{"id":22142,"date":"2025-04-11T00:23:19","date_gmt":"2025-04-11T00:23:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22142\/"},"modified":"2025-04-11T00:23:19","modified_gmt":"2025-04-11T00:23:19","slug":"durch-das-austrocknen-des-aralsees-hebt-sich-die-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22142\/","title":{"rendered":"Durch das Austrocknen des Aralsees hebt sich die Erde"},"content":{"rendered":"<p>Durch das Austrocknen des Aralsees hebt sich die Erde &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a class=\"show-for-sr\" href=\"#main\" id=\"top\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a> Geologie: Das Austrocknen des Aralsees hat auch geologische Folgen<\/p>\n<p>Durch das fehlende Gewicht des Wassers dr\u00fcckt sich der Erdmantel immer weiter nach oben. Das enth\u00fcllt die Geheimnisse der tieferen Erdschichten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Aralsee\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Aral_Sea.jpg\" title=\"Aralsee\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Copernicus data (2014\/2015)\/ESA (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Das Schicksal des Aralsees an der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan gilt als eines der gr\u00f6\u00dften bislang von Menschen verursachten Umweltdesaster. <\/p>\n<p>Der Aralsee war der viertgr\u00f6\u00dfte Binnensee der Welt. Er bedeckte eine Fl\u00e4che etwa der Gr\u00f6\u00dfe Bayerns. Doch seit 1960 ist er dramatisch geschrumpft, weil seine Zufl\u00fcsse umgeleitet wurden, um Baumwollplantagen zu bew\u00e4ssern. Nun sind rund 90\u00a0Prozent des Wassers verschwunden, knapp 1000\u00a0Kubikkilometer. Das macht etwa 1000\u00a0Milliarden Tonnen weniger an Gewicht, das auf die Fl\u00e4che dr\u00fcckt\u00a0\u2013 und das hinterl\u00e4sst offenbar Spuren im Erdmantel, <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41561-025-01664-w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berichten Fachleute um den Geologen Wenzhi Fan von der Universit\u00e4t Peking im Fachjournal \u00bbNature Geoscience\u00ab<\/a>. Die geologischen Ver\u00e4nderungen rund um den Aralsee erm\u00f6glichen es, die Gesteinsschichten unseres Planeten besser zu verstehen. <\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Untersuchungen zogen die Forschenden Daten des Radarstelliten Sentinal-1 heran, der Teil des ESA-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus ist. Diese zeigen, dass sich die Region zwischen 2016 und 2020 um durchschnittlich sieben Millimeter pro Jahr angehoben hat. Anschlie\u00dfend simulierte das Team um Fan mit Hilfe der Satellitendaten die geologischen Vorg\u00e4nge im Erdmantel, die zu dieser Erh\u00f6hung f\u00fchrten. So konnte es die Beschaffenheit der Erdschichten genauer bestimmen. Denn deren Viskosit\u00e4t l\u00e4sst sich sonst meist nur durch Beobachtungen kurzzeitiger Ereignisse wie Erdbeben ableiten. Die Bodenbewegungen rund um den Aralsee bieten jedoch die M\u00f6glichkeit, geologische Ver\u00e4nderungen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg zu beobachten. <\/p>\n<p> Aralsee \u2013 der kl\u00e4gliche Rest | Vor 15 Jahren war der Ostfl\u00fcgel des Aralsees fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig noch der gr\u00f6\u00dfte Abschnitt des Binnengew\u00e4ssers (links). Im Sommer 2014 war er endg\u00fcltig verschwunden (rechts). <\/p>\n<p>Wie die Fachleute in ihrer Arbeit erkl\u00e4ren, l\u00e4sst durch das fehlende Wasser der Druck auf die Asthenosph\u00e4re nach\u00a0\u2013 die zweit\u00e4u\u00dferste Erdschicht, die sich in etwa 130 bis 190\u00a0Kilometer Tiefe befindet. Dadurch str\u00f6mt das z\u00e4hfl\u00fcssige Mantelgestein dieser Schicht unter den Boden des Aralsees und hebt diesen an. Anhand der Satellitendaten lie\u00df sich die Viskosit\u00e4t dieser Erdschicht ermitteln: Mit rund 4 bis 7\u00b71019\u00a0Pascalsekunden f\u00e4llt sie etwas gr\u00f6\u00dfer aus, als bisherige Sch\u00e4tzungen aus Erdbebendaten nahelegten. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Redakteurin f\u00fcr Mathematik und Physik bei Spektrum der Wissenschaft. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Nature Geoscience 10.1038\/s41561\u2013025\u201301664-w, 2025 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/07fe6f69718b427cab1458cfc36ca25a.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Durch das Austrocknen des Aralsees hebt sich die Erde &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum Inhalt Geologie: Das Austrocknen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22143,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13472,13476,13475,13473,13474,5301,12731,13,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-22142","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-aralsee","9":"tag-erde-umwelt","10":"tag-erdkruste","11":"tag-erdmantel","12":"tag-erdschicht","13":"tag-geologie","14":"tag-gestein","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-welt","24":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114316483183543978","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22142"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22142\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22142"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22142"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}