{"id":212053,"date":"2025-06-23T04:54:11","date_gmt":"2025-06-23T04:54:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212053\/"},"modified":"2025-06-23T04:54:11","modified_gmt":"2025-06-23T04:54:11","slug":"zahl-auslaendischer-arbeitskraefte-hat-sich-binnen-zehn-jahren-vervierfacht-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212053\/","title":{"rendered":"Zahl ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte hat sich binnen zehn Jahren vervierfacht \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 1.637.894 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte hatten am 30. Juni 2024 ihren Arbeitsplatz im Freistaat Sachsen. Davon verf\u00fcgten 141.537 Besch\u00e4ftigte \u00fcber eine ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rigkeit (8,6 Prozent aller Besch\u00e4ftigten), meldet das Statistische Landesamt, und knapp zwei Drittel dieser Besch\u00e4ftigten waren M\u00e4nner. Oder so formuliert: In vielen Branchen l\u00e4uft schon lange nichts mehr ohne ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Die Zahl der ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten legte in den letzten zehn Jahren um mehr als das Vierfache zu \u2013 von 32.251 Besch\u00e4ftigten um 109.286 Personen auf nun 141.537. In den letzten zehn Jahren konnte dieser Zuwachs an Besch\u00e4ftigten mit ausl\u00e4ndischer Staatsangeh\u00f6rigkeit zum Beispiel in der Region Chemnitz die Verluste an Besch\u00e4ftigten insgesamt bremsen, geht das Statistische Landesamt auf einen der Effekte f\u00fcr die s\u00e4chsische Wirtschaft ein. In den Landkreisen um Dresden kompensierten die Zug\u00e4nge an ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten sogar die Abg\u00e4nge bei den deutschen Besch\u00e4ftigten.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/34dcf4efcb5443dca35576b078a9571f.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/06\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Oder einmal so ausgedr\u00fcckt: Der Arbeitskr\u00e4ftemangel h\u00e4tte Sachsens Wirtschaft schon l\u00e4ngst viel heftiger im Griff, wenn es nicht seit Jahren permanente Zuwanderung aus dem Ausland g\u00e4be.<\/p>\n<p>Auch im Landkreis G\u00f6rlitz l\u00e4uft ohne Ausl\u00e4nder nichts mehr<\/p>\n<p>Und das gegen eine miserable Stimmung im Land, die gerade rechtsradikale Parteien wie die AfD verbreiten, die ihren W\u00e4hlern einreden, Deutschland m\u00fcsste die Migration unterbinden und die \u201eillegal\u201c eingewanderten Menschen wieder abschieben. Ein Konzept, das die CDU mit ihrer von falscher H\u00e4rte gepr\u00e4gten Linie auch noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Als w\u00e4ren ihre Sprecher zu feige, es auszusprechen: dass Sachsen in seine gr\u00f6\u00dfte Wirtschaftskrise l\u00e4uft, wenn sich diese Art Vogel-Strau\u00df-Politik tats\u00e4chlich durchsetzt. Denn dann werden ganze Branchen regelrecht kollabieren, weil schlicht die Leute fehlen, den Laden noch am Laufen zu halten.<\/p>\n<p>Es gibt in der Statistik sogar eine echte \u00dcberraschung: Regional betrachtet hatten die ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten ihren Arbeitsplatz vorwiegend in den St\u00e4dten Leipzig und Dresden \u2013 aber eben auch im Landkreis G\u00f6rlitz. Mit 12,5 Prozent war der Anteil an ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten innerhalb Sachsens in G\u00f6rlitz am h\u00f6chsten. G\u00f6rlitz \u2013 das ist ein Landkreis, in dem die AfD bei der Kreistagswahl 2024 mit 36,1 Prozent haushoch gewann vor der CDU.<\/p>\n<p>Als w\u00fcrden die W\u00e4hler \u00fcberhaupt nicht wahrnehmen, dass die G\u00f6rlitzer Wirtschaft ohne ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte schon lange nicht mehr funktionieren w\u00fcrde. Auf 77.271 Arbeitskr\u00e4fte mit deutscher Staatsangeh\u00f6rigkeit kommen inzwischen 10.994 ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte. Sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt, das muss betont werden.<\/p>\n<p>Denn damit zahlen auch sie in die deutschen Sozialversicherungssysteme ein. Wobei die Zahl der Arbeitnehmer mit deutscher Staatsangeh\u00f6rigkeit seit 2014 um rund 2.000 zur\u00fcckging. Auch im Landkreis G\u00f6rlitz macht sich l\u00e4ngst die \u00dcberalterung der deutschen Bev\u00f6lkerung bemerkbar, genauso wie das Fehlen von Nachwuchs f\u00fcr die Ausbildung.<\/p>\n<p>Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr den Wirtschaftsaufschwung<\/p>\n<p>Dresden und Leipzig haben nat\u00fcrlich noch viel h\u00f6here Zahlen von ausl\u00e4ndischen Erwerbst\u00e4tigen. In Dresden sind es 26.428 (9,4 Prozent). Und in Leipzig arbeiten inzwischen 32.110 Menschen mit ausl\u00e4ndischer Staatsangeh\u00f6rigkeit, 10,8 Prozent aller Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu betrugen die Anteile ausl\u00e4ndischer Besch\u00e4ftigter im Erzgebirgskreis und im Landkreis Mittelsachsen nur 5,8 bzw. 5,9 Prozent. Auf Gemeindeebene ging dieser Anteil aktuell bis \u00fcber 40 Prozent (Mockrehna in Nordsachsen, Schleife im Landkreis G\u00f6rlitz), stellt das Statistische Landesamt mit. 17 kreisangeh\u00f6rige St\u00e4dte und Gemeinden hatten zur Jahresmitte 2024 mehr als 20 Prozent Anteil der ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten an allen Besch\u00e4ftigten und bei 30 St\u00e4dten und Gemeinden lag dieser Anteil zwischen 13 und 20 Prozent.<\/p>\n<p>In 108 von den 418 s\u00e4chsischen kreisangeh\u00f6rigen St\u00e4dten und Gemeinden war dieser Anteil h\u00f6her als der s\u00e4chsische Wert.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich nehmen Menschen mit ausl\u00e4ndischer Staatsangeh\u00f6rigkeit vor allem in jenen Branchen eine Arbeit auf, in denen oft keine h\u00f6here Qualifikation gebraucht wird, der Arbeitskr\u00e4ftebedarf aber hoch ist. In den einzelnen Branchen waren ausl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigte aktuell vor allem in den Bereichen Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, in der \u00dcberlassung von Arbeitskr\u00e4ften sowie im Gesundheits- und Sozialwesen t\u00e4tig. Innerhalb des produzierenden Gewerbes lagen die Arbeitsschwerpunkte im Baugewerbe, in der Metallbranche sowie bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und Getr\u00e4nken, so das Statistische Landesamt.<\/p>\n<p>Da auch die Gesamtbesch\u00e4ftigtenzahl in Sachsen seit 2014 um 126.281 Personen wuchs, liegt auch auf der Hand, dass das s\u00e4chsische Wirtschaftswachstum in diesem Zeitraum ohne das Wachstum der ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigung gar nicht machbar gewesen w\u00e4re. Das wird in den wohlfeilen Reden der von \u201eharter Hand\u201c geradezu berauschten Politiker einfach ignoriert. Und in den Reden derer, die fordern, die Deutschen m\u00fcssten mehr arbeiten, erst recht.<\/p>\n<p>Und das Verbl\u00fcffende ist: Die statistischen Landes\u00e4mter haben zwar all diese Zahlen. In der Politik gerade der konservativen Parteien aber spielen die tats\u00e4chlichen Zahlen aus dem Arbeitsmarkt keine Rolle. Sie suggerieren Zust\u00e4nde, die selbst mit der Wirklichkeit des s\u00e4chsischen Arbeitsmarktes nichts (mehr) zu tun haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 1.637.894 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte hatten am 30. 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