{"id":218411,"date":"2025-06-25T14:48:10","date_gmt":"2025-06-25T14:48:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/218411\/"},"modified":"2025-06-25T14:48:10","modified_gmt":"2025-06-25T14:48:10","slug":"prozess-in-muenchen-busfahrerin-soll-mit-corona-testzentren-620-000-euro-ergaunert-haben-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/218411\/","title":{"rendered":"Prozess in M\u00fcnchen: Busfahrerin soll mit Corona-Testzentren 620 000 Euro ergaunert haben &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Noch heute wundert sich Yvonne R., wie leicht das damals alles ging. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie arbeitete die Busfahrerin und Mutter von f\u00fcnf Kindern aus Essen zun\u00e4chst in einem Testzentrum mit Antigen-Schnelltests. Irgendwann, so berichtete die 52-J\u00e4hrige, am Mittwoch vor der 3. Strafkammer am Landgericht <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> I, habe sie jedoch geh\u00f6rt, dass praktisch jeder ein solches Testzentrum betreiben und gegen\u00fcber den Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen (KV) Testleistungen abrechnen k\u00f6nne.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das habe sie ausprobieren wollen, sagte Yvonne R. und f\u00fcgte hinzu: \u201eIch h\u00e4tte nie gedacht, dass so was ohne Pr\u00fcfung vonstattengehen kann.\u201c Doch das war der Fall. Yvonne R. t\u00e4uschte gegen\u00fcber den Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Nordrhein-Westfalen den Betrieb von Testzentren vor und rechnete Leistungen ab, die niemals erbracht wurden. Alles in allem knapp 1,5 Millionen Euro. Rund 620 000 Euro wurden ihr \u00fcberwiesen. \u201eDas Geld ist alles weg\u201c, erkl\u00e4rte R.s Verteidiger, Rechtsanwalt Martin Gelbricht, der Vorsitzenden Richterin Susanne Blaschke. Yvonne R. scheint dies peinlich zu sein, sie begann in diesem Moment zu weinen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Um zu verschleiern, dass sie hinter den Testzentren steht, soll Yvonne R. laut Anklage der bei der Generalstaatsanwaltschaft N\u00fcrnberg angesiedelten Zentralstelle zur Bek\u00e4mpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen ihre Bekannte Tina S. dazu gebracht haben, ein Bankkonto bei einem Berliner Geldinstitut zu er\u00f6ffnen. Anschlie\u00dfend soll Yvonne R. begonnen haben, die angeblichen Corona-Tests abzurechnen. Doch der Schwindel flog auf.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">2022 wurde Yvonne R. wegen \u00e4hnlich gelagerter F\u00e4lle vor einem Amtsgericht in Essen wegen Betrugs in f\u00fcnf F\u00e4llen und f\u00fcnf weiterer Betrugsversuche zu insgesamt drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Zwei Drittel der Strafe musste sie absitzen. Die Reststrafe wurde ihr erlassen. Die 52-J\u00e4hrige begann wieder zu arbeiten. Dann aber standen erneut die Ermittler der Polizei vor ihrer T\u00fcr und konfrontierten sie mit den nun vor dem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Landgericht_M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landgericht M\u00fcnchen<\/a> I angeklagten Taten. Anfang November vergangenen Jahres kam Yvonne R. erneut in Untersuchungshaft. Dies, so die Busfahrerin, habe \u201eihre Existenz wieder vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt\u201c. Die Vorw\u00fcrfe aus der Anklage der Generalstaatsanwaltschaft r\u00e4umte Yvonne R. in einer Erkl\u00e4rung, die ihr Verteidiger f\u00fcr sie verlas, \u201evollumf\u00e4nglich\u201c ein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Doch damit gab sich Richterin Blaschke nicht zufrieden, sie hakte nach. Die Ermittlungen h\u00e4tten ergeben, dass sie nach ihrer Verurteilung in Essen sp\u00e4ter im sogenannten offenen Vollzug Geld vom Konto, auf das die Betr\u00e4ge der KVs geflossen seien und das auf den Namen ihrer Freundin lief, Geld abgehoben habe. \u201eEin starkes St\u00fcck\u201c, befand die Richterin. Yvonne R. schwieg. Ihr Verteidiger indes gestand: \u201eIch war auch erstaunt.\u201c\u00a0Mit den Abhebungen kaufte Yvonne R. unter anderem zwei Autos sowie Essen und Kleidung. Einen Teil \u00fcberlie\u00df sie einem ehemaligen H\u00e4ftling und ihrer Freundin. Die habe auch Geld gebraucht, so Yvonne R., zum Beispiel f\u00fcr zwei Pferde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">In ihrer Anklage fordert die Generalstaatsanwaltschaft, dass die Busfahrerin das zu Unrecht erhaltene Geld, also knapp 620 000 Euro, wieder zur\u00fcckzahlt. Das d\u00fcrfte schwierig werden. Denn privat sitzt Yvonne R. noch auf einem Schuldenberg von rund 80 000 Euro. Ein Urteil in dem Prozess wird f\u00fcr Mitte Juli erwartet. Der Prozess gegen Yvonne R.s Freundin steht noch aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch heute wundert sich Yvonne R., wie leicht das damals alles ging. 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