{"id":213731,"date":"2025-06-23T20:10:09","date_gmt":"2025-06-23T20:10:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/213731\/"},"modified":"2025-06-23T20:10:09","modified_gmt":"2025-06-23T20:10:09","slug":"friedenspartei-in-zwickmuehle-das-peinliche-trump-dilemma-der-afd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/213731\/","title":{"rendered":"&#8222;Friedenspartei&#8220; in Zwickm\u00fchle: Das peinliche Trump-Dilemma der AfD"},"content":{"rendered":"<p>                    &#8222;Friedenspartei&#8220; in Zwickm\u00fchle<br \/>\n                Das peinliche Trump-Dilemma der AfD<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Martin Schmidt und Martin Debes<br \/>\n\t\t\t\t              23.06.2025, 19:56 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Mit dem Eintritt in den israelisch-iranischen Krieg hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump die AfD kalt erwischt. Der Partei f\u00e4llt es erkennbar schwer, sich neu zu sortieren.<\/strong><\/p>\n<p>Was die Au\u00dfenpolitik betrifft, wirkt die AfD-Spitze gerade wie paralysiert. Am sp\u00e4ten Sonntagnachmittag, nachdem sich alles, was in Deutschland irgendwie Politik macht, zum US-Schlag gegen den Iran ge\u00e4u\u00dfert hatte, meldeten sich auch die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Die Pressemitteilung, die sich wie das Bulletin eines diplomatischen Dienstes las, war so kurz, dass sie hier zitiert werden kann.<\/p>\n<p>&#8222;Die Angriffe auf den Iran d\u00fcrfen nicht bis zu einem bitteren Ende weitergef\u00fchrt werden&#8220;, hie\u00df es. &#8222;Friede durch ehrliche Diplomatie auf allen Seiten ist das, was auch US-Vizepr\u00e4sident Vance unterst\u00fctzt.&#8220; Europa m\u00fcsse dabei &#8222;den Weg der Vermittlung weitergehen&#8220;, um im Interesse seiner B\u00fcrger eine Eskalation in der Golfregion zu stoppen.<\/p>\n<p>Was fehlte, war der Name jenes Mannes, der seit der Nacht zum Sonntag endg\u00fcltig im Zentrum des Geschehens steht und zuletzt in der AfD-F\u00fchrung als Ikone galt: US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Er wurde im Unterschied zu seinem Stellvertreter JD Vance nicht erw\u00e4hnt. <\/p>\n<p>Die AfD und ihr Image als &#8222;Friedenspartei&#8220;<\/p>\n<p>Die drei fast schon hilflos wirkenden S\u00e4tze illustrieren das peinliche Dilemma, in dem sich die AfD als selbsternannte &#8222;Friedenspartei&#8220; man\u00f6vriert hat: Der Nahost-Konflikt legt endg\u00fcltig die sicherheits- und au\u00dfenpolitische Orientierungslosigkeit der AfD blo\u00df. <\/p>\n<p>Stritt die Partei bislang vor allem \u00fcber die Aufr\u00fcstung der Bundeswehr und die Wehrpflicht, wobei die Vorsitzenden (Weidel daf\u00fcr, Chrupalla dagegen) gegens\u00e4tzliche Positionen vertraten, wird die Partei von ihrer uneingeschr\u00e4nkten Solidarit\u00e4t gegen\u00fcber Trump und der MAGA-Bewegung eingeholt. Denn nachdem die AfD-Spitze \u00fcber viele Jahre den insbesondere in Ostdeutschland grassierenden Antiamerikanismus bedient hatte, hatte sie mit der Wiederwahl Trumps radikal umgesteuert. Die neue US-Administration wurde euphorisch begr\u00fc\u00dft und ausdauernd belobigt. <\/p>\n<p>Die beiden AfD-Vorsitzenden wetteiferten geradezu um die symboltr\u00e4chtigsten Demutsgesten. Nachdem Chrupalla zur Amtseinf\u00fchrung Trumps nach Washington D.C. gereist war und flei\u00dfig Selfies postete, freundete sich Weidel \u00f6ffentlichkeitswirksam mit Elon Musk an. Die Parteichefin wurde von dem Milliard\u00e4r auf dessen sozialen Kanal X &#8222;interviewt&#8220; &#8211; doch die Sympathien waren auf beiden Seiten nicht zu \u00fcbersehen. Wenig sp\u00e4ter wurde Musk sogar live auf einer gro\u00dfen AfD-Wahlkampfveranstaltung zugeschaltet. <\/p>\n<p>Am rechtesten Rand der Partei hingegen wurde die neue Liebe zu Amerika kritisch betrachtet: Vor allem Bj\u00f6rn H\u00f6cke hielt erkennbar Abstand zu Trump. Zuletzt rief er auf einem AfD-Sommerfest im th\u00fcringischen Greiz, dass es &#8222;seit 100 Jahren&#8220; ein Ziel amerikanischer Au\u00dfenpolitik sei, &#8222;die Ann\u00e4herung zwischen Deutschland und Russland zu verhindern&#8220;. Dabei sei Moskau der &#8222;nat\u00fcrliche Partner&#8220; der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Chrupalla verurteilt Israels Angriff<\/p>\n<p>Chrupalla bewegt sich seit der Bombardierung Irans wieder klar in Richtung H\u00f6cke. &#8222;Ans Pulverfass Naher Osten ist Lunte gelegt&#8220;, schrieb er auf X. &#8222;Ich verurteile die Angriffe und rufe die Beteiligten zur M\u00e4\u00dfigung auf!&#8220; <\/p>\n<p>Weidel-Intimus Markus Frohnmaier, inzwischen au\u00dfenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, sagte dem Portal &#8222;Politico&#8220;, dass Israel &#8222;jedes Recht&#8220; habe, &#8222;daf\u00fcr zu sorgen, dass die staatliche Existenz nicht bedroht wird&#8220;.<\/p>\n<p>Es folgte ein erstes gemeinsames Bulletin von Chrupalla mit Weidel, in der als kleinster gemeinsamer Nenner die &#8222;Drecksarbeit&#8220;-Aussage von CDU-Kanzler Friedrich Merz kritisiert wurde. Mehr Konsens war nicht drin. Selbst in der Fraktionsspitze wunderten sich manche, wie es sein k\u00f6nne, sich in so einer historischen Situation allein an der Wortwahl des Regierungschefs abzuarbeiten. <\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend meldete sich noch AfD-Querulant Maximilian Krah zu Wort. &#8222;I stand with Trump!&#8220;, teilte der etwa. &#8222;Die globalen Ver\u00e4nderungen, die Trump bringt, sind per Saldo positiv.&#8220; Das sollten auch jene einr\u00e4umen, die den Luftschlag auf den Iran kritisieren. Es gebe &#8222;keine sinnvolle Alternative zu Trump&#8220;. <\/p>\n<p>Der au\u00dfenpolitische Arbeitskreis der AfD sah sich deshalb am Montag gen\u00f6tigt, eine &#8222;Positionierung&#8220; zu ver\u00f6ffentlichen, die aber eher ein Formelkompromiss ist. In dem Papier wird einerseits das Existenzrecht Israels und die potenzielle Gef\u00e4hrdung des j\u00fcdischen Staates durch eine iranische Atombombe betont. Gleichzeitig solle Israel Belege daf\u00fcr vorlegen, dass die Bedrohung real sei und der Iran seine Nuklearanlagen f\u00fcr unabh\u00e4ngige Experten \u00f6ffnen soll. <\/p>\n<p>Was allerdings fehlt, ist jeglicher Verweis auf Trump oder die in den Krieg eingetretene USA. Der US-Pr\u00e4sident ist nun in der AfD der Mann, dessen Name nicht genannt werden darf.<\/p>\n<p>Alice Weidel in den Schweizer Bergen<\/p>\n<p>Der Unmut w\u00e4chst vor allem bei jenen in der AfD, die Israel und den USA n\u00e4herstehen. &#8222;Weidel setzt sich f\u00fcr ihre \u00dcberzeugungen nicht ein, ist zu viel in den Schweizer Bergen&#8220;, sagte ein f\u00fchrendes Mitglied der Bundestagsfraktion dem &#8222;Stern&#8220;. Im Ergebnis setze sich Chrupalla mit seiner Tonalit\u00e4t eines s\u00e4chsischen Kreisvorsitzenden durch, obwohl er daf\u00fcr keine Mehrheit habe.<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich klingt die Analyse eines anderen AfD-Bundestagsabgeordneten, der nicht genannt werden will. Chrupalla wolle offenbar jetzt Pfl\u00f6cke einrammen. Weidel hingegen zeige sich weniger engagiert. Dabei speise sich der &#8222;Friedensaktivismus&#8220; Chrupallas und anderer nicht einmal so sehr aus einem \u00fcberzeugten Pazifismus, sondern aus der Parteinahme f\u00fcr Moskau. &#8222;Sie schreien jetzt bei Israels Angriff, dass er v\u00f6lkerrechtswidrig sei&#8220;, sagte der Abgeordnete dem &#8222;Stern&#8220;. &#8222;Bei Russland war man da sehr zur\u00fcckhaltend.&#8220;<\/p>\n<p>Ob Weidel mit Chrupalla vor der Sitzung der Bundestagsfraktion an diesem Dienstag &#8211; so wie \u00fcblich &#8211; f\u00fcr ein Statement vor die Kameras treten, war am Montagnachmittag noch nicht gewiss. Es sei alles sehr eng getaktet, sagte ein Sprecher der Fraktion. Hauptaufgabe der beiden d\u00fcrfte sein: sich nicht gegenseitig widersprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Friedenspartei&#8220; in Zwickm\u00fchle Das peinliche Trump-Dilemma der AfD Von Martin Schmidt und Martin Debes 23.06.2025, 19:56 Uhr Artikel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":213732,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[186,3025,499,106,13,13612,412,35667,14,15,16,12,30684,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-213731","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-afd","9":"tag-alice-weidel","10":"tag-benjamin-netanjahu","11":"tag-donald-trump","12":"tag-headlines","13":"tag-iran-konflikt","14":"tag-israel-krieg","15":"tag-maximilian-krah","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-politik","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-tino-chrupalla","21":"tag-top-news","22":"tag-top-meldungen","23":"tag-topmeldungen","24":"tag-topnews","25":"tag-welt","26":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114734499343650691","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/213731","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=213731"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/213731\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/213732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=213731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=213731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=213731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}