{"id":217250,"date":"2025-06-25T04:12:11","date_gmt":"2025-06-25T04:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/217250\/"},"modified":"2025-06-25T04:12:11","modified_gmt":"2025-06-25T04:12:11","slug":"barbi-markovic-ueber-ihr-neues-buch-stehlen-schimpfen-spielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/217250\/","title":{"rendered":"Barbi Markovi\u0107 \u00fcber ihr neues Buch \u00abStehlen, Schimpfen, Spielen\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Ein Segelboot donnert gegen die Bohlen der Hamburger \u00abBarca\u00bb-Bar, in Serbien wird protestiert, und in den sozialen Netzwerken verbreitet sich eine Falschnachricht. Mitten in dieser Welt sitzt die \u00f6sterreichisch-serbische Autorin Barbi Markovi\u0107 und erz\u00e4hlt von ihrem eigenen verr\u00fcckten Leben.<\/p>\n<p>  <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Barbi Markovi\u0107 \u00fcbertr\u00e4gt den Sound serbischer Herzensg\u00fcte unverf\u00e4lscht in ihre B\u00fccher.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5760\" height=\"3840\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/001179c2-bd96-4d04-a407-960144eb4da6.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Barbi Markovi\u0107 \u00fcbertr\u00e4gt den Sound serbischer Herzensg\u00fcte unverf\u00e4lscht in ihre B\u00fccher. <\/p>\n<p>Apollonia T. Bitzan \/ Rowohlt Verlag<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu63f0c21\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Es ist ein Tag zum Draussensein, wie er in Hamburg nicht oft vorkommt. Die Sonne scheint. Gl\u00fccklich legen die Pensionisten ihre mitgebrachten Sitzkissen auf die St\u00fchle der \u00abBarca\u00bb-Bar. Von der Alster weht ein k\u00fchlendes L\u00fcftchen, und am Steg liegen Elektroboote, die \u00abOscar\u00bb, \u00abLotti\u00bb, \u00abAnja\u00bb und \u00abCharlie\u00bb heissen. Die Schriftstellerin Markovi\u0107 heisst Barbi mit Vornamen. Sie passt gut hierher.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Thomas Bernhard f\u00e4ngt so an: \u00abW\u00e4hrend ich, bevor Karrer verr\u00fcckt geworden ist, nur am Mittwoch mit Oehler gegangen bin, gehe ich jetzt, nachdem Karrer verr\u00fcckt geworden ist, auch am Montag mit Oehler.\u00bb Barbi Markovi\u0107 schreibt: \u00abW\u00e4hrend ich, bevor Bojana vom Clubben genug hatte, nur am Samstag mit Milica ausgegangen bin, gehe ich jetzt, nachdem Bojana vom Clubben genug hat, auch am Sonntag mit Milica aus.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6qu9bc0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Da hat jemand dem \u00f6sterreichischen Schriftsteller die Lederhosen ausgezogen und ihn f\u00fcrs Belgrader Nachtleben neckisch zurechtgeschminkt. F\u00fcr Discos und Klubs wie \u00abBasement\u00bb oder \u00abIdiot\u00bb. Der Belgrader Bernhard ist sehr komisch. Und damit das auf Serbisch geschriebene Buch nicht tragisch endet, hat die Jungschriftstellerin damals bei Suhrkamp angefragt, ob sie denn das d\u00fcrfe, den \u00d6sterreicher remixen. Man war nicht am\u00fcsiert, gab dennoch die Erlaubnis und riet: \u00abDie Autorin soll sich in Zukunft von solchen Projekten fernhalten.\u00bb Pointe zum Schluss: In seiner deutschen Version erschien \u00abAusgehen\u00bb nat\u00fcrlich bei Suhrkamp und wurde ein Erfolg.<\/p>\n<p>Familie der Diebe<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6qn2pn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Jetzt hat Barbi Markovi\u0107 ein Buch geschrieben, das eine Art Poetikvorlesung ist und \u00abStehlen, Schimpfen, Spielen\u00bb heisst. Da steht diese Geschichte drin und \u00abdass Stehlen in meiner Familie normal war\u00bb. Markovi\u0107s Grossmutter hat ihr einmal eine Kette gestohlen und sie ihr dann zum Geburtstag wieder geschenkt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6r1hik1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Am Anfang gibt es bei der 1980 in Belgrad geborenen Schriftstellerin eine Art Robin-Hood-Idee des Schreibens. Man nimmt von denen, die haben, und gibt denen, die es brauchen k\u00f6nnen. \u00abWeil Literatur ein pauschaler Racheakt der kleinen, in die Ecke gedr\u00e4ngten Seelen ist.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6r2fgi1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">So steht es in der Poetikvorlesung. Es ist von der Hoffnung die Rede, mit Thomas Bernhard \u00abden Samen der Bitterkeit\u00bb gegen\u00fcber der eigenen Gesellschaft zu s\u00e4en. Nimm dies, Heimat! Spar dir deinen serbischen Nationalismus! Damit ist man auch schon beim zweiten Teil der Poetikvorlesung, dem Schimpfen. Von Marcel Proust hat sich Barbi Markovi\u0107 ein bisschen was f\u00fcr den Titel ihres 2021 schon auf Deutsch geschriebenen autobiografischen Romans \u00abDie verschissene Zeit\u00bb ausgeborgt.<\/p>\n<p>Der Sound serbischer Herzensg\u00fcte<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6r2u4a1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Verschissen war die Zeit in Belgrad zwischen den achtziger Jahren und 1999. Ein paar Belgrader Heranwachsende durchleben sie mit einer Zeitmaschine, die sie immer wieder hin und her wirft zwischen der Kindheit und ihrem finalen Stadium: der Bombardierung Belgrads durch die Nato. Banovo brdo ist ein Stadtteil, in dem man nicht geboren sein will. Ist man es aber, hilft nur noch fluchen. \u00ab\u2039Pass auf, dass du dir nicht das Genick brichst, dass deine Zehen nicht erfrieren und dass du nicht vergewaltigt wirst\u203a, wirft deine Mutter dir noch zu, bevor du die Wohnung verl\u00e4sst.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6qn2pp0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Barbi Markovi\u0107 hat den Sound serbischer Herzensg\u00fcte sehr unverf\u00e4lscht in ihre B\u00fccher \u00fcbertragen und legt Wert darauf, dass das damals keine sch\u00f6ne Kindheit war. Auf dem Hamburger Bootssteg sagt sie: \u00abAls ich in den Kindergarten kam, habe ich mich gewundert. Die anderen kannten alle irgendwelche Lieder. Ich war diesbez\u00fcglich nicht gut informiert.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6ref881\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nein, sie kannte keine Lieder. Die Ballettschule hat sie geschw\u00e4nzt und ist stattdessen stundenlang mit dem Bus durch die Stadt gefahren. \u00abSchon als Kind haben mich eher die nicht sch\u00f6nen Sachen interessiert. Mit b\u00f6sen B\u00fcchern habe ich meinen Blick auf die Realit\u00e4t geschult. Mit Charles Dickens\u2019 \u2039Oliver Twist\u203a zum Beispiel, der Geschichte vom Waisenjungen.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6qn2pp1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das Sch\u00f6ne an Barbi Markovi\u0107, die mit ihrem neuen Buch zum deutschen Grossverlag Rowohlt gewechselt hat: Melancholie und Reflexion ergeben ein dialektisches Drittes, mit dem man bei diesen Ingredienzen nicht gerechnet h\u00e4tte: Spass. Oder \u00abSpiel\u00bb, wie es in der Poetikvorlesung heisst. 2005 ist Markovi\u0107 nach Wien \u00fcbersiedelt, hat sich hier als \u00abschlechte Kraft in schlechten Jobs\u00bb \u00fcber Wasser gehalten und wollte das Deutsch ihres Belgrader Germanistikstudiums verbessern. Mit teilweise tragischen Ergebnissen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6rgm3f1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ihr Deutsch war das von Thomas Mann. Aber beim Operettenheurigen, wo sie arbeitete und der einer ehemaligen Operettens\u00e4ngerin geh\u00f6rte, sprach man Wiener Dialekt, als w\u00e4ren heute noch alle V\u00f6lker der ehemaligen Monarchie amtlich verpflichtet, ihn zu verstehen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6ri9oa1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Markovi\u0107 musste \u00f6sterreichische Tracht tragen und kann heute immerhin die Niedertr\u00e4chtigkeiten der neuen Heimat zu Geschichten machen. Sie ist ein serbisch-\u00f6sterreichischer Proust, ein \u00abSatz-Freak\u00bb und mag am Original \u00abdie crazy Vergleiche und Wahrnehmungsprobleme. Das Lyrische, Zittrige.\u00bb<\/p>\n<p>Comichaft \u00fcberzeichnete Welten<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6qn2pq0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Vielleicht, sagt Barbi Markovi\u0107, habe sie bei ihrem Vater solche Wahrnehmungsprobleme und habe ihn deshalb zum Charakter, zur Figur erhoben. Mit vollem Namen, als Slobodan Markovi\u0107, geistert er durch die B\u00fccher \u2013 und soll in Wirklichkeit noch seltsamer sein. Er hat sein Auto mit Muscheln vollger\u00e4umt, um sich jederzeit ans Meer erinnern zu k\u00f6nnen. Er hat Dutzende Zahnb\u00fcrsten in seinen Taschen und dr\u00e4ngt sie den Menschen auf, um sie an die Wichtigkeit der Mundhygiene zu erinnern. Er geht barfuss durchs Leben und naturgem\u00e4ss auch durch die B\u00fccher seiner Tochter.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6rn7oo1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Seine Welt ist absurd, aber absurd sind auch die comichaft \u00fcberzeichneten Welten von Barbi Markovi\u0107s Werken, die Titel tragen wie \u00abSuperheldinnen\u00bb, \u00abPiksi-Buch\u00bb oder \u00abMinihorror\u00bb. F\u00fcr Letztgenanntes hat die Schriftstellerin voriges Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6rpojs1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ein bisschen wurde f\u00fcr \u00abMinihorror\u00bb bei Disney abgekupfert. Schreiben als Vintage-Laden: \u00abIch bin die Marie Kondo der Literatur. If it doesn\u2019t spark joy \u2013 weg damit in die M\u00fclltonne.\u00bb Im Buch erleben die Figuren Miki und Mini einen Horror, bei dem sich Reales und Surreales nicht immer unterscheiden lassen. So wie auch jetzt gerade in Hamburg: Ein Segelboot donnert gegen die Bohlen der \u00abBarca\u00bb-Bar, die Pensionisten am Nebentisch schnellen von ihren Sitzkissen hoch, und da kommt per SMS die Nachricht, dass Elfriede Jelinek gestorben sei. Sp\u00e4ter kommt die Nachricht, dass sie doch nicht gestorben sei. So kann man sich den Tod vorstellen: Wenn er nicht auf X widerrufen wird, ist man wirklich tot.<\/p>\n<p>Proteste in Serbien<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6qn2pq1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Es senkt sich die Sonne dr\u00fcben \u00fcber der Binnenalster, vom Hotel Atlantic str\u00f6men die G\u00e4ste zu den Restaurantschiffen, die M\u00f6wen sind mit sich selbst besch\u00e4ftigt, und 1300 Kilometer entfernt perpetuiert sich ein Ausnahmezustand. Millionen Menschen haben seit November gegen den serbischen Pr\u00e4sidenten Aleksandar Vu\u010di\u0107 protestiert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6rubrr1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ausl\u00f6ser war der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der Stadt Novi Sad. F\u00fcnfzehn Menschen starben, weil der Pr\u00e4sident Druck gemacht hatte, den Bahnhof nach Bauarbeiten wieder zu er\u00f6ffnen. Die Chancen stehen gut, dass das Volk die Regierung wegdemonstrieren wird. N\u00e4chste Woche soll Barbi Markovi\u0107 in Belgrad eine Lesung haben. Ausgerechnet am 28.\u00a0Juni, dem Nationalfeiertag, an dem der Schlacht auf dem Amselfeld gedacht wird. \u00abEs kann sein, dass es an diesem Tag die gr\u00f6ssten Protestveranstaltungen geben wird\u00bb, sagt die Schriftstellerin.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6rurml1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00abGegenproteste werden noch dazukommen. Vu\u010di\u0107 l\u00e4sst Leute vom Land in Bussen in die Stadt bringen. Er bezahlt sie mit Sandwiches, so lautet das Ger\u00fccht.\u00bb Wahrscheinlich habe Vu\u010di\u0107 schon l\u00e4ngst irgendwo einen Helikopter stehen, der ihn nach Russland bringe.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6qn2pq2\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00abHeimatlandbesch\u00f6nigung\u00bb sei nichts f\u00fcr sie, sagt Markovi\u0107. Das gilt auch f\u00fcr die neue, l\u00e4ngst zur Gewohnheit gewordene Heimat \u00d6sterreich. Sie klage gern, meint die Schriftstellerin, und wenn jemand klage, dann sei sie gerne mit dabei. Das sei ihr Blues.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iu6s0a4p1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nie hat man einen Blues geh\u00f6rt, bei dem so viel gelacht wird. \u00abStehlen, Schimpfen, Spielen\u00bb ist ein grossartig komisches Buch \u00fcber eine Autorin am Rande des Scheiterns. Poetikvorlesung? Ich?, t\u00f6nt der Zweifel aus allen Seiten, aber der Zweifel ist der Vater des Guten. Barbi Markovi\u0107 schreibt mit einer Gelassenheit, die daher kommt, dass sie eigentlich nichts wollte. Aus einer Stil\u00fcbung wurde eine Karriere. Gerade entsteht ein neues Theaterst\u00fcck, und abends wird dann im Hamburger Literaturhaus aus \u00abStehlen, Schimpfen, Spielen\u00bb gelesen. Es soll dieser Autorin nichts Schlimmeres passieren als der klassische Arbeitsunfall, von dem im Buch die Rede ist: die \u00abSzenenschreibenentz\u00fcndung\u00bb.<\/p>\n<p data-team-footnote=\"\" id=\"id-doc-1iu6qn2pq3\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"footnote\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent footnote nzzinteraction\">Barbi Markovi\u0107: Stehlen, Schimpfen, Spielen. Rowohlt-Verlag, Hamburg 2025. 144\u00a0S., Fr. 30.90.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Segelboot donnert gegen die Bohlen der Hamburger \u00abBarca\u00bb-Bar, in Serbien wird protestiert, und in den sozialen Netzwerken&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":217251,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-217250","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114742056931414725","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=217250"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217250\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/217251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=217250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=217250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=217250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}