{"id":209670,"date":"2025-06-22T06:10:09","date_gmt":"2025-06-22T06:10:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209670\/"},"modified":"2025-06-22T06:10:09","modified_gmt":"2025-06-22T06:10:09","slug":"hamburg-messerangriff-in-hamburg-was-einen-monat-danach-bekannt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/209670\/","title":{"rendered":"Hamburg | Messerangriff in Hamburg: Was einen Monat danach bekannt ist"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Hamburg (dpa) &#8211; Ein Monat ist seit dem Messerangriff mit 19 Verletzten im Hamburger Hauptbahnhof vergangen. Die Sommerreisezeit hat begonnen, die Bahnsteige sind wie an jenem Freitagnachmittag oft \u00fcberf\u00fcllt. Auch Menschen, die ein Messer dabeihaben, sind im Bahnhof unterwegs &#8211; bei einer Kontrollaktion nur f\u00fcnf Tage nach der Tat stellten Polizisten elf verbotene Messer am Hauptbahnhof sicher, bei einer weiteren Kontrolle Anfang Juni wurden vier Messer aus dem Verkehr gezogen.<\/p>\n<p>Eine Sprecherin der Bundespolizei versichert dennoch: \u00ab\u00d6ffentliche Verkehrsmittel und deren Infrastruktur ? und damit auch der Hamburger Hauptbahnhof als meistfrequentierter Bahnhof Deutschlands ? sind grunds\u00e4tzlich als sichere Orte anzusehen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Zahl der Verletzten steigt auf 19<\/p>\n<p>Am 23. Mai hatte eine Frau auf dem Bahnsteig von Gleis 13\/14 wahllos um sich gestochen. Die offenbar psychisch kranke Deutsche verletzte nach neuen Angaben der Staatsanwaltschaft 19 Menschen. Drei Frauen im Alter von 24, 52 und 85 Jahren und ein 24 Jahre alter Mann erlitten lebensgef\u00e4hrliche Verletzungen, sieben weitere Menschen schwere und sieben andere leichte. Inzwischen stellten die Ermittler fest, dass eine weitere Person mit dem Messer verletzt wurde, wie eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft sagte. Alle Verletzten seien aus den Krankenh\u00e4usern wieder entlassen worden.<\/p>\n<p>Frau r\u00e4umt Tathandlung beim Haftrichter ein<\/p>\n<p>Dank des mutigen Eingreifens von zwei Passanten wurde die Messerstecherin auf dem Bahnsteig gestoppt. Die Polizei nahm die 39-J\u00e4hrige fest. Am folgenden Tag ordnete ein Haftrichter ihre vorl\u00e4ufige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Unterbringungsbefehl lautete auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung. Laut Staatsanwaltschaft r\u00e4umte die Frau die Tat vor dem Haftrichter ein.<\/p>\n<p>Angriff auf Vater im Januar<\/p>\n<p>Nach dem Messerangriff wurde bekannt, dass die mutma\u00dfliche T\u00e4terin zuvor schon dreimal gewaltt\u00e4tig geworden sein soll. Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich im vergangenen Januar, als die Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft L\u00fcbeck ihren Vater in Gro\u00dfhansdorf in Schleswig-Holstein angegriffen haben soll. F\u00fcr den Angriff auf den damals 69-J\u00e4hrigen soll sie einen spitzen Gegenstand benutzt haben. Ihre 71 Jahre alte Mutter erlitt bei der Entwaffnung der Tochter eine Schnittverletzung an der Hand. Die Staatsanwaltschaft L\u00fcbeck leitete ein Verfahren wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung ein, das inzwischen von der Hamburger Staatsanwaltschaft \u00fcbernommen wurde.<\/p>\n<p>Gericht lehnte Einweisung in Klinik ab<\/p>\n<p>Im Laufe der Ermittlungen zum Angriff auf den Vater ergaben sich nach Angaben der L\u00fcbecker Staatsanwaltschaft Anhaltspunkte f\u00fcr eine psychische Erkrankung der Frau, die Beh\u00f6rde beantragte deswegen eine Unterbringung der Betroffenen in einer psychiatrischen Klinik. Das Amtsgericht L\u00fcbeck lehnte das jedoch ab, eine Beschwerde gegen den Beschluss wurde vom Landgericht L\u00fcbeck verworfen.\u00a0<\/p>\n<p>Weitere Vorf\u00e4lle im Februar und M\u00e4rz<\/p>\n<p>Im Februar soll die Frau dann auf einem Spielplatz am Hamburger Flughafen gegen\u00fcber einem Kind gewaltt\u00e4tig geworden sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hamburg hielt sie ein sechsj\u00e4hriges M\u00e4dchen an den Schultern fest, sch\u00fcttelte das Kind und schlug ihm mit der flachen Hand auf den Oberarm. Ein von der Polizei hinzugezogener Amtsarzt habe daraufhin die Unterbringung der 39-J\u00e4hrigen in einer psychiatrischen Klinik angeordnet.\u00a0<\/p>\n<p>Dort sei es Anfang M\u00e4rz erneut zu einem Vorfall gekommen: Eine Mitpatientin habe die 39-J\u00e4hrige angezeigt, weil diese ihr einen Tritt gegen den Oberschenkel versetzt haben soll, sagte die Hamburger Oberstaatsanw\u00e4ltin Melina Traumann.\u00a0<\/p>\n<p>Entlassung, Einweisung und erneute Entlassung<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens Anfang Mai war die Frau wieder aus der Klinik entlassen und wurde hilflos gefunden. Daraufhin wurde sie wieder f\u00fcr drei Wochen eingewiesen und behandelt, wie ein Sprecher des nieders\u00e4chsischen Gesundheitsministeriums mitteilte. Am Tag vor dem Messerangriff im Hamburger Hauptbahnhof wurde die 39-J\u00e4hrige aus der Psychiatrie im Landkreis Cuxhaven entlassen. Nach Auskunft der Klinik gab es zu jenem Zeitpunkt keinen medizinischen Befund, der eine weitere Unterbringung gerechtfertigt h\u00e4tte.\u00a0<\/p>\n<p>Mit Verletzungsspuren am Flughafen<\/p>\n<p>Nur Stunden sp\u00e4ter hielt sich die 39-J\u00e4hrige wieder am Flughafen Hamburg auf. Dort sei sie einem Rettungsdienstmitarbeiter aufgrund von Verletzungsspuren im Gesicht aufgefallen, sagte Traumann. Dieser habe die Polizei informiert. Gegen\u00fcber den Beamten habe die Frau angegeben, w\u00e4hrend eines Klinikaufenthalts von einem Pfleger verletzt worden zu sein. Da sie keine Strafanzeige stellen wollte und angab, noch am selben Tag nach Paris zu fliegen, habe man sie gehen lassen, sagte die Sprecherin. Allerdings habe sie weder ein Flugticket noch g\u00fcltige Ausweispapiere besessen.<\/p>\n<p>Ministerin setzt auf elektronische Patientenakte<\/p>\n<p>Bahnchef Richard Lutz hatte nach der Tat am Hauptbahnhof seine Best\u00fcrzung und Fassungslosigkeit ge\u00e4u\u00dfert. Er stellte aber auch klar, dass es in einer offenen Gesellschaft keine hundertprozentige Sicherheit geben k\u00f6nne. Trotzdem gelte es, die Sicherheitskonzepte nachzusch\u00e4rfen und aus Vorf\u00e4llen zu lernen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Bundespolizei h\u00e4lt an ihrem Konzept aus Schwerpunktkontrollen und Streifendienst fest. \u00abDie Sicherheitslage am Hamburger Hauptbahnhof hat sich insbesondere durch die sichtbare Pr\u00e4senz von Polizei- und Ordnungskr\u00e4ften sp\u00fcrbar positiv entwickelt\u00bb, erkl\u00e4rte die Sprecherin. Damit bezog sie sich allerdings auf die vergangenen zwei Jahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg (dpa) &#8211; Ein Monat ist seit dem Messerangriff mit 19 Verletzten im Hamburger Hauptbahnhof vergangen. 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