{"id":219976,"date":"2025-06-26T05:00:10","date_gmt":"2025-06-26T05:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/219976\/"},"modified":"2025-06-26T05:00:10","modified_gmt":"2025-06-26T05:00:10","slug":"beitritt-zur-waehrungsunion-sind-die-bulgaren-bereit-fuer-den-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/219976\/","title":{"rendered":"Beitritt zur W\u00e4hrungsunion: Sind die Bulgaren bereit f\u00fcr den Euro?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-grey-6-180x22.svg\" width=\"180\" height=\"22\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/>WERBUNG<\/p>\n<p>Bulgarien n\u00e4hert sich seinem Ziel, Anfang n\u00e4chsten Jahres der Eurozone beizutreten, und steht immer noch vor der Herausforderung, die Herzen und K\u00f6pfe seiner B\u00fcrger zu daf\u00fcr zu gewinnen. So hat es Eva Maydell formuliert. Sie ist die bulgarische EVP-Berichterstatterin f\u00fcr den Bericht, der dem s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Land die Einf\u00fchrung der Einheitsw\u00e4hrung empfiehlt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberw\u00e4ltigende Mehrheit: W\u00e4hrungsausschuss f\u00fcr Beitritt<\/strong><\/p>\n<p>Mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit hat der Wirtschafts- und W\u00e4hrungsausschuss (ECON) des Europ\u00e4ischen Parlaments am Dienstag f\u00fcr den Bericht gestimmt, der den Beitritt Bulgariens zur Einheitsw\u00e4hrung empfiehlt. Bei der Abstimmung stimmten 36 Abgeordnete daf\u00fcr, drei dagegen und vier enthielten sich der Stimme.<\/p>\n<p>Die Mitgliedschaft Bulgariens in der Eurozone wurde vom Rat der Wirtschafts- und Finanzminister der EU (ECOFIN) am 20. Juni bef\u00fcrwortet. Er wird am Donnerstag und Freitag vom Europ\u00e4ischen Rat der Staats- und Regierungschefs er\u00f6rtert und vom Europ\u00e4ischen Parlament auf seiner f\u00fcr den 7. Juli anberaumten Plenartagung in Stra\u00dfburg formell gebilligt.<\/p>\n<p><strong>Bulgarische Bev\u00f6lkerung gespalten<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Abstimmung im ECON-Ausschuss rief Eva Maydell, Mitglied der bulgarischen Regierungspartei GERB, die EU-freundlichen Kr\u00e4fte in Bulgarien auf, nach mehr als f\u00fcnf Jahren innenpolitischer Instabilit\u00e4t politische Einigkeit und Verantwortung zu zeigen.<\/p>\n<p>Das Balkanland hat in den vergangenen f\u00fcnf Jahren sieben Parlamentswahlen abgehalten und eine Reihe von Kurzzeitregierungen erlebt.<\/p>\n<p>&#8222;Ich hoffe sehr, dass die pro-europ\u00e4ischen Kr\u00e4fte in der Lage sein werden, sich zu vereinen und f\u00fcr Stabilit\u00e4t zu sorgen, um die reibungslose Einf\u00fchrung des Euro in Bulgarien zu erleichtern&#8220;, so Maydell gegen\u00fcber Euronews.<\/p>\n<p>Die \u00f6ffentliche Meinung in Bulgarien ist nach wie vor geteilt, was die Einf\u00fchrung der Einheitsw\u00e4hrung angeht, und ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung ist zutiefst besorgt \u00fcber einen m\u00f6glichen weiteren R\u00fcckgang der Kaufkraft.<\/p>\n<p>Maydell r\u00e4umte diese Bef\u00fcrchtungen ein und f\u00fchrte an, dass einige B\u00fcrger den bulgarischen Lew, die Landesw\u00e4hrung, beibehalten wollen.<\/p>\n<p>Ist der Euro in Bulgarien beliebt?<\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Mitte-Rechts-Ministerpr\u00e4sident und langj\u00e4hrige GERB-Vorsitzende Bojko Borissow wurde im Jahr 2013 zum R\u00fccktritt gezwungen, auch weil die Sparpolitik, die seine Regierung in Vorbereitung auf den Beitritt des Landes zur Eurozone einf\u00fchrte, unpopul\u00e4r war.<\/p>\n<p>Heute sind die \u00f6ffentlichen Finanzen Bulgariens in Ordnung, die Staatsverschuldung und die Defizite liegen deutlich unter den Maastricht-Kriterien. Allerdings beunruhigen die steigenden Preise die bulgarische \u00d6ffentlichkeit weiterhin. Die Inflation hat 3,5 Prozent erreicht.<\/p>\n<p>Nach Angaben von Eurostat leben 30 Prozent der Bev\u00f6lkerung unterhalb der Armutsgrenze, die h\u00f6chste Armutsquote in der EU.<\/p>\n<p>&#8222;Viele Bulgaren glauben, dass das Land mit dem Beitritt zur Eurozone seine wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit verlieren und sich der Lebensstandard verschlechtern wird&#8220;, so Antoaneta Hristova, Mitglied der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. &#8222;Diese Stimmung ist aufgrund der Unbeliebtheit der derzeitigen politischen Elite, einschlie\u00dflich der EU-freundlichen Fraktionen, besonders stark&#8220;.<\/p>\n<p>Bei den Parlamentswahlen im Oktober 2024 lag die Wahlenthaltung bei 62 Prozent, wobei die Unterst\u00fctzung f\u00fcr ultrakonservative und antieurop\u00e4ische politische Kr\u00e4fte zunahm.<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt echte \u00c4ngste unter den B\u00fcrgern, und das sind nat\u00fcrlich die Sorgen, auf die wir als Politiker eingehen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen uns um diese Gruppen k\u00fcmmern&#8220;, sagte Maydell und stellte klar, dass auf EU-Ebene ein konkreter politischer Wille bestehe, diese Bedenken zu zerstreuen und die &#8222;reibungslose Einf\u00fchrung des Euro&#8220; zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Staatsoberhaupt gegen den Euro<\/p>\n<p>Der bulgarische Pr\u00e4sident Rumen Radew schlug im Mai ein Referendum vor, um die Einf\u00fchrung des Euro \u00fcber Januar 2026 hinaus zu verschieben.<\/p>\n<p>&#8222;Radew hat das Referendum aus politischem Opportunismus vorgeschlagen. Er versucht, die wachsende Anti-EU-Stimmung zu nutzen, um seine eigenen politischen Ambitionen zu f\u00f6rdern&#8220;, so Maydell.<\/p>\n<p>Radews Amtszeit l\u00e4uft im Herbst 2026 ab.<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt noch ein weiteres Problem: die Manipulation der \u00f6ffentlichen Meinung durch bestimmte politische Akteure, darunter Pr\u00e4sident Radew, die die \u00c4ngste der \u00d6ffentlichkeit ausnutzen, indem sie verfassungsfeindliche Ma\u00dfnahmen vorschlagen&#8220;, sagte Maydell mit Blick auf das Referendum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Bulgarien n\u00e4hert sich seinem Ziel, Anfang n\u00e4chsten Jahres der Eurozone beizutreten, und steht immer noch vor der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":219977,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,28206,548,663,158,3934,3935,9838,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-219976","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-bulgarien","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-finanzierung","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114747908392702432","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219976","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=219976"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219976\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/219977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=219976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=219976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=219976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}