{"id":212017,"date":"2025-06-23T04:33:09","date_gmt":"2025-06-23T04:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212017\/"},"modified":"2025-06-23T04:33:09","modified_gmt":"2025-06-23T04:33:09","slug":"das-grosse-geld-misstrauen-gegen-trump-kapitalflucht-aus-usa-nach-europa-bayern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212017\/","title":{"rendered":"Das gro\u00dfe Geld &#8211; Misstrauen gegen Trump: Kapitalflucht aus USA nach Europa &#8211; Bayern"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Europas B\u00f6rsen haben die US-M\u00e4rkte in der ersten H\u00e4lfte 2025 erstmals seit vielen Jahren \u00fcberholt &#8211; dank US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Internationale Investoren haben nach Angaben von Investment-Managern und \u00d6konomen hohe Milliardenbetr\u00e4ge von den US-M\u00e4rkten abgezogen und nach <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> verlagert. Hauptgrund der Kapitalflucht aus den Vereinigten Staaten sind demnach Zolldrohungen und erratische Kurswechsel Trumps. Damit haben die internationalen Geldstr\u00f6me zumindest vorerst die Richtung gewechselt. Denn in den Vorjahren flossen immense Summen in die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Europ\u00e4ische Hauptgewinner sind die B\u00f6rsen in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a>, Spanien und Italien mit jeweils zweistelligen Kursgewinnen. Der Dax hat seit Jahresbeginn trotz der j\u00fcngsten Einbu\u00dfen um etwa 16 Prozent zugelegt. Die US-Aktienm\u00e4rkte hingegen verzeichneten nur magere Anstiege von weniger als zwei Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Investorengelder schwappen zur\u00fcck nach Europa\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eZahlreiche Indizien deuten auf eine deutliche Bewegung von Investorengeldern aus den USA in Richtung Europa, aber auch in andere Regionen wie Japan hin\u201c, sagt Ludovic Subran, bei der Allianz als Chief Investment Officer der Hauptverantwortliche f\u00fcr die Geldanlagen. Der M\u00fcnchner Dax-Konzern z\u00e4hlt mit knapp 2,5 Billionen Euro angelegten Kapitals zu den internationalen Gr\u00f6\u00dfen der Zunft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zuvor war \u00fcber Jahre das gro\u00dfe <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Geld\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geld<\/a> aus aller Welt an die US-Finanzm\u00e4rkte gestr\u00f6mt. Eine Folge ist, dass Aktien in den USA gemessen an den Unternehmensgewinnen teuer sind, in Europa jedoch vergleichsweise g\u00fcnstig. \u00a0\u201eKumuliert wird die Nettoposition an Portfolioinvestitionen in die USA per Ende 2024 mit rund 17 Billionen Dollar beziffert\u201c, sagt Vincenzo Vedda, Global Chief Investment Officer bei DWS, dem Verm\u00f6gensverwalter der Deutschen Bank. Auch die DWS ist mit gut einer Billion verwaltetem Verm\u00f6gen ein Schwergewicht.<\/p>\n<p>Die \u201eWiederentdeckung\u201c Europas<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDies hat sich jetzt ge\u00e4ndert\u201c, sagt Vedda. \u201eAus einer kr\u00e4ftigen \u00dcbergewichtung der USA durch die Fondsmanager noch zum Jahresende 2024 ist so eine deutliche Untergewichtung geworden.\u201c Vedda nennt zwei Trends: \u201eErstens, die Wiederentdeckung Europas und seiner Aktien. Das Interesse kam dabei sowohl aus Asien wie auch den USA, aber auch die Europ\u00e4er selbst haben ihren \u201eHeimatmarkt\u201c wiederentdeckt.\u201c\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zweitens versp\u00fcrten nach Veddas Worten etliche Anleger den Drang, \u201edas US-Exposure zu reduzieren und st\u00e4rker zu diversifizieren.\u201c Wesentlicher Treiber sei neben der politischen Entwicklung in den USA und dem Umstand, dass etliche Investoren zuvor ein sehr gro\u00dfes \u00dcbergewicht in den USA aufgebaut hatten, auch die Sorge um eine weitere Dollar-Abschw\u00e4chung gewesen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Internationale Zahlungsbilanzen liegen noch nicht vor, aber publik sind die Zu- und Abfl\u00fcsse bei ETF-Aktienfonds. BayernLB-Chefvolkswirt J\u00fcrgen Michels verweist auf Daten des US-Finanzinformationsdienstleisters Morningstar. Demnach flossen im ersten Quartal 2025 26 Milliarden. Euro in europ\u00e4ische Aktienfonds, nachdem es zuvor zw\u00f6lf Quartale &#8211; also drei Jahre lang &#8211; Nettoabfl\u00fcsse gegeben hatte. Im April und Mai str\u00f6mten netto dann weitere von 22 Milliarden Euro in europ\u00e4ische Fonds.\u00a0<\/p>\n<p>Schwindendes Vertrauen in die USA &#8230;<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDie Verunsicherung durch die US-Politik und schwindendes Vertrauen in die USA d\u00fcrfte eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr diese Entwicklung gespielt haben\u201c, sagt der \u00d6konom. So gab es im einen auff\u00e4llig starken Netto-Mittelabfluss aus allen US-Fonds im April &#8211; nachdem Trump seinen \u201eLiberation Day\u201c verk\u00fcndet und die gr\u00f6\u00dften US-Zollerh\u00f6hungen seit den Tagen der Weltwirtschaftskrise 1930 angek\u00fcndigt hatte.<\/p>\n<p>\u2026 und etwas mehr Optimismus in Europa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDas gestiegene Interesse nach europ\u00e4ischen Aktien ist aber auch von mehr Zuversicht \u00fcber die Perspektiven in Europa getragen\u201c, meint Michels. Dazu hat nach Einsch\u00e4tzung des BayernLB-Chefvolkswirts das Fiskalpaket der neuen Bundesregierung beigetragen. \u201eVor diesem Hintergrund scheinen Investoren nicht mehr bereit, den historisch au\u00dfergew\u00f6hnlich hohen Bewertungsaufschlag von US-Aktien gegen\u00fcber europ\u00e4ischen Aktien zu akzeptieren.\u201c<\/p>\n<p>Italien solider als die USA?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auff\u00e4llig sind nicht nur die Aktienm\u00e4rkte: Die USA zahlen derzeit deutlich h\u00f6here Zinsen von etwa 4,4 Prozent f\u00fcr zehnj\u00e4hrige Staatsanleihen als Italien mit 3,5 Prozent. Traditionell sind eher die italienischen Anleihen h\u00f6her verzinst &#8211; der Risikoaufschlag f\u00fcr die hohe Verschuldung des Landes.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Derlei kam zwar auch in der Vergangenheit schon vor, wie die befragten Fachleute sagen. \u201eDennoch deutet der j\u00fcngste Anstieg der US-Zinsen im Vergleich zu Italien darauf hin, dass M\u00e4rkte zunehmend besorgt \u00fcber die US-Staatsverschuldung sind. Gleichzeitig hat sich die fiskalpolitische Situation in Italien deutlich verbessert\u201c, sagt Allianz-Chefinvestor Subran.\u00a0<\/p>\n<p>US-Staatsverschuldung steigt rasant<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Denn die Verbindlichkeiten der Vereinigten Staaten haben sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt: von 18,1 Billionen Dollar im Herbst 2015 auf 35,4 Billionen im Herbst 2024, wie den Daten des US-Finanzministeriums zu entnehmen ist. Trump trieb schon in seiner ersten Amtszeit trotz damals noch gut laufender US-Konjunktur die Verschuldung in die H\u00f6he, Nachfolger Joe Biden bek\u00e4mpfte die Corona-Pandemie mit Krediten.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eNichtsdestotrotz wird der US-Dollar mittelfristig weiterhin die dominierende W\u00e4hrung bleiben und US-Anlagen das R\u00fcckgrat der globalen Finanzwelt bleiben, nicht zuletzt aus Mangel an Alternativen\u201c, sagt der Chief Investment Officer der Allianz.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Taco<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Da Trump seine urspr\u00fcnglichen Zolldrohungen bislang nur in abgeschw\u00e4chter Form in die Tat umgesetzt hat, hat auch die Furcht der Finanzm\u00e4rkte vor eskalierenden Handelskriegen der USA mit dem Rest der Welt wieder etwas nachgelassen. Der US-Pr\u00e4sident hat sich mit seiner Neigung, nach martialischen Drohungen schnell wieder den Teilr\u00fcckzug anzutreten, in der Finanzwelt den Spottnamen \u201eTaco\u201c eingehandelt: \u201eTrump always chickens out\u201c, Trump kneift immer.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">In geringerem Umfang aber k\u00f6nnte sich der Trend auch in der zweiten Jahresh\u00e4lfte fortsetzen, so die \u00fcbereinstimmende Einsch\u00e4tzung. \u201eWir denken, dass der Drang internationaler Investoren, ihre Portfolien etwas weniger US-lastig auszurichten, anhalten d\u00fcrfte\u201c, meint DWS-Chefinvestor Vedda.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:250623-930-704382\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Europas B\u00f6rsen haben die US-M\u00e4rkte in der ersten H\u00e4lfte 2025 erstmals seit vielen Jahren \u00fcberholt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":212018,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,147,772,665,29,548,663,158,3934,3935,1721,666,13,1268,14,15,12,149,64],"class_list":{"0":"post-212017","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-ausland","11":"tag-bayern","12":"tag-boerse","13":"tag-deutschland","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europaeische-union","17":"tag-europe","18":"tag-european-union","19":"tag-finanzen","20":"tag-geld","21":"tag-headlines","22":"tag-muenchen","23":"tag-nachrichten","24":"tag-news","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-sueddeutsche-zeitung","27":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114730814952559733","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=212017"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212017\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/212018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=212017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=212017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=212017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}