{"id":2172,"date":"2025-04-02T10:25:11","date_gmt":"2025-04-02T10:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/2172\/"},"modified":"2025-04-02T10:25:11","modified_gmt":"2025-04-02T10:25:11","slug":"experimentierfeld-fuer-zusammenhalt-in-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/2172\/","title":{"rendered":"\u201eExperimentierfeld f\u00fcr Zusammenhalt in Vielfalt\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspB2mh tspB2mi\">Unter Deutschlands St\u00e4dten ist Berlin weder die \u00e4lteste noch die sch\u00f6nste, aber unerreicht in ihrer Lebendigkeit, wie <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/zerrissenheit-und-zuversicht-6060388.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Richard von Weizs\u00e4cker<\/a> es 1990 in seiner Rede anl\u00e4sslich der Verleihung der Ehrenb\u00fcrgerw\u00fcrde formulierte. Das soll bitte auch im Jahr 2030 noch so sein! <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_13358134___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Waren es Anfang des 20. Jahrhunderts insbesondere Bilder technischer Innovationen, die Sehns\u00fcchte weckten und Zukunftshoffnungen befl\u00fcgelten, so w\u00fcnschen sich heute viele Berlinerinnen und Berliner ein Miteinander \u00fcber nationale, ethnische, soziale und kulturelle Grenzen hinweg, sie tr\u00e4umen von mehr Achtsamkeit und Wertsch\u00e4tzung f\u00fcreinander, von der Notwendigkeit, das Gemeinsame zu suchen und nicht das Trennende.&#13;<\/p>\n<p> Freiheit in Vielfalt <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Etwa 170 Nationalit\u00e4ten leben hier zusammen; der Anteil der Berlinerinnen und Berliner mit <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bevolkerung-berliner-bevolkerung-erneut-gewachsen-13305934.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nicht-deutscher Staatsangeh\u00f6rigkeit<\/a> ist mittlerweile auf 24,4 Prozent gestiegen. Als Metropole, die dabei die kl\u00fcgsten und kreativsten K\u00f6pfe aus der Welt der Wissenschaft, aus der Welt der Kultur \u2013 und ja: auch aus der Subkultur \u2013 anzieht und mit den K\u00fcnstlern, mit den Vordenkern, den Abenteurern und den Experimentierfreudigen die Innovationskraft aus aller Welt in die Stadt lockt, steht Berlin f\u00fcr Vielfalt und Weltoffenheit. <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Das ist Berlins gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke, das ist Berlins Kapital, das ist ein Pfund, mit dem die Hauptstadt wuchern kann! Jedenfalls gibt es wohl kaum ein sch\u00f6neres Kompliment f\u00fcr eine Stadt, als die Sehnsucht junger Menschen unterschiedlicher Herkunft, hier leben und arbeiten zu wollen. <\/p>\n<p class=\"tspVe1\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. Sie k\u00f6nnen sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. <\/p>\n<p> Externen Inhalt anzeigen <\/p>\n<p class=\"tspVe7\"> Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden.  Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/belarusian-opposition-leader-sviatlana-tsikhanouskaya-attends-a-meeting-during-berlinale-summer-spec.jpeg\"   alt=\"\" width=\"767\" height=\"767\" loading=\"lazy\" class=\"tspBVly\"\/><\/p>\n<p class=\"tspCEnt\"><strong>Monika Gr\u00fctters<\/strong> (CDU) war von 2013 bis 2021 Staatsministerin f\u00fcr Kultur. Bei der letzten Bundestagswahl ist sie nicht erneut angetreten.<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Doch die Vielfalt der Kulturen und Religionen, Traditionen und Tr\u00e4ume, Lebensentw\u00fcrfe und Weltanschauungen kann zweifellos ebenso konflikttr\u00e4chtig und bedrohlich sein, wie sie inspirierend und bereichernd ist \u2013 je nachdem, ob die Ankunftsstadt Zuwanderern nur eine Bleibe oder auch eine Heimat bietet und ob es gelingt, unterschiedliche Gruppen aus Neuank\u00f6mmlingen und Alteingesessenen miteinander in Verbindung zu bringen.<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Das stellt nicht nur die Sozial-, Innen-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik vor enorme Herausforderungen, sondern bei der F\u00f6rderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Vielfalt, ist auch und insbesondere die Kulturpolitik gefragt. Berlin kann sich als Stadt der Weltoffenheit und Freiheit wie auch als Experimentierfeld f\u00fcr Zusammenhalt in Vielfalt profilieren, wenn es gelingt, Berlins Reputation als Kultur- und Kreativmetropole zu st\u00e4rken und zum anderen noch mehr als bisher die integrative Kraft der Kultur als Spiegel und Br\u00fcckenbauerin zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p> Kraft der Kultur <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Von der Reputation als Kultur- und Kreativmetropole profitiert Berlin ja schon jetzt enorm, auch in wirtschaftlicher Hinsicht &#8211; allein schon dank eines schier unersch\u00f6pflichen kulturellen Angebots. &#13;<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">In den wilden Jahren nach dem Fall der Mauer entstand zwischen Anarchie und Aufbruch ein Biotop f\u00fcr Experimente und Enthusiasmus in der Kunst, und auch wenn <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berliner-wirtschaft\/bausenator-spricht-von-marktversagen-angebotsmieten-in-berlin-mit-fast-16-euro-pro-quadratmeter-auf-allzeithoch-13326370.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gentrifizierung und steigende Mieten<\/a> diesem Biotop mittlerweile gef\u00e4hrlich zusetzen, ist die Inspiration durch eine sowohl von europ\u00e4ischen als auch au\u00dfereurop\u00e4ischen Traditionen gepr\u00e4gte, junge K\u00fcnstlergeneration ein Gewinn f\u00fcr das kulturelle Leben in ganz Deutschland und f\u00fcr Deutschlands Ansehen in der Welt. <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Daf\u00fcr stehen beispielhaft die Museumsinsel, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/die-berlinale-ist-anstrengend-und-kalt-warum-ich-das-festival-trotzdem-liebe--und-mir-eine-woche-urlaub-nehme-13187311.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Berlinale<\/a>, die Berliner Philharmoniker, das neue Kulturforum, die <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/je-schlimmer-die-lage-desto-wichtiger-unsere-arbeit-die-friedensbotschaft-der-barenboim-said-akademie-10633246.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Barenboim-Said-Akademie<\/a>, das Humboldt-Forum und viele andere Aktivit\u00e4ten mehr. <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Um sich im internationalen Wettbewerb um Vor- und Querdenker, um kluge und kreative K\u00f6pfe zu profilieren, braucht Berlin \u00fcber ein vielf\u00e4ltiges, kulturelles Angebot hinaus aber auch weiterhin Freir\u00e4ume, in denen Ideen und Innovationen gedeihen k\u00f6nnen: bezahlbaren Raum zum Leben und Arbeiten, dazu Gestaltungsspielraum, Raum zur Entfaltung, Resonanzraum. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/was-bleibt-ubrig-von-berlins-kultur-auf-dem-spiel-steht-mehr-als-das-ansehen-der-hauptstadt-12689039.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deshalb darf die Politik nicht tatenlos zusehen<\/a>, wie der Stadt die Freiheiten und Freir\u00e4ume, die ihr diesen besonderen Charme und ein Alleinstellungsmerkmal verliehen, langsam abhandenkommen, durch hohe Mieten zum Beispiel, sondern sie muss im eigenen Interesse diesem Missstand begegnen, indem sie die Arbeitsm\u00f6glichkeiten gerade f\u00fcr die Freie Szene systematisch f\u00f6rdert.<\/p>\n<p> Serie \u201eBerlin 2030\u201c <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">In unserer neuen Serie \u201eBerlin 2030\u201c wollen wir <strong>konstruktive L\u00f6sungen f\u00fcr die Herausforderungen der Hauptstadt<\/strong> finden und dabei helfen, positiv in die Zukunft zu schauen. Daf\u00fcr sprechen wir mit Vordenkerinnen und Vision\u00e4ren, mit Wirtschaftsvertretern, mit Kulturschaffenden, mit Stadtplanern, mit Wissenschaftlerinnen und Politikern.<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">In <strong>Gastbeitr\u00e4gen<\/strong> fragen wir sie nach ihrer Vision f\u00fcr Berlin. Wie soll Berlin im Jahr 2030 aussehen? Welche Ideen haben sie f\u00fcr die Zukunft unserer Stadt? Und welche Weichen m\u00fcssen daf\u00fcr jetzt gestellt werden?<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Die Beitr\u00e4ge der Serie stammen unter anderem von<strong> Kai Wegner, Renate K\u00fcnast<\/strong>,<strong> Sigrid Nikutta<\/strong>, <strong>Ulrike Demmer, Tim Raue, Mo Asumang <\/strong>und<strong> Christian Schertz<\/strong>. Alle bisher erschienen Beitr\u00e4ge <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/themen\/berlin-2030\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">finden Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Am 28. April ab 19.30 Uhr stellen wir die Vorschl\u00e4ge aus der Serie in einer Veranstaltung mit Podiumsdiskussion im Deutschen Theater vor. Tickets gibt es unter <a href=\"https:\/\/veranstaltungen.tagesspiegel.de\/event\/f0ed0b7d-74f0-4290-9b47-03f8f7285937\/summary\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">veranstaltungen.tagesspiegel.de<\/a>.<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Sie haben auch eine Idee? Schicken Sie uns Ihre Vorschl\u00e4ge an: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/mailto:checkpoint@tagesspiegel.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">checkpoint@tagesspiegel.de<\/a>.<\/p>\n<p> Schmelztiegel der Kulturen als Herausforderung <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Vielfalt wird allerdings nicht nur als Bereicherung gefeiert, sondern auch als Herausforderung mit Gefahren und Risiken verstanden. <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Die naive Vorstellung eines heiter-bunten \u201eMultikulti\u201c vernebelt den Blick auf Konflikte, die in \u201eSchmelztiegeln der Kulturen\u201c g\u00e4ren \u2013 und auf die Frage, welche grundlegenden Werte und Regeln des Zusammenlebens eine Gesellschaft vertreten, vermitteln und einfordern will. Solche Debatten zu f\u00fchren, ist f\u00fcr die Zukunft gerade einer internationalen Stadt unverzichtbar \u2013 allein schon deshalb, weil die Konfrontation mit fremden Lebensweisen und Weltanschauungen <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/mehr-kriminalitat-durch-zuwanderung-forscher-sehen-problem-bei-jungen-mannern-in-stadten--nicht-bei-auslandern-13232878.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vielerorts diffuse \u00c4ngste n\u00e4hrt<\/a>. <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Diese \u00c4ngste und auch das weit verbreitete Bed\u00fcrfnis nach Selbstvergewisserung sollten wir nicht den Nationalisten \u00fcberlassen, die mit ihrer Ideologie des Eigenen und mit der Abwertung des Anderen, Rassismus und Ausgrenzung propagieren. <\/p>\n<p> Kultur als Br\u00fcckenbauerin <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Gerade hier wirkt die Kultur als Br\u00fcckenbauerin und T\u00fcr\u00f6ffnerin, aber sie ist auch Ausdruck und Spiegel unserer Identit\u00e4t. Ob Poesie, ob Malerei, ob Musik, Theater oder Tanz: Kunst kann gemeinsame Sprache sein, wo unterschiedliche Begriffe Schweigen oder Missverstehen provozieren. Kunst kann gemeinsame Erfahrungen bescheren, wo unterschiedliche Herkunft ab- und ausgrenzt. Kunst kann uns helfen zu verstehen, was uns ausmacht, wer wir sind \u2013 als Berliner, als Deutsche, als Europ\u00e4er. &#13;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/konzert-von-alogte-oho-the-sound-of-joy-bei-durchluften-2023.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-12024767\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBVly\"\/> Das Humboldt-Forum baut Br\u00fccken zwischen den Kulturen. <\/p>\n<p class=\"tspA5ih\"> \u00a9 Frank Sperling <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Kunst kann uns aber auch n\u00f6tigen, die Perspektive zu wechseln und die Welt aus den Augen Anderer, noch Fremder zu sehen. Die Kultur in ihrer Rolle als Spiegel und als Br\u00fcckenbauerin zu st\u00e4rken, spielt deshalb f\u00fcr die Zukunft Berlins eine entscheidende Rolle. Daf\u00fcr steht <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/zur-zukunft-des-humboldt-forums-mehr-als-ein-museum-13012051.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">beispielhaft das Humboldt-Forum<\/a>. Wenn am Ende eines Besuchs im Humboldt-Forum die Erkenntnis steht, dass uns Menschen \u00fcberall auf der Welt trotz aller Differenzen und Konflikte mehr verbindet als uns trennt, w\u00e4re f\u00fcr Demokratie und Verst\u00e4ndigung in Deutschland und in der Welt schon viel gewonnen. <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Dass Berlin sich in diesem Sinne als Experimentierfeld f\u00fcr ein Miteinander in Vielfalt und f\u00fcr Verst\u00e4ndigung \u00fcber tiefe Gr\u00e4ben hinweg profilieren kann, zeigt auch Berlins enormes Potenzial in der Musik.<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Die Orchestermusik ist eine Sprache, die mehr als jede andere des Zuh\u00f6rens und Einf\u00fchlens bedarf \u2013 des Lauschens auf andere Stimmen, auf Takt und Tonart, auf laut und leise \u2013, und die als einzige Sprache \u00fcber den Verdacht einseitiger Parteinahme erhaben ist. Musik \u00f6ffnet Welten. Diese Erfahrungen sind nicht mathematisch quantifizierbar, und sie tauchen in keiner Export-Statistik auf. Aber sie sind es, die Verst\u00e4ndigung und Verst\u00e4ndnis erm\u00f6glichen und auf die es deshalb ganz besonders ankommt, wenn Politik und Diplomatie an ihre Grenzen sto\u00dfen. <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Wo, wenn nicht hier \u2013 im ehemals geteilten, von der scheinbar un\u00fcberwindbaren Konfrontation zwischen <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/es-geistert-in-den-bahnhofen-die-besondere-rolle-der-berliner-s-bahn-im-kalten-krieg-12135464.html\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ost und West im Kalten Krieg<\/a> gepr\u00e4gten Berlin \u2013 k\u00f6nnte die \u00dcberzeugung gedeihen, dass Frieden und Vers\u00f6hnung m\u00f6glich sind! Wo, wenn nicht hier \u2013 im multikulturellen Berlin, dessen Freir\u00e4ume und inspirierende Vielfalt K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern aus aller Welt anziehen \u2013 k\u00f6nnte der Versuch gelingen, mithilfe der Kunst jenseits des Trennenden das Gemeinsame zu suchen und zu finden! Den mittlerweile erprobten eintrittsfreien Sonntag sollte eine Senatsverwaltung, die neben der Kultur auch den \u201egesellschaftlichen Zusammenhalt\u201c im Namen f\u00fchrt, daher auch weiterhin verteidigen.<\/p>\n<p> Bewusstsein der eigenen Identit\u00e4t <\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Die Kulturpolitik kann zu einem gelingenden Miteinander in einer pluralistischen Stadtgesellschaft als treibende Kraft f\u00fcr eine Kultur der Verst\u00e4ndigung wirken. Verst\u00e4ndigung erfordert einerseits ein Bewusstsein der eigenen Identit\u00e4t. Denn nur wer das Eigene kennt und wertsch\u00e4tzt, kann auch dem Fremden Raum geben, ohne sich dadurch bedroht zu f\u00fchlen, und nur, wer sich begr\u00fcndet abgrenzen kann, ist imstande, die eigenen (demokratischen) Werte zu verteidigen.<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">So sehr Verst\u00e4ndigung einerseits Selbstbewusstsein und Selbstvergewisserung \u2013 das Einstehen f\u00fcr das Eigene \u2013 erfordert, so unverzichtbar ist es andererseits aber auch, das Verbindende \u00fcber das Trennende stellen zu k\u00f6nnen: das Menschliche \u00fcber die Unterscheidung zwischen gl\u00e4ubig und ungl\u00e4ubig, zwischen deutsch und nicht-deutsch, zwischen weiblich und m\u00e4nnlich, zwischen muslimisch und christlich. <\/p>\n<p> Mehr Visionen f\u00fcr Berlin 2030 <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berliner-wirtschaft\/ute-weilands-vision-fur-berlin-2030-europas-gesundheitsstandort-nummer-eins-13386229.html?icid=topic-list_13358134___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ute Weilands Vision f\u00fcr Berlin 2030 Der Weg zu Europas Gesundheitsstandort Nummer eins <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/martin-eyerers-vision-fur-berlin-2030-kultur-und-stadtentwicklung-sind-keine-gegensatze-13350922.html?icid=topic-list_13358134___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Martin Eyerers Vision f\u00fcr Berlin 2030 \u201eKultur und Stadtentwicklung sind keine Gegens\u00e4tze\u201c <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/renate-kunasts-vision-fur-berlin-2030--gut-dass-in-2025-die-sparplane-des-senats-verhindert-wurden-13354111.html?icid=topic-list_13358134___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB7mz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Renate K\u00fcnasts Vision f\u00fcr Berlin 2030 \u201eGut, dass in 2025 die Sparpl\u00e4ne des Senats verhindert wurden\u201c <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Zu den dazu notwendigen Lernerfahrungen k\u00f6nnen gerade Kunst und Kultur in besonderer Weise beitragen. Mit ihrem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Reichtum an kulturellen Sch\u00e4tzen und ihrer enormen Dichte an Kultureinrichtungen mit Reputation und Strahlkraft weit \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus k\u00f6nnte und sollte Berlin kulturpolitisches Experimentierfeld sein: f\u00fcr Zusammenhalt in Vielfalt, f\u00fcr eine vielfarbige Bl\u00fcte bis 2030. &#13;<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Statt unterschiedsloser Sparvorgaben brauchen wir eine am Gemeinwohl orientierte Priorit\u00e4tensetzung f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt. &#13;<\/p>\n<p class=\"tspB2mh\">Daf\u00fcr w\u00fcnsche ich mir mehr Mut und Ehrgeiz  \u2013 nicht nur als Kulturpolitikerin, sondern vor allem als Herzensberlinerin. &#13;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unter Deutschlands St\u00e4dten ist Berlin weder die \u00e4lteste noch die sch\u00f6nste, aber unerreicht in ihrer Lebendigkeit, wie Richard&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2173,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,2275,29,2274,30,2273,80,402,525,1889],"class_list":{"0":"post-2172","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-berlin2030","10":"tag-deutschland","11":"tag-gentrifizierung","12":"tag-germany","13":"tag-humboldt-forum","14":"tag-kultur","15":"tag-kulturpolitik","16":"tag-mitte","17":"tag-zukunft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114267889586220426","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2172"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2172\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}