{"id":211693,"date":"2025-06-23T01:19:10","date_gmt":"2025-06-23T01:19:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/211693\/"},"modified":"2025-06-23T01:19:10","modified_gmt":"2025-06-23T01:19:10","slug":"kosmos-haben-wir-die-fehlende-materie-gefunden-vermisste-baryonische-materie-in-gasfilament-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/211693\/","title":{"rendered":"Kosmos: Haben wir die fehlende Materie gefunden? &#8211; \u201eVermisste\u201c baryonische Materie in Gasfilament nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/f\/e\/fehlendematerie_2g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/f\/e\/fehlendematerie_2g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-302525\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/fehlendematerie_2g-300x169.jpg\" alt=\"Eine Karte des Gasfilaments\" width=\"300\" height=\"169\"  \/><\/a>Das entdeckte Gasfilament verbindet vier Galaxienhaufen miteinander. \u00a9 ESA\/XMM-Newton und ISAS\/JAXA<br \/>\nTeamwork der Teleskope<\/p>\n<p>Um das Gasfilament zu isolieren und anschlie\u00dfend zu charakterisieren, war die Zusammenarbeit mehrerer Teleskope erforderlich. Mit Daten von optischen Teleskopen bestimmten Migkas und sein Team zun\u00e4chst die Ausrichtung des Filaments am Himmel. Dann nutzten sie das japanische Suzaku-R\u00f6ntgenteleskop, um das schwache R\u00f6ntgenlicht der Gasstruktur zu kartieren.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend arbeitete das Team mit Daten des europ\u00e4ischen XMM-Newton-Teleskops, um verunreinigende R\u00f6ntgenquellen \u2013 in diesem Fall supermassereiche Schwarze L\u00f6cher \u2013 innerhalb des Filaments zu lokalisieren und schlie\u00dflich aus dem Datensatz zu entfernen. So konnten die Forschenden sicher sein, dass sie nur das Gas im Filament und nichts anderes betrachteten, als sie die Dichte und Temperatur der kosmischen Struktur bestimmten.\n<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Der kosmische Gasfaden besteht haupts\u00e4chlich aus freien Elektronen und Protonen, ist \u00fcber zehn Millionen Grad hei\u00df und besitzt eine Dichte von etwa zehn Teilchen pro Kubikmeter, wie die Forschenden berichten. Das ist rund 30- bis 40-mal dichter als der kosmische Durchschnitt. Au\u00dferdem umfasst das Gasfilament etwa die zehnfache Masse der Milchstra\u00dfe und erstreckt sich in Form von extrem d\u00fcnn verteiltem, hei\u00dfem Gas \u00fcber 23 Millionen Lichtjahre.\n<\/p>\n<p>Standardmodell des Kosmos best\u00e4tigt<\/p>\n<p>Neben dieser ersten ausf\u00fchrlichen Charakterisierung hat die neue Studie auch eine noch grundlegendere Erkenntnis zu Tage gef\u00f6rdert: \u201eSie best\u00e4tigt unser Standardmodell des Kosmos und validiert jahrzehntelange Simulationen: Es scheint, dass die \u201afehlende\u2018 Materie tats\u00e4chlich in schwer erkennbaren F\u00e4den lauert, die sich durch das Universum ziehen\u201c, betont Norbert Schartel vom XMM-Newton-Teleskop, der selbst nicht an der Studie beteiligt war.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/f\/e\/fehlendematerie_3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/f\/e\/fehlendematerie_3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-302524\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/fehlendematerie_3g-300x169.jpg\" alt=\"Anteile an der normalen Materie\" width=\"300\" height=\"169\"  \/><\/a>Das Filament besteht aus hei\u00dfem intergalaktischem Gas (hier in Schwarz-Gelb dargestellt), einer Form der \u201enormalen\u201c Materie, die f\u00fcr Astronomen bisher nur sehr schwer zu finden war. \u00a9 ESA\n<\/p>\n<p>Fr\u00fcher hatten Astronomen versucht, die Beobachtungen von Filamentansammlungen zu \u201estapeln\u201d, um die Verunreinigungen durch r\u00f6ntgenstrahlende Schwarze L\u00f6cher zu \u00fcberwinden. Diese gestapelten Beobachtungen stimmten jedoch nicht mit den Vorhersagen des Standardmodells der Kosmologie \u00fcberein. Das ist erst jetzt mit der neuen Methode der Fall.<\/p>\n<p>\u201eZum ersten Mal stimmen unsere Ergebnisse genau mit dem \u00fcberein, was wir in unserem f\u00fchrenden Modell des Kosmos sehen \u2013 etwas, das bisher noch nie vorgekommen ist\u201c, sagt Migkas. \u201eEs scheint, dass die Simulationen die ganze Zeit \u00fcber richtig waren.\u201c Unter anderem erwies sich das Gasfilament als viermal weniger dicht im Vergleich zu bisherigen Entdeckungen \u2013 und ist damit typisch f\u00fcr die Vorhersagen der Simulationen.\n<\/p>\n<p>Dem kosmischen Netz auf der Spur<\/p>\n<p>Migkas und sein Team gehen davon aus, dass ihre Methodenkombination in Zukunft auch dabei helfen kann, \u00e4hnliche Orte im Universum nach Filamenten und ihren Eigenschaften abzusuchen. Dadurch k\u00f6nnten wir irgendwann auch besser verstehen, wie die gr\u00f6\u00dften Strukturen im Universum miteinander verbunden sind. (Astronomy &amp; Astrology, 2025; <a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/articles\/aa\/full_html\/2025\/06\/aa54944-25\/aa54944-25.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1051\/0004-6361\/202554944<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t Bonn, ESA, Netherlands Research School for Astronomy (NOVA)<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>23. Juni 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Anna Manz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das entdeckte Gasfilament verbindet vier Galaxienhaufen miteinander. \u00a9 ESA\/XMM-Newton und ISAS\/JAXA Teamwork der Teleskope Um das Gasfilament zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":211694,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[68326,29,68327,30,22201,190,189,68328,194,191,120,193,192],"class_list":{"0":"post-211693","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-baryonen","9":"tag-deutschland","10":"tag-gasfilament","11":"tag-germany","12":"tag-materie","13":"tag-science","14":"tag-science-technology","15":"tag-standardmodell","16":"tag-technik","17":"tag-technology","18":"tag-vermisst","19":"tag-wissenschaft","20":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114730052425034831","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211693"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211693\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/211694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=211693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=211693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}