{"id":222046,"date":"2025-06-26T23:51:11","date_gmt":"2025-06-26T23:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/222046\/"},"modified":"2025-06-26T23:51:11","modified_gmt":"2025-06-26T23:51:11","slug":"eu-gipfel-gruenes-licht-fuer-euro-einfuehrung-in-bulgarien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/222046\/","title":{"rendered":"EU-Gipfel: Gr\u00fcnes Licht f\u00fcr Euro-Einf\u00fchrung in Bulgarien"},"content":{"rendered":"<p>Bulgarien soll zum 1. Januar 2026 den Euro einf\u00fchren \u2013 das haben die EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen. Die bulgarische Bev\u00f6lkerung ist jedoch laut Umfragen in der Frage der W\u00e4hrungsumstellung gespalten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bulgarien hat von den Staats- und Regierungschefs der anderen EU-Staaten gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Einf\u00fchrung der Gemeinschaftsw\u00e4hrung Euro erhalten. Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Kollegen stellten sich bei einem Gipfeltreffen in Br\u00fcssel hinter den Vorschlag der EU-Kommission, der die Euro-Einf\u00fchrung in dem Balkanland zum 1. Januar 2026 erlaubt. Zuvor hatten dies bereits die EU-Finanzminister getan, die nun noch einmal formell zustimmen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Das Balkanland ist seit 2007 Mitglied der Europ\u00e4ischen Union und w\u00e4re das 21. Land mit der Gemeinschaftsw\u00e4hrung. Als bislang letztes Land war zum 1. Januar 2023 Kroatien in den Kreis der Eurostaaten aufgenommen worden.<\/p>\n<p>Ein weiteres Land im gemeinsamen W\u00e4hrungsraum erleichtert Handel und Reisen. Wer Gesch\u00e4fte macht oder investieren will, muss sich dann keine Sorgen mehr um Wechselkurse machen. Auch Touristen w\u00fcrden profitieren, weil sie sich nach einem Euro-Beitritt Bulgariens keine Landesw\u00e4hrung mehr besorgen m\u00fcssen, was in der Regel mit Kosten verbunden ist.<\/p>\n<p>Beitritt wurde 2024 verschoben<\/p>\n<p>Bulgarien geh\u00f6rt zu den \u00e4rmeren EU-L\u00e4ndern und ist beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der Bev\u00f6lkerung auch 2024 EU-Schlusslicht \u2013 obwohl die Wachstumsraten h\u00f6her waren als anderswo.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich wollte Bulgarien seine Landesw\u00e4hrung Lew (Deutsch: L\u00f6we) schon Anfang 2024 durch den Euro ersetzen. Unter anderem wegen der damals vergleichsweise hohen Inflationsrate von 9,5 Prozent wurde der Beitritt verschoben. <\/p>\n<p>Denn: F\u00fcr den Euro-Beitritt m\u00fcssen bestimmte Kriterien erf\u00fcllt werden. Dazu geh\u00f6ren Preisstabilit\u00e4t, solide \u00f6ffentliche Finanzen und stabile Wechselkurse. Die Inflation zum Beispiel darf nicht aus dem Ruder laufen, damit der Wert des Geldes gewahrt und seine Kaufkraft erhalten bleibt. <\/p>\n<p>Die Fortschritte der Euro-Beitrittskandidaten bei diesen sogenannten Konvergenzkriterien werden regelm\u00e4\u00dfig von der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission \u00fcberpr\u00fcft. Anfang des Monats hatten die Europ\u00e4ische Kommission und die EZB mitgeteilt, Bulgarien erf\u00fclle die f\u00fcr eine Euro-Einf\u00fchrung notwendigen Kriterien. <\/p>\n<p>Proteste in Bulgarien<\/p>\n<p>In Bulgarien wird die Debatte \u00fcber die Einf\u00fchrung des Euro von heftigen Protesten begleitet. Im Februar entz\u00fcndeten Nationalisten vor dem Eingang der EU-Vertretung in Sofia ein Feuer und gossen rote Farbe auf die gl\u00e4serne Fassade des Geb\u00e4udes, es flogen Molotow-Cocktails und Eier. <\/p>\n<p>Ende Mai demonstrierten Anh\u00e4nger prorussischer und nationalistischer Parteien in der Hauptstadt Sofia und in anderen St\u00e4dten. Sie wollen, dass die Landesw\u00e4hrung Lew erhalten bleibt, da sie bef\u00fcrchten, dass der Euro die Preise in die H\u00f6he treiben wird. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Gipfel hatten Anh\u00e4nger der kleinen, prorussischen nationalistischen Partei Welitschie (Herrlichkeit) in Br\u00fcssel einen Autokorso gegen die angestrebte Einf\u00fchrung des Euro angek\u00fcndigt &#8211; daf\u00fcr seien sie durch ganz Europa gereist. Auch f\u00fcr diesen Samstag ist in Sofia wieder ein Gro\u00dfprotest der prorussischen nationalistischen Partei Wasraschdane (Wiedergeburt) geplant.<\/p>\n<p>Im EU-Parlament geh\u00f6rt die Partei der gleichen Fraktion wie die AfD an. Wasraschdane wirft den Beh\u00f6rden vor, Daten zu f\u00e4lschen, um die Einf\u00fchrung des Euro zu erm\u00f6glichen. Mit der Einf\u00fchrung des Euro w\u00fcrde Bulgarien seine nationale Souver\u00e4nit\u00e4t verlieren, beklagt die Partei.<\/p>\n<p>Euro-Gegner fordern Referendum <\/p>\n<p>Wasraschdane-Chef Kostadin Kostadinow verlangte eine Volksabstimmung \u00fcber den Erhalt der W\u00e4hrung Lew. 604.000 Unterschriften f\u00fcr ein Referendum wurden gesammelt, doch das bulgarische Parlament lehnte zweimal eine Volksabstimmung zur W\u00e4hrungsfrage ab \u2013 2023 und im Mai 2025.<\/p>\n<p>Inzwischen haben die Beh\u00f6rden mit Kontrollen begonnen, um unbegr\u00fcndete Preissteigerungen nach Bekanntwerden der positiven Berichte der EU-Kommission und der EZB zu bek\u00e4mpfen oder zu verhindern.<\/p>\n<p>Bulgariens Bev\u00f6lkerung laut Umfragen gespalten<\/p>\n<p>Bulgariens Bev\u00f6lkerung ist Umfragen zufolge in der Euro-Frage in zwei Lager gespalten. Laut einer Meinungsumfrage des bulgarischen Instituts Mjara von Mitte Mai ist mehr als die H\u00e4lfte der Vollj\u00e4hrigen (54,9 Prozent) gegen eine Einf\u00fchrung des Euro 2026. Gut ein Drittel (34,4 Prozent) bef\u00fcrwortet einen Beitritt zur Eurozone im kommenden Jahr. <\/p>\n<p>In der bulgarischen Wirtschaft sieht es etwas anders aus: Da bef\u00fcrwortet eine Mehrheit von 66,3 Prozent Alpha Research zufolge \u201evoll\u201c oder \u201eeher\u201c einen Beitritt zur Eurozone \u2013 lediglich ein Drittel ist \u201eeher\u201c oder \u201egenerell\u201c dagegen.<\/p>\n<p>Damit in Bulgarien k\u00fcnftig mit Euro-M\u00fcnzen und -Scheinen bezahlt werden kann, m\u00fcssen nach Anh\u00f6rung des Europ\u00e4ischen Parlaments und der EZB noch die Mitgliedsstaaten auf Ebene der Finanzminister die notwendigen Rechtsakte verabschieden.<\/p>\n<p>Nach den EU-Vertr\u00e4gen sind alle Mitgliedstaaten bis auf D\u00e4nemark zum Beitritt zur Gemeinschaftsw\u00e4hrung verpflichtet, sobald sie die Voraussetzungen erf\u00fcllen. Mehrere Staaten verfolgen dies aber nicht mit Nachdruck \u2013 zu ihnen z\u00e4hlen zum Beispiel Schweden, Polen und Ungarn.<\/p>\n<p>dpa\/jho<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bulgarien soll zum 1. Januar 2026 den Euro einf\u00fchren \u2013 das haben die EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen. 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