{"id":219642,"date":"2025-06-26T01:51:09","date_gmt":"2025-06-26T01:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/219642\/"},"modified":"2025-06-26T01:51:09","modified_gmt":"2025-06-26T01:51:09","slug":"mensch-als-ursache-identifiziert-warum-der-dorsch-vom-giganten-zu-tellergroesse-schrumpfte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/219642\/","title":{"rendered":"Mensch als Ursache identifiziert: Warum der Dorsch vom Giganten zu Tellergr\u00f6\u00dfe schrumpfte"},"content":{"rendered":"<p>                    Mensch als Ursache identifiziert<br \/>\n                Warum der Dorsch vom Giganten zu Tellergr\u00f6\u00dfe schrumpfte<\/p>\n<p>\t\t\t\t              25.06.2025, 20:23 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Dorsche kommen in der Ostsee nicht nur seltener vor als fr\u00fcher, sie sind auch bedeutend kleiner: Ihr Erbgut hat sich durch jahrzehntelange \u00dcberfischung ver\u00e4ndert. Nun pflanzen sich die Dorsche bei immer geringerer Gr\u00f6\u00dfe fort &#8211; das ist ein \u00dcberlebensvorteil, aber &#8222;\u00f6kologisch hochdramatisch&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberfischung hat sowohl die Best\u00e4nde an Dorschen in der Ostsee als auch die Gr\u00f6\u00dfe der Fische stark vermindert. Sie seien heutzutage viel seltener und kleiner als fr\u00fcher, teilte das Geomar Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung in Kiel mit. Mit \u00fcber einem Meter L\u00e4nge bei bis zu 40 Kilogramm Gewicht sei der \u00f6stliche Ostseedorsch fr\u00fcher ein Gigant gewesen. &#8222;Heute w\u00fcrde ein ausgewachsener Dorsch auf einen Teller passen.&#8220; Der gezielte Fang ist aufgrund des Zusammenbruchs der Best\u00e4nde aber seit 2019 verboten.<\/p>\n<p>Im Zusammenspiel mit Umweltver\u00e4nderungen habe sich die jahrzehntelange intensive Befischung gravierend auf das Erbgut der Fische ausgewirkt, berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1126\/sciadv.adr9889\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Science Advances&#8220;<\/a>. Dadurch w\u00fcrden die Fische bei immer geringerer Gr\u00f6\u00dfe geschlechtsreif und pflanzen sich schon bei unter 20 Zentimetern L\u00e4nge fort.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/imago148581391.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Heute passt er quer in den Eimer: frisch gefangener Dorsch (und Heringe).\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/imago148581391.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Heute passt er quer in den Eimer: frisch gefangener Dorsch (und Heringe).<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: imago images\/Frank Sorge)<\/p>\n<p> &#8222;Wenn \u00fcber Jahre hinweg bevorzugt die gr\u00f6\u00dften Tiere weggefangen werden, gibt das den kleineren, schneller reifen Individuen einen evolution\u00e4ren Vorteil&#8220;, sagte Thorsten Reusch, Leiter des Forschungsbereichs Marine \u00d6kologie am Geomar. &#8222;Was wir beobachten, ist eine durch Menschen ausgel\u00f6ste Evolution &#8211; fischereiinduzierte Selektion.&#8220;<\/p>\n<p>Wachstumsringe wie bei B\u00e4umen<\/p>\n<p>F\u00fcr den Nachweis hatten die Forschenden die Geh\u00f6rsteinchen von 152 Dorschen (Gadus morhua) analysiert, die zwischen 1996 und 2019 im Bornholm-Becken gefangen worden waren. An den sogenannten Otolithen kann das Alter anhand von Wachstumsringen &#8211; vergleichbar mit den Jahresringen von B\u00e4umen &#8211; abgelesen werden.<\/p>\n<p>Erbgutanalysen lie\u00dfen bestimmte Genvarianten erkennen, die mit dem K\u00f6rperwachstum in Verbindung stehen und \u00fcber die Zeit hinweg Anzeichen gerichteter Selektion zeigten &#8211; also systematisch h\u00e4ufiger oder seltener wurden. Tiere mit einer genetischen Ausstattung, die sie vergleichsweise schnell wachsen l\u00e4sst, sind demnach im Vergleich zu vor 30 Jahren beinahe ausgestorben.<\/p>\n<p>Kleiner Fische haben weniger Nachwuchs<\/p>\n<p>\u00d6kologisch sei das hochdramatisch, erkl\u00e4rte Reusch: Die nun auf fr\u00fche Geschlechtsreife programmierten, kleineren Fische bringen weniger Nachwuchs zur Welt. Aktuelle Daten zeigten, dass trotz mehrj\u00e4hrigem Fangverbot bisher keine Erholung der Gr\u00f6\u00dfenverteilung zu erkennen ist. Auch die Gesamtpopulation hat sich bisher nicht erholt.<\/p>\n<p>Der \u00f6stliche Ostseedorsch ist eine Population des atlantischen Dorsches (Gadus morhua), die in der zentralen Ostsee beheimatet ist. Die Population trennte sich vor 7000 bis 8000 Jahren von den anderen atlantischen Populationen, als die Ostsee entstand. Biologisch und genetisch unterscheidet er sich von anderen atlantischen Best\u00e4nden wie dem westlichen Ostseedorsch oder dem Nordsee-Kabeljau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mensch als Ursache identifiziert Warum der Dorsch vom Giganten zu Tellergr\u00f6\u00dfe schrumpfte 25.06.2025, 20:23 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":219643,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[752,29,14850,54772,70375,30,13,14,15,2852,12,10,8,9,11,70194],"class_list":{"0":"post-219642","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-bildung","9":"tag-deutschland","10":"tag-evolution","11":"tag-fische","12":"tag-geomar-helmholtz-zentrum-fuer-ozeanforschung","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-ostsee","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-ueberfischung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114747165122837496","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=219642"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219642\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/219643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=219642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=219642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=219642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}