{"id":214570,"date":"2025-06-24T03:57:17","date_gmt":"2025-06-24T03:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/214570\/"},"modified":"2025-06-24T03:57:17","modified_gmt":"2025-06-24T03:57:17","slug":"die-musikbrauerei-ein-ort-fuer-rechte-medien-und-querdenker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/214570\/","title":{"rendered":"Die Musikbrauerei \u2013 ein Ort f\u00fcr rechte Medien und &#8222;Querdenker&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">Die Musikbrauerei in Prenzlauer Berg ist in der Regel ein Ort f\u00fcr Kunst und Kultur. Doch immer wieder finden dort Veranstaltungen der &#8222;Querdenker&#8220;-Szene statt. Wie passt das zusammen?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus stellte bereits vor zwei Jahren fest, dass es in der Musikbrauerei eine Veranstaltung von &#8222;Schwurblern&#8220; gab. Menschen aus der &#8222;Querdenker&#8220;-Szene seien dort aufgetreten. Danach blieb es rund um den Kulturort weitestgehend still.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Doch Ende April 2025 geriet die Veranstaltungsst\u00e4tte dann erneut ins Visier linker, antirassistischer Gruppen: wegen einer Ausstellung, die von dem Magazin &#8222;Compact TV&#8220; ausf\u00fchrlich medial begleitet wurde. Das Magazin wurde im vergangenen Jahr von der damaligen Innenministerin <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/nancy-faeser\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nancy Faeser<\/a> verboten \u2013 dahinter steckt eine GmbH, die als rechtsextremistisch gilt. Seit Jahren beobachtet der Verfassungsschutz den Verein samt seiner Teilorganisationen und dessen Gr\u00fcnder J\u00fcrgen Els\u00e4sser.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Nach einem Eilantrag gegen das Verbot darf das Magazin bislang weiter publizieren. Derzeit befasst sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Frage, ob das Verbot zul\u00e4ssig war. <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_100763626\/compact-verbot-juergen-elaesser-muss-bis-zum-24-juni-bangen.html\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr dazu lesen Sie hier.<\/a><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Doch auch weitere umstrittene Personen durften sich zuletzt Ende Mai 2025 in der ehemaligen Brauerei pr\u00e4sentieren: darunter Kayvan Soufi-Siavash alias Ken Jebsen mit seinem Kanal &#8222;Apolut&#8220;. Dem ehemaligen RBB-Moderator wird vorgeworfen, in seinen Kan\u00e4len Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen zu verbreiten. Im Jahr 2021 wurde sein Kanal &#8222;KenFM&#8220; zeitweise vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet. Wenige Monate zuvor hatte YouTube den Kanal gesperrt. Als Nachfolgesender gilt &#8222;Apolut&#8220;.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Im M\u00e4rz 2025 fand zudem die &#8222;Erste Alternative Medienmesse&#8220; in den R\u00e4umlichkeiten statt, unter anderem organisiert von der Partei Die Basis. Die Partei gilt als parteipolitischer Arm der &#8222;Querdenker&#8220;-Bewegung. Dort vertreten war unter anderem die Wochenzeitung &#8222;Demokratischer Widerstand&#8220;. Die Zeitung ist zu Beginn der Corona-Pandemie entstanden. Im Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2023 wird das Medium als &#8222;eine verschw\u00f6rungsideologische Ver\u00f6ffentlichung&#8220; bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Durch die Verbreitung &#8222;verfassungsfeindlicher Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen&#8220; trage die Zeitung dazu bei, &#8222;Menschen zu radikalisieren&#8220;, hei\u00dft es dort weiter. Deren Mitherausgeber Hendrik Sodenkamp war bei derselben Veranstaltung wie Kayvan Soufi-Siavash ebenfalls vor Ort.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Jens Reule-Dantas, Inhaber der Musikbrauerei, kann die Kritik an dem Veranstaltungsort nicht nachvollziehen. &#8222;Wir laden im Prinzip alle ein&#8220;, sagt er im Gespr\u00e4ch mit t-online. Das sei f\u00fcr ihn der Inbegriff des demokratischen Austauschs. Die Vorw\u00fcrfe, rassistischen Narrativen eine B\u00fchne zu geben, weist er zur\u00fcck. &#8222;Alles, was wir machen, ist antirassistisch&#8220;, sagt er weiter.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Auf die Frage, wie &#8222;Compact TV&#8220; dort von einer Veranstaltung berichten konnte, sagt er: &#8222;Sie sind reingekommen, weil die T\u00fcr offen stand&#8220;. Dann h\u00e4tten sie die Inhalte der Veranstaltung umgedeutet und seine R\u00e4umlichkeiten daf\u00fcr ausgenutzt. Zudem sei das Magazin nicht verboten. &#8222;Solange es nicht verboten ist, muss ihnen eine B\u00fchne geboten werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Kritik beziehe sich nur auf einzelne Veranstaltungen. &#8222;95 Prozent unseres Programms sind unpolitisch und Kultur&#8220;, sagt Reule-Dantas weiter. &#8222;Ich w\u00fcrde jeden herauswerfen, der irgendwie was Antisemitisches sagen w\u00fcrde&#8220;, sagt er. Die Menschen, die gegen den Kulturort protestieren, w\u00fcrden das Ziel verfolgen, ihnen zu &#8222;schaden, als sich mit den G\u00e4sten auszutauschen&#8220;. Er wolle die kritischen Gruppen zu einem Diskurs einladen, auch sie h\u00e4tten &#8222;ein Recht, bei uns aufzutreten, da wir uns nicht anma\u00dfen, \u00fcber anderen zu stehen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Maximilian Schirmer, Fraktionsvorsitzender der Linken in Berlin-Pankow, ist schon vor mehreren Jahren auf die Musikbrauerei aufmerksam geworden. Damals sei die Veranstaltungsst\u00e4tte als Ort f\u00fcr eine &#8222;freie Szene und rebellische Kunst&#8220; bekannt gewesen, sagt er. Mit der Pandemie wurde dort zunehmend &#8222;Akteuren aus der &#8218;Querdenker&#8216;- und verschw\u00f6rungsideologischen Szene eine B\u00fchne gegeben&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Musikbrauerei in Prenzlauer Berg ist in der Regel ein Ort f\u00fcr Kunst und Kultur. 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