{"id":212012,"date":"2025-06-23T04:30:35","date_gmt":"2025-06-23T04:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212012\/"},"modified":"2025-06-23T04:30:35","modified_gmt":"2025-06-23T04:30:35","slug":"das-desaster-in-grossbritannien-blieb-aus-der-gewinn-auch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212012\/","title":{"rendered":"Das Desaster in Grossbritannien blieb aus, der Gewinn auch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">F\u00fcr die Wirtschaft ist die Brexit-Bilanz l\u00e4ngst nicht so desastr\u00f6s wie bef\u00fcrchtet. Aber zu gewinnen gab es mit dem EU-Ausstieg kaum etwas.<\/p>\n<p>  <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Liesse sich doch die Zeit zur\u00fcckdrehen: der Glockenturm des Big Ben.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5475\" height=\"3585\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/8ddde03f-d8eb-4d61-8aa2-6b0e4c07a0b7.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Liesse sich doch die Zeit zur\u00fcckdrehen: der Glockenturm des Big Ben. <\/p>\n<p>Andy Rain \/ EPA<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iituqn331\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">F\u00fcnf Jahre nach dem Brexit ist die Ern\u00fcchterung \u00fcberall in der britischen Gesellschaft angekommen. Die konservative Regierung habe den Ausstieg aus der EU angek\u00fcndigt, bevor sie einen Plan gehabt habe \u2013 das r\u00e4umte die Tory-Vorsitzende <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/c17edyz11nno\" rel=\"nofollow noopener\">Kemi Badenoch Mitte Januar selbst ein<\/a>. Je nach Umfrage halten seit Anfang 2023 mehr als 60 Prozent der Briten den Brexit f\u00fcr einen Fehler.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84ju0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Am 31.\u00a0Januar 2020 war die Zuversicht gr\u00f6sser. An jenem Datum trat das Vereinigte K\u00f6nigreich offiziell aus der EU aus. Dass es nicht um Mitternacht, sondern um 23 Uhr Londoner Zeit geschah, war das letzte verhasste \u00abDiktat\u00bb vom Kontinent (entscheidend war die Mitternacht nach Br\u00fcsseler Zeit).<\/p>\n<p>Die Schwarzseher lagen falsch<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k00\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Richtig ernst wurde es elf Monate sp\u00e4ter, als die Insel auch die Zollunion und den Binnenmarkt der EU verliess. Premierminister Boris Johnson vereinbarte in letzter Minute ein Freihandelsabkommen, das die Z\u00f6lle im Warenhandel eliminiert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k01\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nach f\u00fcnf Jahren Brexit muss man anerkennen: Die Welt, beziehungsweise die Insel, ist nicht untergegangen. Der Aussenhandel mit der EU, dem wichtigsten Handelspartner, ist nicht eingebrochen. Grossbritanniens Wirtschaft ist nicht kollabiert, wie das manche Schwarzseher bef\u00fcrchteten, als die Briten im Jahr 2016 \u00fcberraschend und knapp f\u00fcr den EU-Ausstieg stimmten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Hingegen hat sich der Warenhandel mit der EU erstaunlich gut gehalten \u2013 beziehungsweise ebenso schlecht wie mit dem Rest der Welt. Wenn \u00fcberhaupt, hat er sich im Vergleich sogar etwas besser entwickelt, weil die Briten noch erstaunlich viel vom Kontinent importieren. Das mag auch daran gelegen haben, dass London viele Einfuhrbeschr\u00e4nkungen aus Angst vor den Folgen erst sp\u00e4t eingef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k11\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Doch die B\u00fcrokratie beim grenz\u00fcberschreitenden Handel kostet: Aufwendige Zollerkl\u00e4rungen m\u00fcssen gemacht werden, ausserdem braucht es Nachweise \u00fcber Produktstandards. Kleinere Unternehmen mit weniger Ressourcen tun sich mit diesem Aufwand deutlich schwerer als Konzerne.<\/p>\n<p>Es leiden die Kleinen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k12\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00dcber 16\u00a0000 Firmen beziehungsweise 14 Prozent jener britischen Exporteure, die fr\u00fcher in die EU verkauften, h\u00e4tten damit aufgeh\u00f6rt, heisst es in einer im Dezember ver\u00f6ffentlichten <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.lse.ac.uk\/News\/Latest-news-from-LSE\/2024\/l-December-2024\/brexit-reduced-goods-exports-by-27bn\" rel=\"nofollow noopener\">Studie der London School of Economics (LSE)<\/a>. Andere Analysen kommen auf h\u00f6here Zahlen. F\u00fcr Grossunternehmen ist der Effekt hingegen nicht signifikant.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k13\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die entscheidende Frage lautet, ob es der britischen Wirtschaft in der EU besser ergangen w\u00e4re. Nicht zwangsl\u00e4ufig, legen die Probleme von Deutschland, Frankreich und Italien nahe. Verkompliziert wird die Analyse, weil es mit der Corona-Pandemie und dem Energiepreisschock durch den Ukraine-Krieg sehr schwierig geworden ist, einzelne Faktoren zu trennen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Allerdings ist seit dem Brexit der Handel innerhalb der EU st\u00e4rker gewachsen als der Welthandel, wie es in einem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ukandeu.ac.uk\/reports\/uk-trade-2024\/\" rel=\"nofollow noopener\">Bericht der Denkfabrik The UK in a Changing Europe<\/a> heisst. Es ist also gut m\u00f6glich, dass Grossbritannien daran partizipiert h\u00e4tte, wenn es im B\u00fcndnis geblieben w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Taube gegen den Spatz getauscht<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k21\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Gleichzeitig ist denkbar, dass der Brexit eben nicht nur den britischen G\u00fcterhandel mit der EU d\u00e4mpfte, sondern auch jenen mit dem Rest der Welt \u2013 etwa, weil die Insel ohne EU-Zugang als Produktionsstandort unattraktiver wurde. In jedem Fall haben sich die Hoffnungen auf grosse neue Freihandelsabkommen kaum bewahrheitet. Besonders der erhoffte Handelsvertrag mit den USA steht in den Sternen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iiud84k22\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">W\u00e4hrend ein klarer Brexit-Benefit schwer auszumachen ist, sp\u00fcren die Briten die negativen Seiten des Wegfalls der Personenfreiz\u00fcgigkeit. Und die Einwanderung, ein wichtiger Grund f\u00fcr den EU-Ausstieg, ist sogar gestiegen. Mit dem Brexit hat Grossbritannien eine Taube in der Hand gegen einen Spatzen getauscht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr die Wirtschaft ist die Brexit-Bilanz l\u00e4ngst nicht so desastr\u00f6s wie bef\u00fcrchtet. 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