{"id":210130,"date":"2025-06-22T10:34:14","date_gmt":"2025-06-22T10:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/210130\/"},"modified":"2025-06-22T10:34:14","modified_gmt":"2025-06-22T10:34:14","slug":"verschiedene-szenarien-berechnet-klimawandel-wird-ernteertraege-deutlich-senken-aber-nicht-ueberall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/210130\/","title":{"rendered":"Verschiedene Szenarien berechnet: Klimawandel wird Ernteertr\u00e4ge deutlich senken &#8211; aber nicht \u00fcberall"},"content":{"rendered":"<p>                    Verschiedene Szenarien berechnet<br \/>\n                Klimawandel wird Ernteertr\u00e4ge deutlich senken &#8211; aber nicht \u00fcberall<\/p>\n<p>\t\t\t\t              22.06.2025, 11:26 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Erderw\u00e4rmung gef\u00e4hrdet auch die Lebensmittelproduktion. Forschende prognostizieren bis zu 24 Prozent weniger Ertr\u00e4ge bis 2100, sogar bei Anpassungen. Besonders gro\u00df werden demzufolge die Einbu\u00dfen beim Mais- und Soja-Anbau in den USA sein. Aber es gibt auch Gewinner.<\/strong><\/p>\n<p>Selbst mit einer gewissen Anpassung der Landwirtschaft an die Erderw\u00e4rmung verringert sich k\u00fcnftig die weltweite Ernte. Einer Studie zufolge reduziert jedes zus\u00e4tzliche Grad-Celsius die F\u00e4higkeit der Welt, Nahrungsmittel zu produzieren, um 120 Kilokalorien pro Person und Tag oder um 4,4 Prozent des empfohlenen Tagesverbrauchs.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn sich das Klima um drei Grad erw\u00e4rmt, ist das so, als w\u00fcrde jeder Mensch auf der Welt das Fr\u00fchst\u00fcck auslassen&#8220;, <a href=\"https:\/\/sustainability.stanford.edu\/news\/climate-change-cuts-global-crop-yields-even-when-farmers-adapt\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">sagte einer der Hauptautoren, Solomon Hsiang von der Stanford Universit\u00e4t in Kalifornien<\/a>. Die Universit\u00e4t verweist jedoch darauf, dass Nahrung bereits jetzt ungleich verteilt ist. Schon jetzt m\u00fcssten mehr als 800 Millionen Menschen zeitweise einen oder mehrere Tage lang ohne Nahrung auskommen, weil sie keinen ausreichenden Zugang dazu haben.<\/p>\n<p>Das Team hatte die Entwicklung von sechs Nahrungspflanzen in rund 12.700 Regionen von 54 L\u00e4ndern analysiert: Mais, Sojabohne, Reis, Weizen, Maniok und der Hirse Sorghum. Diese Stichprobe decke etwa zwei Drittel der weltweiten Kalorienproduktion ab, schreibt es <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-025-09085-w\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">im Fachjournal &#8222;Nature&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Bei einem mittleren Klimaszenario rechnen die Forscher selbst bei einer gewissen Anpassung bis Ende des Jahrhunderts mit einer Verminderung der Ertr\u00e4ge um global 11 Prozent, bei ungebremsten Emissionen mit rund 24 Prozent. Kurzfristig &#8211; also bis 2050 &#8211; sei ein R\u00fcckgang um rund 8 Prozent zu erwarten &#8211; unabh\u00e4ngig vom weiteren Emissionsverlauf, da die Entwicklung f\u00fcr diesen Zeitraum ma\u00dfgeblich durch das CO2 bestimmt wird, das bereits jetzt in der Atmosph\u00e4re ist.<\/p>\n<p>UN wollen besonders betroffene Regionen finden<\/p>\n<p>Das Forschungsteam arbeitet mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zusammen, um ein System zu entwickeln, das Gemeinden identifiziert, die am st\u00e4rksten von Ertragsr\u00fcckg\u00e4ngen bedroht sind. Dies solle auch zeigen, wo gezielte Unterst\u00fctzung am wirksamsten sein kann. Der Fokus liege darauf, wie wir verhindern k\u00f6nnen, dass die aufgezeigte Zukunft Realit\u00e4t wird &#8211; &#8222;selbst wenn wir es auf der Emissionsseite nicht hinbekommen&#8220;, sagte Hsiang.<\/p>\n<p>Besonders gravierend sollen die Ernteverluste bis Ende des Jahrhunderts im h\u00f6chsten Emissionsszenario beim Mais in den USA, in Ostchina und im s\u00fcdlichen Afrika ausfallen. In Europa variieren die Auswirkungen bei Mais je nach Breitengrad: von Ertragszuw\u00e4chsen um plus 10 Prozent im Norden bis hin zu minus 40 Prozent Verlusten im Mittelmeerraum. Beim Weizen gebe es Ertragseinbu\u00dfen von 15 bis 25 Prozent in Osteuropa, Westeuropa, Afrika und S\u00fcdamerika sowie 30 bis 40 Prozent in China, Russland, den USA und Kanada. Auch bei Soja haben die USA demnach gro\u00dfe Ernter\u00fcckg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Insbesondere in mehreren n\u00f6rdlichen Regionen erwarten die Forscher dagegen eine Erntesteigerung verschiedener Pflanzen. So k\u00f6nnten einige Regionen in Kanada, China und Russland vom Klimawandel profitieren.<\/p>\n<p>USA als Verlierer, Russland und China Profiteure<\/p>\n<p>Besonders schwer k\u00f6nnte es dagegen die USA treffen. &#8222;Regionen im Mittleren Westen, die heute hervorragend f\u00fcr den Anbau von Mais und Soja geeignet sind, werden bei starker Erw\u00e4rmung regelrecht \u00fcberrollt&#8220;, sagte Mitautor Andrew Hultgren von der Universit\u00e4t von Illinois Urbana-Champaign. Hsiang erg\u00e4nzte: &#8222;Das ist im Grunde, als w\u00fcrden wir unsere landwirtschaftlichen Profite ins Ausland schicken. Kanada, Russland und China werden die Nutznie\u00dfer sein &#8211; wir in den USA geh\u00f6ren zu den Verlierern.&#8220;<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu fr\u00fcheren globalen Analysen ber\u00fccksichtigten die Projektionen des Teams die Anpassung an den Klimawandel sowie steigende Einkommen. In einem Szenario, in dem der Treibhausgasaussto\u00df stark steigt, k\u00f6nnten diese Faktoren bis 2050 rund 23 Prozent der klimabedingten Verluste abfangen, bis 2100 k\u00f6nnten es 34 Prozent sein. Bei moderatem Anstieg der Emissionen w\u00e4ren es 6 und 12 Prozent.<\/p>\n<p>Die Forscher bezogen ein, was Landwirte aktuell tun, um mit schwankenden und sich \u00e4ndernden Wetterbedingungen klarzukommen, und wie wirksam das ist. Dazu z\u00e4hlten etwa Sortenumstellungen sowie die Anpassung von D\u00fcngung und Bew\u00e4sserungsintensit\u00e4t, soweit dies finanziell m\u00f6glich ist, nicht jedoch etwa die Verlagerung von Getreideanbaugebieten in k\u00e4ltere Regionen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Studie ist ein interessanter und wertvoller Beitrag, der die wissenschaftliche Diskussion um einen spannenden Ansatz bereichert. Ich w\u00e4re aber vorsichtig, sie als tats\u00e4chliche Vorhersage zu interpretieren&#8220;, sagte Christian Troost von der Universit\u00e4t Hohenheim. Der Ansatz, die bisherigen Anpassungen an Klimavariabilit\u00e4t in die Berechnungen einzubeziehen, sei sinnvoll. Die offene Frage bleibe aber, wie gut diese die zuk\u00fcnftigen Anpassungen an l\u00e4ngerfristigen Klimawandel vorhersagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Studie soll Gef\u00fchl f\u00fcr das Ausma\u00df geben<\/p>\n<p>Auch die Forschenden verweisen darauf, dass sie viele k\u00fcnftige Entwicklungen nicht vorhersehen k\u00f6nnen und daher nicht in die Projektionen aufgenommen haben. Dazu geh\u00f6ren laut Hultgren die zuk\u00fcnftige Ausbreitung von Sch\u00e4dlingen oder etwaige gro\u00dfe Spr\u00fcnge in der Anpassung durch neue gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen.<\/p>\n<p>Die Studie konnte daher &#8211; wie andere auch &#8211; nicht aufzeigen, wie sich die gesamte Ernte tats\u00e4chlich entwickelt. Die prognostizierten Ertragseinbu\u00dfen verstehen die Autoren und Autorinnen vielmehr als Abweichungen von einem zuk\u00fcnftigen durchschnittlichen Ertragstrend, der von noch unbekannten Faktoren getrieben werde. &#8222;Tats\u00e4chlich vermitteln unsere Ergebnisse ein Gef\u00fchl f\u00fcr das Ausma\u00df an Innovationen, das erforderlich ist, um die globale Ern\u00e4hrungssicherheit aufrechtzuerhalten&#8220;, schreibt das Team.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Verschiedene Szenarien berechnet Klimawandel wird Ernteertr\u00e4ge deutlich senken &#8211; aber nicht \u00fcberall 22.06.2025, 11:26 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":210131,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[752,1887,951,13,952,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-210130","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-bildung","9":"tag-botanik","10":"tag-erderwaermung","11":"tag-headlines","12":"tag-klimawandel","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews","20":"tag-welt","21":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114726572141479062","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/210130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=210130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/210130\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/210131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=210130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=210130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=210130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}