{"id":210029,"date":"2025-06-22T09:40:26","date_gmt":"2025-06-22T09:40:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/210029\/"},"modified":"2025-06-22T09:40:26","modified_gmt":"2025-06-22T09:40:26","slug":"terror-ermittlungen-in-frankreich-mord-an-tunesier-neue-diskussion-ueber-rechte-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/210029\/","title":{"rendered":"Terror-Ermittlungen in Frankreich: Mord an Tunesier &#8211; neue Diskussion \u00fcber rechte Gewalt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.06.2025 09:26 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nach dem Mord an einem Tunesier ermittelt die franz\u00f6sische Antiterror-Staatsanwaltschaft. Der mutma\u00dfliche T\u00e4ter kommt offenbar aus dem rechtsextremen Milieu. Was sagt der Fall \u00fcber die Gewaltbereitschaft der Ultrarechten aus? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julia-borutta-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julia Borutta\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/julia-borutta-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHishem Miraoui hatte sich schon l\u00e4nger bedroht gef\u00fchlt. Sein Nachbar, der mutma\u00dfliche T\u00e4ter, traktierte ihn immer wieder mit rassistischen Beleidigungen. Das berichtet Hishems Cousine anonym im Fernsehsender TF1: &#8222;Der Nachbar beleidigte ihn \u00f6fter, einfach so im Treppenhaus. Auf den Scooter von Hishem hatte er &#8218;dreckiger Araber&#8216; gespr\u00fcht. Sobald es im Hausflur nach Essen roch, beschimpfte er Hishem. &#8218;Dreckiger Araber, geh nach Hause.'&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAm vergangenen Samstag soll der Sportsch\u00fctze Christophe B. seinen tunesischen Nachbarn Hishem mit f\u00fcnf Kugeln get\u00f6tet haben. Die Polizei konnte den 53-j\u00e4hrigen Angreifer\u00a0wenige Stunden sp\u00e4ter festnehmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchon kurz danach \u00fcbernahm die Antiterror-Staatsanwaltschaft den Fall.\u00a0Murad Batik, der Anwalt des Opfers,\u00a0begr\u00fc\u00dft diesen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Schritt: &#8222;Denn hier handelt es sich um eine Person, die\u00a0vors\u00e4tzlich gehandelt hat und zwar aufgrund ihrer rechten Ideologie.&#8220;<\/p>\n<p>    Festgenommener zeigte online Gesinnung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDavon zeugen die zahlreichen rassistischen Kommentare auf der Facebook-Seite des festgenommenen Christophe B.\u00a0Der mutma\u00dfliche T\u00e4ter zitiert dort die Werke rechtsnationaler Politiker und Politikerinnen unter anderem vom\u00a0Rassemblement National.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem, und das ist f\u00fcr die Antiterror-Ermittler\u00a0das Entscheidende, ruft er zur Revolte auf. Er appelliert an die Franzosen,\u00a0sich an &#8222;Ausl\u00e4ndern und vor allem an Maghrebinern&#8220; zu vergreifen und schw\u00f6rt auf die franz\u00f6sische Flagge.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das ist v\u00f6llig widersinnig&#8220;, sagt Anwalt Murad Batik. &#8222;Die franz\u00f6sische Flagge steht seit 200 Jahren f\u00fcr Einheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit. Und hier macht man aus der Flagge das Sinnbild f\u00fcr eine hasserf\u00fcllte Ideologie. Das ist traurig und skandal\u00f6s.&#8220;<\/p>\n<p>    Vorwurf &#8211; Politiker sch\u00fcren Ressentiments<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass es so weit kommen konnte, habe auch damit zu tun, dass Politiker und Politikerinnen des rechten Spektrums Ressentiments gegen Zugewanderte sch\u00fcrten und quasi f\u00fcr legitim erkl\u00e4rten, kritisieren Vertreter der Linken. Diese Kritik richtet sich auch und gerade gegen Innenminister Bruno Retailleau von den konservativen Republikanern, der als Hardliner beim Thema Immigration gilt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Zusammenhang mit einem anderen rassistisch motivierten Mord vor wenigen Wochen in einer Moschee hatte Retailleau nur sehr zur\u00fcckhaltend reagiert. Nun erkl\u00e4rte er auf die Tat von Christophe B. angesprochen: &#8222;Der Rassismus ist ein Gift&#8220;. Ein Gift, das t\u00f6te. &#8222;Jeder rassistische Akt ist ein antifranz\u00f6sischer Akt. Denn die Republik macht keinen Unterschied zwischen Herkunft, Hautfarbe oder Religion.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Anwalt der Familie des am Samstag ermordeten Hishem begr\u00fc\u00dft zwar grunds\u00e4tzlich die Worte des Innenministers, stellte aber auch klar: &#8222;Ich habe das Gef\u00fchl, dass da politische Pyromanen am Werk sind, die dann das Feuer l\u00f6schen, das sie selbst angez\u00fcndet haben.\u00a0Machen wir uns nichts vor angesichts der Stimmung in Frankreich. Dieser M\u00f6rder von Hishem ist die Frucht einer sich immer st\u00e4rker verh\u00e4rtenden Atmosph\u00e4re im Land.&#8220;<\/p>\n<p>    Gruppe der Ultrarechten wird aktiver<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUltrarechte Gruppen haben in den letzten Monaten immer wieder auf den Stra\u00dfen Flagge gezeigt. Vor wenigen Tagen \u00fcberfiel ein zehnk\u00f6pfiges Kommando ein bei der kommunistischen Jugend beliebtes Caf\u00e9 im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Al\u00e8s. Im April marschierten 1.000 Ultrarechte in Paris auf. Im Winter 2023 folgten Dutzende gewaltbereite Ultrarechte dem Aufruf, den Mord an einem wei\u00dfen Jugendlichen in Cr\u00e9pol bei Valence zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnter &#8222;ultrarechts&#8220; versteht man in Frankreich Vereinigungen, die gewaltbereit sind, nicht w\u00e4hlen gehen und das Ziel verfolgen, Angst zu verbreiten. 3.000 gibt es insgesamt. 1.300 von ihnen haben einen entsprechenden Eintrag bei den Sicherheitsbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZahlenm\u00e4\u00dfig bleibt diese Gruppe relativ stabil, stellen die Beh\u00f6rden fest, doch sie seien zunehmend aktiv, erkl\u00e4rt Rechtsextremismus-Forscher\u00a0St\u00e9phane Fran\u00e7ois von der Universit\u00e4t Lille: &#8222;Sie vertreten die Theorie, dass man den Niedergang, die Verh\u00e4rtung der Gesellschaft beschleunigen muss bis ein ethnisches B\u00fcrgerkriegsklima zwischen der wei\u00dfen Bev\u00f6lkerung und den Zugewanderten ausbricht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHishems Anwalt warnt: Das herrschende Klima in Frankreich sei \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.06.2025 09:26 Uhr Nach dem Mord an einem Tunesier ermittelt die franz\u00f6sische Antiterror-Staatsanwaltschaft. 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