{"id":217706,"date":"2025-06-25T08:25:09","date_gmt":"2025-06-25T08:25:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/217706\/"},"modified":"2025-06-25T08:25:09","modified_gmt":"2025-06-25T08:25:09","slug":"ukraine-unter-dauerbeschuss-zahl-der-russischen-luftangriffe-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/217706\/","title":{"rendered":"Ukraine unter Dauerbeschuss: Zahl der russischen Luftangriffe steigt"},"content":{"rendered":"<p>                    Neue Strategie in der Ukraine<br \/>\n                Russland weitet den Drohnenkrieg aus<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Martin Morcinek<br \/>\n\t\t\t\t              25.06.2025, 10:00 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Nacht f\u00fcr Nacht dr\u00f6hnt der Himmel \u00fcber der Ukraine: Propellergetriebene Geran-2-Drohnen steuern aus Russland kommend in niedriger Flugh\u00f6he ukrainische St\u00e4dte an. Die Zahl der Angriffsfl\u00fcge steigt dramatisch an, die Daten deuten auf einen russischen Strategiewechsel hin. <\/strong><\/p>\n<p>18 Tote und fast 300 Verletzte in Dnipro, acht Tote und 23 Verletzte beim Angriff auf Kiew, getroffene Wohnblocks in Sumy und Charkiw: Im Krieg in der Ukraine nimmt Russland offenbar verst\u00e4rkt die Zivilbev\u00f6lkerung ins Visier. Die anhaltenden n\u00e4chtlichen Drohnenangriffe richten sich gegen die Bev\u00f6lkerungszentren. Weit abseits der Front fliegen die russischen Drohnenschw\u00e4rme die gro\u00dfen St\u00e4dte der Ukraine an.<\/p>\n<p>Die Zahl der russischen Luftangriffe ist in den vergangenen Wochen erheblich gestiegen, wie eine Auswertung der offiziellen Angaben aus der Ukraine belegt: <\/p>\n<\/p>\n<p>Hinweis: Die Infografiken zum Ausma\u00df der russischen Luftangriffe in der Ukraine werden laufend aktualisiert. <\/p>\n<p>Im laufenden Monat verzeichnete die ukrainische Luftabwehr bereits 4598 russische Angriffe. Das sind schon jetzt gut 10 Prozent mehr einfliegende Drohnen, Raketen und Marschflugk\u00f6rper als im Mai. Nach einem vor\u00fcbergehenden Abflauen im April steigt die Zahl der russischen Luftangriffe im Sommer deutlich an. Der Zwischenstand f\u00fcr Juni \u00fcbertrifft schon jetzt die Zahlen aus dem M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der angreifenden russischen Waffensysteme entf\u00e4llt diesen Angaben zufolge auf propellergetriebene Drohnen vom Typ Geran-2 und verschiedenen Varianten. Die vergleichsweise einfachen Waffensysteme werden in Russland mittlerweile in Massen produziert und basieren im Kern auf dem bekannten Shahed-Modell aus iranischen Best\u00e4nden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Angetrieben werden die rund dreieinhalb Meter langen und bis 240 Kilogramm schweren Lowtech-Drohnen von einfachen Zweitaktmotoren, die f\u00fcr den charakteristischen &#8222;Mofa&#8220;-L\u00e4rm am Nachthimmel sorgen. Die Geran-Drohnen bewegen sich zwar relativ langsam. In gro\u00dfer Zahl sind sie jedoch dennoch eine enorme Gefahr.<\/p>\n<p>Bei einer Reichweite von \u00fcber 1000 Kilometern steuern sie mit etwa 190 Kilometern pro Stunde in der Spitze ihre Ziele an. Im Gefechtskopf einer scharfen Geran-Drohne sind bis zu 90 Kilogramm Sprengstoff enthalten. Zusammen mit den eingesetzten T\u00e4usch- und Ablenkungsdrohnen bilden sie die Hauptwaffe der russischen Luftkriegsstrategie. Die sehr viel teureren Kinschal-Raketen und andere Hightech-Waffensysteme kommen sehr viel seltener zum Einsatz.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderte Angriffsstrategie<\/p>\n<p>Die Auswertung der ukrainischen Daten verr\u00e4t noch mehr: Die Kriegsplaner im Kreml haben ihre Strategie in den vergangenen Monaten offenbar grundlegend ver\u00e4ndert. Der bisherige Ansatz eines Zerm\u00fcrbungskrieges aus der Luft mit einer weitgehend gleichm\u00e4\u00dfigen Intensit\u00e4t des Dauerbombardements ist sp\u00e4testens seit Mitte Mai einem Wechsel aus \u00fcberfallartigen Schwarmattacken mit zus\u00e4tzlichem Raketenbeschuss gewichen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Auf N\u00e4chte mit einer vergleichsweise geringen Anzahl von unter 100 anfliegenden Drohnen folgen Gro\u00dfangriffe mit 300, 400 oder in der Spitze sogar fast 500 Waffensystemen, die nach Sonnenuntergang in den ukrainischen Luftraum eindringen. Das russische Milit\u00e4r versucht offenbar, die \u00fcberlegene Feuerkraft auf einzelne Gro\u00dfangriffe zu ballen.<\/p>\n<p>Die russischen Massenangriffe folgen einer brutalen Logik: Sie zielen offensichtlich darauf ab, die ukrainische Luftabwehr allein durch die gro\u00dfe Zahl der anfliegenden Bedrohungen zu \u00fcberw\u00e4ltigen. Das Muster wiederholt sich Nacht f\u00fcr Nacht: Vorausfliegende Imitator-Drohnen versuchen, die Aufmerksamkeit der Radarerfassung und der mobilen Flugabwehr-Trupps auf sich zu ziehen.<\/p>\n<p>Zwischen den einzelnen Wellen einfliegender Ablenkungsdrohnen folgen Geran-Drohnen mit z\u00fcndf\u00e4higem Gefechtskopf. Um die ukrainische Luftabwehr m\u00f6glichst zu \u00fcberfordern, feuert das russische Milit\u00e4r immer wieder auch mit ballistischen Boden-Boden-Raketen, f\u00fcr den Einsatz gegen Landziele umprogrammierte S-300-Raketen oder die von russischen Bombern gestarteten Marschflugk\u00f6rper in Richtung Ukraine ab. Dazu kommt ein st\u00e4ndiger Wechsel aus Angriffsrichtungen, gewundenen Flugwegen und neu angegriffenen Zielen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Strategie schlagen sich in den Daten nieder: Die Abschussquote, also die Zahl der durch elektronische Ma\u00dfnahmen oder Feuerkraft abgewehrten russischen Drohnen, Raketen und Marschflugk\u00f6rper, sinkt in N\u00e4chten mit einer hohen Zahl an eingesetzten Drohnen regelm\u00e4\u00dfig ab. Die gro\u00dfe Zahl an belegten Einschl\u00e4gen in Wohngebieten und Innenstadtbereichen belegt, dass es Russland nicht allein um rein milit\u00e4rische Zwecke, sondern vor allem um die Wirkung in der Zivilbev\u00f6lkerung geht. Der Dauerstress, die schlaflosen N\u00e4chte mit Luftalarm und die st\u00e4ndige akute Lebensgefahr zielen offenkundig darauf ab, den Durchhaltewillen der Ukrainer zu zerm\u00fcrben.<\/p>\n<p>Dazu kommt: Die russischen Gro\u00dfangriffe werden h\u00e4ufiger und auch intensiver. In den ersten vier Monaten des Jahres stieg die Zahl der n\u00e4chtlichen Attacken nur an sechs einzelnen Tagen \u00fcber die 200er-Marke. Seit Anfang Mai sahen sich die Ukrainer bereits in zw\u00f6lf N\u00e4chten mit einem solchen Extrembeschuss konfrontiert. In der Nacht auf den 9. Juni zum Beispiel meldete die Luftabwehr in Kiew den bisher intensivsten Angriff mit insgesamt 499 russischen Waffensystemen, darunter 479 Drohnen.<\/p>\n<p>Nach dem schweren Beschuss von Kiew, Odessa und zuletzt Dnipro blieb es vergleichsweise ruhig. In der zur\u00fcckliegenden Nacht meldete die ukrainische Luftverteidigung lediglich 71 Drohnen. Unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen kann das nur hei\u00dfen: Russland spart Munition auf f\u00fcr den n\u00e4chsten bevorstehenden Gro\u00dfangriff. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Strategie in der Ukraine Russland weitet den Drohnenkrieg aus Von Martin Morcinek 25.06.2025, 10:00 Uhr Artikel anh\u00f6ren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":217707,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[661,13,664,14,15,16,307,12,10,8,9,11,317,3081,103,104],"class_list":{"0":"post-217706","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-angriff-auf-die-ukraine","9":"tag-headlines","10":"tag-karten-daten-infografiken","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-politik","14":"tag-russland","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews","20":"tag-ukraine","21":"tag-ukraine-konflikt","22":"tag-welt","23":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114743052170523746","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=217706"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217706\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/217707"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=217706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=217706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=217706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}