{"id":221996,"date":"2025-06-26T23:20:09","date_gmt":"2025-06-26T23:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/221996\/"},"modified":"2025-06-26T23:20:09","modified_gmt":"2025-06-26T23:20:09","slug":"zohran-mamdanis-triumph-sorgt-fuer-furcht-und-freude-bei-us-demokraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/221996\/","title":{"rendered":"Zohran Mamdanis Triumph sorgt f\u00fcr Furcht und Freude bei US-Demokraten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Er ist 33 Jahre alt, Muslim, nach eigener Aussage Sozialist und k\u00f6nnte bald B\u00fcrgermeister von New York werden. Zohran Mamdani hat sich daf\u00fcr mit seinem Sieg bei den demokratischen Vorwahlen eine exzellente Ausgangslage verschafft &#8211; und die USA geschockt.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Sozialist k\u00f6nnte New York regieren, warnte das &#8222;Wall Street Journal&#8220; am Tag nach der Vorwahl. Die Finanzwelt sei in Aufruhr. Die &#8222;New York Times&#8220; titelte, ein neuer politischer Stern sei aufgegangen &#8211; inmitten einer gespaltenen Partei. Pr\u00e4sident Trump schrieb: &#8222;Zohran Mamdani, ein hundertprozentiger kommunistischer Irrer ist auf dem besten Weg, B\u00fcrgermeister zu werden.&#8220;<\/p>\n<p>Was war geschehen? Die US-Demokraten haben ihren Kandidaten f\u00fcr die B\u00fcrgermeisterwahl in New York gew\u00e4hlt. Lange schien Ex-Gouverneur Andrew Cuomo als sicherer Sieger. Ein erfahrener Mann mit reichen Spendern im R\u00fccken, skandalumwittert, aber beliebt. Bis kurz vor der Wahl f\u00fchrte er in den Umfragen. Doch auf den letzten Metern \u00fcberholte ihn ein 33-J\u00e4hriger. Noch am Wahlabend erkannte Cuomo seine Niederlage an. Auch wenn das offizielle Ergebnis noch aussteht: Sein Widersacher wird im November als demokratischer Kandidat zur B\u00fcrgermeisterwahl antreten.<\/p>\n<p>Zohran Mamdani, so hei\u00dft der Mann, war pr\u00e4sent: auf Handys und an Haust\u00fcren. Sein Team will bei \u00fcber einer Million Haushalte geklingelt haben. Mamdani gelang es, in kurzen Online-Videos seine Botschaft an die Menschen zu bringen. Er verspricht, das Leben in New York wieder erschwinglich zu machen &#8211; f\u00fcr alle. Er warb mit einem vierj\u00e4hrigen Mietstopp f\u00fcr zwei Millionen Menschen, kostenlosen Bussen, stadteigenen Superm\u00e4rkten, einem h\u00f6heren Mindestlohn. Finanzieren will er das unter anderem mit h\u00f6heren Steuern f\u00fcr Unternehmen und Reiche.<\/p>\n<p>Die Reaktionen reichen von Euphorie bis Entsetzen &#8211; auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Sowohl im demokratischen Lager als auch bei den Republikanern gruselt Mamdanis Erfolg die einen und entz\u00fcckt die anderen. <\/p>\n<p>&#8222;Die Demokraten haben eine Grenze \u00fcberschritten&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr manche Republikaner ist Mamdani gefundenes Fressen. &#8222;Die Demokraten werden sich zu seinen Positionen bekennen m\u00fcssen oder sie zur\u00fcckweisen&#8220;, zitierte &#8222;Time&#8220; den republikanischen Abgeordneten Mike Lawler: &#8222;Wenn die Demokraten sich zu Mamdanis Standpunkt bekennen, werden die W\u00e4hler sie nicht m\u00f6gen. Wenn sie sie verleugnen, wird ihre Basis revoltieren.&#8220; Vizepr\u00e4sident JD Vance, ebenfalls Republikaner, gratulierte Mamdani auf X, nannte ihn den &#8222;neuen Anf\u00fchrer der Demokratischen Partei&#8220;. <\/p>\n<p>Die republikanische Wahlkampfzentrale warnte vor Mamdani als einem &#8222;antisemitischen sozialistischen Radikalen&#8220;. Auch Cuomo hatte Mamdani im Wahlkampf Antisemitismus vorgeworfen. Mamdani nennt Israels Krieg in Gaza einen Genozid und <a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@trtworld\/video\/7512782477090409746\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">weigerte sich w\u00e4hrend einer Debatte, Israel als j\u00fcdischen Staat anzuerkennen<\/a>. Er sagte: Israel habe das Recht zu existieren &#8211; &#8222;als Staat mit gleichen Rechten f\u00fcr alle&#8220;. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/forward.com\/fast-forward\/723325\/cuomo-nyc-mayor-mamdani-jewish-vote\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">Einer Umfrage zufolge konnte Mamdani dennoch \u00fcberdurchschnittlich viele j\u00fcdische Demokraten \u00fcberzeugen<\/a>. Vor allem j\u00fcngeren J\u00fcdinnen und Juden seien \u00f6konomische Themen wichtiger als au\u00dfenpolitische, sagte Hank Sheinkopf, ein demokratischer Stratege laut der Jewish Telegraphic Agency.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist soweit, die Demokraten haben eine Grenze \u00fcberschritten&#8220;, schrieb Pr\u00e4sident Trump auf seiner Plattform &#8222;Truth Social&#8220;: &#8222;Wir hatten schon fr\u00fcher radikale Linke, aber das wird langsam ein bisschen albern.&#8220; <\/p>\n<p>Bei all der Emp\u00f6rung, all der Freude \u00fcber den Traumgegner Mamdani &#8211; hat der Erfolg des jungen, linken Muslims die Republikaner \u00fcberrascht, wom\u00f6glich gar beeindruckt? Eine m\u00f6gliche Antwort liefert Trumps Haus- und Hof-Sender Fox News. Die Finanzmetropole New York sei nicht einmal so links wie andere US-amerikanische St\u00e4dte, bemerkte ein Moderator dort und stellte die Frage, die auch republikanische Strategen umtreiben d\u00fcrfte: Warum triumphierte dort ein &#8222;kommunistischer Irrer&#8220;?<\/p>\n<p>&#8222;Zu extrem f\u00fcr New York&#8220;<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Antwort gibt der unterlegene Cuomo: Er gratulierte Mamdani zu einer &#8222;wirklich klugen und gro\u00dfartigen Kampagne&#8220;. Was wie ein Lob klingt, ist f\u00fcr viele moderate Demokraten aber vor allem eine M\u00f6glichkeit, den Wahlsieg anzuerkennen, ohne mit Mamdani selbst in Verbindung gebracht zu werden. So sprach der Fraktionsf\u00fchrer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer von einer &#8222;beeindruckenden Kampagne&#8220; Mamdanis. Er und sein Kollege im Repr\u00e4sentantenhaus, Hakeem Jeffries, vermieden jedoch ein klares Bekenntnis zu dessen Kandidatur.<\/p>\n<p>Lawrence Summers, unter Pr\u00e4sident Obama der wichtigste finanzpolitische Berater, \u00e4u\u00dferte sich alarmiert: &#8222;Ich bin zutiefst beunruhigt \u00fcber die Zukunft der Demokratischen Partei und des Landes.&#8220; Zwei demokratische Abgeordnete aus New Yorker Vororten distanzierten sich rasch von Mamdani, er sei &#8222;zu extrem f\u00fcr New York&#8220;. <\/p>\n<p>Moderate Demokraten f\u00fcrchten, Mamdani habe Trump Munition f\u00fcr die Kongresswahlen im kommenden Jahr geliefert. F\u00fcr Progressive hingegen ist der 33-J\u00e4hrige ein Wegweiser: In ihren Augen markiert er den Weg zur\u00fcck auf die Erfolgsspur.<\/p>\n<p>Milliard\u00e4re um Spenden anzubetteln, das gewinne keine Wahlen, sagte die linke Galionsfigur Bernie Sanders dem Magazin &#8222;Politico&#8220; nach Mamdanis Sieg. Cuomo habe genau das getan: &#8222;Dumme Werbespots im Fernsehen geschaltet, denen niemand Beachtung schenkt.&#8220; Mamdani habe gezeigt, dass es viel wichtiger sei, sich um die Bed\u00fcrfnisse arbeitender Menschen zu k\u00fcmmern. &#8222;Nimm es mit der Milliard\u00e4rsklasse auf, mit der Oligarchie. Das ist, wie man Wahlen gewinnt&#8220;, sagte Sanders. Er hoffe, dass die demokratische Partei diese Lektion von Mamdani lerne.<\/p>\n<p>All die \u00c4ngste, all die Hoffnungen &#8211; in beiden politischen Lagern &#8211; sie werden an Gewicht gewinnen oder sich aufl\u00f6sen, je nachdem, ob Mamdani die B\u00fcrgermeisterwahlen im November f\u00fcr sich entscheiden kann oder nicht. <\/p>\n<p>Die Trump-Vertraute Elise Stefanik will kommendes Jahr Gouverneurin von New York werden. Sie nutzt Mamdani schon jetzt, um ihre demokratische Mitbewerberin unter Druck zu setzen. Aber sie warnt auch: &#8222;Ich glaube, das wird bei den Wahlen nur dann eine Rolle spielen, wenn er wirklich B\u00fcrgermeister wird.&#8220;<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.tiktok.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er ist 33 Jahre alt, Muslim, nach eigener Aussage Sozialist und k\u00f6nnte bald B\u00fcrgermeister von New York werden.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":221997,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[106,13,14,944,15,16,12,10,8,9,11,64,103,104],"class_list":{"0":"post-221996","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-donald-trump","9":"tag-headlines","10":"tag-nachrichten","11":"tag-new-york","12":"tag-news","13":"tag-politik","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-usa","20":"tag-welt","21":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114752233386227439","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/221996","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=221996"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/221996\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/221997"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=221996"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=221996"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=221996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}