{"id":221346,"date":"2025-06-26T17:16:12","date_gmt":"2025-06-26T17:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/221346\/"},"modified":"2025-06-26T17:16:12","modified_gmt":"2025-06-26T17:16:12","slug":"donald-trump-laesst-daten-loeschen-in-hannover-werden-sie-gerettet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/221346\/","title":{"rendered":"Donald Trump l\u00e4sst Daten l\u00f6schen, in Hannover werden sie gerettet"},"content":{"rendered":"<p>\n            Stand: 26.06.2025 15:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Die aktuelle US-Regierung will unliebsame wissenschaftliche Daten l\u00f6schen, etwa zur Klimaforschung. Am Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften in Hannover (TIB) sichern Forscher diese Daten. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Kristin H\u00e4femeier<\/p>\n<p class=\"\">\n&#8222;Mit Datenrettung hilft man allen und zwar \u00fcber Generationen hinweg und \u00fcberall auf der Welt&#8220;, sagt Micky Lindlar, hauptverantwortlich f\u00fcr das Retten vieler bedrohter Daten. In Hannover werden Daten gespeichert, denen in den USA die Zensur durch die Trump-Regierung droht. Vom Rechner in Hannover kann Micky Lindlar eine Art Sicherungskopie frei zug\u00e4nglicher wissenschaftlicher Daten erstellen. &#8222;Die Maschine macht eigentlich nichts anderes, als jeden wissenschaftlichen Link zu \u00f6ffnen und auf &#8218;Speichern unter&#8216; zu klicken&#8220;, erkl\u00e4rt Lindlar. Nur, dass das bei 2,7 Millionen Artikeln selbst bei einem Computer fast zehn Tage gedauert hat. So entsteht eine Sicherungskopie der Wissenschafts-Plattform arXiv der Universit\u00e4t Cornell im US-Bundesstaat New York.<\/p>\n<p>    Besonders Klima- und Genderforschung betroffen<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/daten-104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/daten-104.webp\" alt=\"Micky Lindlar am Laptop beim Daten retten.\" title=\"Micky Lindlar sieht eine gro\u00dfe Chance in der Datenrettung. | NDR, Kristin H\u00e4femeier\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Micky Lindlar sieht eine gro\u00dfe Chance in der Datenrettung.<\/p>\n<p class=\"\">\nVon der Zensur in den USA bedroht sind ganz generell <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/Wissenschaft,wissenschaft123.html\" title=\"Wissenschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wissenschaftliche<\/a> Artikel, Forschungsdaten und Websites. Sie liegen auf international bedeutenden Forschungsdatenbanken in den USA. Die Trump-Regierung versucht, sie zu zensieren und l\u00f6scht Daten aus dem Netz. &#8222;Die Vorgehensweise der Regierung ist dabei total unsystematisch&#8220;, sagt Lambert Heller, Leiter am Open Science Lab des TIB. Vorrangig geht es der Trump-Regierung um Themen wie Klimaforschung und Gender Studies, die der Administration als ideologisch gelten.<\/p>\n<p>    L\u00f6schen nach Stichworten f\u00fchrt zu Absurdit\u00e4ten<\/p>\n<p class=\"\">\nWelche Artikel und Forschungsfelder betroffen sind, ist allerdings willk\u00fcrlich. Laut Lambert Heller kursieren Listen mit unliebsamen Stichworten, wie beispielsweise &#8222;gender&#8220; und &#8222;trans&#8220;. Finden die sich in wissenschaftlichen Artikeln wieder, werden die Arbeiten gel\u00f6scht. &#8222;Das f\u00fchrt dazu, dass beispielsweise auch genderspezifische Medizinforschung zensiert wird&#8220;, sagt Heller. So haben zum Beispiel Frauen andere Anzeichen f\u00fcr einen Herzinfarkt als M\u00e4nner. Auch solche Forschung ist von der L\u00f6schung bedroht.<\/p>\n<p>    Internationales Datenretter-Netzwerk<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/daten-102.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/daten-102.webp\" alt=\"Lambert Heller steht vor Servern.\" title=\"Lambert Heller sieht viele Forschungsfelder in der Gefahr, zensiert zu werden. | NDR, Kristin H\u00e4femeier\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Lambert Heller sieht viele Forschungsfelder in der Gefahr, zensiert zu werden.<\/p>\n<p class=\"\">\nIm Kampf gegen das L\u00f6schen der Daten ist das TIB nicht allein: International hat sich ein breites Netz aus Privatpersonen und Einrichtungen zusammengefunden. Eine Graswurzelbewegung namens Safeguarding Research and Culture besteht aus mehreren hundert Einzelpersonen, die teils selbst Betroffene aus den USA und teils auch Forschende aus Europa sind. Sie sichern Daten auf ihren privaten Servern.<\/p>\n<p class=\"\">\nHinzu kommen Institutionen wie das TIB in Hannover. Aktuell l\u00f6scht die Regierung nur in ihren eigenen Datenbanken. Doch auch Unis k\u00f6nnten in Zukunft angewiesen werden, bestimmte Artikel zu l\u00f6schen. Das Informationszentrum f\u00fcr Technik und Naturwissenschaften ist Partner der Online-Plattform arXiv, die international wissenschaftliche Arbeiten f\u00fcr Physik, Mathematik und Informatik ver\u00f6ffentlicht. Von deren Inhalten hat das TIB nun ein vollst\u00e4ndiges Back-up hergestellt.<\/p>\n<p>    Arbeit noch nicht beendet<\/p>\n<p class=\"\">\nDas Back-up liegt auf riesigen Servern im Keller des TIB. &#8222;Die Rettung all dieser Daten erfordert unglaublich gro\u00dfe Mengen Speicherplatz&#8220;, sagt Heller. Allein in Hannover sind aktuell 300 Terabyte mit Daten der Langzeitarchivierung belegt. Die Artikel sind momentan noch nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich, sondern in einem sogenannten Dark Archive gespeichert.<\/p>\n<p class=\"\">\n&#8222;Sobald arXiv die Artikel nicht mehr selber zur Verf\u00fcgung stellen kann, weil sie zensiert wurden, wird aus dem Dark Archive ein Light Archive &#8211; und dann sind die Artikel auf den Servern in Hannover f\u00fcr die Wissenschaftler weltweit wieder abrufbar&#8220;, erkl\u00e4rt Lindlar. Die Arbeit ist allerdings noch lange nicht vorbei. Jeden Monat schauen die Forschenden, welche Artikel neu ver\u00f6ffentlicht worden sind und ebenfalls gesichert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/uni238.webp\" alt=\"Studierende sitzen in einem H\u00f6rsaal der Leibniz Universit\u00e4t Hannover.\" title=\"Studierende sitzen in einem H\u00f6rsaal der Leibniz Universit\u00e4t Hannover. | picture alliance \/ dpa , Julian Stratenschulte\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Zwei Hochschulen in Hannover und die Uni Oldenburg haben Voraussetzungen erf\u00fcllt, um sich im Herbst um den Status zu bewerben.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/vorlesung112.webp\" alt=\"Studierende sitzen in einem H\u00f6rsaal.\" title=\"Studierende sitzen in einem H\u00f6rsaal. | picture alliance \/ Panama Pictures | Christoph Hardt, Christoph Hardt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Wissenschaftsministerium und Volkswagenstiftung haben bekannt gegeben, welche Einrichtungen wie viel Geld bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 26.06.2025 15:00 Uhr Die aktuelle US-Regierung will unliebsame wissenschaftliche Daten l\u00f6schen, etwa zur Klimaforschung. 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