{"id":216501,"date":"2025-06-24T21:27:22","date_gmt":"2025-06-24T21:27:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/216501\/"},"modified":"2025-06-24T21:27:22","modified_gmt":"2025-06-24T21:27:22","slug":"arbeitskampf-charite-berlin-verdi-basis-segnet-tarifeinigung-bei-der-cfm-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/216501\/","title":{"rendered":"Arbeitskampf \u2013 Charit\u00e9 Berlin: Verdi-Basis segnet Tarifeinigung bei der CFM ab"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img307616\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/307616.jpeg\" alt=\"\u00bbGerade die Bereiche, die sonst leise sind, haben in der Bewegung Mut entwickelt.\u00ab\"\/><\/p>\n<p>\u00bbGerade die Bereiche, die sonst leise sind, haben in der Bewegung Mut entwickelt.\u00ab<\/p>\n<p>Foto: Florian Boillot<\/p>\n<p>An der Universit\u00e4tsklinik Charit\u00e9 ist die Gewerkschaft Verdi dem Ziel, gleiche L\u00f6hne f\u00fcr gleiche Arbeit im Betrieb zu erreichen, ein St\u00fcck n\u00e4her gekommen. In einer Mitgliederbefragung sprachen sich 78,1\u2005Prozent der Gewerkschaftsmitglieder f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191744.arbeitskaempfe-charite-tochter-verdi-und-cfm-vor-tarifvertrag.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191744.arbeitskaempfe-charite-tochter-verdi-und-cfm-vor-tarifvertrag.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine Annahme der Tarifvereinbarung<\/a> aus. Die Tarifkommission hat daraufhin einstimmig ebenfalls die Annahme beschlossen. Die Gewerkschaft erkl\u00e4rte den Einigungskompromiss zu einem wichtigen Teilschritt f\u00fcr mehr Gerechtigkeit an dem landeseigenen Krankenhaus. Sie erneuerte zugleich ihre Kritik an der schwarz-roten Regierungskoalition in Berlin.<\/p>\n<p>\u00bbDas ist ein Riesenschritt in die richtige Richtung\u00ab, sagt Maik Sosnowky bei der Vorstellung des Mitgliedervotums am Dienstag, \u00bbnicht nur f\u00fcr bessere, sondern auch f\u00fcr gerechtere L\u00f6hne.\u00ab Sosnowsky ist Vorsitzender des Betriebsrats der Charit\u00e9 Facility Management GmbH (CFM) und war Mitglied der Verdi-Tarifkommission, die die Vereinbarung ausverhandelt hat. Der Vereinbarung war <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191202.berlin-streik-bei-charite-tochter-cfm-bereit-fuer-die-verlaengerung.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191202.berlin-streik-bei-charite-tochter-cfm-bereit-fuer-die-verlaengerung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein 48-t\u00e4giger Erzwingungsstreik<\/a> vorausgegangen.<\/p>\n<p>Die CFM ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Charit\u00e9. Bei ihr arbeiten etwa Besch\u00e4ftigte der Reinigung, der Haustechnik und der Verpflegung. In der eigenen Gesellschaft gilt f\u00fcr sie seit 2006 nicht mehr der Tarifvertrag des \u00f6ffentlichen Dienstes (TV\u00f6D). Dadurch sind sie mit Blick auf die L\u00f6hne und die Arbeitsbedingungen schlechtergestellt als ihre Kolleg*innen, die direkt bei der Charit\u00e9 angestellt sind. Verdi war mit der Forderung einer kompletten und unverz\u00fcglichen Wiederanbindung an den TV\u00f6D in die Tarifauseinandersetzung gegangen.<\/p>\n<p>Die CFM-F\u00fchrung werde am kommenden Montag \u00fcber die Annahme der Vereinbarung beraten, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage mit. \u00bbStand jetzt rechnen wir mit einem positiven Votum.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDer Kompromiss sieht nun vor, dass die Entgelte in mehreren Schritten angeglichen werden\u00ab, sagt Verdi-Verhandlungsf\u00fchrerin Gisela Neunh\u00f6ffer. Am 1.\u2005Januar 2030 soll die Angleichung dann abgeschlossen sein. In der Zwischenzeit werden Lohnerh\u00f6hungen, die f\u00fcr den TV\u00f6D vereinbart werden, auch f\u00fcr die Mitarbeiter*innen der CFM \u00fcbernommen. Die r\u00fcckwirkend ab 1.\u2005Juni geltende Vereinbarung \u00fcbersetze sich beispielsweise f\u00fcr eine Besch\u00e4ftigte der OP-Reinigung mit sechs Jahren Betriebszugeh\u00f6rigkeit im ersten Schritt schon in 460\u2005Euro mehr Gehalt pro Monat.<\/p>\n<p>Allerdings, gesteht Neunh\u00f6ffer, \u00bbdie besseren Arbeitsbedingungen aus dem Manteltarifvertrag des TV\u00f6D werden kaum wirksam\u00ab. Auf eine um eine halbe Stunde k\u00fcrzere Wochenarbeitszeit, eine deutlich h\u00f6here Jahressonderzahlung und diverse Zulagen m\u00fcssten die Besch\u00e4ftigten weiterhin verzichten. Der ausgehandelte Kompromiss sei insofern mit \u00bbsehr starken Diskussionen\u00ab einhergegangen. Die Annahme der Vereinbarung samt ihrer deutlichen Zugest\u00e4ndnisse belege \u00bbdas gesellschaftliche und solidarische Bewusstsein\u00ab der Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>\u00bbWir haben in der Streikgemeinschaft gelernt, dass wir gemeinsam stark sind.\u00ab<\/p>\n<p>Iris Gerlicher\u2003CFM-Mitarbeiterin in der K\u00fcche<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Auseinandersetzung sei hart gewesen, erkl\u00e4rt Iris Gerlicher, die seit Jahren in der K\u00fcche arbeitet. Die Besch\u00e4ftigten seien dem Arbeitskampf von Beginn an mit viel Unsicherheit begegnet. Der Lohnverlust sei trotz Streikgeld sehr hoch gewesen, vor allem bei den kleinen L\u00f6hnen. \u00bbWir haben in der Streikgemeinschaft gelernt, dass wir gemeinsam stark sind. Gerade die Bereiche, die sonst leise sind, die Reinigung, die K\u00fcche, haben in der Bewegung Mut entwickelt, sind ans Mikrofon getreten und haben der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und der Politik ihre Lage erkl\u00e4rt\u00ab, sagt Gerlicher.<\/p>\n<p>Maik Sosnowksy ist schon lange Jahre im Betriebsrat der CFM. Der Kampf um gerechte L\u00f6hne werde an der Charit\u00e9 seit 20\u2005Jahren ausgetragen, sagt er. In dieser Zeit h\u00e4tten mehrere Koalitionen die Wiedereingliederung der CFM in die Charit\u00e9 beschlossen. \u00bbAufgrund des gebrochenen Versprechens, das Anliegen politisch zu l\u00f6sen, mussten wir uns mit dem Streik durchsetzen\u00ab, sagt Sosnowksy. Die Einigung sei nicht der letzte Schritt, sondern einer von vielen.<\/p>\n<p>Von der amtierenden Regierungskoalition kann der arbeitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sven Meyer, die Entt\u00e4uschung nachvollziehen, insbesondere mit Blick auf die 4,5\u2005Jahre bis zur vollst\u00e4ndigen \u00dcbernahme des TV\u00f6D. \u00bbEs ist nicht das, was im Koalitionsvertrag steht\u00ab, r\u00e4umt Meyer ein. Berlin stehe finanziell in sehr schwierigen Zeiten, \u00bbdarauf bezogen ist der erk\u00e4mpfte Systemwechsel hin zum TV\u00f6D ein gro\u00dfer Erfolg\u00ab. Aufgabe der Politik sei es nun angesichts der laufenden Haushaltsberatungen, \u00bbdas Erreichte \u00f6konomisch abzusichern\u00ab.<\/p>\n<p>Muckefuck: morgens, ungefiltert, links<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/307636.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>nd.Muckefuck ist unser Newsletter f\u00fcr Berlin am Morgen. Wir gehen wach durch die Stadt, sind vor Ort bei Entscheidungen zu Stadtpolitik \u2013 aber immer auch bei den Menschen, die diese betreffen. Muckefuck ist eine Kaffeel\u00e4nge Berlin \u2013 ungefiltert und links. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/muckefuck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anmelden<\/a> und immer wissen, worum gestritten werden muss.<\/p>\n<p>Meyer sieht die CFM im Kontext der Ausgliederungen, die im Berlin der Nullerjahre ein beliebtes Sparinstrument der rot-roten Koalitionen waren. So wurde etwa auch am Technikmuseum der Service ausgegliedert. Dort fallen die Besch\u00e4ftigten mittlerweile wieder unter den TV\u00f6D. \u00bbAusgliederungen sind grunds\u00e4tzlich ein Problem f\u00fcr die Mitbestimmung der Besch\u00e4ftigten und auch die Streikf\u00e4higkeit\u00ab, sagt der SPD-Politiker Meyer. Die Arbeitgeber k\u00f6nnten damit immens viel umgehen: \u00bbZum Beispiel sind Dienstpl\u00e4ne und R\u00e4umlichkeiten ja mitbestimmungspflichtig. Wenn diese aber wie im vorliegenden Fall eben zur Charit\u00e9 geh\u00f6ren, die Leute jedoch bei der CFM angestellt sind, wird das teilweise ausgehebelt.\u00ab Meyer w\u00fcnscht sich deshalb mehr Solidarit\u00e4t und \u00bbgesamtgewerkschaftliche K\u00e4mpfe\u00ab.<\/p>\n<p>Auch bei der landeseigenen Vivantes-Krankenhausgesellschaft arbeitet <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191803.arbeitskampf-streik-am-helios-klinikum-in-buch-lohnfalle-ostberlin.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191803.arbeitskampf-streik-am-helios-klinikum-in-buch-lohnfalle-ostberlin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Teil der Besch\u00e4ftigten f\u00fcr weniger Geld in Tochtergesellschaften<\/a>. Deren Tarifvertrag l\u00e4uft Ende des Jahres aus. Neunh\u00f6ffer sieht das Datum als Gelegenheit f\u00fcr die Politik, in Sachen Glaubw\u00fcrdigkeit nachzuholen: \u00bbNat\u00fcrlich ist auch dort die Erwartung, dass das Versprechen nach Lohngerechtigkeit umgesetzt wird\u00ab, so die Gewerkschaftssekret\u00e4rin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00bbGerade die Bereiche, die sonst leise sind, haben in der Bewegung Mut entwickelt.\u00ab Foto: Florian Boillot An der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":216502,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,441,30,1238],"class_list":{"0":"post-216501","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-fernsehen","11":"tag-germany","12":"tag-streik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114740464843048084","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216501","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=216501"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216501\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/216502"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=216501"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=216501"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=216501"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}