{"id":209566,"date":"2025-06-22T05:09:18","date_gmt":"2025-06-22T05:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209566\/"},"modified":"2025-06-22T05:09:18","modified_gmt":"2025-06-22T05:09:18","slug":"stoppt-den-voelkermord-protest-auf-dem-boulevard-in-halle-gegen-israels-krieg-der-ausloeschung-der-palaestinenser-und-deutsche-mitverantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209566\/","title":{"rendered":"\u201eStoppt den V\u00f6lkermord!\u201c \u2013 Protest auf dem Boulevard in Halle gegen Israels Krieg der Ausl\u00f6schung der Pal\u00e4stinenser und deutsche Mitverantwortung"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstagnachmittag versammelten sich rund 20 Menschen auf dem Boulevard nahe dem Leipziger Turm zu einer politisch aufgeladenen Kundgebung unter dem Motto: \u201eStoppt das Aushungern von Gaza! Stoppt den V\u00f6lkermord!\u201c. Dazu hatte das Solidarit\u00e4tsnetzwerk Halle aufgerufen. Die Versammlung stand im Zeichen des Protests gegen Israels Milit\u00e4reinsatz im Gazastreifen und die Rolle der Bundesregierung. Pal\u00e4stinensische Flaggen, Slogans wie \u201eFreiheit f\u00fcr Pal\u00e4stina\u201c und zahlreiche Transparente bestimmten das Bild.<\/p>\n<p>Die Veranstalter forderten ein sofortiges Ende der milit\u00e4rischen Operationen in Gaza und warfen Israel schwere Menschenrechtsverletzungen vor. In Redebeitr\u00e4gen war von einem gezielten \u201eVernichtungsfeldzug\u201c gegen die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung die Rede. Ein Sprecher erkl\u00e4rte: \u201eIn den vergangenen 18 Monaten wurden mehr als 50.000 Menschen durch Israels genozidale Kriegsf\u00fchrung ermordet, darunter \u00fcber 15.000 Kinder.\u201c Auf mehreren Plakaten wurden diese Zahlen ebenfalls thematisiert, wenngleich unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfbare Quellen f\u00fcr die genannten Opferzahlen nicht angef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p><strong>Kritik an Israel und Solidarit\u00e4t mit Pal\u00e4stina<\/strong><br \/>Die Redner:innen zeichneten ein ersch\u00fctterndes Bild der humanit\u00e4ren Lage: Schulen, Universit\u00e4ten und Krankenh\u00e4user w\u00fcrden systematisch zerst\u00f6rt, obwohl bekannt sei, dass dort oft Zivilist:innen Schutz suchen. Die medizinische Versorgung sei faktisch zusammengebrochen, Leichen w\u00fcrden in provisorischen Lagern gestapelt, und es mangele an grundlegenden Medikamenten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe ein Polio-Virus in den Abw\u00e4ssern entdeckt \u2013 ein Baby sei laut einem Redebeitrag an Kinderl\u00e4hmung gestorben, weil keine Impfstoffe verf\u00fcgbar gewesen seien.<\/p>\n<p>Auch Hunger und Wassermangel wurden thematisiert: Laut einem zitierten Bericht der Vereinten Nationen seien mittlerweile 100 Prozent der Bev\u00f6lkerung im Gazastreifen von akuter Nahrungsmittelknappheit betroffen. Die Lage werde sich mit der heraufziehenden D\u00fcrre weiter versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>\u201eWir stehen heute hier nicht nur, um zu trauern, sondern um Widerstand zu leisten\u201c, sagte eine Rednerin. \u201eGaza darf nicht weiter schweigend ausgel\u00f6scht werden. Hoch die internationale Solidarit\u00e4t!\u201c<\/p>\n<p><strong>Scharfe Angriffe auf Deutschland<\/strong><br \/>Neben der Kritik an Israel richtete sich ein zentraler Teil der Kundgebung gegen die deutsche Au\u00dfen- und R\u00fcstungspolitik. Deutschland sei mitverantwortlich f\u00fcr das Leid in Gaza, da es Israel seit Jahrzehnten milit\u00e4risch unterst\u00fctze. Redebeitr\u00e4ge kritisierten, dass fast die H\u00e4lfte der israelischen Waffenimporte aus Deutschland stamme. Auch die neue Bundesregierung sei demnach nicht zur\u00fcckhaltender: Trotz der verheerenden Lage in Gaza habe sie weitere Waffenexporte genehmigt.<\/p>\n<p>\u201eDeutschland steht wieder einmal auf der falschen Seite der Geschichte \u2013 auf der Seite des Faschismus\u201c, sagte ein Redner. Insbesondere wurde bem\u00e4ngelt, dass der deutsche Staat sich vor dem Internationalen Gerichtshof hinter das israelische Existenzrecht stelle, statt die Kriegsf\u00fchrung Israels kritisch zu hinterfragen. Auch der Vorwurf, Deutschland verfolge im Nahen Osten imperialistische Interessen unter dem Deckmantel der Solidarit\u00e4t mit Israel, wurde mehrfach laut.<\/p>\n<p>Ein anderer Beitrag betonte: \u201eDas ist kein Konflikt auf Augenh\u00f6he. Es ist ein asymmetrischer Krieg gegen ein eingesperrtes Volk. Und Deutschland hilft mit.\u201c F\u00fcr die Teilnehmenden sei klar: Nur eine \u201ek\u00e4mpferische, internationale Arbeiter:innenbewegung\u201c k\u00f6nne die Machtverh\u00e4ltnisse in Frage stellen. Normale Proteste reichten nicht mehr aus.<\/p>\n<p><strong>Kritische Stimmen und Einordnung<\/strong><br \/>Die Kundgebung verlief friedlich, wurde jedoch von mehreren Passanten mit Skepsis beobachtet. Einige hielten die Wortwahl der Redner:innen f\u00fcr \u00fcberzogen, insbesondere den wiederholt erhobenen Vorwurf eines \u201eGenozids\u201c sowie Vergleiche mit Faschismus. Kritiker:innen betonen, dass der Begriff \u201eV\u00f6lkermord\u201c eine sehr spezifische juristische Bedeutung habe, die in internationalen Verfahren wie vor dem Internationalen Gerichtshof gekl\u00e4rt werden m\u00fcsse \u2013 nicht in pauschalen Anklagen auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Zudem bleibt der Vorwurf, Deutschland stehe \u201eauf der Seite des Faschismus\u201c, angesichts der historischen Verantwortung des Landes f\u00fcr den Holocaust, f\u00fcr viele eine rote Linie \u2013 nicht zuletzt, weil Israel als Zufluchtsort f\u00fcr \u00dcberlebende und deren Nachfahren gegr\u00fcndet wurde. Solche Formulierungen sto\u00dfen in der breiten politischen \u00d6ffentlichkeit regelm\u00e4\u00dfig auf Kritik und k\u00f6nnen zu einer Verengung der Debatte beitragen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig \u00e4u\u00dferten sich Teilnehmende gegen\u00fcber Journalist:innen auch differenziert: Es gehe ihnen nicht darum, j\u00fcdisches Leben zu delegitimieren, sondern Israels Regierungspolitik zu kritisieren \u2013 insbesondere im Hinblick auf Menschenrechte, Kriegsverbrechen und internationale Verantwortung.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Anhaltender Krieg, schwindende mediale Aufmerksamkeit<\/strong><br \/>Ausl\u00f6ser f\u00fcr die erneute Mobilisierung war laut den Veranstaltern ein weiterer israelischer Angriff auf iranisches Gebiet in der vergangenen Woche. Die Organisator:innen beklagten, dass die Aufmerksamkeit der Medien f\u00fcr die Lage in Gaza deutlich abgenommen habe \u2013 obwohl die humanit\u00e4re Notlage dramatischer denn je sei.<\/p>\n<p>Ein Sprecher des Solidarit\u00e4tsnetzwerks sagte: \u201eNach fast 80 Jahren Besatzung und Apartheid eskaliert der Krieg gegen Pal\u00e4stina seit 18 Monaten in einen V\u00f6lkermord. Wir d\u00fcrfen das nicht hinnehmen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dubisthalle.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/cd6f07b9-43ec-4675-8dcf-c5491f55d496.jpeg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1490567409\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"320364\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1200\" height=\"675\" data-id=\"320366\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/cd6f07b9-43ec-4675-8dcf-c5491f55d496-1200x675.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-320366\"  \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dubisthalle.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/e3874303-2e41-4943-9076-0f93aa710e11.jpeg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1231412636\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"320364\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"576\" height=\"1024\" data-id=\"320369\" 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