{"id":218914,"date":"2025-06-25T19:15:14","date_gmt":"2025-06-25T19:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/218914\/"},"modified":"2025-06-25T19:15:14","modified_gmt":"2025-06-25T19:15:14","slug":"ostseedorsche-schrumpfen-wie-ueberfischung-das-erbgut-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/218914\/","title":{"rendered":"Ostseedorsche schrumpfen: Wie \u00dcberfischung das Erbgut ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/screenshot1717596.webp\" alt=\"Ein Dorsch im Wasser.\" title=\"Ein Dorsch im Wasser. | Screenshot\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 25.06.2025 20:44 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Trotz jahrelangen Fangverbots erholt sich der Ostseedorsch kaum. Kieler Forschende zeigen nun: Die \u00dcberfischung hat nicht nur die Best\u00e4nde reduziert, sondern auch das Erbgut der Fische ver\u00e4ndert. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Selma Zoronji\u0107<\/p>\n<p class=\"\">\nDie langj\u00e4hrige \u00dcberfischung in der zentralen Ostsee hat nicht nur die Zahl der Dorsche verringert, sondern auch ihre genetische Struktur beeinflusst, denn heute sind die Fische deutlich kleiner und wachsen langsamer als fr\u00fcher.<\/p>\n<p>    Ostseedorsche: K\u00f6rperl\u00e4nge verringert sich deutlich<\/p>\n<p class=\"\">\nIm Rahmen <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.adr9889\" title=\"Studie: Dorsche schrumpfen durch \u00dcberfischung\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einer neuen Studie<\/a> des <a href=\"https:\/\/www.geomar.de\" title=\"Forschungszentrum GEOMAR\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">GEOMAR Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Ozeanforschung<\/a> <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Kiel-Aktuelle-Nachrichten-News-und-Videos,kiel7262.html\" title=\"Kiel: Aktuelle News und Videos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kiel<\/a> analysierten die Forschenden \u00fcber einen Zeitraum von 25 Jahren Wachstum und Erbgut von 152 Dorschen, die im Bornholm-Becken gefangen wurden. Laut der Studie ging die K\u00f6rperl\u00e4nge der Ostseedorsche im Untersuchungs-Zeitraum um 48 Prozent zur\u00fcck.<\/p>\n<p>    Geh\u00f6rsteinchen weisen Ver\u00e4nderungen beim Ostseedorsch nach<\/p>\n<p class=\"\">\nDie gezielte Entnahme der gr\u00f6\u00dften Tiere \u00fcber viele Jahre hinweg habe die Population nachhaltig ver\u00e4ndert \u2013 gerade weil gr\u00f6\u00dfere Exemplare f\u00fcr die Fischerei besonders attraktiv und kommerziell gewesen seien, sagt Prof. Dr. Thorsten Reusch, der zusammen mit Dr. Kwi Young Han die Studie geleitet hat.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/dorsche-102.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/dorsche-102.webp\" alt=\"Ein Fischer sitzt auf einem kutter mit einem Dorsch im Arm \" title=\"Dorsche sind mit der Zeit immer kleiner geworden. | Jesper Bay \/ Danish Institute for Fisheries and Marine Research\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Dorsche sind mit der Zeit immer kleiner geworden.<\/p>\n<p class=\"\">\nDie Forschenden nutzten kleine Geh\u00f6rsteinchen, mit denen sich Alter und Wachstumsverl\u00e4ufe der Fische bestimmen lassen. In Kombination mit hochaufl\u00f6sender DNA-Sequenzierung konnten sie gezielte genetische Ver\u00e4nderungen im zeitlichen Verlauf nachweisen. So konnte man anhand der Jahresringe in den Geh\u00f6rsteinchen einen Zusammenhang zwischen der Wachstumsrate und der genomischen Ausstattung der Best\u00e4nde herstellen und herausfinden, dass sie heute sehr viel langsamer wachsen als noch vor 25 Jahren.<\/p>\n<p>    Dorsche immer kleiner: Umkehrung m\u00f6glich, aber zeitintensiv<\/p>\n<p class=\"\">\nZwar gilt die Entwicklung grunds\u00e4tzlich als umkehrbar, doch Modellrechnungen zeigen: Es k\u00f6nnte sehr lange dauern, bis die Dorsche wieder ihre urspr\u00fcngliche Gr\u00f6\u00dfe erreichen, wenn \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/dorsche-104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/dorsche-104.webp\" alt=\"Kwi Young Han h\u00e4lt einen Ostseedorsch in der Hand.\" title=\"Dr. Kwi Young Han forscht seit Jahren zu Ostseedorschen. | Thorsten Reusch\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Dr. Kwi Young Han forscht seit Jahren zu Ostseedorschen.<\/p>\n<p class=\"\">\nDer Dorsch spielte als gro\u00dfer Beutegreifer bislang eine Schl\u00fcsselrolle im Nahrungsnetz der Ostsee. Aufgrund seiner Verkleinerung kann er diese Rolle laut Experten aber nicht mehr erf\u00fcllen. Gleichzeitig sind auch andere Fischarten wie Hering und Sprotte stark \u00fcberfischt, was das Nahrungsnetz zus\u00e4tzlich schw\u00e4cht. Im Zusammenspiel der Faktoren ist das marine \u00d6kosystem der zentralen Ostsee nach Einsch\u00e4tzung der Forschenden bereits massiv beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>    Ma\u00dfnahmen f\u00fcr nachhaltige Fischerei: Viel Potenzial, wenig Umsetzung<\/p>\n<p class=\"\">\nF\u00fcr einen wirksamen Schutz der Dorschpopulation sei ein deutlich <strong>geringerer Fischereidruck <\/strong>n\u00f6tig, der sich an den Prinzipien nachhaltiger Nutzung orientiere. Erste Modellierungen \u2013 unter anderem vom Kieler Forschungsteam und mit dem Th\u00fcnen-Institut f\u00fcr Ostseefischerei \u2013 sollen zeigen, ob sich die beobachteten genetischen Ver\u00e4nderungen dadurch aufhalten oder sogar umkehren lassen.<\/p>\n<p class=\"\">\nTechnisch seien bereits L\u00f6sungen vorhanden, wie etwa modifizierte Netze mit \u00d6ffnungen, durch die gro\u00dfe, besonders fortpflanzungsf\u00e4hige Tiere entweichen k\u00f6nnen. Es gebe zwar Ans\u00e4tze, doch an der konsequenten Umsetzung in der Praxis fehle es bisher jedoch deutlich.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/reusen-100.webp\" alt=\"Mitarbeiter der Fischereiaufsicht stellen Reusen in Pl\u00f6n sicher.\" title=\"Mitarbeiter der Fischereiaufsicht stellen Reusen in Pl\u00f6n sicher. | NDR, Ole Wrobel\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein Taucher hatte die Fischfangger\u00e4te vergangene Woche bei Pl\u00f6n entdeckt. Die Fischereiaufsicht ermittelt nun.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/munitionsreste106.webp\" alt=\"Ein Taucher vom Forschungstauchzentrum der Universit\u00e4t Kiel n\u00e4hert sich in der Kolberger Heide in der Ostsee einem versenkten Munitionsrest.\" title=\"Ein Taucher vom Forschungstauchzentrum der Universit\u00e4t Kiel n\u00e4hert sich in der Kolberger Heide in der Ostsee einem versenkten Munitionsrest. | dpa, Jana Ulrich\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Forschende haben Spuren von Sprengstoff in den Meerestieren entdeckt. Eine Gefahr durch Verzehr bestehe aber nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 25.06.2025 20:44 Uhr Trotz jahrelangen Fangverbots erholt sich der Ostseedorsch kaum. 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