\u00e4ngigkeit vom russischen Gas verringern. Der Gigant Eni ist ein wichtiger Akteur in dieser Strategie, mit Milliardeninvestitionen sowohl in die Exploration als auch in die Entwicklung von Gaspipelines und LNG-Infrastrukturen (Fl\u00fcssigerdgas), wie z. B. das Projekt Coral South in Mosambik oder die Verdoppelung der Lieferkapazit\u00e4t aus Algerien durch die Transmed-Pipeline.<\/p>\n<p>Parallel dazu f\u00f6rdert Italien Infrastruktur- und Industrieprojekte, wie den Bau von Logistikkorridoren und die Entwicklung von Sonderwirtschaftszonen in L\u00e4ndern wie \u00c4thiopien und Kenia, in denen italienische Unternehmen des Maschinenbaus und der Textilindustrie t\u00e4tig sind. <\/p>\n<p>Der agroindustrielle Sektor steht ebenfalls im Mittelpunkt der gezielten Zusammenarbeit: von der Unterst\u00fctzung lokaler Lieferketten f\u00fcr Kakao in der Elfenbeink\u00fcste und tropische Fr\u00fcchte in Ghana bis hin zur Entwicklung von Bew\u00e4sserungssystemen und nachhaltigen landwirtschaftlichen Technologien in Tunesien und Senegal.<\/p>\n<p>Diese Pr\u00e4senz zielt darauf ab, Italiens Rolle als privilegierter Partner des afrikanischen Kontinents zu st\u00e4rken. Was vor allem wichtig in Zeiten des Wettbewerbs mit China, Russland und der T\u00fcrkei wichtig und immer h\u00e4rter wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Rom ruft Afrika, und Europa antwortet. 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