{"id":216292,"date":"2025-06-24T19:30:14","date_gmt":"2025-06-24T19:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/216292\/"},"modified":"2025-06-24T19:30:14","modified_gmt":"2025-06-24T19:30:14","slug":"waffen-taktiken-technologien-was-die-nato-von-der-ukraine-lernen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/216292\/","title":{"rendered":"Waffen, Taktiken, Technologien: Was die NATO von der Ukraine lernen kann"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 24.06.2025 20:16 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Waffen, Taktiken und Technologien haben sich im Krieg in der Ukraine rasant ver\u00e4ndert. Hier kann die NATO einiges lernen. Etwa beim Einsatz von Drohnen, die sogar die Arbeit von Sanit\u00e4tern \u00fcbernehmen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/rebecca-barth-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Rebecca Barth\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/barth-111.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/tobias-dammers-107.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Tobias Dammers\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/tobias-dammers-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn einer versteckten Werkstatt mit Neonlicht, L\u00f6tkolben und 3D-Drucker arbeiten mehrere ukrainische Soldaten an der Zukunft der Kriegsf\u00fchrung. Sie reparieren wulstige Antennen, kleben gold-gr\u00fcne Leiterplatten und inspizieren russische Drohnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie M\u00e4nner konstruieren keine Waffen, die t\u00f6ten. Sie entwickeln Ger\u00e4te f\u00fcr die elektronische Kampff\u00fchrung. Eine unsichtbare, aber inzwischen unverzichtbare Komponente des Kampfes.<\/p>\n<p>    Kampf der Frequenzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer 51-j\u00e4hrige Ingenieur der Gruppe, Kampfname Wachtang, starrt auf hektische Frequenzwellen auf seinem Laptop. Er tr\u00e4gt ein olivgr\u00fcnes T-Shirt, Turnschuhe und zeigt auf das Frequenzspektrum auf dem Computerdisplay. Es soll russische Drohnen analysieren. &#8222;Wir verwenden dies, um unseren Feind zu studieren, um zu wissen, auf welchen Frequenzen er sendet&#8220;, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        In Werkst\u00e4tten wie diesen wird in der Ukraine an der Zukunft der Kriegsf\u00fchrung gearbeitet. Unter anderem Ger\u00e4te zur elektronischen Kriegsf\u00fchrung werden hier repariert.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSobald klar ist, \u00fcber welche Frequenz die Drohne ihre Signale erh\u00e4lt, k\u00f6nne sie gest\u00f6rt werden. Mehrere klobige Rucks\u00e4cke mit faustdicken Antennen liegen deswegen zur Inspektion in der Werkstatt. Sie enthalten batteriebetriebene St\u00f6rsender, die die g\u00e4ngigsten Drohnen-Frequenzen abdecken. &#8222;Diese Dinger machen die Funkwelle kaputt. Und die Drohnen fallen vom Himmel&#8220;, sagt Wachtang.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Rucks\u00e4cke k\u00f6nnen von Infanteristen zu Fu\u00df getragen werden. Da Soldaten aber auch Munition, Waffen und Proviant schleppen m\u00fcssen, sei dies nicht bei allen realistisch. Trotzdem sollte jede Gruppe von Soldaten zwei bis drei solcher tragbaren St\u00f6rsender zum Schutz vor Drohnen immer dabei haben, so Wachtang.<\/p>\n<p>    Unverzichtbare elektronische Kriegsf\u00fchrung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nElektronische Kampfff\u00fchrung wird aber nicht nur zur Abwehr von Drohnen eingesetzt. Sondern beispielsweise auch, um die feindliche Kommunikation zu st\u00f6ren, f\u00fcr die elektronische Aufkl\u00e4rung oder den landesweiten Schutz der eigenen Systeme. Wenn etwa die feindliche Satellitennavigation gezielt gest\u00f6rt wird, k\u00f6nnen feindliche Drohnen und Raketen von ihrem Kurs abkommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDieses Mittel setzt die ukrainische Luftverteidigung auch gegen russische Drohnenschw\u00e4rme ein. Mit elektronischen Signalen kann aber auch get\u00e4uscht, geblendet und getarnt werden, sodass eigene Soldaten selbst effektiver angreifen k\u00f6nnen. Der elektronische Kampf mit fortlaufenden Innovationen gleicht einem Katz- und Maus-Spiel.<\/p>\n<p>    Drohne, das neue Sturmgewehr?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr den \u00f6sterreichischen Milit\u00e4ranalysten Gustav Gressel haben Soldaten der Bundeswehr und der NATO-Staaten dabei Nachholbedarf. Die elektronische Kampff\u00fchrung in der NATO sei vor allem &#8222;luftgest\u00fctzt&#8220; und &#8222;nicht auf so breiter Front&#8220; vorgesehen, so Gressel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch werde bei der NATO eher h\u00f6heren Offizieren die elektronische Kampff\u00fchrung \u00fcberlassen, w\u00e4hrend sich in der Ukraine schon einzelne Drohnenpiloten und Infanteristen damit besch\u00e4ftigen m\u00fcssten, wie sie ihre eigenen Signale tarnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeutlich mehr NATO-Einheiten und Waffengattungen, die vorher mit elektronischer Kampf\u00fchrung &#8222;\u00fcberhaupt nichts zu tun hatten&#8220;, m\u00fcssten diese jetzt &#8222;wie ihr t\u00e4glich Brot, wie die Wartung ihres Sturmgewehrs lernen&#8220;, sagt Gressel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit April ist Deutschland Teil der sogenannten F\u00e4higkeitskoalition Elektromagnetischer Kampf. Dabei helfen neun Partnerl\u00e4nder der Ukraine, elektronisch weiter aufzur\u00fcsten. Gleichzeitig hoffen die L\u00e4nder von den Erfahrungen der Ukraine zu profitieren, beispielsweise im Drohnenkrieg.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Drohnen wie diese haben den Krieg in der Ukraine entscheidend ver\u00e4ndert. Die NATO hat hier laut Experten einen gro\u00dfen Nachholbedarf.\n                    <\/p>\n<p>    Angst vor Drohnen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie kaum eine andere Waffengattung pr\u00e4gen Drohnen den Krieg in der Ukraine. Bis vor kurzem hatten kleine, g\u00fcnstig herzustellende FPV-Kamikaze-Modelle nur eine Reichweite von wenigen Kilometern. Inzwischen sind sie auch Dutzende Kilometer hinter der Frontlinie gef\u00fcrchtet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn nachdem die Ukraine und Russland immer st\u00e4rkere elektronische Abwehrmittel gegen FPV-Drohnen entwickelt hatten, folgten neue Innovationen: Sogenannte Glasfaser-FPV-Drohnen sind nicht mehr per Signal mit dem Piloten verbunden, sondern durch ein kilometerlanges, hauchd\u00fcnnes Kabel, das die Drohne abspult. So ist sie kaum rechtzeitig zu orten. Um sich behelfsm\u00e4\u00dfig zu sch\u00fctzen, spannen ukrainische und russische Soldaten Netze \u00fcber Stra\u00dfen, Autos und ganze Checkpoints.<\/p>\n<p>    &#8222;Es muss nicht immer eine millionenteure Anwendung sein&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Es sind faktisch alle Waffengattungen enorm betroffen von dieser Drohnen-Kriegsf\u00fchrung&#8220;, sagt Milit\u00e4rexperte Gressel. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass auch ein Panzerangriff nicht mehr so funktioniere, wie es in den Lehrb\u00fcchern steht. Insbesondere von der ukrainischen Ausbildung und Zusammenstellung von Drohnenteams k\u00f6nne die NATO lernen, meint Gressel. Ebenso wie von der Koordination von Drohnen- mit Artillerie-oder Panzereinheiten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGressel analysiert au\u00dferdem, dass die Ukraine bei der Beschaffung von innovativen Waffen einen effektiven &#8222;Bottom-up-Ansatz&#8220; verfolgt. Einerseits seien Drohnen-Start-Ups massiv staatlich gef\u00f6rdert worden. Andererseits h\u00e4tten Industrie- und Start-Ups der Armee Entwicklungen bedarfsgerecht angeboten und nicht &#8211; wie in NATO-Staaten verbreitet &#8211; auf offizielle Auftr\u00e4ge gewartet. &#8222;Es muss nicht immer eine millionenteure Anwendung sein&#8220;, so Gressel.<\/p>\n<p>    Tagelang verwundet im Sch\u00fctzengraben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDurch den massenhaften Einsatz von Drohnen sind auch die Eins\u00e4tze von Estonez gef\u00e4hrlicher und komplexer geworden. Estonez ist Kampfsanit\u00e4ter bei der ukrainischen Armee. Mit blauen Einweghandschuhen tastet er die nackte Brust eines anderen Soldaten ab. Bei einer Notfallmedizin-Schulung in Druschkiwka, wenige Kilometer hinter der Frontlinie, schult er andere Soldaten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die NATO-Standards funktionieren&#8220;, sagt Estonez \u00fcber die Sanit\u00e4tsarbeit. &#8222;Aber nicht in jeder Situation.&#8220; Denn zum einen sind Drohnenangriffe inzwischen f\u00fcr die meisten Verwundungen verantwortlich. Zum anderen verhindern sie mit gezielten, v\u00f6lkerrechtswidrigen Attacken auf Sanit\u00e4ter, dass verletzte Soldaten z\u00fcgig abtransportiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Wie l\u00e4sst sich eine massive Blutung eines verwundeten Kameraden im Sch\u00fctzengraben stillen. Antworten auf diese Frage erhalten die Soldaten bei \u00dcbungen wie dieser von Kampfsanit\u00e4ter Estonez.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn bewaffneten Konflikten, in denen NATO-Armeen zuletzt gek\u00e4mpft haben, konnten Sanit\u00e4ter auf eine klare Luft\u00fcberlegenheit vertrauen. Schnelle Evakuierungen von Verwundeten mit Hubschraubern in gut ausgestattete Lazarette waren logistisch m\u00f6glich. In der Ukraine dauert es dagegen oft stunden- oder sogar tagelang, bis verletzte Soldaten in die erste Rettungsstation gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas bedeutet, dass es in der Regel regul\u00e4re Soldaten sind, die ihre verwundeten Kameraden am Leben halten m\u00fcssen, bis eine Evakuierung m\u00f6glich ist. Zun\u00e4chst m\u00fcssten dann meist &#8222;massive Blutungen&#8220; gestoppt werden, schildert Estonez seine Eins\u00e4tze. Dazu br\u00e4uchten sie mehr Ausbildung und mehr medizinisches Equipment im Rucksack. Inzwischen experimentieren manche ukrainische Einheiten sogar mit dem ferngesteuerten Transport von Blutkonserven in die Sch\u00fctzengr\u00e4ben.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio-223746.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Rebecca Barth, ARD Kiew, tagesschau, 23.06.2025 17:00 Uhr<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.06.2025 20:16 Uhr Waffen, Taktiken und Technologien haben sich im Krieg in der Ukraine rasant ver\u00e4ndert. 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