{"id":216368,"date":"2025-06-24T20:14:27","date_gmt":"2025-06-24T20:14:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/216368\/"},"modified":"2025-06-24T20:14:27","modified_gmt":"2025-06-24T20:14:27","slug":"traumatische-erlebnisse-als-risikofaktor-fuer-endometriose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/216368\/","title":{"rendered":"Traumatische Erlebnisse als Risikofaktor f\u00fcr Endometriose"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/endometriose-schmerz.webp.webp\" alt=\"Endometriose Schmerz\" title=\"Endometriose Schmerz\"\/> <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/endometriose\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Endometriose<\/a> betrifft weltweit etwa 10\u00a0% aller menstruierenden Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter. Die Erkrankung ist durch das ektope Vorkommen von Endometrium-\u00e4hnlichem Gewebe au\u00dferhalb der Geb\u00e4rmutter charakterisiert und geht mit chronischen Schmerzen, Infertilit\u00e4t und einer erheblichen Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t einher. Trotz intensiver Forschung sind \u00c4tiologie und Pathogenese weiterhin nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Neben hormonellen und immunologischen Faktoren r\u00fccken zunehmend psychosoziale Einfl\u00fcsse in den Fokus.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Studien deuten darauf hin, dass traumatische Erfahrungen \u2013 besonders in der Kindheit \u2013 mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr chronisch-entz\u00fcndliche Erkrankungen assoziiert sein k\u00f6nnten. In Bezug auf Endometriose war die <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung (PTBS)<\/a> als Risikofaktor bislang noch nicht systematisch untersucht worden. Eine internationale Forschungsgruppe wollte nun diese Forschungsl\u00fccke schlie\u00dfen.\u00a0<\/p>\n<p>Sind genetische Disposition und Traumata unabh\u00e4ngige Risikofaktoren?<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre multizentrische Risiko-Analyse kombinierte das Forscherteam epidemiologische und genetische Daten, die aus mehreren gro\u00dfen Kohorten stammen, darunter die UK Biobank, eine internationale genomweite Metaanalyse sowie die finnische FinnGen-Kohorte. Untersucht wurden insgesamt \u00fcber 46.000 Patientinnen mit Endometriose und mehr als 800.000 weibliche Kontrollpersonen unterschiedlicher Herkunft.<\/p>\n<p>Mittels multivariater Regressionsanalysen, Latent-Klassen-Analysen (LCA) und polygener Risiko-Scoring-Modelle wurde der Zusammenhang zwischen traumatischen Erlebnissen, genetischer Pr\u00e4disposition und Endometriose untersucht. Ziel war es, potenzielle unabh\u00e4ngige oder interagierende Risikofaktoren zu identifizieren.<\/p>\n<p>Endometriose-Risiko steigt besonders bei sexuellen \u00dcbergriffen<\/p>\n<p>Ergebnis: Frauen mit Endometriose berichteten signifikant h\u00e4ufiger \u00fcber belastende Ereignisse in Kindheit und Erwachsenenalter. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei emotionalen, k\u00f6rperlichen und sexuellen Traumata (z. B. Kontakttrauma: OR 1,28; 95\u00a0%-KI 1,02\u20131,26). Die LCA zeigte zudem, dass die Endometriose-Patientinnen h\u00e4ufiger den Klassen mit multiplen Traumatisierungen zugeordnet wurden, w\u00e4hrend nicht betroffene Frauen h\u00e4ufiger der \u201ekein Trauma\u201c-Gruppe angeh\u00f6rten (P = 7,4 \u00d7 10\u207b\u00b9\u2074).<\/p>\n<p>Ein polygener Risikoscore f\u00fcr Endometriose war mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr die Erkrankung assoziiert (\u03b2=0,31, p<\/p>\n<p>Die Studie liefert somit Belege daf\u00fcr, dass sowohl genetische Faktoren als auch traumatische Erlebnisse \u2013 insbesondere k\u00f6rperliche und sexuelle Traumata \u2013 mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Endometriose assoziiert sind. Aber es gab keine Hinweise darauf, dass traumatische Erlebnisse und genetische Veranlagung in Wechselwirkung stehen \u2013 ihre Effekte scheinen unabh\u00e4ngig voneinander zu sein.<\/p>\n<p>Kindheitstrauma in der Anamnese \u2013 fr\u00fchere Endometriose-Diagnose?\u00a0<\/p>\n<p>Fazit der Autoren: Sowohl traumatische Erlebnisse als auch genetische Pr\u00e4dispositionen sind unabh\u00e4ngige Risikofaktoren f\u00fcr Endometriose. In der klinischen Praxis k\u00f6nnte die systematische Erfassung traumatischer Lebensereignisse \u2013 insbesondere in Hochrisikogruppen \u2013 zur fr\u00fchzeitigeren Diagnose und individualisierten Therapie beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Endometriose betrifft weltweit etwa 10\u00a0% aller menstruierenden Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter. 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