{"id":210281,"date":"2025-06-22T12:00:11","date_gmt":"2025-06-22T12:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/210281\/"},"modified":"2025-06-22T12:00:11","modified_gmt":"2025-06-22T12:00:11","slug":"stadtentwicklung-chemnitz-stadtteilarbeit-als-antifaschistisches-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/210281\/","title":{"rendered":"Stadtentwicklung \u2013 Chemnitz: Stadtteilarbeit als antifaschistisches Projekt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img307482\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/307482.jpeg\" alt=\"Der Schriftzug \u00bbChemnitz2025\u00ab steht am Theaterplatz in Chemnitz.\"\/><\/p>\n<p>Der Schriftzug \u00bbChemnitz2025\u00ab steht am Theaterplatz in Chemnitz.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Hendrik Schmidt<\/p>\n<p>\u00bbMietenstopp\u00ab steht auf der gro\u00dfen Plastikfaust, die am Eingang der \u00bbStadtwirtschaft\u00ab platziert wurde. Das Gel\u00e4nde in der Chemnitzer Innenstadt soll zu einem neuen Kultur-Hotspot in der <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1188001.kulturhauptstadt-chemnitz-stadt-der-heimlichen-schrauber.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">drittgr\u00f6\u00dften Stadt Sachsen<\/a> werden. Das k\u00f6nnte in einem Kiez, in dem noch viele H\u00e4user unsaniert sind, zu Aufwertung und Verdr\u00e4ngung von Menschen mit wenig Geld f\u00fchren. Genau das wollen die 280 Menschen verhindern, die sich von Donnerstag bis Sonntag in ebenjener Stadtwirtschaft zum elften <a href=\"https:\/\/rechtaufstadt-forum.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Recht auf Stadt-Forum<\/a> versammelt haben.<\/p>\n<p>Seit 2015 treffen sich einmal im Jahr wohnungs- und stadtpolitisch Aktive aus ganz Deutschland in einer anderen Stadt, um dar\u00fcber zu diskutieren, wie das Ziel \u00bbEine Stadt f\u00fcr Alle\u00ab umgesetzt werden kann. Dass die Entscheidung 2025 auf Chemnitz fiel, ist einem kleinen Kreis von Aktivist*innen zu verdanken, die sich <a href=\"https:\/\/bordsteinlobby.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bordsteinlobby<\/a> nennen und sich mit solidarischer Stadtentwicklung befassen.<\/p>\n<p>Octavio und Lisa, die ihre vollst\u00e4ndigen Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, sind Teil dieser Gruppe. \u00bbWir haben das Treffen seit drei Jahren geplant, weil dieses Jahr Chemnitz Kulturhauptstadt ist\u00ab, berichtet Octavio dem \u00bbnd\u00ab. Das werde vom Stadtmarketing zum Anlass genommen, um m\u00f6glichst viele Besucher*innen nach Chemnitz zu holen. \u00bbDa haben wir uns gedacht: Eine gute Gelegenheit, auch Menschen, die f\u00fcr eine solidarische Stadt k\u00e4mpfen, einzuladen\u00ab, so Octavio.<\/p>\n<p>Die Teilnehmenden diskutierten etwa \u00fcber die Fortsetzung der Kampagne \u00bbMietendeckel jetzt\u00ab, die sich im Vorfeld der Bundestagswahl formierte. Aktivist*innen der Mietgemeinschaft Johannstadt aus Dresden, der Stadtteilorganisierung aus Cottbus und der Stadtteilgewerkschaft Lobeda Solidarisch aus Jena stellten unterschiedliche Formen der Stadtteilarbeit vor \u2013 und gleichzeitig zur Diskussion. Auch selbstkritische T\u00f6ne wurden angeschlagen: Warum waren die \u00fcber 500\u2005000 wohnungslosen Menschen in Deutschland bisher kein Thema der j\u00e4hrlichen Treffen?<\/p>\n<p>nd.DieWoche \u2013 unser w\u00f6chentlicher Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/307483.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>Mit unserem w\u00f6chentlichen Newsletter <strong>nd.DieWoche<\/strong> schauen Sie auf die wichtigsten Themen der Woche und lesen die <strong>Highlights<\/strong> unserer Samstagsausgabe bereits am Freitag. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier das kostenlose Abo holen<\/a>.<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Leitfrage lautete: \u00bbWie bauen wir eine Br\u00fccke zwischen den Alltagsrealit\u00e4ten und der Vision einer solidarischen Gesellschaft?\u00ab Sie wurde mitunter auf einem Spaziergang zu einigen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1188031.garagenparadies-ostdeutschland-kollektive-wohnzimmer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chemnitzer Garagenkomplexen<\/a> besprochen. Die Linke-Bundestagsabgeordnete Katalin Gennburg bezeichnete diese als \u00bbSymbole der Reparaturkultur\u00ab, die f\u00fcr die Besitzer*innen einen hohen emotionalen Wert hatten, aber nach der Wende massiv unter Druck gerieten: Nachdem der Boden privatisiert wurde, mussten viele Besitzer*innen ihre Garagen auf eigene Kosten abrei\u00dfen lassen. Dabei gehe es um weit mehr als Autoschrauberei, so Gennburg: Die Garagen seien Treffpunkte f\u00fcr die Nachbarschaft. Ganz anders als der folgende Stopp: ein moderner Garagenpark mit hohen Mieten, der von einer Immobilienfirma betrieben wird.<\/p>\n<p>Gut besucht war auch der Stadtspaziergang auf den Spuren des <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191474.rechter-terror-ein-laengst-ueberfaelliger-gedenkort-fuer-opfer-des-nsu-terrors.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)<\/a>. Die drei Gr\u00fcnder der faschistischen Terrorgruppe lebten zeitweise im Chemnitzer Fritz-Heckert-Kiez. Viele der Teilnehmer*innen betonten, dass die Stadtteilarbeit auch eine Form des Antifaschismus ist. Denn hier wehren sich Menschen gegen die Erz\u00e4hlung, dass man nicht anders kann, als der kapitalistischen Verwertung der Stadt ohnm\u00e4chtig zuzusehen. Die Parole \u00bbEine Stadt f\u00fcr Alle\u00ab ist so auch eine klare Botschaft gegen Ausgrenzen \u2013 egal ob sie von Rechtsau\u00dfen oder der Parteien der sogenannten Mitte ausgeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Schriftzug \u00bbChemnitz2025\u00ab steht am Theaterplatz in Chemnitz. 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