{"id":222274,"date":"2025-06-27T02:06:25","date_gmt":"2025-06-27T02:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/222274\/"},"modified":"2025-06-27T02:06:25","modified_gmt":"2025-06-27T02:06:25","slug":"zinsen-kuenftig-auf-befehl-trump-will-mit-schatten-fed-chef-die-zentralbank-knechten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/222274\/","title":{"rendered":"Zinsen k\u00fcnftig auf Befehl?: Trump will mit Schatten-Fed-Chef die Zentralbank knechten"},"content":{"rendered":"<p><strong>US-Notenbankchef Jerome Powell zu feuern, traut sich Donald Trump nicht. Doch er hat einen Plan, wie er ihn trotzdem kaltstellen und bald im Hintergrund die US-Geldpolitik lenken kann &#8211; und damit wom\u00f6glich als Bruchpilot die US-Wirtschaft und den Dollar in den Abgrund steuert.<\/strong><\/p>\n<p>Donald Trump geht es mal wieder nicht schnell genug. Seit Monaten bedr\u00e4ngt er US-Notenbankchef Jerome Powell, die Zinsen zu senken <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Trump-bringt-sich-selbst-als-Fed-Chef-ins-Spiel-article25843813.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">und bringt sich sogar selbst als obersten W\u00e4hrungsh\u00fcter ins Spiel<\/a>. Doch Powell macht keine Anstalten, dem Druck nachzugeben und l\u00e4sst die Leitzinsen unangetastet. Also verfolgt Trump nun offenbar einen Plan, der die Unabh\u00e4ngigkeit der US-Geldpolitik &#8211; und damit die Stabilit\u00e4t der Finanzm\u00e4rkte &#8211; gef\u00e4hrden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Laut &#8222;Wall Street Journal&#8220; erw\u00e4gt Trump nun offenbar ernsthaft, schon jetzt einen Nachfolger von Powell zu ernennen, obwohl der eigentlich noch bis Mai 2026 im Amt ist. In den letzten Wochen habe Trump wiederholt mit dem Gedanken gespielt, bis September oder Oktober einen Schatten-Fed-Chef zu verk\u00fcnden, berichtet das Blatt unter Berufung auf Insider im Wei\u00dfen Haus. Powell w\u00e4re so zwar noch formal im Amt, w\u00fcrde aber in den kommenden Monaten zur &#8222;lahmen Ente&#8220;, dessen Wort an den M\u00e4rkten weniger Gewicht hat. Laut einer der Quellen der Zeitung ist Trumps Wut auf Powell inzwischen so gro\u00df, dass der Schritt sogar schon im Sommer kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Denn dass Fed-Chef Jerome Powell nicht einfach macht, was Trump sagt, ist dem US-Pr\u00e4sidenten schon lange ein Dorn im Auge. Trump will Wachstum und braucht daf\u00fcr niedrige Zinsen. Am liebsten h\u00e4tte er einen Zentralbankchef, der einfach auf seinen Befehl Geld druckt und Jobs auf Knopfdruck liefert, wie etwa in autorit\u00e4ren L\u00e4ndern wie Venezuela oder der T\u00fcrkei. Schon seit Monaten macht Trump daher \u00f6ffentlich Druck auf Powell, nennt ihn &#8222;Herr Zusp\u00e4t&#8220; und einen &#8222;totalen Loser&#8220;, und sucht Wege, <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/So-will-Trump-die-US-Notenbank-unterwerfen-article25812750.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">wie er ihn und die Fed unterwerfen kann. Nun k\u00f6nnte er sie in die Tat umsetzen<\/a>.<\/p>\n<p>Trump hat schon oft mit dem Gedanken gespielt, den Fed-Chef einfach abzuservieren: &#8222;Powells Entlassung kann nicht schnell genug kommen!&#8220; polterte er etwa im April. Doch ob Trump Powell feuern kann, ist juristisch h\u00f6chst umstritten: Die Fed ist eine unabh\u00e4ngige Beh\u00f6rde, die nicht dem Pr\u00e4sidenten untersteht. Zudem k\u00f6nnte Powells Entlassung Panik an den M\u00e4rkten ausl\u00f6sen, wenn der Eindruck entsteht, dass die US-Notenbank nicht l\u00e4nger unabh\u00e4ngig ist, und die Zinsen nun von den Launen des US-Pr\u00e4sidenten statt von wirtschaftlicher Vernunft abh\u00e4ngen. <\/p>\n<p>&#8222;Unersch\u00fctterlich loyal&#8220;<\/p>\n<p>Aus Angst vor der B\u00f6rsenreaktion hat Trump deswegen bislang davor zur\u00fcckgeschreckt, Powell zu entlassen. Nun hat er wom\u00f6glich einen Weg gefunden, ihn zu entmachten, ohne ihn zu feuern. Finanzminister Scott Bessent hatte die Idee eines Schatten-Fed-Chefs, der Powells Autorit\u00e4t untergr\u00e4bt, schon vergangenen Herbst im Wahlkampf ins Spiel gebracht. Und klargemacht, welchen Zweck sie h\u00e4tte: &#8222;Niemand schert sich dann noch wirklich darum, was Powell zu sagen hat&#8220;.<\/p>\n<p>Laut &#8222;Wall Street Journal&#8220; sind der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh, Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett und auch Finanzminister Scott Bessent selbst f\u00fcr den Posten als oberster Vollstrecker von Trumps Zins-W\u00fcnschen im Gespr\u00e4ch. Offenbar sind Trumps Erw\u00e4gungen weit fortgeschritten: Er habe bereits drei oder vier Personen im Sinn, die er ernennen k\u00f6nnte, sagte Trump am Mittwoch beim Nato-Gipfel in Den Haag.<\/p>\n<p>Wer auch immer den Posten bekommt, seine Aufgabe ist es, die Erwartungen der Investoren in die von Trump gew\u00fcnschte Richtung zu beeinflussen. Denn wenn sie sich darauf einstellen, dass die Zinsen bald fallen, weil Trumps Schatten-Fed-Chef das ank\u00fcndigt, bekommt die Wirtschaft schon jetzt einen Schub, auch wenn sie noch gar nicht gesenkt wurden. Der US-Pr\u00e4sident k\u00f6nnte quasi vom R\u00fccksitz aus die US-Geldpolitik lenken, auch wenn Powell weiter offiziell am Steuer sitzt. Infrage kommt daher nur jemand, der &#8222;unersch\u00fctterlich loyal&#8220; sei, zitiert das Blatt Trumps Umfeld. <\/p>\n<p>Trump geht es darum, \u00fcber einen willf\u00e4hrigen Fed-Chef die M\u00e4rkte zu kontrollieren. Denn sie sind neben der Justiz die einzige unabh\u00e4ngige Gewalt, die Trump wirklich in die Schranken weisen kann und die seiner Agenda im Weg steht, wie man an seinen Zoll-R\u00fcckziehern im Handelskrieg sieht (https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Fuer-die-Wall-Street-ist-Trump-ein-aengstliches-Huehnchen-article25832292.html). Doch der Plan k\u00f6nnte nach hinten losgehen. <\/p>\n<p>Ein Bruchpilot im Wei\u00dfen Haus<\/p>\n<p>Die Gefahr ist gro\u00df, dass Trump die B\u00f6rsianer nicht an Powell vorbei kontrolliert, sondern erst recht in Unruhe versetzt. Denn mit der fr\u00fchzeitigen Ernennung eines konkurrierenden Zinspapstes schafft Trump wom\u00f6glich Verwirrung, die die M\u00e4rkte l\u00e4hmt. &#8222;Die Idee eines Schatten-Notenbankchefs ist wie zwei Piloten, die sich mitten im Flug um den Steuerkn\u00fcppel balgen. M\u00e4rkte f\u00fcrchten nur eines: Unsicherheit. Und Unsicherheit schl\u00e4gt Investoren sofort in die Flucht&#8220;, warnte die Handelsplattform Saxo schon im April.<\/p>\n<p>Schlimmstenfalls k\u00f6nnte Trump so zum Bruchpilot werden, der die US-Wirtschaft zerst\u00f6rt. Denn die Unabh\u00e4ngigkeit der US-Zentralbank ist ein Grundpfeiler, auf dem das Fundament des Weltfinanzsystems ruht. Nicht nur durch Powells Entlassung, auch durch seine monatelange Untergrabung durch einen Konkurrenten w\u00fcrde sie schweren Schaden nehmen. Die Glaubw\u00fcrdigkeit der Notenbank w\u00e4re dahin &#8211; und mit ihr das Vertrauen der M\u00e4rkte, dass die Inflation nicht durch Trumps Zinsbefehle pl\u00f6tzlich explodiert. Den Dollar k\u00f6nnte dies seine Rolle als globale Leit- und Reservew\u00e4hrung kosten. Die Nachricht von Trumps Planspielen dr\u00fcckte ihn am Donnerstag auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"US-Notenbankchef Jerome Powell zu feuern, traut sich Donald Trump nicht. 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