{"id":22273,"date":"2025-04-11T01:40:57","date_gmt":"2025-04-11T01:40:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22273\/"},"modified":"2025-04-11T01:40:57","modified_gmt":"2025-04-11T01:40:57","slug":"duisburg-wenn-bedrohliche-und-rechtsradikale-inhalte-stadtweit-schulen-lahmlegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22273\/","title":{"rendered":"Duisburg: Wenn \u201ebedrohliche und rechtsradikale Inhalte\u201c stadtweit Schulen lahmlegen"},"content":{"rendered":"<p>Wegen einer \u201eBedrohungslage\u201c wechseln in Duisburg fast 20 Gesamt- und Sekundarschulen in Distanzunterricht. Rechtsradikale sollen eine \u201eS\u00e4uberung\u201c angek\u00fcndigt haben. In der Stadt gibt es besonders viele Sch\u00fcler mit Migrationshintergrund. Die Einsch\u00e4tzung des Staatsschutzes passt nicht zu den Schlie\u00dfungen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein wei\u00dfes Blatt Papier h\u00e4ngt an der Scheibe der Eingangst\u00fcr. \u201eMontag, 7. April 2025\u201c steht darauf in gro\u00dfen gedruckten Lettern und etwas kleiner: \u201eHeute findet nur Distanzunterricht statt!\u201c Die Leitung der Gesamtschule Duisburg-Mitte hat den wohl k\u00fcrzesten und sachlichsten Hinweis auf einen Ausnahmezustand verfasst. <\/p>\n<p>Denn an diesem Montag bleiben fast 20 weiterf\u00fchrende Schulen in Duisburg <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255880302\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255880302&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">geschlossen<\/a>, vor allem Gesamt- und Sekundarschulen. Auf den Homepages und Facebook-Accounts einiger Einrichtungen klingt es dann weitaus beunruhigender: Von einer \u201eBedrohungslage\u201c ist die Rede.<\/p>\n<p>Bis Montagmorgen hat es sich l\u00e4ngst schon bei den betroffenen 18.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern herumgesprochen, \u00fcber WhatsApp, Mails, Anrufe, pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che. Eine anonyme Mail war am vergangenen Freitag an der Gesamtschule Duisburg-Mitte eingegangen. Nach Angaben der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/nordrhein-westfalen\/15-schulen-in-duisburg-zu-18-000-schueler-von-drohmails-betroffen-67f37e2034eeb05559be92c1\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bild.de\/regional\/nordrhein-westfalen\/15-schulen-in-duisburg-zu-18-000-schueler-von-drohmails-betroffen-67f37e2034eeb05559be92c1&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eBild\u201c<\/a>-Zeitung, die zuerst dar\u00fcber berichtet hatte, soll eine \u201eS\u00e4uberung\u201c angek\u00fcndigt worden sein. <\/p>\n<p>Die Polizei Duisburg spricht von einem \u201eSchreiben, in welchem durch einen bisher unbekannten Absender bedrohliche und rechtsradikale \u00c4u\u00dferungen verfasst wurden, mit denen Straftaten f\u00fcr Montag (7. April) in der Bildungseinrichtung angek\u00fcndigt wurden\u201c. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet.<\/p>\n<p>Am Sonntag erreichte die Gesamtschule wieder eine Mail \u201emit bedrohlichen Inhalten\u201c, die auch weitere Schulen im Stadtgebiet betr\u00e4fen, so die Polizei. Der Staatsschutz kam bei einer Gesamtbetrachtung zu der Einsch\u00e4tzung, \u201edass nicht von einer Ernsthaftigkeit der angek\u00fcndigten Taten auszugehen ist\u201c. <\/p>\n<p>Die Polizei setzte sich mit der f\u00fcr Schulen zust\u00e4ndigen Bezirksregierung D\u00fcsseldorf, einer Mittelbeh\u00f6rde des Landes Nordrhein-Westfalen, in Verbindung, und diese entschied, den Pr\u00e4senzunterricht an den betroffenen Schulen f\u00fcr Montag auszusetzen \u2013 \u201eaus Gr\u00fcnden \u00e4u\u00dferster Vorsicht und zum umfassenden Schutz von Sch\u00fclerinnen, Sch\u00fclern, Lehrkr\u00e4ften und allen am Schulleben Beteiligten\u201c, wie eine Sprecherin der Bezirksregierung auf WELT-Anfrage mitteilte. Duisburgs Oberb\u00fcrgermeister S\u00f6ren Link (SPD) bef\u00fcrwortete die Entscheidung: \u201eSicherheit geht vor\u201c, betonte er in einem Statement.<\/p>\n<p>SPD beantragt Sonder-Auschusssitzung<\/p>\n<p>Auch einige Gymnasien, die nicht explizit bedroht wurden, gingen zum Distanzunterricht \u00fcber. Ein Gymnasium teilte am Sonntagabend mit, es gebe keine Schlie\u00dfungsanordnung f\u00fcr Gymnasien. Aber dort, wo sich Gesamtschulen und Gymnasien ein Schulgel\u00e4nde teilten \u2013 etwa im Duisburger Norden oder in Rheinhausen \u2013 k\u00f6nnten sich Eltern f\u00fcr ihre Kinder gegen einen Schulbesuch entscheiden. <\/p>\n<p>Ein anderes Gymnasium wies im Internet darauf hin: Es bestehe nach Auskunft der Polizei, \u201ekeine Bedrohungslage f\u00fcr die Gymnasien\u201c, und das eigene Geb\u00e4ude liege nicht in der N\u00e4he einer Gesamtschule. \u201eSie, liebe Eltern, entscheiden selbst, ob Sie Ihr Kind morgen zu Hause lassen\u201c, so die Schulleitung.<\/p>\n<p>Noch ist unklar, wer die Drohmails verfasst hat. Ende M\u00e4rz waren an zwei Gymnasien in Duisburg Amokdrohungen auf den M\u00e4dchen-Toiletten entdeckt worden. In einem Fall konnten drei Sch\u00fclerinnen als Urheberinnen ermittelt werden.<\/p>\n<p>Die Landespolitik ist nach den aktuellen Ereignissen aufgeschreckt, zumal \u00fcberdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund die Gesamtschulen in Duisburg besuchen. Teilweise liegt der Anteil bei bis zu 90 Prozent. Die SPD-Fraktion im NRW-Landtag spricht von einer \u201erechtsextremistischen Bedrohungslage\u201c und hat eine Sondersitzung des Schulausschusses und eine Aktuelle Stunde im Innenausschuss beantragt.<\/p>\n<p><b>Politikredakteur <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/kristian-frigelj\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/autor\/kristian-frigelj\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Kristian Frigelj<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber landespolitische Themen, vor allem in Nordrhein-Westfalen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wegen einer \u201eBedrohungslage\u201c wechseln in Duisburg fast 20 Gesamt- und Sekundarschulen in Distanzunterricht. 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