{"id":212956,"date":"2025-06-23T13:13:12","date_gmt":"2025-06-23T13:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212956\/"},"modified":"2025-06-23T13:13:12","modified_gmt":"2025-06-23T13:13:12","slug":"juedische-traditionsschule-berlin-feiert-20-jaehriges-bestehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/212956\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische Traditionsschule Berlin feiert 20-j\u00e4hriges Bestehen"},"content":{"rendered":"<p>Nirit Zuckermann war eine der ersten Sch\u00fclerinnen der J\u00fcdischen Traditionsschule Berlin. Das war 2005. Sie ist inzwischen 28 Jahre alt und selbst Lehrerin. Zuckermann unterrichtet Judaistik an der Schule, die sie einst als junges M\u00e4dchen besuchte. An die Zeit als Sch\u00fclerin erinnert sie sich gern zur\u00fcck: \u00bbEs war damals wie eine kleine Familie. Wir waren ganz wenige Kinder. Und die Atmosph\u00e4re in der Villa im Park, umgeben von einer sch\u00f6nen gr\u00fcnen Wiese und einem Spielplatz, war wundersch\u00f6n.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren ist die Schule der J\u00fcdischen Gemeinde Chabad Berlin vom Spandauer Damm an die Westf\u00e4lische Stra\u00dfe in Wilmersdorf umgezogen. Dort, im \u00bbPears J\u00fcdischer Campus\u00ab, finden sich auf f\u00fcnf Etagen und 8000 Quadratmetern verteilt moderne Klassenzimmer und Fachr\u00e4ume. Auch eine Sporthalle steht zur Verf\u00fcgung. \u00bbIch durfte diese ganze Entwicklung Schritt f\u00fcr Schritt miterleben. Das ist etwas ganz Besonderes\u00ab, berichtet Zuckermann. Zusammen mit weiteren Lehrkr\u00e4ften, Kindern und Eltern konnte sie am Sonntagnachmittag bei der Feier des 20-j\u00e4hrigen Bestehens der Schule einen Blick auf \u00bbVergangenheit, Gegenwart, Zukunft\u00ab werfen. Im Festsaal des Campus f\u00fchrten die Sch\u00fcler Hadassah und Ezra durch ein Programm mit Videos aus der Schulgeschichte, mit 3-D-Film, Sch\u00fclerchor und B\u00fchnenfeuerwerk.<\/p>\n<p>Schulische Bildung sei ein tragender Pfeiler der demokratischen Gesellschaft<\/p>\n<p>Zum Jubil\u00e4um erkl\u00e4rte der Vorsitzende der J\u00fcdischen Gemeinde Chabad Berlin, Rabbiner Yehuda Teichtal: \u00bbDie Feier des 20-j\u00e4hrigen Bestehens der J\u00fcdischen Traditionsschule steht sinnbildlich f\u00fcr das, was heute mehr denn je gebraucht wird: Orte, an denen Wissen vermittelt, Werte gelebt und junge Menschen in einem Geist von Respekt, Verantwortung und Zusammenhalt gepr\u00e4gt werden.\u00ab Gerade in Zeiten, in denen Toleranz und Miteinander gest\u00e4rkt werden m\u00fcssen, sei schulische Bildung ein tragender Pfeiler der demokratischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>In seiner Rede forderte Teichtal auf, \u00bbgemeinsam f\u00fcr eine positive, lebendige, wunderbare, fantastische Zukunft und ein j\u00fcdisches Leben und Miteinander in Berlin\u00ab zu wirken. Auch verwies er auf die aktuelle Kriegssituation in Israel und sprach gemeinsam mit den Schulkindern einen Psalm als Gebet f\u00fcr den j\u00fcdischen Staat. \u00bbUnser Herz und unsere Seele sind mit unseren Br\u00fcdern und Schwestern in Israel\u00ab, so der Rabbiner.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Den Campus bezeichnete die Senatorin f\u00fcr Kultur und Gesellschaft als \u00bbLeuchtturmprojekt\u00ab.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Senatorin f\u00fcr Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sarah Wedl-Wilson, freute sich \u00fcber ein Fest \u00bbmit so viel Enthusiasmus, Energie und Zukunft\u00ab. Den Campus bezeichnete sie als \u00bbLeuchtturmprojekt\u00ab. Die J\u00fcdische Traditionsschule sei \u00bbeine Erfolgsgeschichte und ein wichtiges Zeichen f\u00fcr ein lebendiges j\u00fcdisches Leben in Berlin\u00ab.<\/p>\n<p>Die Kultursenatorin erz\u00e4hlte auch von ihrer eigenen Schulzeit in London im \u00e4ltesten M\u00e4dchengymnasium Gro\u00dfbritanniens. Etwa die H\u00e4lfte der Mitsch\u00fclerinnen sei j\u00fcdisch gewesen. Sie w\u00fcnsche sich f\u00fcr jedes Kind das Wissen um andere Traditionen und Religionen. Die Bedeutung von Vielfalt in der Gesellschaft sei die Basis f\u00fcr Toleranz. \u00bbUnd Toleranz ist das, was wir so dringend brauchen f\u00fcr die Ausgestaltung unseres demokratischen Lebens miteinander\u00ab, so Wedl-Wilson.<\/p>\n<p>Schulleiterin Heike Michalak erinnerte bei der Feier an die Kolleginnen und Kollegen, mit denen sie gemeinsam die Schule aufbauen durfte. \u00bbUnd ich erinnere mich an eine freundliche alte Villa im Ruhwaldpark.\u00ab Viel habe sich ver\u00e4ndert, anderes sei geblieben. \u00bbDamals wie heute haben wir ein Ziel: die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu Pers\u00f6nlichkeiten zu erziehen, die es verstehen, Wissen und Werte miteinander zu verkn\u00fcpfen.\u00ab<\/p>\n<p>Die J\u00fcdische Traditionsschule ist eine staatlich genehmigte Ersatzschule<\/p>\n<p>Schulrabbiner David Gewirtz blickte nicht nur auf die vergangenen 20 Jahre, sondern auf die lange Geschichte des j\u00fcdischen Lernens zur\u00fcck. Dieses habe bereits vor mehr als 3300 Jahren nach dem Auszug aus \u00c4gypten begonnen, als Mosche jeden Tag das j\u00fcdische Volk unterrichtete. \u00bbBildung begleitet uns von Anfang an.\u00ab<\/p>\n<p>2005 wurde die J\u00fcdische Traditionsschule Or Avner er\u00f6ffnet. Damals wurden zw\u00f6lf Kinder in drei Klassen unterrichtet. Heute besuchen mehr als 120 Kinder die Harry-Schwarzer-Chabad-Grundschule und etwa 100 Jugendliche lernen im Gutman-Chabad-Gymnasium.<\/p>\n<p>Als besondere Angebote werden unter anderem computergest\u00fctzter Unterricht, Englischunterricht ab Klasse 1 und au\u00dferschulische Lernaktivit\u00e4ten erw\u00e4hnt. Zudem wird Unterricht in Hebr\u00e4isch und Judaistik erteilt. Nach Angaben der Schule sollen die Kinder und Jugendlichen mit einem p\u00e4dagogischen Konzept begleitet werden, das Bildung, Wertevermittlung und j\u00fcdische Identit\u00e4t vom Grundschulalter bis zum Abitur auf einzigartige Weise miteinander verbindet.<\/p>\n<p>Die J\u00fcdische Traditionsschule ist eine staatlich genehmigte Ersatzschule. Sie bietet die gleichen Schulabschl\u00fcsse wie \u00f6ffentliche Schulen. Unterrichtet wird nach den Rahmenlehrpl\u00e4nen, die von der Senatsverwaltung herausgegeben wurden.<\/p>\n<p>Bereits 2018 belegte die Schule mit einem Notendurchschnitt von 1,37 den ersten Platz im Abitur-Noten-Ranking der Hauptstadt. Dieser Erfolg wurde sp\u00e4ter nochmals wiederholt. Auch bei anderen Wettbewerben wurden Preise und Auszeichnungen geholt. Die Berliner Zeitung titelte damals: \u00bbDie schlaueste Schule Berlins: Was ist das Erfolgsgeheimnis?\u00ab Die Antwort von Heike Michalak lautet: \u00bbDass wir jeden Sch\u00fcler individuell betrachten, auf seiner Ausgangslage aufbauen und in kleinen Klassen sowie mit guten Ansprechpartnern eine gute Lernumgebung bieten k\u00f6nnen.\u00ab Das ganze Kollegium, einschlie\u00dflich Sekret\u00e4rinnen und Erzieherinnen, umfasst 46 Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p>Noch weitere Alumnis waren zum Schulfest gekommen<\/p>\n<p>Und was w\u00fcnscht sich die Schulleiterin f\u00fcr die n\u00e4chsten 20 Jahre? \u00bbDass wir alle gemeinsam positiv nach vorne schauen, dass wir unsere Kinder im Auge behalten, dass wir unseren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Engagement, Mut und Zeit das Beste geben k\u00f6nnen.\u00ab \u00dcbrigens waren neben Nirit Zuckermann noch weitere Alumnis zum Schulfest gekommen. <\/p>\n<p>Mit dabei war auch David Abaew. Er war 2008 Sch\u00fcler der Traditionsschule. Inzwischen ist der 27-J\u00e4hrige als Unternehmer t\u00e4tig. Gemeinsam mit seiner Schwester Ramona unterst\u00fctzte er als Sponsor die Jubil\u00e4umsfeier. Dabei berichtete er, was ihm die Schule in einer besonders herausfordernden pers\u00f6nlichen Situation alles gegeben habe. Abaew sprach von der Hoffnung in der kleinen Villa, die heute Realit\u00e4t im J\u00fcdischen Campus geworden sei. Sein Fazit: \u00bbGenau in diesen Zeiten zeigt dieser Campus vor allem eins: Wir bleiben f\u00fcr immer. Die j\u00fcdische Zukunft Berlins beginnt genau hier.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nirit Zuckermann war eine der ersten Sch\u00fclerinnen der J\u00fcdischen Traditionsschule Berlin. Das war 2005. 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