{"id":223377,"date":"2025-06-27T12:28:10","date_gmt":"2025-06-27T12:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/223377\/"},"modified":"2025-06-27T12:28:10","modified_gmt":"2025-06-27T12:28:10","slug":"konzert-des-swr-symphonieorchesters-musik-wie-tosendes-schaeumendes-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/223377\/","title":{"rendered":"Konzert des SWR-Symphonieorchesters: Musik wie tosendes, sch\u00e4umendes Meer"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Konzert des SWR-Symphonieorchesters: Musik wie tosendes, sch\u00e4umendes Meer\" title=\"Konzert des SWR-Symphonieorchesters: Musik wie tosendes, sch\u00e4umendes Meer\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/media.media.624e7b2c-b53b-47b6-ac9b-8a43ff68b772.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tSie dirigierte das SWR-Symphonieorchester im Beethovensaal: die litauische Dirigentin Giedr\u0117 \u0160lekyt\u0117.\u00a0Foto: IMAGO\/Funke Foto Services\t\t\t<\/p>\n<p>Das SWR-Symphonieorchester hat in der Leitung von Giedr\u0117 \u0160lekyt\u0117 im Beethovensaal Werke von Dvo\u0159\u00e1k und Zemlinsky gespielt.<\/p>\n<p>Ein Happy End, wie es sp\u00e4ter Walt Disney f\u00fcr sie bereithielt, g\u00f6nnte der ber\u00fchmte M\u00e4rchenautor Hans Christian Andersen seiner \u201eKleinen Meerjungfrau\u201c nicht. Er lie\u00df die z\u00e4rtlich-naive, pubert\u00e4re Nixe in ihrer unstillbaren Sehnsucht nach der anderen Welt sterben, sich zu Meeresschaum aufl\u00f6sen und in einen Luftgeist verwandeln. Seine romantische Deutung des uralten Undine-Mythos inspirierte bis heute Kunstschaffende aller Sparten, so auch den Postromantiker Alexander Zemlinsky (1871\u20131942). <\/p>\n<p>Zemlinskys \u201eSeejungfrau\u201c ist selten im Konzertsaal zu h\u00f6ren <\/p>\n<p>Als Lehrer und Schwager von Arnold Sch\u00f6nberg zeigte er sich als Komponist avantgardistischen Entwicklungen gegen\u00fcber offen, den Schritt zur Atonalit\u00e4t ging er selbst aber nicht. Theodor W. Adorno betrachtete ihn als \u201eeine der denkw\u00fcrdigsten Figuren seiner Generation\u201c. Dennoch erklingen Zemlinskys Werke heute \u00e4u\u00dferst selten im Konzertsaal. Gelegentlich zu h\u00f6ren ist seine sinfonische Fantasie \u201eDie Seejungfrau\u201c. So wie jetzt im Abo-<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Konzert\" title=\"Konzert\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konzert<\/a> des <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.strawinski-cd-mit-dem-swr-symphonieorchester-als-waere-das-orchester-ein-einziges-instrument.d441a9f4-0bdd-4ad8-bc9c-432c02f7e375.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SWR-Symphonieorchesters<\/a> im Beethovensaal. <\/p>\n<p>Und das Orchester in der Leitung der litauischen Dirigentin Giedr\u0117 \u0160lekyt\u0117 machte mehr als deutlich, dass es sich um ein gro\u00dfartiges Werk handelt: plastisch in seiner musikalischen Sprache, in seinen sch\u00e4umenden, wirbelnden, tosenden, wellenschlagenden Meeresmalereien, seinen albtraumartigen Stimmungen, seinen dramatischen Eskalationen und seiner sehnsuchtsvollen Melodik. Flie\u00dfend verbindet es impressionistisch anmutende Klangfl\u00e4chen mit dichter, aufregender Polyfonie bis hin zum verl\u00f6schenden, verkl\u00e4renden Ende. <\/p>\n<p>Die Energie der Dirigentin floss ins Orchester <\/p>\n<p>\u0160lekyt\u0117 ist ein Energieb\u00fcndel, und sie wusste ihre Energie dank ihrer pr\u00e4zisen Dirigiertechnik ins Orchester hineinzuleiten. Der gro\u00dfe dramatische Bogen, der die drei S\u00e4tze zusammenh\u00e4lt, gelang ihr gut, die zentralen Aspekte des M\u00e4rchens lie\u00dfen sich problemlos assoziieren. Was die Klarheit und Balance des Klangbildes angeht, haperte es immer wieder. Zemlinsky zielte auf atmosph\u00e4rische Dichte, die auch durch eine klanglich \u00e4u\u00dferst raffinierte Instrumentation hergestellt wird. Die ging des \u00d6fteren unter, weil Blasinstrumente zu laut dr\u00f6hnten, Eins\u00e4tze holperten oder die Streicherfraktion sich zu wenig transparent artikulierte. <\/p>\n<p>Die Balance zwischen den Instrumentengruppen war auch im ersten St\u00fcck des Abends, in Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1ks gewaltigem Cello-Konzert, nicht optimal. Was zu Lasten des Solisten ging, dessen Ton zu oft vom Orchester verschluckt wurde. Gleichwohl konnte sich auch hier die Qualit\u00e4t des Werks offenbaren, seine drei als gro\u00dfe instrumentale Tableaus angelegten S\u00e4tze, die spektakul\u00e4r reich sind an innigster Melodik. Und Jean-Guihen Queyras ist ein interessanter Cellist. Weniger der auftrumpfende, vor Energie strotzende Virtuose als vielmehr einer, der reflektierend zur Sache geht, besondere Farben sucht und findet. Wundersch\u00f6n seine Duette mit den Orchestersolisten, ber\u00fcckend sein warmer kantabler Ton im pastoralen Mittelsatz. Das Publikum feierte ihn. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie dirigierte das SWR-Symphonieorchester im Beethovensaal: die litauische Dirigentin Giedr\u0117 \u0160lekyt\u0117.\u00a0Foto: IMAGO\/Funke Foto Services Das SWR-Symphonieorchester hat in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":223378,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,71232,3364,29,30,71231,1310,80,1441,9931],"class_list":{"0":"post-223377","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-beethovensaal","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-giedre-slekyte","14":"tag-konzert","15":"tag-kultur","16":"tag-stuttgart","17":"tag-swr-symphonieorchester"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114755331957065429","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=223377"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223377\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/223378"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=223377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=223377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=223377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}